Transparente Aufbaukaskade für die Stromreserve
- ShortId
-
25.3820
- Id
-
20253820
- Updated
-
14.11.2025 02:39
- Language
-
de
- Title
-
Transparente Aufbaukaskade für die Stromreserve
- AdditionalIndexing
-
66;09
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <span><p><span>Das Parlament hat in der Sommersession 2025 die Vorlage zur Änderung des Stromversorgungsgesetzes (Stromreserve) verabschiedet. Die Inkraftsetzung der Gesetzgebung ist auf Anfang 2027 vorgesehen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Zu den Bestandteilen der Stromreserve im Einzelnen:</span></p><p><span> </span></p><ol><li><span>Ein allfälliger Einsatz der Wasserkraftreserve ist eher am Ende des Winterhalbjahres vorgesehen. Die Kosten resultieren aus der Pauschalabgeltung für die Kraftwerksbetreiber sowie einem Abrufentgelt im Falle eines Abrufes. Die Höhe der Pauschalabgeltung hängt von den Strommarktpreisen und der vorgehaltenen Energiemenge ab. Im kommenden Winter 2025/2026 beträgt die vorzuhaltende Menge gemäss Vorgabe der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (ElCom) 250 Gigawattstunden</span><span> </span><span>(GWh). Daraus ergeben sich Kosten von rund 16 Millionen Euro, was 64,44 Euro pro Megawattstunden (MWh) entspricht.</span></li></ol><p><span> </span></p><ol start="2"><li><span>Die verbrauchsseitige Reserve soll vor den anderen Reservebestandteilen zum Einsatz kommen und die Abwicklung über Marktprozesse erfolgen. Die Teilnahme ist freiwillig, die Ermittlung erfolgt über Auktionen. Die Höhe der Kosten und der Umfang der verbrauchsseitigen Reserve wird erst nach den entsprechenden Ausschreibungen bekannt sein. Swissgrid wird die erste Ausschreibung frühestens für den Winter 2027/2028 durchführen.</span></li></ol><p><span> </span></p><ol start="3"><li><span>Derzeit ist noch offen, wann eine Speicherreserve umgesetzt wird. Dies hängt von den Fortschritten im Bereich der verschiedenen Speichertechnologien ab. In der Schweiz gibt es heute ausser der Wasserkraft keine Speicherarten, mit denen relevante Energiemengen vorgehalten werden könnten.</span></li></ol><p><span> </span></p><ol start="4"><li><span>Aktuell sind Notstromgruppen im Umfang von rund 280 Megawatt (MW) unter Vertrag, welche mit jährlich 10'000</span><span> </span><span>Franken pro MW installierter Leistung vergütet werden. Künftig wird Swissgrid Ausschreibungen für Notstromgruppen durchführen. Damit hängen die künftigen Kosten vom Ausgang dieser Ausschreibungen ab. Zudem handelt es sich bei den Notstromgruppen meist um ältere Anlagen, welche nicht dem Stand der Technik entsprechen. In der Folge ist mit Nachrüstungskosten zur Einhaltung der Luftreinhalteverordnung (LRV; SR 814.318.142.1) von bis zu 100</span><span> </span><span>Millionen Franken zu rechnen. Weiter können aufgrund kantonaler Vorschriften zur Abwärmenutzung Einschränkungen in der jährlichen Betriebsstundenzahl resultieren.</span></li></ol><p><span> </span></p><ol start="5"><li><span>Wie Notstromgruppen können kleinere Wärme-Kraft-Kopplungs (WKK)-Anlagen über Aggregatoren an der Stromreserve teilnehmen. Bisher liegen dazu jedoch noch keine Angebote vor. Grössere WKK-Anlagen können direkt an den Ausschreibungen für Reservekraftwerke teilnehmen, wie das bei der Anlage in Monthey der Fall ist.</span></li></ol><p><span> </span></p><ol start="6"><li><span>Die Verträge für die bestehenden thermischen Reservekraftwerke (RKW) in Birr</span><span> </span><span>(AG), Cornaux</span><span> </span><span>(NE) und Monthey</span><span> </span><span>(VS) mit einer Gesamtleistung von 336</span><span> </span><span>MW laufen Ende Frühling 2026 aus. Die Kosten von Dezember 2022 bis Mai 2026 betragen rund 620</span><span> </span><span>Millionen Franken. Als Überganslösung, bis die fünf neuen Reservekraftwerke betriebsbereit sind (s. Antwort g), soll der Gasturbinen-Prüfstand der Firma Ansaldo Energia in Birr ab Februar 2027 als RKW mit einer Leistung von 250 MW bereitstehen. Dazu ist ein Zusatzkredit in Höhe von 275 Millionen Franken bis ins Jahr 2030 notwendig. Zudem sollen die Verträge der beiden RKW Monthey und Cornaux verlängert werden. Die Kosten werden nach Abschluss der Vertragsverhandlungen bekannt sein.</span></li></ol><p><span> </span></p><ol start="7"><li><span>Das UVEK hat am 14. Mai 2025 fünf Projekten für neue RKW den Zuschlag erteilt: Bestehendes RKW Monthey</span><span> </span><span>(VS) mit 55</span><span> </span><span>MW von CIMO, RKW Sisslerfeld</span><span> </span><span>1 (Gemeinde Eiken, AG) mit 13</span><span> </span><span>MW von Getec, RKW Stein</span><span> </span><span>(AG) mit 44</span><span> </span><span>MW von Getec, RKW Sisslerfeld 2 (Gemeinde Eiken, AG) mit 180</span><span> </span><span>MW von Sidewinder und das RKW Auhafen (Gemeinde Muttenz, BL) mit 291</span><span> </span><span>MW von Axpo. Die genauen Kosten der fünf Projekte werden erst nach Abschluss der Vertragsverhandlungen bekannt sein. </span></li></ol></span>
- <p>Ich bitte den Bundesrat um Beantwortung der folgenden Fragen zum Aufbau der Stromreserve. </p><p> </p><p>Um die nötige Transparenz zu schaffen und um den Aufbau der Stromreserve auch im Hinblick auf die gesetzlichen Kriterien gemäss dem neuen Bundesgesetz zur Stromreserve (24.033) zu verstehen, soll pro nachstehend genannte Technologie benannt werden, wie hoch die bereits aufgebaute und die neu geplante Reserve in MW Leistung und GWh Energie pro Winter ist, welche jährlichen Vorhaltekosten entstehen und welche Investitionskosten einmalig entstehen:</p><ol style="list-style-type:lower-latin;"><li>Wasserkraftreserve</li><li>Verbrauchsseitige Reserve</li><li>Speicherreserve</li><li>Notstromaggregate</li><li>Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen</li><li>Bestehende thermische Reservekraftwerke</li><li>Neue thermische Reservekraftwerke (pro Kraftwerk separat)</li></ol>
- Transparente Aufbaukaskade für die Stromreserve
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <span><p><span>Das Parlament hat in der Sommersession 2025 die Vorlage zur Änderung des Stromversorgungsgesetzes (Stromreserve) verabschiedet. Die Inkraftsetzung der Gesetzgebung ist auf Anfang 2027 vorgesehen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Zu den Bestandteilen der Stromreserve im Einzelnen:</span></p><p><span> </span></p><ol><li><span>Ein allfälliger Einsatz der Wasserkraftreserve ist eher am Ende des Winterhalbjahres vorgesehen. Die Kosten resultieren aus der Pauschalabgeltung für die Kraftwerksbetreiber sowie einem Abrufentgelt im Falle eines Abrufes. Die Höhe der Pauschalabgeltung hängt von den Strommarktpreisen und der vorgehaltenen Energiemenge ab. Im kommenden Winter 2025/2026 beträgt die vorzuhaltende Menge gemäss Vorgabe der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (ElCom) 250 Gigawattstunden</span><span> </span><span>(GWh). Daraus ergeben sich Kosten von rund 16 Millionen Euro, was 64,44 Euro pro Megawattstunden (MWh) entspricht.</span></li></ol><p><span> </span></p><ol start="2"><li><span>Die verbrauchsseitige Reserve soll vor den anderen Reservebestandteilen zum Einsatz kommen und die Abwicklung über Marktprozesse erfolgen. Die Teilnahme ist freiwillig, die Ermittlung erfolgt über Auktionen. Die Höhe der Kosten und der Umfang der verbrauchsseitigen Reserve wird erst nach den entsprechenden Ausschreibungen bekannt sein. Swissgrid wird die erste Ausschreibung frühestens für den Winter 2027/2028 durchführen.</span></li></ol><p><span> </span></p><ol start="3"><li><span>Derzeit ist noch offen, wann eine Speicherreserve umgesetzt wird. Dies hängt von den Fortschritten im Bereich der verschiedenen Speichertechnologien ab. In der Schweiz gibt es heute ausser der Wasserkraft keine Speicherarten, mit denen relevante Energiemengen vorgehalten werden könnten.</span></li></ol><p><span> </span></p><ol start="4"><li><span>Aktuell sind Notstromgruppen im Umfang von rund 280 Megawatt (MW) unter Vertrag, welche mit jährlich 10'000</span><span> </span><span>Franken pro MW installierter Leistung vergütet werden. Künftig wird Swissgrid Ausschreibungen für Notstromgruppen durchführen. Damit hängen die künftigen Kosten vom Ausgang dieser Ausschreibungen ab. Zudem handelt es sich bei den Notstromgruppen meist um ältere Anlagen, welche nicht dem Stand der Technik entsprechen. In der Folge ist mit Nachrüstungskosten zur Einhaltung der Luftreinhalteverordnung (LRV; SR 814.318.142.1) von bis zu 100</span><span> </span><span>Millionen Franken zu rechnen. Weiter können aufgrund kantonaler Vorschriften zur Abwärmenutzung Einschränkungen in der jährlichen Betriebsstundenzahl resultieren.</span></li></ol><p><span> </span></p><ol start="5"><li><span>Wie Notstromgruppen können kleinere Wärme-Kraft-Kopplungs (WKK)-Anlagen über Aggregatoren an der Stromreserve teilnehmen. Bisher liegen dazu jedoch noch keine Angebote vor. Grössere WKK-Anlagen können direkt an den Ausschreibungen für Reservekraftwerke teilnehmen, wie das bei der Anlage in Monthey der Fall ist.</span></li></ol><p><span> </span></p><ol start="6"><li><span>Die Verträge für die bestehenden thermischen Reservekraftwerke (RKW) in Birr</span><span> </span><span>(AG), Cornaux</span><span> </span><span>(NE) und Monthey</span><span> </span><span>(VS) mit einer Gesamtleistung von 336</span><span> </span><span>MW laufen Ende Frühling 2026 aus. Die Kosten von Dezember 2022 bis Mai 2026 betragen rund 620</span><span> </span><span>Millionen Franken. Als Überganslösung, bis die fünf neuen Reservekraftwerke betriebsbereit sind (s. Antwort g), soll der Gasturbinen-Prüfstand der Firma Ansaldo Energia in Birr ab Februar 2027 als RKW mit einer Leistung von 250 MW bereitstehen. Dazu ist ein Zusatzkredit in Höhe von 275 Millionen Franken bis ins Jahr 2030 notwendig. Zudem sollen die Verträge der beiden RKW Monthey und Cornaux verlängert werden. Die Kosten werden nach Abschluss der Vertragsverhandlungen bekannt sein.</span></li></ol><p><span> </span></p><ol start="7"><li><span>Das UVEK hat am 14. Mai 2025 fünf Projekten für neue RKW den Zuschlag erteilt: Bestehendes RKW Monthey</span><span> </span><span>(VS) mit 55</span><span> </span><span>MW von CIMO, RKW Sisslerfeld</span><span> </span><span>1 (Gemeinde Eiken, AG) mit 13</span><span> </span><span>MW von Getec, RKW Stein</span><span> </span><span>(AG) mit 44</span><span> </span><span>MW von Getec, RKW Sisslerfeld 2 (Gemeinde Eiken, AG) mit 180</span><span> </span><span>MW von Sidewinder und das RKW Auhafen (Gemeinde Muttenz, BL) mit 291</span><span> </span><span>MW von Axpo. Die genauen Kosten der fünf Projekte werden erst nach Abschluss der Vertragsverhandlungen bekannt sein. </span></li></ol></span>
- <p>Ich bitte den Bundesrat um Beantwortung der folgenden Fragen zum Aufbau der Stromreserve. </p><p> </p><p>Um die nötige Transparenz zu schaffen und um den Aufbau der Stromreserve auch im Hinblick auf die gesetzlichen Kriterien gemäss dem neuen Bundesgesetz zur Stromreserve (24.033) zu verstehen, soll pro nachstehend genannte Technologie benannt werden, wie hoch die bereits aufgebaute und die neu geplante Reserve in MW Leistung und GWh Energie pro Winter ist, welche jährlichen Vorhaltekosten entstehen und welche Investitionskosten einmalig entstehen:</p><ol style="list-style-type:lower-latin;"><li>Wasserkraftreserve</li><li>Verbrauchsseitige Reserve</li><li>Speicherreserve</li><li>Notstromaggregate</li><li>Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen</li><li>Bestehende thermische Reservekraftwerke</li><li>Neue thermische Reservekraftwerke (pro Kraftwerk separat)</li></ol>
- Transparente Aufbaukaskade für die Stromreserve
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