Globaler Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria. Welche Bedeutung hat er für die Schweizer Wirtschaft und für die internationale Zusammenarbeit?

ShortId
25.3716
Id
20253716
Updated
14.11.2025 02:46
Language
de
Title
Globaler Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria. Welche Bedeutung hat er für die Schweizer Wirtschaft und für die internationale Zusammenarbeit?
AdditionalIndexing
2841;08;15
1
PriorityCouncil1
Ständerat
Texts
  • <span><p><strong><span>1:</span></strong><span> Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (Globaler Fonds) ist ein wichtiger Partner der Schweiz bei der Stärkung der Gesundheitssicherheit in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen. Vor dem Hintergrund zahlreicher Krisen und umfangreicher Budgetkürzungen setzt sich der Globale Fonds für raschere Fortschritte bei der Erreichung des Ziels</span><span>&nbsp;</span><span>3 für nachhaltige Entwicklung der Agenda</span><span>&nbsp;</span><span>2030 ein. So hat der Globale Fonds dazu beigetragen, die kombinierte Sterblichkeitsrate durch Aids, Tuberkulose und Malaria in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen seit 2002 um 61</span><span>&nbsp;</span><span>Prozent zu senken. Ausserdem zeichnet er sich durch eine vorbildliche Haushaltsdisziplin aus: 99</span><span>&nbsp;</span><span>Prozent der Mittel werden für Einsätze in den Empfängerländern aufgewendet. Schliesslich fördert der Globale Fonds eine inklusive Partnerschaft, die lokale Führung mit globaler Expertise verbindet und Regierungen, Gemeinschaften, den Privatsektor, Stiftungen und die Wissenschaft zusammenbringt. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><strong><span>2:</span></strong><span> Der Globale Fonds ist einer der wichtigsten Lieferanten von medizinischen Produkten in den Empfängerländern. Schweizerische und in der Schweiz ansässige Unternehmen sind die zweitwichtigsten Lieferanten von medizinischen Produkten an den Globalen Fonds: Novartis für Malaria- und Tuberkulosemedikamente, Roche für Diagnostiksysteme und medizinische Geräte, Vestergaard für imprägnierte Moskitonetze und Syngenta für Produkte zur Vektorkontrolle. Nach Angaben des Globalen Fonds belief sich die Direktbeschaffung von medizinischen Produkten in der Schweiz zwischen 2010 und 2024 auf insgesamt 1,7</span><span>&nbsp;</span><span>Milliarden US-Dollar.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><strong><span>3:</span></strong><span> Nebst den Lieferungen von medizinischen Produkten, sind Schweizerische und in der Schweiz ansässige Unternehmen</span><span>&nbsp; </span><span>die wichtigsten Dienstleistungserbringer des Globalen Fonds. Hinzu kommen die Betriebskosten des Globalen Fonds mit Sitz in Genf und die damit verbundenen Personalkosten. Gemäss Angaben des Globalen Fonds generieren seine Aktivitäten für die Schweiz einen Return on Investment von rund 1:13, was für den Zeitraum 2023–2025 insgesamt 832</span><span>&nbsp;</span><span>Millionen Schweizer Franken entspricht. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><strong><span>4:</span></strong><span> Der Globale Fonds arbeitet mit mehreren Institutionen aus Forschung und Lehre in der Schweiz zusammen. Seit 2010 hat er beispielsweise 131</span><span>&nbsp;</span><span>Millionen US-Dollar in das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) investiert. Das Swiss TPH stellt die drittmeisten Local Fund Agents (unabhängige Dienstleister), die meisten davon in Afrika. Zudem arbeitet der Globale Fonds aktiv mit der Universität Genf zusammen, z.</span><span>&nbsp;</span><span>B. bei einem Projekt zur Innovationsbeschleunigung im Gesundheitswesen.</span><em><span> </span></em><span>&nbsp;</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><strong><span>5:</span></strong><span> Die strategische Partnerschaft zwischen der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und dem Globalen Fonds ist auf die </span><em><span>Strategie für internationale Zusammenarbeit 2025–2028</span></em><span> (BBI 2024 1518) und die </span><em><span>Gesundheitsaussenpolitik der Schweiz 2019–2028</span></em><span> (</span><a href="http://www.bag.admin.ch"><u><span>www.bag.admin.ch</span></u></a><span> &gt; Politik &amp; Gesetze &gt; Internationale Gesundheitspolitik &gt; Schweizerische Gesundheitsaussenpolitik) abgestimmt. Zwischen 2021 und 2024 leistete die DEZA Beiträge in Höhe von rund 95</span><span>&nbsp;</span><span>Millionen Franken an den Globalen Fonds sowie 50</span><span>&nbsp;</span><span>Millionen Franken für dessen Covid-19-Krisenreaktionsmechanismus. Der Globale Fonds ist und bleibt eine Schwerpunktorganisation der DEZA und zählt zu den wirkungsvollen, effizienten und effektiven Partnerschaften, insbesondere mit Blick auf eine Rationalisierung des Gesundheitsportfolios. Denn nach den vom Parlament im Dezember 2024 beschlossenen Budgetkürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit (Beschluss vom 19.12.2024 beim Geschäft 24.041) konzentriert die DEZA ihre Unterstützung im Kampf gegen Aids und Malaria im Bereich Lieferung von medizinischen Produkten auf den Globalen Fonds und im Bereich der normativen Aspekte auf die WHO.</span></p></span>
  • <p>Am 4. Juni 2025 hat die parlamentarische Gruppe globale Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (Global Fund) einen Anlass im Bundeshaus durchgeführt. Die Schweiz unterstützt den Global Fund seit 2002 und hat für die strategische Phase 2023-2025 einen Betrag von CHF 64 Millionen versprochen. Der Global Fund spielt in der globalen Gesundheit und im Kampf gegen die drei Krankheiten eine Schlüsselrolle. Er trägt weltweit auch zur Gesundheitssystemstärkung bei. In den letzten 20 Jahren konnten dank der Global-Fund-Partnerschaft 65 Millionen Menschenleben gerettet werden. Gleichzeitig ist der Global Fund wirtschaftlich zu einem wichtigen Partner des Schweizer Privatsektors geworden.</p><p>An der Veranstaltung betonten Vertreter der Schweizer Industrie nachdrücklich die katalytische Rolle des Globalen Fonds, einschliesslich seiner wirtschaftlichen Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Schweiz. In wirtschaftlicher Hinsicht ist der Global Fund zu einem wichtigen Partner des Schweizer Privatsektors geworden.</p><p>Vor diesem Hintergrund möchte die Interpellantin vom Bundesrat wissen:&nbsp;</p><ul><li>Wie beurteilt der Bundesrat die Bedeutung des globalen Fonds für die globale Gesundheit in einem sich rasant verändernden Umfeld?</li><li>In welchem finanziellen Umfang beschafft der Global Fund medizinische Produkte in der Schweiz?&nbsp;</li><li>Kann der Return of Investment des Schweizer Engagements angegeben werden?</li><li>In welchem Umfang führen wissenschaftliche Institutionen Mandate im Auftrag des globalen Fund aus?&nbsp;</li><li>Welche Bedeutung misst der Bundesrat dem Global Fund in der Umsetzung seiner Botschaft zur internationalen Zusammenarbeit 2025-2028 zu?</li></ul>
  • Globaler Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria. Welche Bedeutung hat er für die Schweizer Wirtschaft und für die internationale Zusammenarbeit?
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <span><p><strong><span>1:</span></strong><span> Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (Globaler Fonds) ist ein wichtiger Partner der Schweiz bei der Stärkung der Gesundheitssicherheit in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen. Vor dem Hintergrund zahlreicher Krisen und umfangreicher Budgetkürzungen setzt sich der Globale Fonds für raschere Fortschritte bei der Erreichung des Ziels</span><span>&nbsp;</span><span>3 für nachhaltige Entwicklung der Agenda</span><span>&nbsp;</span><span>2030 ein. So hat der Globale Fonds dazu beigetragen, die kombinierte Sterblichkeitsrate durch Aids, Tuberkulose und Malaria in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen seit 2002 um 61</span><span>&nbsp;</span><span>Prozent zu senken. Ausserdem zeichnet er sich durch eine vorbildliche Haushaltsdisziplin aus: 99</span><span>&nbsp;</span><span>Prozent der Mittel werden für Einsätze in den Empfängerländern aufgewendet. Schliesslich fördert der Globale Fonds eine inklusive Partnerschaft, die lokale Führung mit globaler Expertise verbindet und Regierungen, Gemeinschaften, den Privatsektor, Stiftungen und die Wissenschaft zusammenbringt. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><strong><span>2:</span></strong><span> Der Globale Fonds ist einer der wichtigsten Lieferanten von medizinischen Produkten in den Empfängerländern. Schweizerische und in der Schweiz ansässige Unternehmen sind die zweitwichtigsten Lieferanten von medizinischen Produkten an den Globalen Fonds: Novartis für Malaria- und Tuberkulosemedikamente, Roche für Diagnostiksysteme und medizinische Geräte, Vestergaard für imprägnierte Moskitonetze und Syngenta für Produkte zur Vektorkontrolle. Nach Angaben des Globalen Fonds belief sich die Direktbeschaffung von medizinischen Produkten in der Schweiz zwischen 2010 und 2024 auf insgesamt 1,7</span><span>&nbsp;</span><span>Milliarden US-Dollar.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><strong><span>3:</span></strong><span> Nebst den Lieferungen von medizinischen Produkten, sind Schweizerische und in der Schweiz ansässige Unternehmen</span><span>&nbsp; </span><span>die wichtigsten Dienstleistungserbringer des Globalen Fonds. Hinzu kommen die Betriebskosten des Globalen Fonds mit Sitz in Genf und die damit verbundenen Personalkosten. Gemäss Angaben des Globalen Fonds generieren seine Aktivitäten für die Schweiz einen Return on Investment von rund 1:13, was für den Zeitraum 2023–2025 insgesamt 832</span><span>&nbsp;</span><span>Millionen Schweizer Franken entspricht. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><strong><span>4:</span></strong><span> Der Globale Fonds arbeitet mit mehreren Institutionen aus Forschung und Lehre in der Schweiz zusammen. Seit 2010 hat er beispielsweise 131</span><span>&nbsp;</span><span>Millionen US-Dollar in das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) investiert. Das Swiss TPH stellt die drittmeisten Local Fund Agents (unabhängige Dienstleister), die meisten davon in Afrika. Zudem arbeitet der Globale Fonds aktiv mit der Universität Genf zusammen, z.</span><span>&nbsp;</span><span>B. bei einem Projekt zur Innovationsbeschleunigung im Gesundheitswesen.</span><em><span> </span></em><span>&nbsp;</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><strong><span>5:</span></strong><span> Die strategische Partnerschaft zwischen der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und dem Globalen Fonds ist auf die </span><em><span>Strategie für internationale Zusammenarbeit 2025–2028</span></em><span> (BBI 2024 1518) und die </span><em><span>Gesundheitsaussenpolitik der Schweiz 2019–2028</span></em><span> (</span><a href="http://www.bag.admin.ch"><u><span>www.bag.admin.ch</span></u></a><span> &gt; Politik &amp; Gesetze &gt; Internationale Gesundheitspolitik &gt; Schweizerische Gesundheitsaussenpolitik) abgestimmt. Zwischen 2021 und 2024 leistete die DEZA Beiträge in Höhe von rund 95</span><span>&nbsp;</span><span>Millionen Franken an den Globalen Fonds sowie 50</span><span>&nbsp;</span><span>Millionen Franken für dessen Covid-19-Krisenreaktionsmechanismus. Der Globale Fonds ist und bleibt eine Schwerpunktorganisation der DEZA und zählt zu den wirkungsvollen, effizienten und effektiven Partnerschaften, insbesondere mit Blick auf eine Rationalisierung des Gesundheitsportfolios. Denn nach den vom Parlament im Dezember 2024 beschlossenen Budgetkürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit (Beschluss vom 19.12.2024 beim Geschäft 24.041) konzentriert die DEZA ihre Unterstützung im Kampf gegen Aids und Malaria im Bereich Lieferung von medizinischen Produkten auf den Globalen Fonds und im Bereich der normativen Aspekte auf die WHO.</span></p></span>
    • <p>Am 4. Juni 2025 hat die parlamentarische Gruppe globale Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (Global Fund) einen Anlass im Bundeshaus durchgeführt. Die Schweiz unterstützt den Global Fund seit 2002 und hat für die strategische Phase 2023-2025 einen Betrag von CHF 64 Millionen versprochen. Der Global Fund spielt in der globalen Gesundheit und im Kampf gegen die drei Krankheiten eine Schlüsselrolle. Er trägt weltweit auch zur Gesundheitssystemstärkung bei. In den letzten 20 Jahren konnten dank der Global-Fund-Partnerschaft 65 Millionen Menschenleben gerettet werden. Gleichzeitig ist der Global Fund wirtschaftlich zu einem wichtigen Partner des Schweizer Privatsektors geworden.</p><p>An der Veranstaltung betonten Vertreter der Schweizer Industrie nachdrücklich die katalytische Rolle des Globalen Fonds, einschliesslich seiner wirtschaftlichen Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Schweiz. In wirtschaftlicher Hinsicht ist der Global Fund zu einem wichtigen Partner des Schweizer Privatsektors geworden.</p><p>Vor diesem Hintergrund möchte die Interpellantin vom Bundesrat wissen:&nbsp;</p><ul><li>Wie beurteilt der Bundesrat die Bedeutung des globalen Fonds für die globale Gesundheit in einem sich rasant verändernden Umfeld?</li><li>In welchem finanziellen Umfang beschafft der Global Fund medizinische Produkte in der Schweiz?&nbsp;</li><li>Kann der Return of Investment des Schweizer Engagements angegeben werden?</li><li>In welchem Umfang führen wissenschaftliche Institutionen Mandate im Auftrag des globalen Fund aus?&nbsp;</li><li>Welche Bedeutung misst der Bundesrat dem Global Fund in der Umsetzung seiner Botschaft zur internationalen Zusammenarbeit 2025-2028 zu?</li></ul>
    • Globaler Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria. Welche Bedeutung hat er für die Schweizer Wirtschaft und für die internationale Zusammenarbeit?

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