Nimmt der Bund seine gesetzlichen Aufgaben zum Schutz der Gesundheit wahr?

ShortId
25.3875
Id
20253875
Updated
14.11.2025 02:42
Language
de
Title
Nimmt der Bund seine gesetzlichen Aufgaben zum Schutz der Gesundheit wahr?
AdditionalIndexing
2841;52;36
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die Auswirkungen von PFAS sind noch wenig bekannt. Jüngste Studien deuten insbesondere darauf hin, dass die Exposition gegenüber PFAS die Plazenta beeinträchtigen und somit die Gesundheit des Fötus während der Schwangerschaft gefährden kann.&nbsp;</p><p>Das Stockholmer Übereinkommen über persistente organische Schadstoffe sowie das Chemikaliengesetz verpflichten den Bund, die für den Schutz vor gefährlichen Stoffen und Zubereitungen erforderlichen wissenschaftlichen Grundlagen bereitzustellen.</p><p>Der Bundesrat hat eine repräsentative Langzeitstudie zur Gesundheit der Schweizer Bevölkerung versprochen. Diese soll erstmals Zusammenhänge zwischen der Exposition gegenüber Chemikalien und der Prävalenz von Krankheiten aufzeigen.&nbsp;</p><p>Solche Studien – sogenannte Längsschnittstudien – werden beispielsweise in Deutschland (NaKo mit 200'000 Personen), in Frankreich (Constance mit 200'000 Personen) und im Vereinigten Königreich (UK Biobank mit 500'000 Personen) durchgeführt. Es scheint, dass dieses für die Schweiz dringende und unverzichtbare Projekt kürzlich gestoppt wurde.&nbsp;<br>Damit ist fraglich, ob der Bund seine Forschungsaufgabe gemäss dem Gesetz über den Schutz vor gefährlichen Stoffen und Zubereitungen wahrnimmt.</p>
  • <span><p><span>1. Gesundheitsdaten sind für die Forschung und die Gesundheitspolitik von essenzieller Bedeutung – sie bilden die Grundlage für wissenschaftliche Studien und zielgerichtete Entscheidungen und Interventionen im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Aus diesem Grund hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in den Jahren 2018 - 2022 federführend eine Pilotphase für eine nationale Bevölkerungskohorte mit Humanbiomonitoring (HBM) durchgeführt. Die Pilotphase hat es erlaubt, die Machbarkeit einer nationalen Bevölkerungskohorte mit HBM zu bestätigen, die Bereitschaft der Bevölkerung zur freiwilligen Teilnahme zu evaluieren und die Infrastrukturen und notwendigen Prozesse für den Aufbau einer solchen Kohorte und der dazugehörigen Forschung zu validieren. Zudem wurden bereits durch die Pilotstudie wichtige Daten zur Einschätzung der Belastung der Schweizer Bevölkerung bezüglich Per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS), dem Pflanzenschutzmittel Glyphosat und für gesundheitlich relevante Metalle (Blei, Quecksilber u.a.) erhoben. </span></p><p><span>2. Angesichts der hohen Kosten einer langfristig angelegten Kohortenstudie (rund 10-12 Mio CHF pro Jahr bei einer Teilnehmendenzahl von 100'000) wurden Möglichkeiten zur Finanzierung und Organisation einer solchen nationalen Kohorte geprüft. Im Rahmen der Arbeiten hat sich gezeigt, dass zwar ein grosses Interesse an einer solchen Gesundheitsstudie besteht, sich die Finanzierung durch die Dritte jedoch als extrem schwierig herausgestellt hat. Somit, und angesichts der angespannten finanziellen Lage des Bundes, hat das BAG in Absprache mit dem Eidgenössischen Departement des Innern entscheiden müssen, das Projekt aktuell nicht weiterzuverfolgen. Die bisher erzielten Ergebnisse werden in einem Bericht aufgearbeitet und im vierten Quartal 2025 auf der Webseite des BAG veröffentlicht. Dadurch könnten die gewonnenen Erkenntnisse rund um die Umsetzung einer Gesundheitsstudie ggfs. zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden.</span></p><p><span>3. Von Seiten akademischer Kreise besteht Interesse, die Initiative weiter voranzutreiben. So empfiehlt die Dachorganisation der Schweizer Hochschulen </span><em><span>swissuniversities</span></em><span> das unter der Leitung des SwissTPH und der Universität Basel entwickelte Projekt </span><em><span>Imaging and Omics Platform for Swiss Citizen Health (IOP4CH) </span></em><span>zur</span><em><span> </span></em><span>Aufnahme in die BFI-Botschaft 2025 – 2028. Dieses Projekt könnte ein Ausgangspunkt für eine nationale Bevölkerungskohorte sein. </span></p></span>
  • <p>1. Hat der Bundesrat wirklich beschlossen, auf die geplante <a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fschweizer-gesundheitsstudie.ch%2F&amp;data=05%7C02%7Cmanuela.weichelt%40parl.ch%7Ccd1f52809223439627ec08dda9b6d43f%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638853324890312069%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&amp;sdata=D17r5mxi%2BBAl%2FJnAGGqHSf3mQqW69K5k3P0iFHBC2OA%3D&amp;reserved=0">Pilotstudie über Schadstoffe im Körper | Schweizer Gesundheitsstudie</a> zu verzichten?&nbsp;<br>2. Wenn ja, warum?</p><p>3. Welche Finanzierungsmöglichkeiten gäbe es grundsätzlich für eine solche Studie?</p>
  • Nimmt der Bund seine gesetzlichen Aufgaben zum Schutz der Gesundheit wahr?
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die Auswirkungen von PFAS sind noch wenig bekannt. Jüngste Studien deuten insbesondere darauf hin, dass die Exposition gegenüber PFAS die Plazenta beeinträchtigen und somit die Gesundheit des Fötus während der Schwangerschaft gefährden kann.&nbsp;</p><p>Das Stockholmer Übereinkommen über persistente organische Schadstoffe sowie das Chemikaliengesetz verpflichten den Bund, die für den Schutz vor gefährlichen Stoffen und Zubereitungen erforderlichen wissenschaftlichen Grundlagen bereitzustellen.</p><p>Der Bundesrat hat eine repräsentative Langzeitstudie zur Gesundheit der Schweizer Bevölkerung versprochen. Diese soll erstmals Zusammenhänge zwischen der Exposition gegenüber Chemikalien und der Prävalenz von Krankheiten aufzeigen.&nbsp;</p><p>Solche Studien – sogenannte Längsschnittstudien – werden beispielsweise in Deutschland (NaKo mit 200'000 Personen), in Frankreich (Constance mit 200'000 Personen) und im Vereinigten Königreich (UK Biobank mit 500'000 Personen) durchgeführt. Es scheint, dass dieses für die Schweiz dringende und unverzichtbare Projekt kürzlich gestoppt wurde.&nbsp;<br>Damit ist fraglich, ob der Bund seine Forschungsaufgabe gemäss dem Gesetz über den Schutz vor gefährlichen Stoffen und Zubereitungen wahrnimmt.</p>
    • <span><p><span>1. Gesundheitsdaten sind für die Forschung und die Gesundheitspolitik von essenzieller Bedeutung – sie bilden die Grundlage für wissenschaftliche Studien und zielgerichtete Entscheidungen und Interventionen im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Aus diesem Grund hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in den Jahren 2018 - 2022 federführend eine Pilotphase für eine nationale Bevölkerungskohorte mit Humanbiomonitoring (HBM) durchgeführt. Die Pilotphase hat es erlaubt, die Machbarkeit einer nationalen Bevölkerungskohorte mit HBM zu bestätigen, die Bereitschaft der Bevölkerung zur freiwilligen Teilnahme zu evaluieren und die Infrastrukturen und notwendigen Prozesse für den Aufbau einer solchen Kohorte und der dazugehörigen Forschung zu validieren. Zudem wurden bereits durch die Pilotstudie wichtige Daten zur Einschätzung der Belastung der Schweizer Bevölkerung bezüglich Per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS), dem Pflanzenschutzmittel Glyphosat und für gesundheitlich relevante Metalle (Blei, Quecksilber u.a.) erhoben. </span></p><p><span>2. Angesichts der hohen Kosten einer langfristig angelegten Kohortenstudie (rund 10-12 Mio CHF pro Jahr bei einer Teilnehmendenzahl von 100'000) wurden Möglichkeiten zur Finanzierung und Organisation einer solchen nationalen Kohorte geprüft. Im Rahmen der Arbeiten hat sich gezeigt, dass zwar ein grosses Interesse an einer solchen Gesundheitsstudie besteht, sich die Finanzierung durch die Dritte jedoch als extrem schwierig herausgestellt hat. Somit, und angesichts der angespannten finanziellen Lage des Bundes, hat das BAG in Absprache mit dem Eidgenössischen Departement des Innern entscheiden müssen, das Projekt aktuell nicht weiterzuverfolgen. Die bisher erzielten Ergebnisse werden in einem Bericht aufgearbeitet und im vierten Quartal 2025 auf der Webseite des BAG veröffentlicht. Dadurch könnten die gewonnenen Erkenntnisse rund um die Umsetzung einer Gesundheitsstudie ggfs. zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden.</span></p><p><span>3. Von Seiten akademischer Kreise besteht Interesse, die Initiative weiter voranzutreiben. So empfiehlt die Dachorganisation der Schweizer Hochschulen </span><em><span>swissuniversities</span></em><span> das unter der Leitung des SwissTPH und der Universität Basel entwickelte Projekt </span><em><span>Imaging and Omics Platform for Swiss Citizen Health (IOP4CH) </span></em><span>zur</span><em><span> </span></em><span>Aufnahme in die BFI-Botschaft 2025 – 2028. Dieses Projekt könnte ein Ausgangspunkt für eine nationale Bevölkerungskohorte sein. </span></p></span>
    • <p>1. Hat der Bundesrat wirklich beschlossen, auf die geplante <a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fschweizer-gesundheitsstudie.ch%2F&amp;data=05%7C02%7Cmanuela.weichelt%40parl.ch%7Ccd1f52809223439627ec08dda9b6d43f%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638853324890312069%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&amp;sdata=D17r5mxi%2BBAl%2FJnAGGqHSf3mQqW69K5k3P0iFHBC2OA%3D&amp;reserved=0">Pilotstudie über Schadstoffe im Körper | Schweizer Gesundheitsstudie</a> zu verzichten?&nbsp;<br>2. Wenn ja, warum?</p><p>3. Welche Finanzierungsmöglichkeiten gäbe es grundsätzlich für eine solche Studie?</p>
    • Nimmt der Bund seine gesetzlichen Aufgaben zum Schutz der Gesundheit wahr?

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