Zukunftsorientierte Ausrichtung von Switzerland Global Enterprise. Bedürfnisse, internationale Vergleiche und Synergien mit kantonalen und regionalen Standortförderungen

ShortId
25.3990
Id
20253990
Updated
19.12.2025 14:44
Language
de
Title
Zukunftsorientierte Ausrichtung von Switzerland Global Enterprise. Bedürfnisse, internationale Vergleiche und Synergien mit kantonalen und regionalen Standortförderungen
AdditionalIndexing
15
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Switzerland Global Enterprise (S-GE) unterstützt CH-Unternehmen bei der Erschliessung internationaler Märkte und stärkt durch wertschöpfungsstarke Ansiedlungen den Wirtschafts- und Innovationsstandort. In Zeiten zunehmender protektionistischer Tendenzen, neuer Zölle und globaler Unsicherheiten ist es entscheidend, dass Export- und Standortförderung flexibel auf neue Rahmenbedingungen reagiert.<br>Die exportorientierten Unternehmen aller Branchen sind bedeutend für die Schweizer Wirtschaft. Besonders im Bereich der Technologie-, Digital- und Kommunikationsunternehmen ergeben sich grosse Chancen. Diese Branchen sind international skalierbar und können die Wettbewerbsposition langfristig sichern. Gleichzeitig zeigt ein Blick ins Ausland, dass andere Staaten ihre Exportförderagenturen verstärkt auf Zukunftsmärkte und dynamische Branchen ausrichten.<br>Neben der nationalen Ebene spielt auch die Zusammenarbeit mit kantonalen und regionalen Standortförderorganisationen eine wichtige Rolle. Optimal genutzte Synergien zwischen S-GE und regionalen Hubs können die Wirkung der Standortförderung erhöhen und den Wirtschaftsstandort Schweiz weltweit stärker positionieren.</p>
  • <span><ol><li><span>Die Exportförderung des Bundes ist grundsätzlich gut aufgestellt. Sie hat ihre Anpassungsfähigkeit auch in Krisen wie der Covid-19-Pandemie oder aktuell bezüglich der US-Zölle unter Beweis gestellt. So wurden zwischen März und September 2025 rund 1000 zusätzliche Anfragen bearbeitet. Die Wirksamkeit der Massnahmen wird regelmässig evaluiert und die Kundenzufriedenheit ist hoch. S-GE steht in regem Austausch mit Schweizer KMU sowie mit Handelskammern und Verbänden, um die Bedürfnisse der Exportwirtschaft möglichst früh zu antizipieren und im Rahmen ihrer Mandate zielgerichtet aufzunehmen. Für die aktuelle Leistungsperiode (2024-2027) hat der Bundesrat Schwerpunkte vorgegeben: Diese umfassen unter anderem eine verstärkte geographische Konzentration, den weiteren Ausbau der Digitalisierung des Leistungsangebots sowie die Einbindung nationaler und internationaler Partner.</span></li><li><span>Hauptzielgruppe der Exportförderung sind exportierende KMU. S-GE stellt je nach Bedarf ein kostenloses Informationsangebot zu Marktgegebenheiten und spezifischen Themen zur Verfügung. Subsidiär zur Privatwirtschaft deckt ein kostenpflichtiges Beratungsangebot die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Firmen passgenau ab. Dabei arbeitet S-GE eng mit Branchenverbänden und internationalen Experten zusammen, um spezifisches Fachwissen zu nutzen.</span></li><li><span>Die Förderung der Schweizer Wirtschaft und insbesondere der Exporteure ist auch eine wichtige Aufgabe der Schweizer Auslandvertretungen. In den für die Exportwirtschaft wichtigsten Märkten erfolgt die Leistungserbringung von S-GE via Swiss Business Hubs (SBH). Diese sind in die Schweizer Botschaften oder Generalkonsulate integriert. Zusätzlich zu den Beiträgen an S-GE finanziert der Bund auch die Personal- (90 FTE) und Betriebskosten der SBH. Die Marktwahl erfolgt in enger Abstimmung zwischen dem EDA, dem SECO und S-GE. Damit wird den Interessen der Wirtschaft sowie des Bundes, etwa bezüglich der konkreten Nutzung von Freihandelsabkommen, effizient und wirksam Rechnung getragen. </span></li><li><span>Im internationalen Vergleich ist festzustellen, dass das Leistungsangebot von S-GE in der Exportförderung aber auch in der Standortpromotion fortschrittlich ist. So gehört S-GE gemäss dem International Trade Center (ITC) zu den weltweit Top 3 der Handelsförderorganisationen. Hervorgehoben werden insbesondere der hohe Digitalisierungsgrad, welcher ein zeit- und ortsunabhängiges Angebot ermöglicht, und der umfassende Einbezug von privaten Partnern wie Verbänden und Experten. </span></li><li><span>Die als Verbundaufgabe zwischen Bund und Kantonen angelegte nationale Standortpromotion, ausgeführt von S-GE, hat sich seit 2008 gut etabliert. Das Mandat an S-GE wird durch einen durch die VDK und das SECO co-präsidierten Steuerungsausschuss gesteuert, welcher nebst Strategie- und Controllingaufgaben auch der Identifikation und Nutzung von Synergien dient. Da die kantonalen und regionalen Wirtschaftsförderungen zudem eigene, auf ihre spezifischen Begebenheiten und Bedürfnisse abgestimmte Massnahmen zur Promotion ihres Wirtschaftsstandorts durchführen, kommt der Koordinationsaufgabe von S-GE hohe Bedeutung zu. Sie wird stetig und bedarfsorientiert weiterentwickelt.</span><span> </span></li><li><span>Schweizer Exporteure benötigen angesichts des volatilen internationalen Handelsumfeldes auch weiterhin adäquate und gezielte Unterstützung bei der Erschliessung von neuen Märkten und bei der Diversifizierung von Geschäftstätigkeiten. S-GE soll auch künftig ein bedarfsgerechtes und kundenfreundliches Angebot bereitstellen. Es wird auch vermehrt darum gehen, zusätzliche Verpflichtungen bei Handelsabkommen, beispielsweise in Bezug auf Investitionen im Partnerland, zu berücksichtigen und soweit möglich zur erfolgreichen Implementierung beizutragen. </span></li></ol></span>
  • <p>Es stellen sich deshalb folgende Fragen:</p><ul style="list-style-type:disc;"><li>Mit welchen bestehenden u. zusätzlichen Massnahmen will der BR die exportorientierten Schweizer KMU durch die Instrumente der Exportförderung optimal unterstützen, damit diese wettbewerbsfähig bleiben?</li><li>Wie wird sichergestellt, dass die unterschiedlichen Bedürfnisse der Unternehmen nach Branche, Unternehmensgrösse und Marktinteresse in der Exportförderung bzw. durch das Angebot von S-GE bedarfsgerecht abgedeckt werden?&nbsp;</li><li>Welche Rahmenbedingungen schafft der BR in der Exportförderung und Standortpromotion, damit S-GE in den für den Wirtschaftsstandort Schweiz relevanten Märkten stark u. professionell aufgestellt ist?&nbsp;</li><li>Welche Lehren zieht der BR aus dem Vergleich mit Exportförderorganisationen anderer Länder (z.B. D,F, A), insbesondere im Hinblick auf Branchenschwerpunkte, (digitales) Leistungsangebot oder Marktabdeckung?&nbsp;</li><li>Welche Möglichkeiten sieht der BR, die Zusammenarbeit zwischen S-GE und den kantonalen bzw. regionalen Standortförderorganisationen noch besser zu koordinieren und Synergien zu nutzen?&nbsp;</li><li>Welche Kompetenzen und Instrumente wären weiterzuentwickeln, um S-GE in einem sich verändernden globalen Umfeld zukunftsfähig aufzustellen?&nbsp;</li></ul>
  • Zukunftsorientierte Ausrichtung von Switzerland Global Enterprise. Bedürfnisse, internationale Vergleiche und Synergien mit kantonalen und regionalen Standortförderungen
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Switzerland Global Enterprise (S-GE) unterstützt CH-Unternehmen bei der Erschliessung internationaler Märkte und stärkt durch wertschöpfungsstarke Ansiedlungen den Wirtschafts- und Innovationsstandort. In Zeiten zunehmender protektionistischer Tendenzen, neuer Zölle und globaler Unsicherheiten ist es entscheidend, dass Export- und Standortförderung flexibel auf neue Rahmenbedingungen reagiert.<br>Die exportorientierten Unternehmen aller Branchen sind bedeutend für die Schweizer Wirtschaft. Besonders im Bereich der Technologie-, Digital- und Kommunikationsunternehmen ergeben sich grosse Chancen. Diese Branchen sind international skalierbar und können die Wettbewerbsposition langfristig sichern. Gleichzeitig zeigt ein Blick ins Ausland, dass andere Staaten ihre Exportförderagenturen verstärkt auf Zukunftsmärkte und dynamische Branchen ausrichten.<br>Neben der nationalen Ebene spielt auch die Zusammenarbeit mit kantonalen und regionalen Standortförderorganisationen eine wichtige Rolle. Optimal genutzte Synergien zwischen S-GE und regionalen Hubs können die Wirkung der Standortförderung erhöhen und den Wirtschaftsstandort Schweiz weltweit stärker positionieren.</p>
    • <span><ol><li><span>Die Exportförderung des Bundes ist grundsätzlich gut aufgestellt. Sie hat ihre Anpassungsfähigkeit auch in Krisen wie der Covid-19-Pandemie oder aktuell bezüglich der US-Zölle unter Beweis gestellt. So wurden zwischen März und September 2025 rund 1000 zusätzliche Anfragen bearbeitet. Die Wirksamkeit der Massnahmen wird regelmässig evaluiert und die Kundenzufriedenheit ist hoch. S-GE steht in regem Austausch mit Schweizer KMU sowie mit Handelskammern und Verbänden, um die Bedürfnisse der Exportwirtschaft möglichst früh zu antizipieren und im Rahmen ihrer Mandate zielgerichtet aufzunehmen. Für die aktuelle Leistungsperiode (2024-2027) hat der Bundesrat Schwerpunkte vorgegeben: Diese umfassen unter anderem eine verstärkte geographische Konzentration, den weiteren Ausbau der Digitalisierung des Leistungsangebots sowie die Einbindung nationaler und internationaler Partner.</span></li><li><span>Hauptzielgruppe der Exportförderung sind exportierende KMU. S-GE stellt je nach Bedarf ein kostenloses Informationsangebot zu Marktgegebenheiten und spezifischen Themen zur Verfügung. Subsidiär zur Privatwirtschaft deckt ein kostenpflichtiges Beratungsangebot die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Firmen passgenau ab. Dabei arbeitet S-GE eng mit Branchenverbänden und internationalen Experten zusammen, um spezifisches Fachwissen zu nutzen.</span></li><li><span>Die Förderung der Schweizer Wirtschaft und insbesondere der Exporteure ist auch eine wichtige Aufgabe der Schweizer Auslandvertretungen. In den für die Exportwirtschaft wichtigsten Märkten erfolgt die Leistungserbringung von S-GE via Swiss Business Hubs (SBH). Diese sind in die Schweizer Botschaften oder Generalkonsulate integriert. Zusätzlich zu den Beiträgen an S-GE finanziert der Bund auch die Personal- (90 FTE) und Betriebskosten der SBH. Die Marktwahl erfolgt in enger Abstimmung zwischen dem EDA, dem SECO und S-GE. Damit wird den Interessen der Wirtschaft sowie des Bundes, etwa bezüglich der konkreten Nutzung von Freihandelsabkommen, effizient und wirksam Rechnung getragen. </span></li><li><span>Im internationalen Vergleich ist festzustellen, dass das Leistungsangebot von S-GE in der Exportförderung aber auch in der Standortpromotion fortschrittlich ist. So gehört S-GE gemäss dem International Trade Center (ITC) zu den weltweit Top 3 der Handelsförderorganisationen. Hervorgehoben werden insbesondere der hohe Digitalisierungsgrad, welcher ein zeit- und ortsunabhängiges Angebot ermöglicht, und der umfassende Einbezug von privaten Partnern wie Verbänden und Experten. </span></li><li><span>Die als Verbundaufgabe zwischen Bund und Kantonen angelegte nationale Standortpromotion, ausgeführt von S-GE, hat sich seit 2008 gut etabliert. Das Mandat an S-GE wird durch einen durch die VDK und das SECO co-präsidierten Steuerungsausschuss gesteuert, welcher nebst Strategie- und Controllingaufgaben auch der Identifikation und Nutzung von Synergien dient. Da die kantonalen und regionalen Wirtschaftsförderungen zudem eigene, auf ihre spezifischen Begebenheiten und Bedürfnisse abgestimmte Massnahmen zur Promotion ihres Wirtschaftsstandorts durchführen, kommt der Koordinationsaufgabe von S-GE hohe Bedeutung zu. Sie wird stetig und bedarfsorientiert weiterentwickelt.</span><span> </span></li><li><span>Schweizer Exporteure benötigen angesichts des volatilen internationalen Handelsumfeldes auch weiterhin adäquate und gezielte Unterstützung bei der Erschliessung von neuen Märkten und bei der Diversifizierung von Geschäftstätigkeiten. S-GE soll auch künftig ein bedarfsgerechtes und kundenfreundliches Angebot bereitstellen. Es wird auch vermehrt darum gehen, zusätzliche Verpflichtungen bei Handelsabkommen, beispielsweise in Bezug auf Investitionen im Partnerland, zu berücksichtigen und soweit möglich zur erfolgreichen Implementierung beizutragen. </span></li></ol></span>
    • <p>Es stellen sich deshalb folgende Fragen:</p><ul style="list-style-type:disc;"><li>Mit welchen bestehenden u. zusätzlichen Massnahmen will der BR die exportorientierten Schweizer KMU durch die Instrumente der Exportförderung optimal unterstützen, damit diese wettbewerbsfähig bleiben?</li><li>Wie wird sichergestellt, dass die unterschiedlichen Bedürfnisse der Unternehmen nach Branche, Unternehmensgrösse und Marktinteresse in der Exportförderung bzw. durch das Angebot von S-GE bedarfsgerecht abgedeckt werden?&nbsp;</li><li>Welche Rahmenbedingungen schafft der BR in der Exportförderung und Standortpromotion, damit S-GE in den für den Wirtschaftsstandort Schweiz relevanten Märkten stark u. professionell aufgestellt ist?&nbsp;</li><li>Welche Lehren zieht der BR aus dem Vergleich mit Exportförderorganisationen anderer Länder (z.B. D,F, A), insbesondere im Hinblick auf Branchenschwerpunkte, (digitales) Leistungsangebot oder Marktabdeckung?&nbsp;</li><li>Welche Möglichkeiten sieht der BR, die Zusammenarbeit zwischen S-GE und den kantonalen bzw. regionalen Standortförderorganisationen noch besser zu koordinieren und Synergien zu nutzen?&nbsp;</li><li>Welche Kompetenzen und Instrumente wären weiterzuentwickeln, um S-GE in einem sich verändernden globalen Umfeld zukunftsfähig aufzustellen?&nbsp;</li></ul>
    • Zukunftsorientierte Ausrichtung von Switzerland Global Enterprise. Bedürfnisse, internationale Vergleiche und Synergien mit kantonalen und regionalen Standortförderungen

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