Wird das Programm "Jugend und Musik" seiner Bestimmung der Breitenförderung gerecht?
- ShortId
-
25.3837
- Id
-
20253837
- Updated
-
19.12.2025 12:15
- Language
-
de
- Title
-
Wird das Programm "Jugend und Musik" seiner Bestimmung der Breitenförderung gerecht?
- AdditionalIndexing
-
28;2831
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <span><p><span>Seit 2016 unterstützt das Programm «Jugend und Musik» (J+M) die Förderung musikalischer Bildung von Kindern und Jugendlichen. Das Programm beinhaltet die Aus- und Weiterbildung von J+M-Leitenden sowie die Finanzierung von J+M-Kursen und -Lagern für Kinder und Jugendliche bis 25 Jahren. Insgesamt konnten seit Beginn des Programms 5'546 J+M-Angebote (Kurse und Lager) durchgeführt und damit über 160'000 Kinder und Jugendliche in der ganzen Schweiz erreicht werden. </span></p><p><span>Die Aus- und Weiterbildung von J+M-Leitenden war Teil einer Evaluation des Programms J+M im Jahr 2023. Um die Ausbildung attraktiver zu gestalten, plant das Bundesamt für Kultur, mit Einbezug der Musikverbände, eine Neuausrichtung, bei der ein neues spartenübergreifendes Musikpädagogik-Modul an Musikhochschulen eingeführt werden soll. Dieses Modul soll durch praxisnahe Ergänzungen wie Hospitationen und Coachings bei den Musikverbänden erweitert werden. Die Weiterbildungsmodule sollen auch in Zukunft von den Musikverbänden angeboten werden. </span></p><p><span>Zu den gestellten Fragen nimmt der Bundesrat wie folgt Stellung:</span></p><p><span> </span></p><p><span>1. Die Statistiken zeigen, dass von Jahr zu Jahr mehr Kinder und Jugendliche am Programm teilnehmen. Zahlreiche Musikvereine, Musikschulen und zunehmend auch Volksschulen reichen regelmässig Gesuche für Musikkurse und -lager ein. Die teilnehmenden Kinder und Jugendliche musizieren zu einem grossen Teil in lokalen Musikvereinen, Jugendchören oder -orchestern. Man kann also mit Bestimmtheit sagen, dass das Programm J+M den Nachwuchs der Musikvereine fördert und somit die Amateurmusik der Schweiz nachhaltig stärkt.</span></p><p><span>2. Die Anzahl zertifizierter J+M-Leitenden hat sich in den letzten Jahren bei rund 1000 Personen stabilisiert. Ein gut funktionierendes Aus- und Weiterbildungssystem ist wichtig für die Nachwuchsgewinnung. Die Musikhochschulen haben die notwendige Infrastruktur und die entsprechend ausgebildeten Lehrpersonen, um spartenübergreifende Musikpädagogikmodule durchführen zu können. Zusammen mit der spartenspezifischen Expertise der Musikverbände wird das neu geschaffene Modul mit den Hospitationen den angehenden J+M-Leitenden die notwendigen Kompetenzen für die Leitung altersgemischter Gruppen vermitteln. </span></p><p><span>3. Die Stärkung der Amateurkultur in der Schweiz ist dem Bundesrat ein grosses Anliegen. Gesellschaftliche Veränderungen führen dazu, dass auch Musikvereine heute einem wachsenden Professionalisierungsdruck ausgesetzt sind. Gleichzeitig sinkt die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu betätigen. Das Aus- und Weiterbildungsangebot von J+M soll deshalb in Zukunft stärker auf die Bedürfnisse von Amateurmusikerinnen und -musiker ausgerichtet sein, so dass sie für die musikalische Förderung von Kindern und Jugendlichen gewappnet sind und ihre Begeisterung für die Musik an die nächsten Generationen weitergeben können.</span></p></span>
- <p>Ziel des Programms «Jugend + Musik» ist es, Kindern und Jugendlichen den Zugang zur Musik im Rahmen der Breitenförderung zu ermöglichen. Entsprechend diesem Ziel sollten auch die Leitenden der J+M-Projekte aus der Breite der Laienmusik kommen und nicht aus den Musikschulen, welche bereits kantonal und kommunal unterstützt sind. Der Grossteil der J+M-Leitenden sind aber professionelle Musiker, und mit derÜbertragung der Zuständigkeit für die Aus- und Weiterbildung an die Musikhochschulen ab Sommer 2025 dürfte sich dieser Trend zur Professionalisierung noch verstärken.</p><p> </p><p>Angesichts dieser Ausgangslage bitten wir den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p> </p><ol><li>Ist der Bundesrat der Meinung, dass die Ressourcen, welche in das Programm Jugend + Musik fliessen, in ausreichendem Masse der Stärkung der Laienmusik und der Breitenförderung zugute kommen?</li><li>Wie beurteilt der Bundesrat die Entwicklung der J+M-Leitenden? Welche Auswirkungen erwartet er aufgrund der zukünftigen Zuständigkeit der Musikhochschulen?</li><li>Wie fliessen die Absichten der Kulturbotschaft 2025 – 2028 in das Programm Jugend + Musik ein, welche die Stärkung der Amateurkultur zum Ziel haben?</li></ol>
- Wird das Programm "Jugend und Musik" seiner Bestimmung der Breitenförderung gerecht?
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <span><p><span>Seit 2016 unterstützt das Programm «Jugend und Musik» (J+M) die Förderung musikalischer Bildung von Kindern und Jugendlichen. Das Programm beinhaltet die Aus- und Weiterbildung von J+M-Leitenden sowie die Finanzierung von J+M-Kursen und -Lagern für Kinder und Jugendliche bis 25 Jahren. Insgesamt konnten seit Beginn des Programms 5'546 J+M-Angebote (Kurse und Lager) durchgeführt und damit über 160'000 Kinder und Jugendliche in der ganzen Schweiz erreicht werden. </span></p><p><span>Die Aus- und Weiterbildung von J+M-Leitenden war Teil einer Evaluation des Programms J+M im Jahr 2023. Um die Ausbildung attraktiver zu gestalten, plant das Bundesamt für Kultur, mit Einbezug der Musikverbände, eine Neuausrichtung, bei der ein neues spartenübergreifendes Musikpädagogik-Modul an Musikhochschulen eingeführt werden soll. Dieses Modul soll durch praxisnahe Ergänzungen wie Hospitationen und Coachings bei den Musikverbänden erweitert werden. Die Weiterbildungsmodule sollen auch in Zukunft von den Musikverbänden angeboten werden. </span></p><p><span>Zu den gestellten Fragen nimmt der Bundesrat wie folgt Stellung:</span></p><p><span> </span></p><p><span>1. Die Statistiken zeigen, dass von Jahr zu Jahr mehr Kinder und Jugendliche am Programm teilnehmen. Zahlreiche Musikvereine, Musikschulen und zunehmend auch Volksschulen reichen regelmässig Gesuche für Musikkurse und -lager ein. Die teilnehmenden Kinder und Jugendliche musizieren zu einem grossen Teil in lokalen Musikvereinen, Jugendchören oder -orchestern. Man kann also mit Bestimmtheit sagen, dass das Programm J+M den Nachwuchs der Musikvereine fördert und somit die Amateurmusik der Schweiz nachhaltig stärkt.</span></p><p><span>2. Die Anzahl zertifizierter J+M-Leitenden hat sich in den letzten Jahren bei rund 1000 Personen stabilisiert. Ein gut funktionierendes Aus- und Weiterbildungssystem ist wichtig für die Nachwuchsgewinnung. Die Musikhochschulen haben die notwendige Infrastruktur und die entsprechend ausgebildeten Lehrpersonen, um spartenübergreifende Musikpädagogikmodule durchführen zu können. Zusammen mit der spartenspezifischen Expertise der Musikverbände wird das neu geschaffene Modul mit den Hospitationen den angehenden J+M-Leitenden die notwendigen Kompetenzen für die Leitung altersgemischter Gruppen vermitteln. </span></p><p><span>3. Die Stärkung der Amateurkultur in der Schweiz ist dem Bundesrat ein grosses Anliegen. Gesellschaftliche Veränderungen führen dazu, dass auch Musikvereine heute einem wachsenden Professionalisierungsdruck ausgesetzt sind. Gleichzeitig sinkt die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu betätigen. Das Aus- und Weiterbildungsangebot von J+M soll deshalb in Zukunft stärker auf die Bedürfnisse von Amateurmusikerinnen und -musiker ausgerichtet sein, so dass sie für die musikalische Förderung von Kindern und Jugendlichen gewappnet sind und ihre Begeisterung für die Musik an die nächsten Generationen weitergeben können.</span></p></span>
- <p>Ziel des Programms «Jugend + Musik» ist es, Kindern und Jugendlichen den Zugang zur Musik im Rahmen der Breitenförderung zu ermöglichen. Entsprechend diesem Ziel sollten auch die Leitenden der J+M-Projekte aus der Breite der Laienmusik kommen und nicht aus den Musikschulen, welche bereits kantonal und kommunal unterstützt sind. Der Grossteil der J+M-Leitenden sind aber professionelle Musiker, und mit derÜbertragung der Zuständigkeit für die Aus- und Weiterbildung an die Musikhochschulen ab Sommer 2025 dürfte sich dieser Trend zur Professionalisierung noch verstärken.</p><p> </p><p>Angesichts dieser Ausgangslage bitten wir den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p> </p><ol><li>Ist der Bundesrat der Meinung, dass die Ressourcen, welche in das Programm Jugend + Musik fliessen, in ausreichendem Masse der Stärkung der Laienmusik und der Breitenförderung zugute kommen?</li><li>Wie beurteilt der Bundesrat die Entwicklung der J+M-Leitenden? Welche Auswirkungen erwartet er aufgrund der zukünftigen Zuständigkeit der Musikhochschulen?</li><li>Wie fliessen die Absichten der Kulturbotschaft 2025 – 2028 in das Programm Jugend + Musik ein, welche die Stärkung der Amateurkultur zum Ziel haben?</li></ol>
- Wird das Programm "Jugend und Musik" seiner Bestimmung der Breitenförderung gerecht?
Back to List