Technologische Entwicklung der Fahrzeugsicherheitssysteme. Anpassung der Sicherheitsanforderungen an Strassentunnel

ShortId
25.3975
Id
20253975
Updated
14.11.2025 02:29
Language
de
Title
Technologische Entwicklung der Fahrzeugsicherheitssysteme. Anpassung der Sicherheitsanforderungen an Strassentunnel
AdditionalIndexing
48;24;09
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Der Bundesrat geht davon aus, dass automatisierte Fahrzeuge dereinst einen Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit leisten werden. Wie dieser Beitrag genau aussehen wird und ab welchem Zeitpunkt das automatisierte Fahren sein Potenzial entfalten kann, ist heute nicht verlässlich abschätzbar. Nach dem heutigen Erkenntnisstand ist davon auszugehen, dass herkömmlich gelenkte Fahrzeuge noch für einen längeren Zeitraum zum Einsatz kommen werden. Vor diesem Hintergrund beantwortet der Bundesrat die Fragen wie folgt:</p><p>&nbsp;</p><p>1 und 3) Das zuständige Bundesamt für Strassen passt die geltenden Vorschriften für den Strassenverkehr und die Standards für die Nationalstrassen laufend dem aktuellen Stand des Wissens an. Dasselbe gilt für die Normen in der Verantwortung des Schweizerischen Verbands der Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS) und des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA). Ein Vorgriff auf eine Entwicklung, deren Auswirkungen heute noch zu wenig bekannt sind, lehnt der Bundesrat ab.</p><p>&nbsp;</p><p>2) Für die Verbindung A2-A13 im Tessin wurde keine Tunnelvariante mit nur einer Tunnelröhre geprüft. Entsprechend liegen keine Kostenschätzungen für eine solche Variante vor. Der Bundesrat weist darauf hin, dass ein richtungsgetrennter Tunnelbetrieb mit zwei Röhren neben dem klaren Sicherheitsgewinn auch grosse Vorteile für den Fall von Ereignissen oder für Sanierungen bringt und einen wichtigen Beitrag für die Resilienz des Strassennetzes leistet. Dies gilt auch für eine Zukunft mit einer verstärkten Nutzung automatisierter Fahrzeuge.</p>
  • <p>Die neue Verordnung über das automatisierte Fahren erlaubt seit dem 1.&nbsp;März 2025 (nach der Teilrevision des Strassenverkehrsgesetzes im Jahr 2023) die Verwendung von Autobahnpiloten in typgenehmigten Fahrzeugen. Automatisiert verkehrende Fahrzeuge können laut Bundesrat die Verkehrssicherheit erhöhen und den Verkehrsfluss verbessern.</p><p>Durch die zunehmende Verbreitung des automatisierten Fahrens wird die Verkehrssicherheit weiterhin erhöht, gleichermassen wie bei den zahlreichen anderen Fahrerassistenzsystemen (Notbremsassistent, Spurhalteassistent), die es seit einigen Jahren für verschiedene Fahrzeugtypen gibt.</p><p>Fahrerassistenzsysteme verringern die Zahl der Auffahrunfälle, der Frontalzusammenstösse und der Kollisionen im Allgemeinen beträchtlich.</p><p>Durch das automatisierte Fahren wird der Verkehr massiv sicherer, so dass es fast keine Kollisionen mehr geben wird und Fahrfehler nicht mehr ausschlaggebend sein werden.&nbsp;</p><p>Aktuell werden Strassen nach kostspieligen Sicherheitsstandards geplant, die in Zukunft nicht mehr nötig sein werden. So muss beispielsweise bei Tunneln mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als 10&nbsp;000 Fahrzeugen je Tag und Fahrstreifen ein Doppelröhrentunnel mit Richtungsverkehr vorhanden sein (Weisung des Bundesamts für Strassen, ASTRA&nbsp;74001&nbsp;2.1 Sicherheitsanforderungen an Tunnel im Nationalstrassennetz).&nbsp;</p><p>Die Standards gelten seit 15&nbsp;Jahren und wurden nach schweren Unfällen eingeführt. In der Zwischenzeit hat sich die Technologie der Fahrzeugsicherheitssysteme jedoch stark weiterentwickelt.&nbsp;</p><p>Dank den heutigen und künftigen Sicherheitssystemen und dem automatisierten Fahren werden die Unfallzahlen bis in 20 bis 30&nbsp;Jahren stark zurückgehen; die Standards werden somit überflüssig.</p><p>Gegenwärtig plant das Bundesamt für Strassen die A2-A13 und übernimmt dabei das wesentlich teurere kantonale Projekt mit zwei Tunnelröhren und einer Fahrspur pro Richtung (die andere dient als Pannenstreifen). Angesichts der Entwicklung der Sicherheitssysteme und des sinkenden Unfallrisikos würde jedoch eine Tunnelröhre ausreichen.</p><p>1) Plant der Bundesrat, die Regelungen für die Strassenplanung im Hinblick auf diese technischen Entwicklungen zu überarbeiten?&nbsp;</p><p>2) Wie gross ist der Kostenunterschied zwischen der Lösung mit zwei Tunnelröhren und der Lösung mit einer Tunnelröhre für die Verkehrsverbindung A2-A13?</p><p>3) Welche Auswirkungen hätte eine generelle Revision der Regelungen für die Strassen- und Autobahnprojektierung, bei der die erwähnten Entwicklungen der Fahrzeugsicherheit im Allgemeinen und das automatisierte Fahren im Besonderen berücksichtigt werden?</p>
  • Technologische Entwicklung der Fahrzeugsicherheitssysteme. Anpassung der Sicherheitsanforderungen an Strassentunnel
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Der Bundesrat geht davon aus, dass automatisierte Fahrzeuge dereinst einen Beitrag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit leisten werden. Wie dieser Beitrag genau aussehen wird und ab welchem Zeitpunkt das automatisierte Fahren sein Potenzial entfalten kann, ist heute nicht verlässlich abschätzbar. Nach dem heutigen Erkenntnisstand ist davon auszugehen, dass herkömmlich gelenkte Fahrzeuge noch für einen längeren Zeitraum zum Einsatz kommen werden. Vor diesem Hintergrund beantwortet der Bundesrat die Fragen wie folgt:</p><p>&nbsp;</p><p>1 und 3) Das zuständige Bundesamt für Strassen passt die geltenden Vorschriften für den Strassenverkehr und die Standards für die Nationalstrassen laufend dem aktuellen Stand des Wissens an. Dasselbe gilt für die Normen in der Verantwortung des Schweizerischen Verbands der Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS) und des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA). Ein Vorgriff auf eine Entwicklung, deren Auswirkungen heute noch zu wenig bekannt sind, lehnt der Bundesrat ab.</p><p>&nbsp;</p><p>2) Für die Verbindung A2-A13 im Tessin wurde keine Tunnelvariante mit nur einer Tunnelröhre geprüft. Entsprechend liegen keine Kostenschätzungen für eine solche Variante vor. Der Bundesrat weist darauf hin, dass ein richtungsgetrennter Tunnelbetrieb mit zwei Röhren neben dem klaren Sicherheitsgewinn auch grosse Vorteile für den Fall von Ereignissen oder für Sanierungen bringt und einen wichtigen Beitrag für die Resilienz des Strassennetzes leistet. Dies gilt auch für eine Zukunft mit einer verstärkten Nutzung automatisierter Fahrzeuge.</p>
    • <p>Die neue Verordnung über das automatisierte Fahren erlaubt seit dem 1.&nbsp;März 2025 (nach der Teilrevision des Strassenverkehrsgesetzes im Jahr 2023) die Verwendung von Autobahnpiloten in typgenehmigten Fahrzeugen. Automatisiert verkehrende Fahrzeuge können laut Bundesrat die Verkehrssicherheit erhöhen und den Verkehrsfluss verbessern.</p><p>Durch die zunehmende Verbreitung des automatisierten Fahrens wird die Verkehrssicherheit weiterhin erhöht, gleichermassen wie bei den zahlreichen anderen Fahrerassistenzsystemen (Notbremsassistent, Spurhalteassistent), die es seit einigen Jahren für verschiedene Fahrzeugtypen gibt.</p><p>Fahrerassistenzsysteme verringern die Zahl der Auffahrunfälle, der Frontalzusammenstösse und der Kollisionen im Allgemeinen beträchtlich.</p><p>Durch das automatisierte Fahren wird der Verkehr massiv sicherer, so dass es fast keine Kollisionen mehr geben wird und Fahrfehler nicht mehr ausschlaggebend sein werden.&nbsp;</p><p>Aktuell werden Strassen nach kostspieligen Sicherheitsstandards geplant, die in Zukunft nicht mehr nötig sein werden. So muss beispielsweise bei Tunneln mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als 10&nbsp;000 Fahrzeugen je Tag und Fahrstreifen ein Doppelröhrentunnel mit Richtungsverkehr vorhanden sein (Weisung des Bundesamts für Strassen, ASTRA&nbsp;74001&nbsp;2.1 Sicherheitsanforderungen an Tunnel im Nationalstrassennetz).&nbsp;</p><p>Die Standards gelten seit 15&nbsp;Jahren und wurden nach schweren Unfällen eingeführt. In der Zwischenzeit hat sich die Technologie der Fahrzeugsicherheitssysteme jedoch stark weiterentwickelt.&nbsp;</p><p>Dank den heutigen und künftigen Sicherheitssystemen und dem automatisierten Fahren werden die Unfallzahlen bis in 20 bis 30&nbsp;Jahren stark zurückgehen; die Standards werden somit überflüssig.</p><p>Gegenwärtig plant das Bundesamt für Strassen die A2-A13 und übernimmt dabei das wesentlich teurere kantonale Projekt mit zwei Tunnelröhren und einer Fahrspur pro Richtung (die andere dient als Pannenstreifen). Angesichts der Entwicklung der Sicherheitssysteme und des sinkenden Unfallrisikos würde jedoch eine Tunnelröhre ausreichen.</p><p>1) Plant der Bundesrat, die Regelungen für die Strassenplanung im Hinblick auf diese technischen Entwicklungen zu überarbeiten?&nbsp;</p><p>2) Wie gross ist der Kostenunterschied zwischen der Lösung mit zwei Tunnelröhren und der Lösung mit einer Tunnelröhre für die Verkehrsverbindung A2-A13?</p><p>3) Welche Auswirkungen hätte eine generelle Revision der Regelungen für die Strassen- und Autobahnprojektierung, bei der die erwähnten Entwicklungen der Fahrzeugsicherheit im Allgemeinen und das automatisierte Fahren im Besonderen berücksichtigt werden?</p>
    • Technologische Entwicklung der Fahrzeugsicherheitssysteme. Anpassung der Sicherheitsanforderungen an Strassentunnel

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