Prävention, Früherkennung und integrierte Versorgung bei chronischer Nierenerkrankung zur Eindämmung der Gesundheitskosten infolge der demografischen Entwicklung
- ShortId
-
25.3786
- Id
-
20253786
- Updated
-
14.11.2025 02:43
- Language
-
de
- Title
-
Prävention, Früherkennung und integrierte Versorgung bei chronischer Nierenerkrankung zur Eindämmung der Gesundheitskosten infolge der demografischen Entwicklung
- AdditionalIndexing
-
2841
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <span><p><span>1. Der Bundesrat ist sich bewusst, dass die Zahl der Personen mit chronischer Niereninsuffizienz in den nächsten Jahren steigen dürfte. Zu den Hauptursachen zählen Diabetes und Bluthochdruck, zwei nicht übertragbare Krankheiten (NCD), deren Häufigkeit zunimmt. Mit der NCD-Strategie, die der Bund zusammen mit den Kantonen und Gesundheitsförderung Schweiz ausgearbeitet hat, sollen Risikofaktoren vermindert und gesunde Verhaltensweisen gefördert werden. Diese Strategie umfasst beispielsweise Massnahmen zur Förderung von Bewegung und ausgewogener Ernährung sowie zur Reduzierung des Tabakkonsums. Das sind wichtige Ansatzpunkte, um unter anderem kardiovaskuläre Risiken und damit auch das Risiko einer chronischen Niereninsuffizienz zu senken. Die Kontrolle des Blutdrucks, die Senkung eines zu hohen Cholesterinspiegels und die Kontrolle des Blutzuckerspiegels bei Diabetes gehören zu den sekundären Präventionsmassnahmen nach der Diagnose. Die Krankheit kann jedoch weiter fortschreiten, weshalb die Primärprävention und die Früherkennung sehr wichtig sind.</span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Die frühzeitige Untersuchung und regelmässige Kontrolle der Nierenfunktionsparameter gehören zum medizinischen Standard bei Vorliegen einer arteriellen Hypertonie oder eines Diabetes mellitus. Diese Untersuchungen ermöglichen die rechtzeitige Diagnose einer chronischen Niereninsuffizienz. Die Untersuchungen leitliniengerecht durchzuführen gehört zu den Sorgfaltspflichten der behandelnden Ärztinnen und Ärzte. Diese Untersuchungen dienen der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Folgen und fallen somit in den Geltungsbereich von Artikel 25 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10). Sie sind somit bereits heute Pflichtleistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung.</span></p><p><span> </span></p><p><span>3. Bestehende alternative Versicherungsmodelle wie das Hausarztmodell fördern bereits heute eine integrierte Versorgung. Hausärztinnen und Hausärzte übernehmen dabei eine zentrale Rolle: Sie sind eine feste Ansprechperson für Patientinnen und Patienten, steuern die notwendigen Untersuchungen und führen eine kontinuierliche Dokumentation des Krankheitsverlaufs. Aus Sicht des Bundesrates ist die digitale Transformation des Gesundheitswesens ein entscheidendes Element, um die sektorübergreifende und interprofessionelle Zusammenarbeit zu stärken. Insbesondere bei chronischen Erkrankungen wie der chronischen Niereninsuffizienz kann ein verbesserter Informationsaustausch – etwa zu Laborwerten oder Medikationsplänen – wesentlich zur Qualität und Effizienz der Versorgung beitragen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>4. In seiner Strategie Gesundheit 2030 hat der Bundesrat die Stärkung der koordinierten Versorgung als gesundheitspolitische Priorität festgelegt. Im Rahmen der Beratungen zum zweiten Kostendämpfungspaket hat das Parlament die Einführung von Netzwerken zur koordinierten Versorgung jedoch abgelehnt. Diese Massnahme beabsichtigte die Koordination in der Leistungserbringung zu stärken und so die Versorgungsqualität zu verbessern und Gesundheitskosten langfristig zu dämpften. Der Bundesrat beabsichtigt, weiterhin gezielte Massnahmen zur Förderung integrierter Versorgungsstrukturen zu ergreifen – unter anderem durch die konsequente Digitalisierung im Gesundheitswesen. Im Rahmen des Programms DigiSanté unterstützt der Bund wichtige Schritte, um gemeinsam mit den Akteuren Standards für einen nahtlosen und sicheren Datenfluss zu erarbeiten.</span></p></span>
- <p>Die demographische Entwicklung führt zu einer Zunahme chronischer Erkrankungen, insbesondere der chronischen Nierenerkrankung (CKD). Diese verläuft oft lange asymptomatisch und wird erst in fortgeschrittenem Stadium erkannt – mit gravierenden Folgen für die Betroffenen und das Gesundheitssystem. Eine umfassende Prävention, frühzeitige Diagnose und gezielte Interventionen können das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen oder verhindern. Präventive Massnahmen und integrierte Versorgungskonzepte können sowohl die Lebensqualität verbessern, als auch Kosten senken. Angesichts der prognostizierten Zunahme von CKD-Fällen ist ein proaktives Handeln notwendig, um die Belastung des Gesundheitssystems nachhaltig zu begrenzen.</p><p>In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen:</p><ul><li>Wie kann die Prävention im Bereich der Niereninsuffizienz gefördert werden?</li><li>Wie kann sichergestellt werden, dass eine rechtzeitige CKD-Diagnose gewährleistet ist?</li><li>Wie kann eine integrierte Versorgung der betroffenen Patientinnen und Patienten gefördert werden? </li><li>Welche konkreten Massnahmen beabsichtigt der Bundesrat in Bezug auf die Förderung der Prävention, Früherkennung und integrierten Versorgung?</li></ul>
- Prävention, Früherkennung und integrierte Versorgung bei chronischer Nierenerkrankung zur Eindämmung der Gesundheitskosten infolge der demografischen Entwicklung
- State
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Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
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-
- Index
- 0
- Texts
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- <span><p><span>1. Der Bundesrat ist sich bewusst, dass die Zahl der Personen mit chronischer Niereninsuffizienz in den nächsten Jahren steigen dürfte. Zu den Hauptursachen zählen Diabetes und Bluthochdruck, zwei nicht übertragbare Krankheiten (NCD), deren Häufigkeit zunimmt. Mit der NCD-Strategie, die der Bund zusammen mit den Kantonen und Gesundheitsförderung Schweiz ausgearbeitet hat, sollen Risikofaktoren vermindert und gesunde Verhaltensweisen gefördert werden. Diese Strategie umfasst beispielsweise Massnahmen zur Förderung von Bewegung und ausgewogener Ernährung sowie zur Reduzierung des Tabakkonsums. Das sind wichtige Ansatzpunkte, um unter anderem kardiovaskuläre Risiken und damit auch das Risiko einer chronischen Niereninsuffizienz zu senken. Die Kontrolle des Blutdrucks, die Senkung eines zu hohen Cholesterinspiegels und die Kontrolle des Blutzuckerspiegels bei Diabetes gehören zu den sekundären Präventionsmassnahmen nach der Diagnose. Die Krankheit kann jedoch weiter fortschreiten, weshalb die Primärprävention und die Früherkennung sehr wichtig sind.</span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Die frühzeitige Untersuchung und regelmässige Kontrolle der Nierenfunktionsparameter gehören zum medizinischen Standard bei Vorliegen einer arteriellen Hypertonie oder eines Diabetes mellitus. Diese Untersuchungen ermöglichen die rechtzeitige Diagnose einer chronischen Niereninsuffizienz. Die Untersuchungen leitliniengerecht durchzuführen gehört zu den Sorgfaltspflichten der behandelnden Ärztinnen und Ärzte. Diese Untersuchungen dienen der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Folgen und fallen somit in den Geltungsbereich von Artikel 25 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10). Sie sind somit bereits heute Pflichtleistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung.</span></p><p><span> </span></p><p><span>3. Bestehende alternative Versicherungsmodelle wie das Hausarztmodell fördern bereits heute eine integrierte Versorgung. Hausärztinnen und Hausärzte übernehmen dabei eine zentrale Rolle: Sie sind eine feste Ansprechperson für Patientinnen und Patienten, steuern die notwendigen Untersuchungen und führen eine kontinuierliche Dokumentation des Krankheitsverlaufs. Aus Sicht des Bundesrates ist die digitale Transformation des Gesundheitswesens ein entscheidendes Element, um die sektorübergreifende und interprofessionelle Zusammenarbeit zu stärken. Insbesondere bei chronischen Erkrankungen wie der chronischen Niereninsuffizienz kann ein verbesserter Informationsaustausch – etwa zu Laborwerten oder Medikationsplänen – wesentlich zur Qualität und Effizienz der Versorgung beitragen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>4. In seiner Strategie Gesundheit 2030 hat der Bundesrat die Stärkung der koordinierten Versorgung als gesundheitspolitische Priorität festgelegt. Im Rahmen der Beratungen zum zweiten Kostendämpfungspaket hat das Parlament die Einführung von Netzwerken zur koordinierten Versorgung jedoch abgelehnt. Diese Massnahme beabsichtigte die Koordination in der Leistungserbringung zu stärken und so die Versorgungsqualität zu verbessern und Gesundheitskosten langfristig zu dämpften. Der Bundesrat beabsichtigt, weiterhin gezielte Massnahmen zur Förderung integrierter Versorgungsstrukturen zu ergreifen – unter anderem durch die konsequente Digitalisierung im Gesundheitswesen. Im Rahmen des Programms DigiSanté unterstützt der Bund wichtige Schritte, um gemeinsam mit den Akteuren Standards für einen nahtlosen und sicheren Datenfluss zu erarbeiten.</span></p></span>
- <p>Die demographische Entwicklung führt zu einer Zunahme chronischer Erkrankungen, insbesondere der chronischen Nierenerkrankung (CKD). Diese verläuft oft lange asymptomatisch und wird erst in fortgeschrittenem Stadium erkannt – mit gravierenden Folgen für die Betroffenen und das Gesundheitssystem. Eine umfassende Prävention, frühzeitige Diagnose und gezielte Interventionen können das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen oder verhindern. Präventive Massnahmen und integrierte Versorgungskonzepte können sowohl die Lebensqualität verbessern, als auch Kosten senken. Angesichts der prognostizierten Zunahme von CKD-Fällen ist ein proaktives Handeln notwendig, um die Belastung des Gesundheitssystems nachhaltig zu begrenzen.</p><p>In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen:</p><ul><li>Wie kann die Prävention im Bereich der Niereninsuffizienz gefördert werden?</li><li>Wie kann sichergestellt werden, dass eine rechtzeitige CKD-Diagnose gewährleistet ist?</li><li>Wie kann eine integrierte Versorgung der betroffenen Patientinnen und Patienten gefördert werden? </li><li>Welche konkreten Massnahmen beabsichtigt der Bundesrat in Bezug auf die Förderung der Prävention, Früherkennung und integrierten Versorgung?</li></ul>
- Prävention, Früherkennung und integrierte Versorgung bei chronischer Nierenerkrankung zur Eindämmung der Gesundheitskosten infolge der demografischen Entwicklung
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