Ordonnanzmunition GP 90 am Limit. Schweizer Munition erfüllt moderne Anforderungen nicht mehr
- ShortId
-
25.4004
- Id
-
20254004
- Updated
-
19.12.2025 14:46
- Language
-
de
- Title
-
Ordonnanzmunition GP 90 am Limit. Schweizer Munition erfüllt moderne Anforderungen nicht mehr
- AdditionalIndexing
-
09
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>1. Die Wirkung der Gewehrpatrone 90 (GP90) erfüllt die heutigen Anforderungen und ist mit NATO-Standards vergleichbar. Weder aus taktischer noch aus technischer Sicht ist der Bedarf vorhanden, eine andere Munition für das Sturmgewehr 90 zu beschaffen.</p><p> </p><p>2. Im Bericht des Bundesrates in Erfüllung des Postulats 23.3000 SiK-S vom 12. Januar 2023 und des Postulats 23.3131 Dittli vom 14. März 2023, <i>Verteidigungsfähigkeit und Kooperation</i>, hat der Bundesrat festgehalten, dass es eine zentrale Daueraufgabe der Armee sei, die benötigte Munition laufend zu beschaffen und zu bevorraten. Die Beschaffungsplanung wird stetig unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und militärischer Rahmenbedingungen sichergestellt. Die Bevorratung der GP90 deckt den Bedarf für die Ausbildung und den Einsatz.</p><p> </p><p>3./4./5. Die heutige Munition der Schweizer Armee wird den Anforderungen moderner Gefechte gerecht und ist mit NATO-Standards vergleichbar. Der Trend zu höherer Durchschlagskraft wird seitens Armee verfolgt. Mit der regelmässigen Mitwirkung in internationalen Gremien und Arbeitsgruppen der NATO stellt die Armee sicher, auch in Zukunft über das notwendige Know-how zur Entscheidungsfindung im Bereich der Beschaffung von Waffensystemen und Munition zu verfügen – auch bei der Einführung eines neuen Sturmgewehrs, was für Ende der 2030er Jahre vorgesehen ist.</p>
- <p>Im Fachmagazin Schweizer Soldat (Mai 2025) wurde aufgezeigt, dass die derzeitige Ordonnanzmunition GP-90 zwar höchste Anforderungen an Präzision und Zuverlässigkeit erfüllt, jedoch in Bezug auf die Durchschlagskraft den modernen Anforderungen nicht mehr genügt. Selbst auf kurze Distanz können heutige Schutzwesten damit nicht zuverlässig durchdrungen werden. Zum Vergleich: Laut dem Fachmagazin besitzt die NATO-Standardmunition SS109 bereits eine grössere Durchschlagskraft als die GP-90, welche aber bei modernen Schutzwesten oder leichten Panzerungen zunehmend nicht mehr ausreiche. In der Schweiz hat die Firma Swiss P mit Sitz in Thun bereits vor einigen Jahren eine weiterentwickelte Munition entwickelt, die gegenüber dem NATO-Standard eine bis zu 75% höhere Leistung erreicht. Trotzdem ist die GP-90 weiterhin Standardmunition der Armee, wodurch unsere Soldaten im Ernstfall einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind. Dies untergräbt nicht nur die Verteidigungsfähigkeit der Armee, sondern setzt unsere Soldaten im Ernstfall einem erheblichen, unmittelbar lebensbedrohlichen Risiko aus und gefährdet damit die Sicherheit und Schlagkraft der gesamten Milizarmee.</p><p> </p><p>Vor diesem Hintergrund bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p> </p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Teilt der Bundesrat die Einschätzung, dass die GP-90-Munition im Ernstfall unzureichende Wirkung entfaltet und damit die Einsatzfähigkeit der Armee beeinträchtigt ist, insbesondere im Vergleich zur NATO-Standardmunition SS109? </li><li>Plant der Bundesrat, die Lagerbestände an kriegstauglicher Munition zeitnah aufzustocken, um die Milizarmee kurzfristig einsatzbereit zu halten?</li><li>Welche Massnahmen ergreift der Bundesrat, um zeitnah kriegstaugliche Munition mit Hartkern oder vergleichbare Weiterentwicklungen bereitzustellen, die moderne Schutzwesten und leichte Panzerungen zuverlässig durchdringen?</li><li>Bis wann wird die Schweizer Milizarmee voraussichtlich wieder über Munition verfügen, die den Anforderungen moderner Gefechte gerecht wird und mit NATO-Standards vergleichbar ist?</li><li>Welche sicherheitspolitischen Risiken sieht der Bundesrat, falls die Schweizer Armee über mehrere Jahre hinweg nur mit eingeschränkt wirksamer Munition operieren muss, während NATO-Partner bereits leistungsfähigere Munition einsetzen?</li></ol>
- Ordonnanzmunition GP 90 am Limit. Schweizer Munition erfüllt moderne Anforderungen nicht mehr
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>1. Die Wirkung der Gewehrpatrone 90 (GP90) erfüllt die heutigen Anforderungen und ist mit NATO-Standards vergleichbar. Weder aus taktischer noch aus technischer Sicht ist der Bedarf vorhanden, eine andere Munition für das Sturmgewehr 90 zu beschaffen.</p><p> </p><p>2. Im Bericht des Bundesrates in Erfüllung des Postulats 23.3000 SiK-S vom 12. Januar 2023 und des Postulats 23.3131 Dittli vom 14. März 2023, <i>Verteidigungsfähigkeit und Kooperation</i>, hat der Bundesrat festgehalten, dass es eine zentrale Daueraufgabe der Armee sei, die benötigte Munition laufend zu beschaffen und zu bevorraten. Die Beschaffungsplanung wird stetig unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und militärischer Rahmenbedingungen sichergestellt. Die Bevorratung der GP90 deckt den Bedarf für die Ausbildung und den Einsatz.</p><p> </p><p>3./4./5. Die heutige Munition der Schweizer Armee wird den Anforderungen moderner Gefechte gerecht und ist mit NATO-Standards vergleichbar. Der Trend zu höherer Durchschlagskraft wird seitens Armee verfolgt. Mit der regelmässigen Mitwirkung in internationalen Gremien und Arbeitsgruppen der NATO stellt die Armee sicher, auch in Zukunft über das notwendige Know-how zur Entscheidungsfindung im Bereich der Beschaffung von Waffensystemen und Munition zu verfügen – auch bei der Einführung eines neuen Sturmgewehrs, was für Ende der 2030er Jahre vorgesehen ist.</p>
- <p>Im Fachmagazin Schweizer Soldat (Mai 2025) wurde aufgezeigt, dass die derzeitige Ordonnanzmunition GP-90 zwar höchste Anforderungen an Präzision und Zuverlässigkeit erfüllt, jedoch in Bezug auf die Durchschlagskraft den modernen Anforderungen nicht mehr genügt. Selbst auf kurze Distanz können heutige Schutzwesten damit nicht zuverlässig durchdrungen werden. Zum Vergleich: Laut dem Fachmagazin besitzt die NATO-Standardmunition SS109 bereits eine grössere Durchschlagskraft als die GP-90, welche aber bei modernen Schutzwesten oder leichten Panzerungen zunehmend nicht mehr ausreiche. In der Schweiz hat die Firma Swiss P mit Sitz in Thun bereits vor einigen Jahren eine weiterentwickelte Munition entwickelt, die gegenüber dem NATO-Standard eine bis zu 75% höhere Leistung erreicht. Trotzdem ist die GP-90 weiterhin Standardmunition der Armee, wodurch unsere Soldaten im Ernstfall einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind. Dies untergräbt nicht nur die Verteidigungsfähigkeit der Armee, sondern setzt unsere Soldaten im Ernstfall einem erheblichen, unmittelbar lebensbedrohlichen Risiko aus und gefährdet damit die Sicherheit und Schlagkraft der gesamten Milizarmee.</p><p> </p><p>Vor diesem Hintergrund bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p> </p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Teilt der Bundesrat die Einschätzung, dass die GP-90-Munition im Ernstfall unzureichende Wirkung entfaltet und damit die Einsatzfähigkeit der Armee beeinträchtigt ist, insbesondere im Vergleich zur NATO-Standardmunition SS109? </li><li>Plant der Bundesrat, die Lagerbestände an kriegstauglicher Munition zeitnah aufzustocken, um die Milizarmee kurzfristig einsatzbereit zu halten?</li><li>Welche Massnahmen ergreift der Bundesrat, um zeitnah kriegstaugliche Munition mit Hartkern oder vergleichbare Weiterentwicklungen bereitzustellen, die moderne Schutzwesten und leichte Panzerungen zuverlässig durchdringen?</li><li>Bis wann wird die Schweizer Milizarmee voraussichtlich wieder über Munition verfügen, die den Anforderungen moderner Gefechte gerecht wird und mit NATO-Standards vergleichbar ist?</li><li>Welche sicherheitspolitischen Risiken sieht der Bundesrat, falls die Schweizer Armee über mehrere Jahre hinweg nur mit eingeschränkt wirksamer Munition operieren muss, während NATO-Partner bereits leistungsfähigere Munition einsetzen?</li></ol>
- Ordonnanzmunition GP 90 am Limit. Schweizer Munition erfüllt moderne Anforderungen nicht mehr
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