Sorgen die Ampeln auf der A2 südlich von Lugano für künstliche Staus?

ShortId
25.3994
Id
20253994
Updated
14.11.2025 02:31
Language
de
Title
Sorgen die Ampeln auf der A2 südlich von Lugano für künstliche Staus?
AdditionalIndexing
48
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>1.&nbsp;Nach mehreren schweren Unfällen in schweizerischen und ausländischen Tunneln hat das Bundesamt für Strassen (ASTRA) verschiedene Massnahmen ergriffen, die zur Tunnelsicherheit beitragen. Insbesondere soll mit Ampeln an den Tunnelportalen verhindert werden, dass sich zu viele Fahrzeuge im Tunnel stauen und die Insassen bei einem Brand vom Rauch überrascht werden und nicht fliehen können.</p><p>&nbsp;</p><p>2/4.&nbsp;Die Anlage schaltet sich präventiv ein, kurz bevor die Kapazität des Strassenabschnitts erreicht ist. Dass sich Kolonnen bilden, ist in jedem Fall unvermeidlich. Ohne Dosiersystem würde sich der Verkehr jedoch im Tunnel stauen, was ein deutlich höheres Risiko bergen würde. Um Unannehmlichkeiten zu vermindern, passt das ASTRA die Parameter für den Ampelbetrieb regelmässig an, sofern dies ohne Sicherheitseinbussen möglich ist.</p><p>&nbsp;</p><p>3.&nbsp;Der Bundesrat ist sich der negativen Folgen für den Verkehr auf dem nachgelagerten Strassennetz bewusst. Diese werden in den Analysen berücksichtigt und laufend beobachtet.</p><p>&nbsp;</p><p>5. Da die Sicherheit der Autobahnbenutzerinnen und -benutzer jederzeit gewährleistet sein muss, besteht keinerlei Spielraum für Versuche.</p><p>&nbsp;</p><p>6. Um zu verhindern, dass sich die Ampeln an den Tunnelportalen einschalten, müsste in der ganzen Region während den Stosszeiten der Verkehr an den Autobahnauffahrten dosiert werden. Dies hätte eine Überlastung der nachgelagerten Kantons- und Gemeindestrassen zur Folge.</p>
  • <p>An den Portalen der Autobahntunnel San Salvatore und Collina d'Oro auf der A2 stehen seit über fünf Jahren Ampeln, die sich zu den Stosszeiten einschalten. Seit ihrer Inbetriebnahme sorgen sie für Missstimmung, da sie die Durchfahrt auf ohnehin schon überlasteten Strecken ohne sichtbaren Nutzen erschweren.</p><p>Oft scheinen sich die Ampeln mehr aus Vorsicht als aus Notwendigkeit einzuschalten: Manchmal sind sie in Betrieb, obwohl es keinen Stau hat, der sich dann aber in Folge des Rotlichts bildet. Die Auswirkungen betreffen nicht nur die Autobahn, sondern auch die Nebenstrassen. In Lugano Nord (Manno) reichen die Autoschlangen oft von der Autobahn bis zum Kreisel Bioggio und blockieren auch die Fahrzeuge, die gar nicht auf die Autobahn wollen.</p><p>Laut seiner Antwort auf die Interpellation&nbsp;24.3621 ist sich der Bundesrat bewusst, dass sich der Ampelbetrieb nachteilig auf den Verkehrsfluss in der ganzen Region auswirkt. Er lehnt jedoch sowohl eine Kosten-Nutzen-Analyse der Ampelanlagen als auch die versuchsweise Abschaltung aus. Dabei beruft er sich auf Sicherheitsgründe und führt keine objektiven Daten an, wie beispielsweise Daten über die Unfallentwicklung.</p><p>&nbsp;</p><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><ol><li>Auf welcher objektiven Grundlage basiert die Aussage, dass die Autobahnampeln die Sicherheit erhöhen? Gibt es messbare Daten, die diese Aussage belegen?</li><li>Teilt der Bundesrat die Ansicht, dass die Ampeln zu Stau führen, den sie eigentlich regulieren sollten, wenn sie bei Nicht-Stau eingeschaltet werden?</li><li>Ist ihm bewusst, dass dies auch auf den Nebenstrassen im Malcantone und in der Region Lugano zu Staus führt?</li><li>Ist er bereit, einen Handlungsspielraum einzuräumen, so dass die Ampeln nur bei tatsächlichem Bedarf eingeschaltet werden können und es weniger künstliche Staus gibt?</li><li>Hält er es für angemessen, die Auswirkungen auf die Sicherheit und den Verkehrsfluss in einer Testphase zu prüfen, während der die Ampeln vorübergehend ausgeschaltet werden?</li><li>Wird er kurzfristige Massnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass der durch die Ampeln verursachte Mehrverkehr auf die Kantons- und Gemeindestrassen ausweicht und die regionale Mobilität beeinträchtigt?</li></ol>
  • Sorgen die Ampeln auf der A2 südlich von Lugano für künstliche Staus?
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>1.&nbsp;Nach mehreren schweren Unfällen in schweizerischen und ausländischen Tunneln hat das Bundesamt für Strassen (ASTRA) verschiedene Massnahmen ergriffen, die zur Tunnelsicherheit beitragen. Insbesondere soll mit Ampeln an den Tunnelportalen verhindert werden, dass sich zu viele Fahrzeuge im Tunnel stauen und die Insassen bei einem Brand vom Rauch überrascht werden und nicht fliehen können.</p><p>&nbsp;</p><p>2/4.&nbsp;Die Anlage schaltet sich präventiv ein, kurz bevor die Kapazität des Strassenabschnitts erreicht ist. Dass sich Kolonnen bilden, ist in jedem Fall unvermeidlich. Ohne Dosiersystem würde sich der Verkehr jedoch im Tunnel stauen, was ein deutlich höheres Risiko bergen würde. Um Unannehmlichkeiten zu vermindern, passt das ASTRA die Parameter für den Ampelbetrieb regelmässig an, sofern dies ohne Sicherheitseinbussen möglich ist.</p><p>&nbsp;</p><p>3.&nbsp;Der Bundesrat ist sich der negativen Folgen für den Verkehr auf dem nachgelagerten Strassennetz bewusst. Diese werden in den Analysen berücksichtigt und laufend beobachtet.</p><p>&nbsp;</p><p>5. Da die Sicherheit der Autobahnbenutzerinnen und -benutzer jederzeit gewährleistet sein muss, besteht keinerlei Spielraum für Versuche.</p><p>&nbsp;</p><p>6. Um zu verhindern, dass sich die Ampeln an den Tunnelportalen einschalten, müsste in der ganzen Region während den Stosszeiten der Verkehr an den Autobahnauffahrten dosiert werden. Dies hätte eine Überlastung der nachgelagerten Kantons- und Gemeindestrassen zur Folge.</p>
    • <p>An den Portalen der Autobahntunnel San Salvatore und Collina d'Oro auf der A2 stehen seit über fünf Jahren Ampeln, die sich zu den Stosszeiten einschalten. Seit ihrer Inbetriebnahme sorgen sie für Missstimmung, da sie die Durchfahrt auf ohnehin schon überlasteten Strecken ohne sichtbaren Nutzen erschweren.</p><p>Oft scheinen sich die Ampeln mehr aus Vorsicht als aus Notwendigkeit einzuschalten: Manchmal sind sie in Betrieb, obwohl es keinen Stau hat, der sich dann aber in Folge des Rotlichts bildet. Die Auswirkungen betreffen nicht nur die Autobahn, sondern auch die Nebenstrassen. In Lugano Nord (Manno) reichen die Autoschlangen oft von der Autobahn bis zum Kreisel Bioggio und blockieren auch die Fahrzeuge, die gar nicht auf die Autobahn wollen.</p><p>Laut seiner Antwort auf die Interpellation&nbsp;24.3621 ist sich der Bundesrat bewusst, dass sich der Ampelbetrieb nachteilig auf den Verkehrsfluss in der ganzen Region auswirkt. Er lehnt jedoch sowohl eine Kosten-Nutzen-Analyse der Ampelanlagen als auch die versuchsweise Abschaltung aus. Dabei beruft er sich auf Sicherheitsgründe und führt keine objektiven Daten an, wie beispielsweise Daten über die Unfallentwicklung.</p><p>&nbsp;</p><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><ol><li>Auf welcher objektiven Grundlage basiert die Aussage, dass die Autobahnampeln die Sicherheit erhöhen? Gibt es messbare Daten, die diese Aussage belegen?</li><li>Teilt der Bundesrat die Ansicht, dass die Ampeln zu Stau führen, den sie eigentlich regulieren sollten, wenn sie bei Nicht-Stau eingeschaltet werden?</li><li>Ist ihm bewusst, dass dies auch auf den Nebenstrassen im Malcantone und in der Region Lugano zu Staus führt?</li><li>Ist er bereit, einen Handlungsspielraum einzuräumen, so dass die Ampeln nur bei tatsächlichem Bedarf eingeschaltet werden können und es weniger künstliche Staus gibt?</li><li>Hält er es für angemessen, die Auswirkungen auf die Sicherheit und den Verkehrsfluss in einer Testphase zu prüfen, während der die Ampeln vorübergehend ausgeschaltet werden?</li><li>Wird er kurzfristige Massnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass der durch die Ampeln verursachte Mehrverkehr auf die Kantons- und Gemeindestrassen ausweicht und die regionale Mobilität beeinträchtigt?</li></ol>
    • Sorgen die Ampeln auf der A2 südlich von Lugano für künstliche Staus?

Back to List