Das Sammeln von Regenwasser fördern

ShortId
25.3899
Id
20253899
Updated
14.11.2025 02:35
Language
de
Title
Das Sammeln von Regenwasser fördern
AdditionalIndexing
52;04;2846;24
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Jahr um Jahr ist es dasselbe: Dürre im Sommer, Probleme mit der Wasserversorgung, sintflutartige Regenfälle, Überschwemmungen im Siedlungsgebiet, Murgänge in den Bergen.&nbsp;</p><p>Ob das Wasser nun fehlt oder in unkontrollierbaren Mengen fällt – es birgt ein enormes Potenzial, das bestmöglich genutzt werden muss. Das Regenwasser als weiches Wasser ist besonders geeignet für Waschmaschinen und sanitäre Einrichtungen sowie für Reinigungsarbeiten, insbesondere aber für die Gartenbewässerung. Es gibt Systeme, mit denen durchschnittlich 600 Liter Regenwasser pro m2 Dachfläche aufgefangen werden können (also 60&nbsp;000 Liter pro Jahr für ein Dach von 100 m2). Selbst in den Monaten, in denen es wenig regnet, können 30‒40 Liter Niederschlagswasser pro m2 Dachfläche zurückbehalten werden. Dabei ist zu bedenken, dass der durchschnittliche tägliche Pro-Kopf-Verbrauch in der Schweiz bei etwa 250 Litern liegt Durch einen verminderten Abfluss werden zudem die Schäden in Wohn-, Industrie- und Stadtgebieten begrenzt und die Überlastung der Kanalisationssysteme verringert. Eine integrierte Regenwasserbewirtschaftung ergibt somit durchaus Sinn.&nbsp;</p><p>Für eine komplette Anlage (Tank, Filter, Pumpe und Leitungsnetz) müssen Private mit Kosten zwischen 6000 und 9000 Franken rechnen. Einige Gemeinden wie die Stadt Lausanne oder die Gemeinde Leytron im Rhonetal übernehmen einen kleinen Teil der Investitionskosten für solche Einrichtungen. Der Bundesrat weist in seinem Bericht vom 15. Mai 2022 «Wasserversorgungssicherheit und Wassermanagement» in Erfüllung des Postulats <a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.parlament.ch%2Ffr%2Fratsbetrieb%2Fsuche-curia-vista%2Fgeschaeft%3FAffairId%3D20183610&amp;data=05%7C02%7Cbenjamin.roduit%40parl.ch%7C867d80e40dc44b35f73b08dda3a3348c%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638846643548104641%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&amp;sdata=P7ae1tl1bQmz8GDtfOO3jD7PcGzKjSnEWubQmcw1GMs%3D&amp;reserved=0">18.3610</a> Rieder darauf hin, dass die privaten Regenwasserspeicher von Interesse sind, weil sie einen wirksamen Beitrag zum kleinräumigen Wasserrückhalt leisten, insbesondere für die Gartenbewässerung. Der Bundesrat soll die am besten geeigneten Massnahmen vorschlagen, sei es in Form einer Beteiligung an der Subventionierung oder in Form einer Steuerbefreiung für die Installationskosten.</p>
  • <span><p><span>Der Bund befürwortet die private Regenwasserspeicherung und -nutzung. Grundsätzlich ist nicht verschmutztes Niederschlagswasser versickern zu lassen oder, wenn die örtlichen Verhältnisse dies nicht erlauben, in ein oberirdisches Gewässer einzuleiten (Art. 7 Abs. 2 Gewässerschutzgesetz; SR</span><span>&nbsp;</span><span>814.20). Die Kantone und Gemeinden sind verpflichtet, die Siedlungsentwässerung entsprechend auszurichten (Art. 5 Gewässerschutzverordnung; SR 814.201). Diese Vorgaben fördern die Neubildung des Grundwassers und unterstützen eine an den Klimawandel angepasste Regenwasserbewirtschaftung. Bund, Kantone und Fachverbände (Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute VSA und Fachverband für Wasser, Gas und Wärme SVGW) unterstützen Gemeinden und Private bei der praktischen Umsetzung mit Empfehlungen. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Es liegt in der Verantwortung der Kantone, Gebiete mit knappen Wasserressourcen zu ermitteln und eine an die Region angepasste Wasserbewirtschaftung zu fördern. Mit den Programmen des Bundes zur Strukturverbesserung in der Landwirtschaft und zur Anpassung an den Klimawandel «Adapt+» bestehen bereits Möglichkeiten, finanzielle Unterstützung für Massnahmen zur Sammlung des Regenwassers zu erhalten. Eine weiterführende schweizweite finanzielle Förderung von Regenwasserspeicherung und </span><br><span>-nutzung für Private und Gemeinden durch den Bund ist aus Sicht des Bundesrates nicht zweckmässig.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, Massnahmen zu treffen, die darauf hinwirken, dass Private und Gemeinden Einrichtungen zum Sammeln von Regenwasser installieren.</p>
  • Das Sammeln von Regenwasser fördern
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Jahr um Jahr ist es dasselbe: Dürre im Sommer, Probleme mit der Wasserversorgung, sintflutartige Regenfälle, Überschwemmungen im Siedlungsgebiet, Murgänge in den Bergen.&nbsp;</p><p>Ob das Wasser nun fehlt oder in unkontrollierbaren Mengen fällt – es birgt ein enormes Potenzial, das bestmöglich genutzt werden muss. Das Regenwasser als weiches Wasser ist besonders geeignet für Waschmaschinen und sanitäre Einrichtungen sowie für Reinigungsarbeiten, insbesondere aber für die Gartenbewässerung. Es gibt Systeme, mit denen durchschnittlich 600 Liter Regenwasser pro m2 Dachfläche aufgefangen werden können (also 60&nbsp;000 Liter pro Jahr für ein Dach von 100 m2). Selbst in den Monaten, in denen es wenig regnet, können 30‒40 Liter Niederschlagswasser pro m2 Dachfläche zurückbehalten werden. Dabei ist zu bedenken, dass der durchschnittliche tägliche Pro-Kopf-Verbrauch in der Schweiz bei etwa 250 Litern liegt Durch einen verminderten Abfluss werden zudem die Schäden in Wohn-, Industrie- und Stadtgebieten begrenzt und die Überlastung der Kanalisationssysteme verringert. Eine integrierte Regenwasserbewirtschaftung ergibt somit durchaus Sinn.&nbsp;</p><p>Für eine komplette Anlage (Tank, Filter, Pumpe und Leitungsnetz) müssen Private mit Kosten zwischen 6000 und 9000 Franken rechnen. Einige Gemeinden wie die Stadt Lausanne oder die Gemeinde Leytron im Rhonetal übernehmen einen kleinen Teil der Investitionskosten für solche Einrichtungen. Der Bundesrat weist in seinem Bericht vom 15. Mai 2022 «Wasserversorgungssicherheit und Wassermanagement» in Erfüllung des Postulats <a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.parlament.ch%2Ffr%2Fratsbetrieb%2Fsuche-curia-vista%2Fgeschaeft%3FAffairId%3D20183610&amp;data=05%7C02%7Cbenjamin.roduit%40parl.ch%7C867d80e40dc44b35f73b08dda3a3348c%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638846643548104641%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&amp;sdata=P7ae1tl1bQmz8GDtfOO3jD7PcGzKjSnEWubQmcw1GMs%3D&amp;reserved=0">18.3610</a> Rieder darauf hin, dass die privaten Regenwasserspeicher von Interesse sind, weil sie einen wirksamen Beitrag zum kleinräumigen Wasserrückhalt leisten, insbesondere für die Gartenbewässerung. Der Bundesrat soll die am besten geeigneten Massnahmen vorschlagen, sei es in Form einer Beteiligung an der Subventionierung oder in Form einer Steuerbefreiung für die Installationskosten.</p>
    • <span><p><span>Der Bund befürwortet die private Regenwasserspeicherung und -nutzung. Grundsätzlich ist nicht verschmutztes Niederschlagswasser versickern zu lassen oder, wenn die örtlichen Verhältnisse dies nicht erlauben, in ein oberirdisches Gewässer einzuleiten (Art. 7 Abs. 2 Gewässerschutzgesetz; SR</span><span>&nbsp;</span><span>814.20). Die Kantone und Gemeinden sind verpflichtet, die Siedlungsentwässerung entsprechend auszurichten (Art. 5 Gewässerschutzverordnung; SR 814.201). Diese Vorgaben fördern die Neubildung des Grundwassers und unterstützen eine an den Klimawandel angepasste Regenwasserbewirtschaftung. Bund, Kantone und Fachverbände (Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute VSA und Fachverband für Wasser, Gas und Wärme SVGW) unterstützen Gemeinden und Private bei der praktischen Umsetzung mit Empfehlungen. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Es liegt in der Verantwortung der Kantone, Gebiete mit knappen Wasserressourcen zu ermitteln und eine an die Region angepasste Wasserbewirtschaftung zu fördern. Mit den Programmen des Bundes zur Strukturverbesserung in der Landwirtschaft und zur Anpassung an den Klimawandel «Adapt+» bestehen bereits Möglichkeiten, finanzielle Unterstützung für Massnahmen zur Sammlung des Regenwassers zu erhalten. Eine weiterführende schweizweite finanzielle Förderung von Regenwasserspeicherung und </span><br><span>-nutzung für Private und Gemeinden durch den Bund ist aus Sicht des Bundesrates nicht zweckmässig.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, Massnahmen zu treffen, die darauf hinwirken, dass Private und Gemeinden Einrichtungen zum Sammeln von Regenwasser installieren.</p>
    • Das Sammeln von Regenwasser fördern

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