Plastikverpackung von Frischgemüse und Früchten. Anreize für Praxisänderungen schaffen
- ShortId
-
25.3844
- Id
-
20253844
- Updated
-
14.11.2025 02:42
- Language
-
de
- Title
-
Plastikverpackung von Frischgemüse und Früchten. Anreize für Praxisänderungen schaffen
- AdditionalIndexing
-
2841;52;15
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <span><p><span>1-3) Die Mengen an Kunststoffverpackungen für Frischgemüse und Früchte werden vom Bund nicht erfasst. Die dem Bund bekannten Branchenvereinbarungen des Detailhandels beziehen sich auf Einweg-Kunststoffsäcke und Kunststofftragetaschen. Dem Bund ist keine systematische Datenerhebung oder -auswertung zu Kunststoffverpackungen für Frischgemüse und Früchte bekannt.</span></p><p><span> </span></p><p><span>4) Artikel 30</span><em><span>a</span></em><span> sowie 35</span><em><span>i</span></em><span> Umweltschutzgesetz (USG, SR</span><span> </span><span>814.01) bieten dem Bundesrat eine rechtliche Grundlage, um Anforderungen an Kunststoffverpackungen zu stellen oder deren Einsatz einzuschränken oder Einwegprodukte, deren Nutzen die verursachte Umweltbelastung nicht rechtfertigen, zu verbieten. Vor dem Erlass von Ausführungsvorschriften prüft der Bundesrat gemäss Artikel</span><span> </span><span>41</span><em><span>a</span></em><span> Absatz</span><span> </span><span>3 USG, ob es der Wirtschaft möglich ist, mit freiwilligen Massnahmen und Branchenvereinbarungen selbst aktiv zu werden. Weiter gilt es zu berücksichtigen, dass Verpackungen verschiedene Funktionen haben, bspw. eine Schutz- und Informationsfunktion. Bei der Wahl der geeignetsten Verpackung sind folglich viele verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Dazu gehören auch die Transportart, die Jahreszeit und das Klima im Herkunfts- und Ankunftsland. Der Bundesrat erachtet es als sinnvoll, wenn der Detailhandel die Wahl der am besten geeigneten Verpackung selbst trifft. </span></p><p><span> </span></p><p><span>5) Die Kundinnen und Kunden setzen Anreize, indem sie zunehmend alternative, weniger umweltschädliche Verpackungsarten fordern. Viele Anbieter haben denn auch alternative Verpackungsmöglichkeiten in ihr Sortiment aufgenommen, beispielsweise wiederverwendbare Beutel für Früchte und Gemüse. «Biologisch abbaubare» alternative Verpackungsmaterialien sind nach aktuellem Kenntnisstand keine sinnvolle Option, da ihr Abbau nicht garantiert ist.</span></p><p><span> </span></p><p><span>6 und 7) Laut der gesetzlich verankerten Abfallhierarchie hat das Vermeiden von Abfällen oberste Priorität (vgl. Art. 30 USG). In der Schweiz laufen zurzeit sowohl auf privatwirtschaftlicher als auch regulatorischer Ebene verschiedene Arbeiten, um die Kreislaufwirtschaft zu stärken. Beispielsweise sollen eine schweizweit koordinierte Sammlung und das Recycling von Kunststoffabfällen aufgebaut werden (Umsetzung der </span><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20203695"><u><span>20.3695 Motion Dobler</span></u></a><span>). Der Bundesrat hat Ende Juni 2025 im Rahmen der Totalrevision der Verordnung über Getränkeverpackungen (VGV; SR 814.621) seinen Vorschlag in die Vernehmlassung geschickt (Verordnungspaket Umwelt Frühling 2026). Die Vorlage enthält zudem allgemeine Anforderungen an Verpackungen sowie Zielvorgaben für das Recycling von Einwegverpackungen aus Kunststoff und Getränkeverpackungen. Die Wirtschaft ist ihrerseits insbesondere mit den Sammelsystemen des Vereins Schweizer Plastic Recycler VSPR und RecyPac aktiv. Der Bundesrat sieht aufgrund der verschiedenen bereits umgesetzten oder geplanten Arbeiten aktuell keinen Bedarf für weitere Massnahmen.</span></p></span>
- <p>Viele frische Gemüsesorten und Früchte – selbst solche mit natürlicher Schale – sind im Detailhandel in Plastik verpackt, obwohl dies der Haltbarkeit oftmals gar nicht dient. Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Wie viele Tonnen Plastikverpackungen entstehen jährlich bei Frischgemüse und Früchten?</li><li>Werden diese Daten von den Detailhändlern im Rahmen ihrer freiwilligen Branchenvereinbarung zur Reduktion von Plastikabfall systematisch erhoben?</li><li>Wenn ja: Werden diese ausgewertet ?</li><li>Sieht der Bundesrat Möglichkeiten, lenkende gesetzliche Anreize für eine andere Verpackungspraxis zu schaffen, wenn Plastikverpackungen keinen Mehrwert betreffend Haltbarkeit schaffen?</li><li>Welche Anreize bestehen für den Detailhandel zur Reduktion von Plastikabfall oder der Nutzung unverpackter bzw. nachhaltiger Alternativen?</li><li>Besteht aus Sicht des Bundesrats ein Ziel zur Reduktion solcher Verpackungen?</li><li>Welche Massnahmen könnte der Bundesrat treffen, um den Verbrauch von Plastik in diesem Bereich sinnvoll zu reduzieren?</li></ol>
- Plastikverpackung von Frischgemüse und Früchten. Anreize für Praxisänderungen schaffen
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <span><p><span>1-3) Die Mengen an Kunststoffverpackungen für Frischgemüse und Früchte werden vom Bund nicht erfasst. Die dem Bund bekannten Branchenvereinbarungen des Detailhandels beziehen sich auf Einweg-Kunststoffsäcke und Kunststofftragetaschen. Dem Bund ist keine systematische Datenerhebung oder -auswertung zu Kunststoffverpackungen für Frischgemüse und Früchte bekannt.</span></p><p><span> </span></p><p><span>4) Artikel 30</span><em><span>a</span></em><span> sowie 35</span><em><span>i</span></em><span> Umweltschutzgesetz (USG, SR</span><span> </span><span>814.01) bieten dem Bundesrat eine rechtliche Grundlage, um Anforderungen an Kunststoffverpackungen zu stellen oder deren Einsatz einzuschränken oder Einwegprodukte, deren Nutzen die verursachte Umweltbelastung nicht rechtfertigen, zu verbieten. Vor dem Erlass von Ausführungsvorschriften prüft der Bundesrat gemäss Artikel</span><span> </span><span>41</span><em><span>a</span></em><span> Absatz</span><span> </span><span>3 USG, ob es der Wirtschaft möglich ist, mit freiwilligen Massnahmen und Branchenvereinbarungen selbst aktiv zu werden. Weiter gilt es zu berücksichtigen, dass Verpackungen verschiedene Funktionen haben, bspw. eine Schutz- und Informationsfunktion. Bei der Wahl der geeignetsten Verpackung sind folglich viele verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Dazu gehören auch die Transportart, die Jahreszeit und das Klima im Herkunfts- und Ankunftsland. Der Bundesrat erachtet es als sinnvoll, wenn der Detailhandel die Wahl der am besten geeigneten Verpackung selbst trifft. </span></p><p><span> </span></p><p><span>5) Die Kundinnen und Kunden setzen Anreize, indem sie zunehmend alternative, weniger umweltschädliche Verpackungsarten fordern. Viele Anbieter haben denn auch alternative Verpackungsmöglichkeiten in ihr Sortiment aufgenommen, beispielsweise wiederverwendbare Beutel für Früchte und Gemüse. «Biologisch abbaubare» alternative Verpackungsmaterialien sind nach aktuellem Kenntnisstand keine sinnvolle Option, da ihr Abbau nicht garantiert ist.</span></p><p><span> </span></p><p><span>6 und 7) Laut der gesetzlich verankerten Abfallhierarchie hat das Vermeiden von Abfällen oberste Priorität (vgl. Art. 30 USG). In der Schweiz laufen zurzeit sowohl auf privatwirtschaftlicher als auch regulatorischer Ebene verschiedene Arbeiten, um die Kreislaufwirtschaft zu stärken. Beispielsweise sollen eine schweizweit koordinierte Sammlung und das Recycling von Kunststoffabfällen aufgebaut werden (Umsetzung der </span><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20203695"><u><span>20.3695 Motion Dobler</span></u></a><span>). Der Bundesrat hat Ende Juni 2025 im Rahmen der Totalrevision der Verordnung über Getränkeverpackungen (VGV; SR 814.621) seinen Vorschlag in die Vernehmlassung geschickt (Verordnungspaket Umwelt Frühling 2026). Die Vorlage enthält zudem allgemeine Anforderungen an Verpackungen sowie Zielvorgaben für das Recycling von Einwegverpackungen aus Kunststoff und Getränkeverpackungen. Die Wirtschaft ist ihrerseits insbesondere mit den Sammelsystemen des Vereins Schweizer Plastic Recycler VSPR und RecyPac aktiv. Der Bundesrat sieht aufgrund der verschiedenen bereits umgesetzten oder geplanten Arbeiten aktuell keinen Bedarf für weitere Massnahmen.</span></p></span>
- <p>Viele frische Gemüsesorten und Früchte – selbst solche mit natürlicher Schale – sind im Detailhandel in Plastik verpackt, obwohl dies der Haltbarkeit oftmals gar nicht dient. Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Wie viele Tonnen Plastikverpackungen entstehen jährlich bei Frischgemüse und Früchten?</li><li>Werden diese Daten von den Detailhändlern im Rahmen ihrer freiwilligen Branchenvereinbarung zur Reduktion von Plastikabfall systematisch erhoben?</li><li>Wenn ja: Werden diese ausgewertet ?</li><li>Sieht der Bundesrat Möglichkeiten, lenkende gesetzliche Anreize für eine andere Verpackungspraxis zu schaffen, wenn Plastikverpackungen keinen Mehrwert betreffend Haltbarkeit schaffen?</li><li>Welche Anreize bestehen für den Detailhandel zur Reduktion von Plastikabfall oder der Nutzung unverpackter bzw. nachhaltiger Alternativen?</li><li>Besteht aus Sicht des Bundesrats ein Ziel zur Reduktion solcher Verpackungen?</li><li>Welche Massnahmen könnte der Bundesrat treffen, um den Verbrauch von Plastik in diesem Bereich sinnvoll zu reduzieren?</li></ol>
- Plastikverpackung von Frischgemüse und Früchten. Anreize für Praxisänderungen schaffen
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