(Fast)fashion. Kreislaufwirtschaft mithilfe eines Schweizer Fonds für nachhaltige Mode
- ShortId
-
25.3862
- Id
-
20253862
- Updated
-
14.11.2025 02:39
- Language
-
de
- Title
-
(Fast)fashion. Kreislaufwirtschaft mithilfe eines Schweizer Fonds für nachhaltige Mode
- AdditionalIndexing
-
52;15
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>In der Schweiz fallen jedes Jahr rund 96 700 Tonnen gebrauchte Textilien an, wovon nur 37 Prozent wieder verwendet werden, sei es in der Schweiz oder im Ausland. Der Rest endet als Putzlappen oder wird verbrannt (ca. 45 %). Das ist eine riesige Ressourcenverschwendung, und sie nimmt stetig zu. Treiber ist die sogenannte Fast Fashion – die Produktion von Kleidern zu niedrigen Preisen und von schlechter Qualität. Die Folgen für Umwelt und Gesellschaft sind besorgniserregend, und der Markt entwickelt sich in eine negative Richtung.</p><p> </p><p>Der Bundesrat macht in seinem Bericht in Erfüllung des Postulats 22.3915 deutlich, dass ein Wandel von einem linearen zu einem kreislauffähigen Geschäftsmodell unumgänglich ist, das heisst, hin zu einer Wirtschaft, in der das Recycling, die Wiederverwendung, die Reparatur und die lokale Verwertung von Textilien gefördert werden. Zur Unterstützung dieses Wandels sind finanzielle Mittel unerlässlich. Ein guter Ansatz ist ein Fonds für nachhaltige Mode, der finanziert wird mit einem vorgezogenen Recyclingbeitrag auf allen neuen in Verkehr gebrachten Textilien, einschliesslich solcher, die via Online-Plattformen in Verkehr gebracht werden. Für PET-Getränkeflaschen und Aluminium hat sich dieser Ansatz bewährt. Der vorgezogene Recyclingbeitrag müsste nach ökologischen Kriterien abgestuft sein: So müssten Secondhandkleider vom Beitrag ausgenommen werden, und für nachhaltigere Produkte -- zum Beispiel Produkte aus recycliertem Material oder aus Naturfasern und unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt -- wäre nur ein reduzierter Beitrag geschuldet.</p><p> </p><p>Der Vorschlag wird von der Branche unterstützt; Swiss Textiles sowie Fabric Loop, ein Zusammenschluss von Akteuren der Textilbranche, verlangen eine erweiterte Herstellerverantwortung für Textilien. Der Vorschlag entspricht zudem Forderungen der Zivilgesellschaft, darunter der Forderung von Public Eye nach einem Schweizer Modefonds. Auf dem europäischen Markt gibt es Bestrebungen in diese Richtung, so die Einführung von harmonisierten Vorschriften zur erweiterten Herstellerverantwortung und einer Textilabgabe in allen Mitgliedstaaten. </p><p> </p><p>Dies fördert Innovationen und führt zu einer nachhaltigeren Textilindustrie und zu nachhaltigeren Konsumgewohnheiten.</p>
- <span><p><span>In der Schweiz werden Alttextilien seit vielen Jahren separat gesammelt und verwertet. Verschiede gemeinnützige und privatwirtschaftliche Organisationen sorgen dafür, dass gebrauchte Textilien gesammelt, sortiert und soweit möglich wiederverwendet oder recycelt werden. Dieses System leistet einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Im Frühling 2025 hat der Bundesrat in Beantwortung des </span><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20223915"><u><span>Postulats Nordmann 22.3915</span></u></a><span> einen umfassenden Bericht zur Entsorgung von Textilien veröffentlicht. Darin hebt er die Bedeutung von freiwilligen Initiativen hervor und anerkennt gleichzeitig die Herausforderungen, insbesondere für die Umwelt im Zusammenhang mit dem heutigen linearen Textilmodell. Es zeichnet sich ab, dass künftig finanzielle Herausforderungen entstehen könnten, die das bisherige System gefährden. Die zunehmende Menge an minderwertigen Textilien, sinkende Erlöse im Alttextilmarkt oder steigende Verwertungs- und Entsorgungskosten stellen die Branche vor neue Herausforderungen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Die Branche hat diese Entwicklung erkannt und den Verein Fabric Loop, eine branchengetragene Organisation, gegründet. Fabric Loop will ein freiwilliges Finanzierungssystem für die Sammlung und Verwertung von allen Alttextilien aufbauen. Diese Initiative wird vom Bundesrat begrüsst.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Der Bundesrat sieht daher aktuell keinen Handlungsbedarf. Sollte sich zeigen, dass das freiwillige Finanzierungssystem bei Alttextilien nicht funktioniert, könnte basierend auf Artikel 32</span><em><span>a</span></em><sup><em><span>bis </span></em></sup><span>des Umweltschutzgesetzes (USG, SR</span><span> </span><span>814.01) eine vorgezogene Entsorgungsgebühr auf Textilien geprüft werden.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, gestützt auf Artikel 32a <sup>ter</sup> des Umweltschutzgesetzes eine Verordnung auszuarbeiten zur Einführung eines vorgezogenen Recyclingbeitrags für in der Schweiz in Verkehr gebrachte Textilien, wobei der Beitrag nach ökologischen Kriterien abgestuft sein muss. Mit dieser Gebühr soll ein Fonds für nachhaltige Mode finanziert werden und das Kreislaufprinzip in der Textilbranche gestärkt werden.</p>
- (Fast)fashion. Kreislaufwirtschaft mithilfe eines Schweizer Fonds für nachhaltige Mode
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
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- Drafts
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- Index
- 0
- Texts
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- <p>In der Schweiz fallen jedes Jahr rund 96 700 Tonnen gebrauchte Textilien an, wovon nur 37 Prozent wieder verwendet werden, sei es in der Schweiz oder im Ausland. Der Rest endet als Putzlappen oder wird verbrannt (ca. 45 %). Das ist eine riesige Ressourcenverschwendung, und sie nimmt stetig zu. Treiber ist die sogenannte Fast Fashion – die Produktion von Kleidern zu niedrigen Preisen und von schlechter Qualität. Die Folgen für Umwelt und Gesellschaft sind besorgniserregend, und der Markt entwickelt sich in eine negative Richtung.</p><p> </p><p>Der Bundesrat macht in seinem Bericht in Erfüllung des Postulats 22.3915 deutlich, dass ein Wandel von einem linearen zu einem kreislauffähigen Geschäftsmodell unumgänglich ist, das heisst, hin zu einer Wirtschaft, in der das Recycling, die Wiederverwendung, die Reparatur und die lokale Verwertung von Textilien gefördert werden. Zur Unterstützung dieses Wandels sind finanzielle Mittel unerlässlich. Ein guter Ansatz ist ein Fonds für nachhaltige Mode, der finanziert wird mit einem vorgezogenen Recyclingbeitrag auf allen neuen in Verkehr gebrachten Textilien, einschliesslich solcher, die via Online-Plattformen in Verkehr gebracht werden. Für PET-Getränkeflaschen und Aluminium hat sich dieser Ansatz bewährt. Der vorgezogene Recyclingbeitrag müsste nach ökologischen Kriterien abgestuft sein: So müssten Secondhandkleider vom Beitrag ausgenommen werden, und für nachhaltigere Produkte -- zum Beispiel Produkte aus recycliertem Material oder aus Naturfasern und unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt -- wäre nur ein reduzierter Beitrag geschuldet.</p><p> </p><p>Der Vorschlag wird von der Branche unterstützt; Swiss Textiles sowie Fabric Loop, ein Zusammenschluss von Akteuren der Textilbranche, verlangen eine erweiterte Herstellerverantwortung für Textilien. Der Vorschlag entspricht zudem Forderungen der Zivilgesellschaft, darunter der Forderung von Public Eye nach einem Schweizer Modefonds. Auf dem europäischen Markt gibt es Bestrebungen in diese Richtung, so die Einführung von harmonisierten Vorschriften zur erweiterten Herstellerverantwortung und einer Textilabgabe in allen Mitgliedstaaten. </p><p> </p><p>Dies fördert Innovationen und führt zu einer nachhaltigeren Textilindustrie und zu nachhaltigeren Konsumgewohnheiten.</p>
- <span><p><span>In der Schweiz werden Alttextilien seit vielen Jahren separat gesammelt und verwertet. Verschiede gemeinnützige und privatwirtschaftliche Organisationen sorgen dafür, dass gebrauchte Textilien gesammelt, sortiert und soweit möglich wiederverwendet oder recycelt werden. Dieses System leistet einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Im Frühling 2025 hat der Bundesrat in Beantwortung des </span><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20223915"><u><span>Postulats Nordmann 22.3915</span></u></a><span> einen umfassenden Bericht zur Entsorgung von Textilien veröffentlicht. Darin hebt er die Bedeutung von freiwilligen Initiativen hervor und anerkennt gleichzeitig die Herausforderungen, insbesondere für die Umwelt im Zusammenhang mit dem heutigen linearen Textilmodell. Es zeichnet sich ab, dass künftig finanzielle Herausforderungen entstehen könnten, die das bisherige System gefährden. Die zunehmende Menge an minderwertigen Textilien, sinkende Erlöse im Alttextilmarkt oder steigende Verwertungs- und Entsorgungskosten stellen die Branche vor neue Herausforderungen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Die Branche hat diese Entwicklung erkannt und den Verein Fabric Loop, eine branchengetragene Organisation, gegründet. Fabric Loop will ein freiwilliges Finanzierungssystem für die Sammlung und Verwertung von allen Alttextilien aufbauen. Diese Initiative wird vom Bundesrat begrüsst.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Der Bundesrat sieht daher aktuell keinen Handlungsbedarf. Sollte sich zeigen, dass das freiwillige Finanzierungssystem bei Alttextilien nicht funktioniert, könnte basierend auf Artikel 32</span><em><span>a</span></em><sup><em><span>bis </span></em></sup><span>des Umweltschutzgesetzes (USG, SR</span><span> </span><span>814.01) eine vorgezogene Entsorgungsgebühr auf Textilien geprüft werden.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, gestützt auf Artikel 32a <sup>ter</sup> des Umweltschutzgesetzes eine Verordnung auszuarbeiten zur Einführung eines vorgezogenen Recyclingbeitrags für in der Schweiz in Verkehr gebrachte Textilien, wobei der Beitrag nach ökologischen Kriterien abgestuft sein muss. Mit dieser Gebühr soll ein Fonds für nachhaltige Mode finanziert werden und das Kreislaufprinzip in der Textilbranche gestärkt werden.</p>
- (Fast)fashion. Kreislaufwirtschaft mithilfe eines Schweizer Fonds für nachhaltige Mode
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