Beschattung aller Wartebereiche in der Zuständigkeit des Bundes
- ShortId
-
25.3934
- Id
-
20253934
- Updated
-
14.11.2025 02:36
- Language
-
de
- Title
-
Beschattung aller Wartebereiche in der Zuständigkeit des Bundes
- AdditionalIndexing
-
2841;52
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die Klimaerwärmung bringt immer mehr Risiken für Mensch und Natur mit sich. Das Bundesamt für Umwelt hat diese Risiken kürzlich im Bericht «Klima-Risikoanalyse für die Schweiz» bewertet und die zu erwartende Entwicklung bis zum Jahr 2060 beschrieben. Die zunehmende Hitzebelastung stellt heute und in Zukunft das grösste Risiko für die menschliche Gesundheit dar, und dieses Risiko wird mit der Alterung der Bevölkerung noch zunehmen.<br>Hitze ist für den menschlichen Körper eine extreme Belastung. Neben der Einschränkung des Wohlbefindens kann Hitze zu Erschöpfung und Hitzschlägen führen und bestehende Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-, Atemwegs-, Nieren- oder psychische Erkrankungen verstärken. Bei starken Beschwerden sind Hospitalisierungen notwendig, die zu Mehrkosten in der medizinischen Versorgung führen. Infolge Hitzeperioden treten mehr Todesfälle auf. Schon heute wird in der Schweiz von mehreren Hundert hitzebedingten Todesfällen pro Jahr ausgegangen.</p><p> </p><p>Im Kampf gegen die Auswirkungen von Hitzeperioden spielt die Beschattung eine entscheidende Rolle. Bäumen senken die Temperatur dank des Schattens, den die Bäume spenden, und dank deren Transpiration (Evapotranspiration), die die Luft abkühlt. Studien zeigen, dass eine Vergrösserung der Grünflächen die Temperaturen und die hitzebedingte Sterblichkeit deutlich senken kann. "Einen kühlen oder schattigen Ort aufsuchen": Das ist eine der Verhaltensregeln des BAG, um sich und andere gegen die Hitze zu schützen (vgl. Thema "Hitze" auf der Website des BAG). Der Bund sollte seine eigenen Empfehlungen befolgen und den Benutzerinnen und Benutzern seiner Infrastrukturen ermöglichen, sich möglichst gut gegen die Hitze zu schützen.</p>
- <span><p><span>In der Klima-Risikoanalyse wurde die Auswirkung der zunehmenden Hitzebelastung auf die menschliche Gesundheit als grösstes Risiko des Klimawandels in der Schweiz beurteilt. Eine Massnahme zum Schutz der Bevölkerung vor der zunehmenden Sommerhitze ist die klimaangepasste Siedlungsentwicklung. Die Bundesämter für Umwelt (BAFU) und für Raumentwicklung (ARE) haben dazu 2018 den Bericht «Hitze in Städten – Grundlage für eine klimaangepasste Siedlungsentwicklung» publiziert. Darin sind zahlreiche planerische Massnahmen zusammengefasst, die aufzeigen, wie Städte und Gemeinden der zunehmenden Hitzebelastung entgegenwirken können. Auch das Thema Beschattung wird im Bericht prominent behandelt.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Für die Freiraumgestaltung im Siedlungsgebiet inkl. Beschattung sind die Kantone und Gemeinden verantwortlich. Sie verfügen dazu im Raumplanungsgesetz (Art. 3 Abs. 3 Bst. e; SR 700) über die rechtlichen Grundlagen. Diese Bestimmung besagt, dass Siedlungen nach den Bedürfnissen der Bevölkerung und der Wirtschaft zu gestalten sind und insbesondere viele Grünflächen und Bäume enthalten sollen. </span></p><p><span> </span></p><p><span>Die Überdachung von Bahnhöfen richtet sich vorwiegend nach den bahnbetrieblichen Erfordernissen und den Bedürfnissen der Infrastrukturbetreiber. Die Arbeitsgruppe «Adaptation Klimawandel» des Verbands öffentlicher Verkehr (VöV) erarbeitet derzeit Grundlagen um zu prüfen, ob Spezifikationen, Normen und Standards u.a. für Publikumsanlagen aufgrund der sich ändernden klimatischen Rahmenbedingungen angepasst werden müssen. Eine systematische Beschattung von Parkplätzen auf Autobahnraststätten und -rastplätzen ist derzeit nicht vorgesehen. Die Armee kennt keine spezifischen</span><span> </span><span>Regelungen und prüft das Thema Beschattung im Rahmen der jeweiligen Bauprojekte.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Im Rahmen der Erarbeitung der Ausführungsbestimmungen zu Artikel 10 «Vorbildfunktion von Bund und Kantonen» des Bundesgesetzes über die Ziele im Klimaschutz, die Innovation und die Stärkung der Energiesicherheit (SR 814.310) werden Massnahmen zur klimaangepassten Aussenraumgestaltung von Bundesbauten geprüft. Es ist derzeit kein zusätzlicher Auftrag notwendig.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die gesetzlichen Grundlagen und die betroffenen Verordnungen so zu ändern, dass Wartebereiche in seiner Zuständigkeit (z. B. Vorplätze von Immobilien, Autobahnrastplätze, Waffenplätze, in Absprache mit der SBB Perrons in Bahnhöfen usw.) genügend beschattet sind.</p>
- Beschattung aller Wartebereiche in der Zuständigkeit des Bundes
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
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- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Die Klimaerwärmung bringt immer mehr Risiken für Mensch und Natur mit sich. Das Bundesamt für Umwelt hat diese Risiken kürzlich im Bericht «Klima-Risikoanalyse für die Schweiz» bewertet und die zu erwartende Entwicklung bis zum Jahr 2060 beschrieben. Die zunehmende Hitzebelastung stellt heute und in Zukunft das grösste Risiko für die menschliche Gesundheit dar, und dieses Risiko wird mit der Alterung der Bevölkerung noch zunehmen.<br>Hitze ist für den menschlichen Körper eine extreme Belastung. Neben der Einschränkung des Wohlbefindens kann Hitze zu Erschöpfung und Hitzschlägen führen und bestehende Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-, Atemwegs-, Nieren- oder psychische Erkrankungen verstärken. Bei starken Beschwerden sind Hospitalisierungen notwendig, die zu Mehrkosten in der medizinischen Versorgung führen. Infolge Hitzeperioden treten mehr Todesfälle auf. Schon heute wird in der Schweiz von mehreren Hundert hitzebedingten Todesfällen pro Jahr ausgegangen.</p><p> </p><p>Im Kampf gegen die Auswirkungen von Hitzeperioden spielt die Beschattung eine entscheidende Rolle. Bäumen senken die Temperatur dank des Schattens, den die Bäume spenden, und dank deren Transpiration (Evapotranspiration), die die Luft abkühlt. Studien zeigen, dass eine Vergrösserung der Grünflächen die Temperaturen und die hitzebedingte Sterblichkeit deutlich senken kann. "Einen kühlen oder schattigen Ort aufsuchen": Das ist eine der Verhaltensregeln des BAG, um sich und andere gegen die Hitze zu schützen (vgl. Thema "Hitze" auf der Website des BAG). Der Bund sollte seine eigenen Empfehlungen befolgen und den Benutzerinnen und Benutzern seiner Infrastrukturen ermöglichen, sich möglichst gut gegen die Hitze zu schützen.</p>
- <span><p><span>In der Klima-Risikoanalyse wurde die Auswirkung der zunehmenden Hitzebelastung auf die menschliche Gesundheit als grösstes Risiko des Klimawandels in der Schweiz beurteilt. Eine Massnahme zum Schutz der Bevölkerung vor der zunehmenden Sommerhitze ist die klimaangepasste Siedlungsentwicklung. Die Bundesämter für Umwelt (BAFU) und für Raumentwicklung (ARE) haben dazu 2018 den Bericht «Hitze in Städten – Grundlage für eine klimaangepasste Siedlungsentwicklung» publiziert. Darin sind zahlreiche planerische Massnahmen zusammengefasst, die aufzeigen, wie Städte und Gemeinden der zunehmenden Hitzebelastung entgegenwirken können. Auch das Thema Beschattung wird im Bericht prominent behandelt.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Für die Freiraumgestaltung im Siedlungsgebiet inkl. Beschattung sind die Kantone und Gemeinden verantwortlich. Sie verfügen dazu im Raumplanungsgesetz (Art. 3 Abs. 3 Bst. e; SR 700) über die rechtlichen Grundlagen. Diese Bestimmung besagt, dass Siedlungen nach den Bedürfnissen der Bevölkerung und der Wirtschaft zu gestalten sind und insbesondere viele Grünflächen und Bäume enthalten sollen. </span></p><p><span> </span></p><p><span>Die Überdachung von Bahnhöfen richtet sich vorwiegend nach den bahnbetrieblichen Erfordernissen und den Bedürfnissen der Infrastrukturbetreiber. Die Arbeitsgruppe «Adaptation Klimawandel» des Verbands öffentlicher Verkehr (VöV) erarbeitet derzeit Grundlagen um zu prüfen, ob Spezifikationen, Normen und Standards u.a. für Publikumsanlagen aufgrund der sich ändernden klimatischen Rahmenbedingungen angepasst werden müssen. Eine systematische Beschattung von Parkplätzen auf Autobahnraststätten und -rastplätzen ist derzeit nicht vorgesehen. Die Armee kennt keine spezifischen</span><span> </span><span>Regelungen und prüft das Thema Beschattung im Rahmen der jeweiligen Bauprojekte.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Im Rahmen der Erarbeitung der Ausführungsbestimmungen zu Artikel 10 «Vorbildfunktion von Bund und Kantonen» des Bundesgesetzes über die Ziele im Klimaschutz, die Innovation und die Stärkung der Energiesicherheit (SR 814.310) werden Massnahmen zur klimaangepassten Aussenraumgestaltung von Bundesbauten geprüft. Es ist derzeit kein zusätzlicher Auftrag notwendig.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die gesetzlichen Grundlagen und die betroffenen Verordnungen so zu ändern, dass Wartebereiche in seiner Zuständigkeit (z. B. Vorplätze von Immobilien, Autobahnrastplätze, Waffenplätze, in Absprache mit der SBB Perrons in Bahnhöfen usw.) genügend beschattet sind.</p>
- Beschattung aller Wartebereiche in der Zuständigkeit des Bundes
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