Klare Voraussagen zur Alimentierung der Armee
- ShortId
-
25.3721
- Id
-
20253721
- Updated
-
14.11.2025 02:44
- Language
-
de
- Title
-
Klare Voraussagen zur Alimentierung der Armee
- AdditionalIndexing
-
09;28
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <span><p><span>1. Die Medienmitteilung enthält keine Prognosezahlen, sondern eine lineare Projektion der voraussichtlichen Entwicklung des Effektivbestands bis im Jahr</span><span> </span><span>2030. </span></p><p><span>Während die demografischen statistischen Grundlagen für eine Extrapolation vorliegen, können für die Abgangsraten nur Annahmen auf der Erfahrungsbasis der letzten Jahre getroffen werden. Der Bundesrat hat daher bereits 2021 im ersten Teil des Berichts über die Alimentierung von Armee und Zivilschutz (BBl</span><span> </span><span>2021 1555; Ziff.</span><span> </span><span>2.2 und 3) festgehalten, dass der Effektivbestand von 140</span><span> </span><span>000</span><span> </span><span>Armeeangehörigen bei gleichbleibenden Rekrutierungs- und Abgangswerten ab 2030 um rund 20</span><span> </span><span>000 unterschritten wird.</span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Einer Voraussage des Armeebestands basierend auf diesen hypothetischen Daten sollten auch andere volatilere Daten zugrunde gelegt werden, etwa die Anzahl der Übertritte in den Zivildienst, die sich ebenfalls auf die Entwicklung der Bestände auswirkt. Der Bundesrat stützt sich jedoch auf Fakten (siehe 1.).</span></p><p><span> </span></p><p><span>3. Gemäss den aktuellen Daten dürften diese Zahlen in den nächsten Jahren stabil bleiben.</span></p><p><span> </span></p><p><span>4. Nein. Die Armeeauszählung dient zur Steuerung der Vorgaben bezüglich des Nachwuchsbedarfs über alle Gradstufen und nicht als Instrument für die Generierung von Voraussagen für die Entwicklung der Bestände.</span></p><p><span>Dagegen werden Fakten, Feststellungen, strukturelle Erklärungen und laufende Massnahmen zur Stabilisierung der Bestände aufgeführt. Die Armeeauszählung beabsichtigt nicht, Zukünftiges auf analytische Weise zu antizipieren, sondern eine aktuelle Tendenz und mögliche Massnahmen zu deren Korrektur zu erklären.</span></p></span>
- <p>In seiner Medienmitteilung zur Armeeauszählung 2024 (ARMA24) schreibt das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), dass die Armee in den nächsten Jahren eine ausreichende personelle Alimentierung nicht sicherstellen könne. Die ARMA24 enthält jedoch keine Voraussagen zu den Zahlen.</p><p> </p><p>In der Botschaft zur Service-citoyen-Initiative schreibt der Bundesrat, dass 25 000 Militärdienstpflichtige pro Jahr benötigt würden, um die Armee zu alimentieren. Mit der derzeitigen Tauglichkeitsrate von 72 Prozent wird diese Zielgrösse mit 35 000 Schweizer Männern pro Jahr bereits erreicht. Stützt man sich auf die vom Bundesamt für Statistik prognostizierte Zahl von 37 000 bis 38 000 Schweizern, wird sie sogar übertroffen werden. Hinzu kommt die mittelfristige Zunahme des Frauenanteils.</p><p> </p><p>Der Bundesrat berücksichtigt in seinen Voraussagen die Massnahmen, mit denen die Attraktivität des Militärdienstes erhöht werden soll, die demographische Entwicklung, einen Frauenanteil von 10 Prozent bis 2030, die Einbürgerungen sowie die vorzeitigen und ordentlichen Abgängen (Ip. 21.3343). Er geht davon aus, «dass die Zugänge zur Armee [...] geringfügig zunehmen werden» (Ip. 24.3610).</p><p> </p><p>Vor diesem Hintergrund bitte ich den Bundesart um die Beantwortung der Fragen; bei den Fragen 2 und 3 bitte ich um konkreten Prognosezahlen.</p><p> </p><ol><li>Weshalb macht das VBS in seiner Medienmitteilung zur ARMA24 Voraussagen, obwohl die Erhebung selber keinerlei Prognosezahlen enthält?</li><li>Mit welchem Effektivbestand der Armee rechnet der Bundesart per 1. März 2030, 2035 und 2040, wenn man von 37 000 stellungspflichtigen Männern pro Jahr, einem Frauenanteil von 10 Prozent und 11 000 vorzeitigen Abgängen ausgeht?</li><li>Im Besonderen: Welche Zahlen erwartet der Bundesrat in den Kategorien «Entlassung aus der Militärdienstpflicht» und «Art. 6 der Verordnung über die Strukturen der Armee», wenn er weiterhin von 11 000 vorzeitigen Abgängen ausgeht?</li><li>Setzt sich der Bundesrat dafür ein, dass ab der ARMA25 transparente Voraussagen zur Entwicklung der Armeebestände veröffentlicht werden?</li></ol>
- Klare Voraussagen zur Alimentierung der Armee
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <span><p><span>1. Die Medienmitteilung enthält keine Prognosezahlen, sondern eine lineare Projektion der voraussichtlichen Entwicklung des Effektivbestands bis im Jahr</span><span> </span><span>2030. </span></p><p><span>Während die demografischen statistischen Grundlagen für eine Extrapolation vorliegen, können für die Abgangsraten nur Annahmen auf der Erfahrungsbasis der letzten Jahre getroffen werden. Der Bundesrat hat daher bereits 2021 im ersten Teil des Berichts über die Alimentierung von Armee und Zivilschutz (BBl</span><span> </span><span>2021 1555; Ziff.</span><span> </span><span>2.2 und 3) festgehalten, dass der Effektivbestand von 140</span><span> </span><span>000</span><span> </span><span>Armeeangehörigen bei gleichbleibenden Rekrutierungs- und Abgangswerten ab 2030 um rund 20</span><span> </span><span>000 unterschritten wird.</span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Einer Voraussage des Armeebestands basierend auf diesen hypothetischen Daten sollten auch andere volatilere Daten zugrunde gelegt werden, etwa die Anzahl der Übertritte in den Zivildienst, die sich ebenfalls auf die Entwicklung der Bestände auswirkt. Der Bundesrat stützt sich jedoch auf Fakten (siehe 1.).</span></p><p><span> </span></p><p><span>3. Gemäss den aktuellen Daten dürften diese Zahlen in den nächsten Jahren stabil bleiben.</span></p><p><span> </span></p><p><span>4. Nein. Die Armeeauszählung dient zur Steuerung der Vorgaben bezüglich des Nachwuchsbedarfs über alle Gradstufen und nicht als Instrument für die Generierung von Voraussagen für die Entwicklung der Bestände.</span></p><p><span>Dagegen werden Fakten, Feststellungen, strukturelle Erklärungen und laufende Massnahmen zur Stabilisierung der Bestände aufgeführt. Die Armeeauszählung beabsichtigt nicht, Zukünftiges auf analytische Weise zu antizipieren, sondern eine aktuelle Tendenz und mögliche Massnahmen zu deren Korrektur zu erklären.</span></p></span>
- <p>In seiner Medienmitteilung zur Armeeauszählung 2024 (ARMA24) schreibt das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), dass die Armee in den nächsten Jahren eine ausreichende personelle Alimentierung nicht sicherstellen könne. Die ARMA24 enthält jedoch keine Voraussagen zu den Zahlen.</p><p> </p><p>In der Botschaft zur Service-citoyen-Initiative schreibt der Bundesrat, dass 25 000 Militärdienstpflichtige pro Jahr benötigt würden, um die Armee zu alimentieren. Mit der derzeitigen Tauglichkeitsrate von 72 Prozent wird diese Zielgrösse mit 35 000 Schweizer Männern pro Jahr bereits erreicht. Stützt man sich auf die vom Bundesamt für Statistik prognostizierte Zahl von 37 000 bis 38 000 Schweizern, wird sie sogar übertroffen werden. Hinzu kommt die mittelfristige Zunahme des Frauenanteils.</p><p> </p><p>Der Bundesrat berücksichtigt in seinen Voraussagen die Massnahmen, mit denen die Attraktivität des Militärdienstes erhöht werden soll, die demographische Entwicklung, einen Frauenanteil von 10 Prozent bis 2030, die Einbürgerungen sowie die vorzeitigen und ordentlichen Abgängen (Ip. 21.3343). Er geht davon aus, «dass die Zugänge zur Armee [...] geringfügig zunehmen werden» (Ip. 24.3610).</p><p> </p><p>Vor diesem Hintergrund bitte ich den Bundesart um die Beantwortung der Fragen; bei den Fragen 2 und 3 bitte ich um konkreten Prognosezahlen.</p><p> </p><ol><li>Weshalb macht das VBS in seiner Medienmitteilung zur ARMA24 Voraussagen, obwohl die Erhebung selber keinerlei Prognosezahlen enthält?</li><li>Mit welchem Effektivbestand der Armee rechnet der Bundesart per 1. März 2030, 2035 und 2040, wenn man von 37 000 stellungspflichtigen Männern pro Jahr, einem Frauenanteil von 10 Prozent und 11 000 vorzeitigen Abgängen ausgeht?</li><li>Im Besonderen: Welche Zahlen erwartet der Bundesrat in den Kategorien «Entlassung aus der Militärdienstpflicht» und «Art. 6 der Verordnung über die Strukturen der Armee», wenn er weiterhin von 11 000 vorzeitigen Abgängen ausgeht?</li><li>Setzt sich der Bundesrat dafür ein, dass ab der ARMA25 transparente Voraussagen zur Entwicklung der Armeebestände veröffentlicht werden?</li></ol>
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