Reduktion der Ferien an den Mittelschulen zur Stärkung der Berufslehre
- ShortId
-
25.3709
- Id
-
20253709
- Updated
-
14.11.2025 02:50
- Language
-
de
- Title
-
Reduktion der Ferien an den Mittelschulen zur Stärkung der Berufslehre
- AdditionalIndexing
-
32;44
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <ol><li>Wie beurteilt der Bundesrat die zunehmende faktische Ungleichbehandlung zwischen Berufsbildung und akademischer Bildung bei Freizeit, Pflichten und Förderung?</li><li>Wie kann der Bundesrat auf den akademischen Bildungsweg (Mittelschule und Hochschule) einwirken, dass dieser sich dem Berufsbildungsweg angleicht, anstatt umgekehrt den Berufsbildungsweg immer mehr dem akademischen Weg anzugleichen?</li><li>Die Ungleichbehandlung der Bildungswege ist eine Tatsache. Es wird viel mehr staatliches Geld in den akademischen Bildungsweg investiert. Wie kann der Bundesrat dazu beitragen, dass Fehlanreize im System zu Gunsten akademischer Bildungswege verringert werden?</li><li>Was unternimmt der Bundesrat, um die Berufslehre attraktiv zu halten?</li><li>Wie kann der Bundesrat dazu beitragen, dass die wirtschaftliche und gesellschaftliche Wertschätzung gegenüber der Berufslehre gestärkt wird?</li><li>Leistungsdruck und Stress ist auch an Hochschulen ein Thema, weshalb eher von einem allgemeinen, gesamtgesellschaftlichen Problem ausgegangen werden kann, welches nicht durch mehr Ferien gelöst wird. Wie beurteilt der Bundesrat das Leistungsniveau und den Leistungsdruck in der Berufslehre, insbesondere im Vergleich zu akademischen Bildungswegen? </li><li>Welche direkten und indirekten Kosten entstünden durch mehr Ferien für Lernende und von wem würden diese getragen?</li><li>Werden Ausbildungsbetriebe durch zusätzliche Ferienpflichten noch mehr belastet? Wie wirkt sich das auf die Attraktivität aus, ob Unternehmen überhaupt noch Lehrstellen anbieten wollen?</li><li>Wie wirkt sich diese Massnahme auf den Fachkräftemangel aus, insbesondere wenn die Leistungsbereitschaft sinkt und immer mehr Ferien zur Regel werden?</li></ol>
- <span><p><span>1./2. In Übereinstimmung mit Artikel</span><span> </span><span>61a Absatz</span><span> </span><span>3 der Bundesverfassung anerkennt der Bundesrat die Gleichwertigkeit der berufsbezogenen und allgemeinbildenden Bildungswege als zentralen Grundsatz. Ziel</span><span> </span><span>4 der </span><em><span>Erklärung 2023 zu den gemeinsamen bildungspolitischen Zielen von Bund und Kantonen für den Bildungsraum Schweiz</span></em><span> (</span><a href="http://www.edk.ch"><u><span>www.edk.ch</span></u></a><span> > Die EDK > Aktuell > Medienmitteilung vom 27.10.2023) hält fest, dass sich Bund und Kantone für die klare Profilierung der Angebote auf Tertiärstufe einsetzen und gleichzeitig die Durchlässigkeit fördern. Auch in der BFI-Botschaft 2025–2028 (BBl</span><span> </span><span>2024 900) bekräftigt der Bundesrat seine Absicht, die Berufsbildung gezielt zu fördern, namentlich durch Verbesserung der Durchlässigkeit, Förderung ihres Ansehens und Unterstützung der höheren Berufsbildung. Die Rahmenbedingungen müssen fair sein und auf jeden Bildungstyp zugeschnitten. Im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten engagieren sich Bund und Kantone für eine tragfähige und leistungsfähige Berufsbildung sowie für eine selektive Allgemeinbildung. Der Anteil allgemeinbildender Schulen im Verhältnis zu Angeboten der beruflichen Grundbildung im Lehrbetrieb wird insbesondere durch das kantonale Angebot bestimmt und variiert von Kanton zu Kanton. Kantone mit einem hohen Anteil an allgemeinbildenden Schulen sind angehalten, Massnahmen zur Förderung der Berufsbildung zu prüfen. In der Schweiz verfügen etwa zwei Drittel der Jugendlichen unter 25</span><span> </span><span>Jahren über einen Abschluss der Berufsbildung. Diese starke Position der Berufsbildung, die sich auch im breit gefächerten Tertiärbereich (höhere Berufsbildung und Hochschulen) widerspiegelt, ist eine Besonderheit des Schweizer Bildungssystems. Dieses kann dadurch optimal auf den Bedarf an vielfältigen Kompetenzprofilen von Wirtschaft und Gesellschaft eingehen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>3./4./5. Bund und Kantone investieren im Rahmen ihrer Zuständigkeiten massiv in alle Bildungswege. In den letzten Jahren hat der Bund die Berufsbildung gezielt finanziell unterstützt. So hat er beispielsweise über 100</span><span> </span><span>Millionen Franken pro Jahr für die subjektorientierte Finanzierung von Kursen aufgewendet, die auf eine eidgenössische Prüfung vorbereiten. Zudem hat der Bundesrat im April 2025 eine Botschaft zur Stärkung der höheren Berufsbildung (</span><a href="http://www.fedlex.admin.ch"><u><span>www.fedlex.admin.ch</span></u></a><span> > Startseite > Bundesblatt > Ausgaben des Bundesblattes > 2025 > Mai > 99 > BBl 2025 1595) verabschiedet. Darüber hinaus leistet der Bund finanzielle Unterstützung für die Berufsmeisterschaften und Berufsmessen, die ein hervorragendes Instrument sind, um die Exzellenz und Vielfalt der Schweizer Berufsbildung zu präsentieren. Die allgemeinbildenden Schulen auf Sekundarstufe II und die Hochschulen im Tertiärbereich werden grösstenteils von der öffentlichen Hand finanziert, da Mittelschülerinnen und Mittelschüler sowie Studierende während ihrer Ausbildung keine vermarktbaren Leistungen erbringen.</span></p><p><span>Wie der </span><em><span>Bildungsbericht Schweiz 2023</span></em><span> der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung (</span><a href="http://www.skbf-csre.ch"><u><span>www.skbf-csre.ch</span></u></a><span> > Bildungsbericht) zeigt, ist das Schweizer Berufsbildungssystem insgesamt gut positioniert und geniesst in der Schweiz und im Ausland einen sehr guten Ruf. Dennoch weisen in den letzten Jahren verschiedene Signale aus Wirtschaft, Gesellschaft, Forschung und Politik darauf hin, dass die Attraktivität der Berufsbildung analysiert werden muss. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) nimmt sich dieses Themas zusammen mit den Verbundpartnern im Rahmen des Projekts «Attraktivität der Berufsbildung» an. Dabei sind namentlich die Flexibilität des Systems, der Zugang zur Berufsbildung sowie die Vorlieben von Jugendlichen und Erwachsenen Themen, die eine vertiefte Auseinandersetzung der beteiligten Akteure erfordern. Bis Herbst 2025 beabsichtigt das SBFI, eine Bestandesaufnahme zur Attraktivität der Berufsbildung zu erstellen. Ziel ist es, Bereiche mit prioritärem Handlungsbedarf zu identifizieren und konkrete Massnahmen vorzuschlagen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>6. Da alle Bildungsstufen (Berufsbildung, Allgemeinbildung, Hochschulen) festgelegte Leistungsziele haben, entsteht Leistungsdruck. In der Berufsbildung sind Kompetenz-beurteilungen mittels praktischer/betrieblicher bzw. schulischer Prüfungen sowohl im Lehrbetrieb als auch in der Berufsfachschule wichtig. Mittelschülerinnen und Mittelschüler sowie Studierende an Hochschulen sind aufgrund der Anforderungen für den Erwerb der Maturität bzw. eines Hochschulabschlusses ebenfalls einer vergleichbaren Arbeitslast und Leistungsdruck ausgesetzt. Sie müssen den Unterricht besuchen, sich auf Beurteilungen und Prüfungen vorbereiten, Arbeiten einreichen und je nach Studiengang Praktika absolvieren.</span></p><p><span>Die im Jahr</span><span> </span><span>2025 von Workmed veröffentlichte Studie </span><em><span>Psychische Gesundheit von Lernenden in der Berufslehre. Biografie, Belastung, Wachstum und Erfolgsfaktoren von Lernenden in der dualen Berufsbildung in der Schweiz</span></em><span> (www.workmed.ch > Publikationen > Studien & Analysen 2025) sowie die </span><em><span>Erhebung zur sozialen und wirtschaftlichen Lage der Studierenden</span></em><span> des Bundesamts für Statistik (</span><a href="http://www.bfs.admin.ch"><u><span>www.bfs.admin.ch</span></u></a><span> > Statistiken > Bildung und Wissenschaft > Erhebung > Soziale und wirtschaftliche Lage der Studierenden) zeichnen ein repräsentatives Bild der Befindlichkeit der beiden Zielgruppen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>7./8./9. Das Obligationenrecht, die Berufsbildungsverordnungen und Gesamtarbeitsverträge legen Mindestanforderungen an Freizeit und Ferien für Lernende fest. Gleichzeitig lassen sie den Branchen Spielraum für die Schaffung spezifischer Modelle, mit denen sie das Interesse von Jugendlichen für die jeweiligen Berufe wecken können. Für den Lehrvertrag gilt zudem die Vertragsfreiheit: Das Schweizer Vertragsrecht gewährt den Vertragsparteien bei der Festlegung des Vertragsinhalts viel Spielraum. Somit steht es den Lehrvertragsparteien frei, zusätzliche Ferien oder Freitage zu vereinbaren. Es liegt im Interesse der Lehrbetriebe, Jugendliche für ihre Ausbildung zu gewinnen. Wie die vierte Kosten-Nutzen-Erhebung des Observatoriums für die Berufsbildung der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung «Lohnt sich die Lehrlingsausbildung für die Betriebe?</span><em><span>»</span></em><span> weiter zeigt, erzielt die Mehrheit der Lehrbetriebe (über 60</span><span> </span><span>%) mit der Ausbildung von Berufslernenden einen Nettonutzen (</span><a href="http://www.ehb.swiss"><u><span>www.ehb.swiss</span></u></a><span> > Forschung und Entwicklung in der Berufsbildung > Projekte Forschung und Entwicklung > Vierte Kosten-Nutzen-Erhebung der beruflichen Grundbildung aus der Sicht der Betriebe). Der durchschnittliche Nettonutzen betrug im Ausbildungsjahr 2016/17 über alle Lehrberufe hinweg gut 3000</span><span> </span><span>Franken pro Lehrjahr und Lehrverhältnis. Die Ergebnisse der fünften Erhebung werden im November 2025 veröffentlicht.</span></p></span>
- <p>Forderung nach mehr Ferien für Lernende. Hauptargument ist die Angleichung an die Mittelschule. Das ist der falsche Ansatz. Richtig wäre, die Ferien in der Mittelschule zu reduzieren! In Anbetracht des Fachkräftemangels sollte es doch das Bestreben sein, rasch möglichst gut ausgebildete Fachkräfte auf den Arbeitsmarkt zu bringen. Der Bundesrat wird gebeten folgende Fragen zu beantworten:</p>
- Reduktion der Ferien an den Mittelschulen zur Stärkung der Berufslehre
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
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- Drafts
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- Index
- 0
- Texts
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- <ol><li>Wie beurteilt der Bundesrat die zunehmende faktische Ungleichbehandlung zwischen Berufsbildung und akademischer Bildung bei Freizeit, Pflichten und Förderung?</li><li>Wie kann der Bundesrat auf den akademischen Bildungsweg (Mittelschule und Hochschule) einwirken, dass dieser sich dem Berufsbildungsweg angleicht, anstatt umgekehrt den Berufsbildungsweg immer mehr dem akademischen Weg anzugleichen?</li><li>Die Ungleichbehandlung der Bildungswege ist eine Tatsache. Es wird viel mehr staatliches Geld in den akademischen Bildungsweg investiert. Wie kann der Bundesrat dazu beitragen, dass Fehlanreize im System zu Gunsten akademischer Bildungswege verringert werden?</li><li>Was unternimmt der Bundesrat, um die Berufslehre attraktiv zu halten?</li><li>Wie kann der Bundesrat dazu beitragen, dass die wirtschaftliche und gesellschaftliche Wertschätzung gegenüber der Berufslehre gestärkt wird?</li><li>Leistungsdruck und Stress ist auch an Hochschulen ein Thema, weshalb eher von einem allgemeinen, gesamtgesellschaftlichen Problem ausgegangen werden kann, welches nicht durch mehr Ferien gelöst wird. Wie beurteilt der Bundesrat das Leistungsniveau und den Leistungsdruck in der Berufslehre, insbesondere im Vergleich zu akademischen Bildungswegen? </li><li>Welche direkten und indirekten Kosten entstünden durch mehr Ferien für Lernende und von wem würden diese getragen?</li><li>Werden Ausbildungsbetriebe durch zusätzliche Ferienpflichten noch mehr belastet? Wie wirkt sich das auf die Attraktivität aus, ob Unternehmen überhaupt noch Lehrstellen anbieten wollen?</li><li>Wie wirkt sich diese Massnahme auf den Fachkräftemangel aus, insbesondere wenn die Leistungsbereitschaft sinkt und immer mehr Ferien zur Regel werden?</li></ol>
- <span><p><span>1./2. In Übereinstimmung mit Artikel</span><span> </span><span>61a Absatz</span><span> </span><span>3 der Bundesverfassung anerkennt der Bundesrat die Gleichwertigkeit der berufsbezogenen und allgemeinbildenden Bildungswege als zentralen Grundsatz. Ziel</span><span> </span><span>4 der </span><em><span>Erklärung 2023 zu den gemeinsamen bildungspolitischen Zielen von Bund und Kantonen für den Bildungsraum Schweiz</span></em><span> (</span><a href="http://www.edk.ch"><u><span>www.edk.ch</span></u></a><span> > Die EDK > Aktuell > Medienmitteilung vom 27.10.2023) hält fest, dass sich Bund und Kantone für die klare Profilierung der Angebote auf Tertiärstufe einsetzen und gleichzeitig die Durchlässigkeit fördern. Auch in der BFI-Botschaft 2025–2028 (BBl</span><span> </span><span>2024 900) bekräftigt der Bundesrat seine Absicht, die Berufsbildung gezielt zu fördern, namentlich durch Verbesserung der Durchlässigkeit, Förderung ihres Ansehens und Unterstützung der höheren Berufsbildung. Die Rahmenbedingungen müssen fair sein und auf jeden Bildungstyp zugeschnitten. Im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten engagieren sich Bund und Kantone für eine tragfähige und leistungsfähige Berufsbildung sowie für eine selektive Allgemeinbildung. Der Anteil allgemeinbildender Schulen im Verhältnis zu Angeboten der beruflichen Grundbildung im Lehrbetrieb wird insbesondere durch das kantonale Angebot bestimmt und variiert von Kanton zu Kanton. Kantone mit einem hohen Anteil an allgemeinbildenden Schulen sind angehalten, Massnahmen zur Förderung der Berufsbildung zu prüfen. In der Schweiz verfügen etwa zwei Drittel der Jugendlichen unter 25</span><span> </span><span>Jahren über einen Abschluss der Berufsbildung. Diese starke Position der Berufsbildung, die sich auch im breit gefächerten Tertiärbereich (höhere Berufsbildung und Hochschulen) widerspiegelt, ist eine Besonderheit des Schweizer Bildungssystems. Dieses kann dadurch optimal auf den Bedarf an vielfältigen Kompetenzprofilen von Wirtschaft und Gesellschaft eingehen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>3./4./5. Bund und Kantone investieren im Rahmen ihrer Zuständigkeiten massiv in alle Bildungswege. In den letzten Jahren hat der Bund die Berufsbildung gezielt finanziell unterstützt. So hat er beispielsweise über 100</span><span> </span><span>Millionen Franken pro Jahr für die subjektorientierte Finanzierung von Kursen aufgewendet, die auf eine eidgenössische Prüfung vorbereiten. Zudem hat der Bundesrat im April 2025 eine Botschaft zur Stärkung der höheren Berufsbildung (</span><a href="http://www.fedlex.admin.ch"><u><span>www.fedlex.admin.ch</span></u></a><span> > Startseite > Bundesblatt > Ausgaben des Bundesblattes > 2025 > Mai > 99 > BBl 2025 1595) verabschiedet. Darüber hinaus leistet der Bund finanzielle Unterstützung für die Berufsmeisterschaften und Berufsmessen, die ein hervorragendes Instrument sind, um die Exzellenz und Vielfalt der Schweizer Berufsbildung zu präsentieren. Die allgemeinbildenden Schulen auf Sekundarstufe II und die Hochschulen im Tertiärbereich werden grösstenteils von der öffentlichen Hand finanziert, da Mittelschülerinnen und Mittelschüler sowie Studierende während ihrer Ausbildung keine vermarktbaren Leistungen erbringen.</span></p><p><span>Wie der </span><em><span>Bildungsbericht Schweiz 2023</span></em><span> der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung (</span><a href="http://www.skbf-csre.ch"><u><span>www.skbf-csre.ch</span></u></a><span> > Bildungsbericht) zeigt, ist das Schweizer Berufsbildungssystem insgesamt gut positioniert und geniesst in der Schweiz und im Ausland einen sehr guten Ruf. Dennoch weisen in den letzten Jahren verschiedene Signale aus Wirtschaft, Gesellschaft, Forschung und Politik darauf hin, dass die Attraktivität der Berufsbildung analysiert werden muss. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) nimmt sich dieses Themas zusammen mit den Verbundpartnern im Rahmen des Projekts «Attraktivität der Berufsbildung» an. Dabei sind namentlich die Flexibilität des Systems, der Zugang zur Berufsbildung sowie die Vorlieben von Jugendlichen und Erwachsenen Themen, die eine vertiefte Auseinandersetzung der beteiligten Akteure erfordern. Bis Herbst 2025 beabsichtigt das SBFI, eine Bestandesaufnahme zur Attraktivität der Berufsbildung zu erstellen. Ziel ist es, Bereiche mit prioritärem Handlungsbedarf zu identifizieren und konkrete Massnahmen vorzuschlagen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>6. Da alle Bildungsstufen (Berufsbildung, Allgemeinbildung, Hochschulen) festgelegte Leistungsziele haben, entsteht Leistungsdruck. In der Berufsbildung sind Kompetenz-beurteilungen mittels praktischer/betrieblicher bzw. schulischer Prüfungen sowohl im Lehrbetrieb als auch in der Berufsfachschule wichtig. Mittelschülerinnen und Mittelschüler sowie Studierende an Hochschulen sind aufgrund der Anforderungen für den Erwerb der Maturität bzw. eines Hochschulabschlusses ebenfalls einer vergleichbaren Arbeitslast und Leistungsdruck ausgesetzt. Sie müssen den Unterricht besuchen, sich auf Beurteilungen und Prüfungen vorbereiten, Arbeiten einreichen und je nach Studiengang Praktika absolvieren.</span></p><p><span>Die im Jahr</span><span> </span><span>2025 von Workmed veröffentlichte Studie </span><em><span>Psychische Gesundheit von Lernenden in der Berufslehre. Biografie, Belastung, Wachstum und Erfolgsfaktoren von Lernenden in der dualen Berufsbildung in der Schweiz</span></em><span> (www.workmed.ch > Publikationen > Studien & Analysen 2025) sowie die </span><em><span>Erhebung zur sozialen und wirtschaftlichen Lage der Studierenden</span></em><span> des Bundesamts für Statistik (</span><a href="http://www.bfs.admin.ch"><u><span>www.bfs.admin.ch</span></u></a><span> > Statistiken > Bildung und Wissenschaft > Erhebung > Soziale und wirtschaftliche Lage der Studierenden) zeichnen ein repräsentatives Bild der Befindlichkeit der beiden Zielgruppen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>7./8./9. Das Obligationenrecht, die Berufsbildungsverordnungen und Gesamtarbeitsverträge legen Mindestanforderungen an Freizeit und Ferien für Lernende fest. Gleichzeitig lassen sie den Branchen Spielraum für die Schaffung spezifischer Modelle, mit denen sie das Interesse von Jugendlichen für die jeweiligen Berufe wecken können. Für den Lehrvertrag gilt zudem die Vertragsfreiheit: Das Schweizer Vertragsrecht gewährt den Vertragsparteien bei der Festlegung des Vertragsinhalts viel Spielraum. Somit steht es den Lehrvertragsparteien frei, zusätzliche Ferien oder Freitage zu vereinbaren. Es liegt im Interesse der Lehrbetriebe, Jugendliche für ihre Ausbildung zu gewinnen. Wie die vierte Kosten-Nutzen-Erhebung des Observatoriums für die Berufsbildung der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung «Lohnt sich die Lehrlingsausbildung für die Betriebe?</span><em><span>»</span></em><span> weiter zeigt, erzielt die Mehrheit der Lehrbetriebe (über 60</span><span> </span><span>%) mit der Ausbildung von Berufslernenden einen Nettonutzen (</span><a href="http://www.ehb.swiss"><u><span>www.ehb.swiss</span></u></a><span> > Forschung und Entwicklung in der Berufsbildung > Projekte Forschung und Entwicklung > Vierte Kosten-Nutzen-Erhebung der beruflichen Grundbildung aus der Sicht der Betriebe). Der durchschnittliche Nettonutzen betrug im Ausbildungsjahr 2016/17 über alle Lehrberufe hinweg gut 3000</span><span> </span><span>Franken pro Lehrjahr und Lehrverhältnis. Die Ergebnisse der fünften Erhebung werden im November 2025 veröffentlicht.</span></p></span>
- <p>Forderung nach mehr Ferien für Lernende. Hauptargument ist die Angleichung an die Mittelschule. Das ist der falsche Ansatz. Richtig wäre, die Ferien in der Mittelschule zu reduzieren! In Anbetracht des Fachkräftemangels sollte es doch das Bestreben sein, rasch möglichst gut ausgebildete Fachkräfte auf den Arbeitsmarkt zu bringen. Der Bundesrat wird gebeten folgende Fragen zu beantworten:</p>
- Reduktion der Ferien an den Mittelschulen zur Stärkung der Berufslehre
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