Förderung der Weidehaltung von Milchkühen

ShortId
25.3718
Id
20253718
Updated
14.11.2025 02:47
Language
de
Title
Förderung der Weidehaltung von Milchkühen
AdditionalIndexing
55;52
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>Wie beurteilt der Bundesrat&nbsp;</p><ul><li>das Potenzial der Weidehaltung in den Bereichen Tierwohl, Klimaschutz, Biodiversität, Ammoniakemissionen und Humusaufbau?</li><li>die Bedeutung der Weidehaltung für das Image der Landwirtschaft und insbesondere der Milchwirtschaft bei den Konsumentinnen und Konsumenten?</li><li>die Bedeutung der Weidehaltung für den Tourismus?</li></ul><p>&nbsp;</p><p>Teilt er die Befürchtung, dass die Weidehaltung von Milchkühen aufgrund des Strukturwandels in der Landwirtschaft mittel- bis langfristig an Bedeutung verlieren wird?</p><p>&nbsp;</p><p>Beabsichtigt er, die Teilnahme von Betrieben mit Milchkühen am Weidehaltungsprogramm langfristig zu fördern und welche Massnahmen zieht er dafür in Betracht?&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Erachtet er dafür eine Umschichtung der Mittel innerhalb der Tierwohlprogramme als zielführend oder ist er bereit, die Anforderungen für die Weidebeiträge für Milchkühe zu senken?</p>
  • <span><p><span>Die Weidehaltung ist eine tiergerechte Form der Nutztierhaltung, die sich positiv auf die Umwelt auswirken kann. Im Vergleich zur Stallhaltung sind die Ammoniakemissionen bei der Weidehaltung tiefer. Damit gelangt dank der Weidehaltung weniger Stickstoff in sensible Ökosysteme wie Wälder und Moore. Dies kann zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen. Die klimarelevanten Effekte hängen vom betrieblichen System ab: Während Stallhaltung die Fütterung optimieren und Emissionen technisch mindern kann, ermöglicht die Weidehaltung eine standortangepasste Nutzung von Flächen, die nicht für den Ackerbau geeignet sind. Der Vergleich beider Tierhaltungssysteme in Bezug auf den</span><span> </span><span>Humusaufbau</span><span> </span><span>ist</span><span> </span><span>von</span><span> </span><span>der</span><span> </span><span>Art der</span><span> </span><span>Stallhaltung</span><span> </span><span>und</span><span> </span><span>des Hofdüngers abhängig. Mist trägt mehr zum Humusaufbau bei als Vollgülle. Für das Image der hiesigen Landwirtschaft und des Tourismuslandes Schweiz spielen weidende Kühe und eine gepflegte Kulturlandschaft eine wesentliche Rolle.</span></p><p><span>Der Bundesrat teilt die Befürchtung eines Rückgangs der Weidehaltung von Milchkühen aufgrund des Strukturwandels nicht. Eine isolierte Betrachtung des Weidebeitrags gibt kein vollständiges Bild: Mehrere Beiträge wie die Hang- und Steillagenbeiträge unterstützen die Beweidung zusätzlich. Auch das Programm «Regelmässiger Auslauf ins Freie» (RAUS) hat eine zentrale Bedeutung. Dieses Programm verlangt während der Vegetationszeit ebenfalls die Weidehaltung. Die aktuellen Beteiligungszahlen beim Weidebeitrag und vor allem die konstant hohe Beteilung beim RAUS-Programm weisen auf keinen Rückgang hin. Hinzu kommt, dass viele Milchkühe im Sommer gesömmert und somit mehrheitlich auf Weiden gehalten werden. Aus heutiger</span><span> </span><span>Sicht</span><span> </span><span>sieht</span><span> </span><span>der</span><span> </span><span>Bundesrat</span><span> </span><span>deshalb keinen Bedarf für zusätzliche Fördermassnahmen. Auch eine Umschichtung der Mittel innerhalb der Tierwohlprogramme oder eine Senkung der Anforderungen für den Weidebeitrag, die zu einer Verwässerung des Beitrags führen würde, erachtet er nicht als zielführend. </span></p><p><span>Der Bundesrat wird die Entwicklung der Weidehaltung weiterhin beobachten und die Beteiligungszahlen an den Tierwohlprogrammen nach Tierkategorien im Agrarbericht des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) publizieren. Sollte sich ein Rückgang bei der Weidehaltung abzeichnen, wird er den Handlungsbedarf erneut überprüfen.</span></p></span>
  • <p>Der Bund fördert die Weidehaltung mit dem Weidebeitrag. Leider ist die Teilnahme am Programm bei den Milchbetrieben mit 15% sehr gering, da die Anforderungen deutlich strenger sind als beim Programm RAUS (Regelmässiger Auslauf ins Freie). Milchkühe, die im RAUS-Programm gehalten werden, nehmen häufig trotzdem einen grossen Teil ihres Futters im Stall auf, was die positive Wirkung des Programms reduziert. Die Weidehaltung ist in vielerlei Hinsicht vorteilhaft: Sie bietet einen Mehrwert für den Umwelt- und Klimaschutz und auch die Tiere profitieren von der besonders artgerechten Haltung. Das Tierwohl ist ein wichtiges Anliegen der Konsumentinnen und Konsumenten. Die Weidehaltung von Milchkühen wird als Normalfall gesehen und ist darum wichtig für das Image der Landwirtschaft in der Bevölkerung. Schliesslich ist die Weidehaltung auch ein wichtiger Bestandteil des Marketings von Tourismusorganisationen. Bilder von weidenden Kühen in gepflegter Landschaft sind zentral für das international vermittelte Image der Schweiz.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Nun warnen aber Experten des HAFL vor einem Rückgang der Weidehaltung, insbesondere bei Milchkühen, und nennen als Ursache den fortschreitenden Strukturwandel in der Landwirtschaft: So machen die immer grösseren Herden die Weidewirtschaft anspruchsvoller und auch die Tendenz zu Tieren mit hoher Milchleistung ist der Weidehaltung abträglich, da diese mit reinem Weidfutter nicht genug Futter aufnehmen können, um ihren Bedarf zu decken.</p>
  • Förderung der Weidehaltung von Milchkühen
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>Wie beurteilt der Bundesrat&nbsp;</p><ul><li>das Potenzial der Weidehaltung in den Bereichen Tierwohl, Klimaschutz, Biodiversität, Ammoniakemissionen und Humusaufbau?</li><li>die Bedeutung der Weidehaltung für das Image der Landwirtschaft und insbesondere der Milchwirtschaft bei den Konsumentinnen und Konsumenten?</li><li>die Bedeutung der Weidehaltung für den Tourismus?</li></ul><p>&nbsp;</p><p>Teilt er die Befürchtung, dass die Weidehaltung von Milchkühen aufgrund des Strukturwandels in der Landwirtschaft mittel- bis langfristig an Bedeutung verlieren wird?</p><p>&nbsp;</p><p>Beabsichtigt er, die Teilnahme von Betrieben mit Milchkühen am Weidehaltungsprogramm langfristig zu fördern und welche Massnahmen zieht er dafür in Betracht?&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Erachtet er dafür eine Umschichtung der Mittel innerhalb der Tierwohlprogramme als zielführend oder ist er bereit, die Anforderungen für die Weidebeiträge für Milchkühe zu senken?</p>
    • <span><p><span>Die Weidehaltung ist eine tiergerechte Form der Nutztierhaltung, die sich positiv auf die Umwelt auswirken kann. Im Vergleich zur Stallhaltung sind die Ammoniakemissionen bei der Weidehaltung tiefer. Damit gelangt dank der Weidehaltung weniger Stickstoff in sensible Ökosysteme wie Wälder und Moore. Dies kann zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen. Die klimarelevanten Effekte hängen vom betrieblichen System ab: Während Stallhaltung die Fütterung optimieren und Emissionen technisch mindern kann, ermöglicht die Weidehaltung eine standortangepasste Nutzung von Flächen, die nicht für den Ackerbau geeignet sind. Der Vergleich beider Tierhaltungssysteme in Bezug auf den</span><span> </span><span>Humusaufbau</span><span> </span><span>ist</span><span> </span><span>von</span><span> </span><span>der</span><span> </span><span>Art der</span><span> </span><span>Stallhaltung</span><span> </span><span>und</span><span> </span><span>des Hofdüngers abhängig. Mist trägt mehr zum Humusaufbau bei als Vollgülle. Für das Image der hiesigen Landwirtschaft und des Tourismuslandes Schweiz spielen weidende Kühe und eine gepflegte Kulturlandschaft eine wesentliche Rolle.</span></p><p><span>Der Bundesrat teilt die Befürchtung eines Rückgangs der Weidehaltung von Milchkühen aufgrund des Strukturwandels nicht. Eine isolierte Betrachtung des Weidebeitrags gibt kein vollständiges Bild: Mehrere Beiträge wie die Hang- und Steillagenbeiträge unterstützen die Beweidung zusätzlich. Auch das Programm «Regelmässiger Auslauf ins Freie» (RAUS) hat eine zentrale Bedeutung. Dieses Programm verlangt während der Vegetationszeit ebenfalls die Weidehaltung. Die aktuellen Beteiligungszahlen beim Weidebeitrag und vor allem die konstant hohe Beteilung beim RAUS-Programm weisen auf keinen Rückgang hin. Hinzu kommt, dass viele Milchkühe im Sommer gesömmert und somit mehrheitlich auf Weiden gehalten werden. Aus heutiger</span><span> </span><span>Sicht</span><span> </span><span>sieht</span><span> </span><span>der</span><span> </span><span>Bundesrat</span><span> </span><span>deshalb keinen Bedarf für zusätzliche Fördermassnahmen. Auch eine Umschichtung der Mittel innerhalb der Tierwohlprogramme oder eine Senkung der Anforderungen für den Weidebeitrag, die zu einer Verwässerung des Beitrags führen würde, erachtet er nicht als zielführend. </span></p><p><span>Der Bundesrat wird die Entwicklung der Weidehaltung weiterhin beobachten und die Beteiligungszahlen an den Tierwohlprogrammen nach Tierkategorien im Agrarbericht des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) publizieren. Sollte sich ein Rückgang bei der Weidehaltung abzeichnen, wird er den Handlungsbedarf erneut überprüfen.</span></p></span>
    • <p>Der Bund fördert die Weidehaltung mit dem Weidebeitrag. Leider ist die Teilnahme am Programm bei den Milchbetrieben mit 15% sehr gering, da die Anforderungen deutlich strenger sind als beim Programm RAUS (Regelmässiger Auslauf ins Freie). Milchkühe, die im RAUS-Programm gehalten werden, nehmen häufig trotzdem einen grossen Teil ihres Futters im Stall auf, was die positive Wirkung des Programms reduziert. Die Weidehaltung ist in vielerlei Hinsicht vorteilhaft: Sie bietet einen Mehrwert für den Umwelt- und Klimaschutz und auch die Tiere profitieren von der besonders artgerechten Haltung. Das Tierwohl ist ein wichtiges Anliegen der Konsumentinnen und Konsumenten. Die Weidehaltung von Milchkühen wird als Normalfall gesehen und ist darum wichtig für das Image der Landwirtschaft in der Bevölkerung. Schliesslich ist die Weidehaltung auch ein wichtiger Bestandteil des Marketings von Tourismusorganisationen. Bilder von weidenden Kühen in gepflegter Landschaft sind zentral für das international vermittelte Image der Schweiz.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Nun warnen aber Experten des HAFL vor einem Rückgang der Weidehaltung, insbesondere bei Milchkühen, und nennen als Ursache den fortschreitenden Strukturwandel in der Landwirtschaft: So machen die immer grösseren Herden die Weidewirtschaft anspruchsvoller und auch die Tendenz zu Tieren mit hoher Milchleistung ist der Weidehaltung abträglich, da diese mit reinem Weidfutter nicht genug Futter aufnehmen können, um ihren Bedarf zu decken.</p>
    • Förderung der Weidehaltung von Milchkühen

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