Zielerreichung des Aktionsplans Foodwaste. Mehr krumme Rüebli und Gurken!
- ShortId
-
25.3826
- Id
-
20253826
- Updated
-
14.11.2025 02:42
- Language
-
de
- Title
-
Zielerreichung des Aktionsplans Foodwaste. Mehr krumme Rüebli und Gurken!
- AdditionalIndexing
-
2841;52;55
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Der Aktionsplan Foodwaste des Bundes hat zum Ziel, die Lebensmittelverluste gegenüber 2017 bis 2030 zu halbieren. Damit dieses Ziel erreicht wird, müsste sich 2025 bereits eine Reduktion der Lebensmittelverluste um 25% abzeichnen, was aktuell bezweifelt wird. Einer der wichtigsten Sektoren im Bereich der Lebensmittelverluste sind die Haushalte selbst, die mit 38% am meisten zum vermeidbaren Foodwaste beitragen, gefolgt von der Verarbeitung mit 27% und der Landwirtschaft mit 13%. Da sich die Haushalte ausser über Kampagnen und Verpackungsgrössen schwer adressieren lassen, gilt es nun, die vorhandenen Potenziale zu nutzen, die sich ohne Opportunitätskosten ausschöpfen lassen. </p><p>Eines dieser Potenziale betrifft die Gemüsenormen: Immer wieder gelangt frisches Gemüse nicht in den Verkauf, weil es zu gross oder zu krumm ist oder Flecken aufweist - jährlich sind es 250’000 Tonnen. Das müsste jedoch nicht sein, wie der Verband der Schweizer Gemüseproduzenten feststellt. Für diesen ist klar: Soll weniger frisches Gemüse verschwendet werden, müssten die Normen und Vorgaben gelockert werden, damit einwandfrei konsumierbares Gemüse und Obst nicht tonnenweise vom Handel abgewiesen wird, wie es leider immer wieder der Fall ist. Um die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und tatsächlich auf die Teller zu bringen, was auf dem Feld wächst, braucht es eine Lockerung, ist der Verband der Gemüseproduzenten überzeugt.</p><p> </p><p>Der Bund wird daher gebeten zu prüfen, inwiefern eine Lockerung der Gemüsenormen umsetzbar wäre und zur Vermeidung von Foodwaste beitragen würde. Auch für die Schweizer Bäuerinnen und Bauern wäre dies ein wichtiger Meilenstein, um die teilweise grossen und ungerechtfertigten Umsatzeinbussen wegen sogenannter Mängel bei der Ernte zu vermeiden.</p>
- <span><p><span>Die Lockerung der Gemüsenormen ist eine Möglichkeit, Lebensmittelverluste bei Frisch- und Lagergemüse zu reduzieren. Eine Studie der ETH Zürich schätzte im Jahr 2019, dass rund 11</span><span> </span><span>Prozent der Verluste bei Frischgemüse, respektive 16</span><span> </span><span>Prozent der Verluste bei Lagergemüse insbesondere aufgrund von Vermarktungsstandards anfallen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Die Lockerung der Gemüsenormen ist Bestandteil von Massnahme 2 «Optimierung entlang der Liefer- und Wertschöpfungskette: Normen, Verträge, Handelspraxis, Planung und technische Innovationen» des Aktionsplans gegen die Lebensmittelverschwendung. Die Umsetzung dieser Massnahme liegt in der Verantwortung der Branchen. Im Jahr 2023 haben die betroffenen Branchen erste Schritte unternommen. Der Verband der Schweizer Gemüseproduzenten (VSGP) und der Verband des Schweizerischen Früchte-, Gemüse- und Kartoffelhandels (Swisscofel) haben zusammen mit dem Detailhandel freiwillig die Vermarktungsnormen für 65</span><span> </span><span>Gemüsearten angepasst. Die Ausweitung der Lockerungen auf weitere Gemüsearten sowie eine Erhöhung der Toleranzen könnten zu einer weiteren Reduktion von Lebensmittelverlusten beitragen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Im Rahmen der zweiten Phase des Aktionsplans ab 2026 prüft der Bund gemeinsam mit den Branchen weitere Möglichkeiten zur Verminderung von Lebensmittelverlusten, insbesondere zur Erhöhung der Planungssicherheit für die Landwirtschaft. Der Bundesrat sieht deshalb im Moment keinen Mehrwert in einem zusätzlichen Prüfauftrag.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, welche wirksamen Massnahmen insbesondere im Bereich der Gemüsenormen ergriffen werden könnten, um dem Ziel der Halbierung der Lebensmittelverluste gegenüber 2017 bis 2030 näherzukommen.</p><p> </p>
- Zielerreichung des Aktionsplans Foodwaste. Mehr krumme Rüebli und Gurken!
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
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- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Der Aktionsplan Foodwaste des Bundes hat zum Ziel, die Lebensmittelverluste gegenüber 2017 bis 2030 zu halbieren. Damit dieses Ziel erreicht wird, müsste sich 2025 bereits eine Reduktion der Lebensmittelverluste um 25% abzeichnen, was aktuell bezweifelt wird. Einer der wichtigsten Sektoren im Bereich der Lebensmittelverluste sind die Haushalte selbst, die mit 38% am meisten zum vermeidbaren Foodwaste beitragen, gefolgt von der Verarbeitung mit 27% und der Landwirtschaft mit 13%. Da sich die Haushalte ausser über Kampagnen und Verpackungsgrössen schwer adressieren lassen, gilt es nun, die vorhandenen Potenziale zu nutzen, die sich ohne Opportunitätskosten ausschöpfen lassen. </p><p>Eines dieser Potenziale betrifft die Gemüsenormen: Immer wieder gelangt frisches Gemüse nicht in den Verkauf, weil es zu gross oder zu krumm ist oder Flecken aufweist - jährlich sind es 250’000 Tonnen. Das müsste jedoch nicht sein, wie der Verband der Schweizer Gemüseproduzenten feststellt. Für diesen ist klar: Soll weniger frisches Gemüse verschwendet werden, müssten die Normen und Vorgaben gelockert werden, damit einwandfrei konsumierbares Gemüse und Obst nicht tonnenweise vom Handel abgewiesen wird, wie es leider immer wieder der Fall ist. Um die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und tatsächlich auf die Teller zu bringen, was auf dem Feld wächst, braucht es eine Lockerung, ist der Verband der Gemüseproduzenten überzeugt.</p><p> </p><p>Der Bund wird daher gebeten zu prüfen, inwiefern eine Lockerung der Gemüsenormen umsetzbar wäre und zur Vermeidung von Foodwaste beitragen würde. Auch für die Schweizer Bäuerinnen und Bauern wäre dies ein wichtiger Meilenstein, um die teilweise grossen und ungerechtfertigten Umsatzeinbussen wegen sogenannter Mängel bei der Ernte zu vermeiden.</p>
- <span><p><span>Die Lockerung der Gemüsenormen ist eine Möglichkeit, Lebensmittelverluste bei Frisch- und Lagergemüse zu reduzieren. Eine Studie der ETH Zürich schätzte im Jahr 2019, dass rund 11</span><span> </span><span>Prozent der Verluste bei Frischgemüse, respektive 16</span><span> </span><span>Prozent der Verluste bei Lagergemüse insbesondere aufgrund von Vermarktungsstandards anfallen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Die Lockerung der Gemüsenormen ist Bestandteil von Massnahme 2 «Optimierung entlang der Liefer- und Wertschöpfungskette: Normen, Verträge, Handelspraxis, Planung und technische Innovationen» des Aktionsplans gegen die Lebensmittelverschwendung. Die Umsetzung dieser Massnahme liegt in der Verantwortung der Branchen. Im Jahr 2023 haben die betroffenen Branchen erste Schritte unternommen. Der Verband der Schweizer Gemüseproduzenten (VSGP) und der Verband des Schweizerischen Früchte-, Gemüse- und Kartoffelhandels (Swisscofel) haben zusammen mit dem Detailhandel freiwillig die Vermarktungsnormen für 65</span><span> </span><span>Gemüsearten angepasst. Die Ausweitung der Lockerungen auf weitere Gemüsearten sowie eine Erhöhung der Toleranzen könnten zu einer weiteren Reduktion von Lebensmittelverlusten beitragen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Im Rahmen der zweiten Phase des Aktionsplans ab 2026 prüft der Bund gemeinsam mit den Branchen weitere Möglichkeiten zur Verminderung von Lebensmittelverlusten, insbesondere zur Erhöhung der Planungssicherheit für die Landwirtschaft. Der Bundesrat sieht deshalb im Moment keinen Mehrwert in einem zusätzlichen Prüfauftrag.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, welche wirksamen Massnahmen insbesondere im Bereich der Gemüsenormen ergriffen werden könnten, um dem Ziel der Halbierung der Lebensmittelverluste gegenüber 2017 bis 2030 näherzukommen.</p><p> </p>
- Zielerreichung des Aktionsplans Foodwaste. Mehr krumme Rüebli und Gurken!
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