Höhere Baukosten treiben Kosten für Substanzerhalt und Ausbau bei der Bahn nach oben
- ShortId
-
25.4012
- Id
-
20254012
- Updated
-
13.11.2025 23:51
- Language
-
de
- Title
-
Höhere Baukosten treiben Kosten für Substanzerhalt und Ausbau bei der Bahn nach oben
- AdditionalIndexing
-
24;48;44
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Wie beurteilt der Bundesrat die bisherige Entwicklung der Baukosten im Bahnbereich?</p><p>2. Wie werden sich aus Sicht des Bundesrats die Baukosten künftig weiter entwickeln?</p><p>3. Welche Möglichkeiten sieht der Bundesrat, einzelnen Kostensteigerungen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken?</p><p>4. Wie will der Bundesrat sicherstellen, dass die Projektbewertungen fair bleiben, wenn stetig steigende Kosten den ausgewiesenen Nutzen zu übersteuern drohen?</p>
- <span><p><span>1. Der Bundesrat ist sich der Kostensteigerungen bewusst. Das UVEK hat unter anderem aus diesem Grund die Überprüfung des Ausbaus der Bahninfrastruktur in Auftrag gegeben (Verkehr ’45). Neben dieser Überprüfung durch die ETH Zürich wurden auch diverse Massnahmen zur Kostentransparenz und Kostenreduktion eingeleitet. Dazu gehört insbesondere die Anpassung der Methodik zur Kostenschätzung in frühen Projektphasen (Kostentransparenz) und die Prüfung von Kostenreduktionspotenzialen in sämtlichen Projekten von Ausbau und Substanzerhalt durch eine verhältnismässige Anwendung von Normen und Standards. </span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Die Treiber für die Zunahme der Baukosten sind insbesondere die Bauteuerung sowie die Verfügbarkeit von Ressourcen (Planungs- und Bauunternehmen, Fachkräfte, Bauintervalle). Der Bundesrat erwartet derzeit keine Entspannung. Es bleibt im Moment noch offen, ob die derzeit geprüften Kostensenkungsmassnahmen die Kostensteigerungen dämpfen können. </span></p><p><span> </span></p><p><span>3. Bezüglich Kostensteigerung: siehe Antwort zur Frage 1. </span></p><p><span>Im Hinblick auf die Erfüllung des Postulates 23.3703 Würth vom 14.06.2023, sowie des Postulates 25.3080 Farinelli vom 10.03.2025, arbeitet der Bundesrat eng mit der Branche zusammen. Im Rahmen der Aufträge der Postulate Würth und Farinelli analysiert das Bundesamt für Verkehr (BAV) die relevanten hoheitlichen Regelungen und technischen Normen für die Bahninfrastruktur und prüft, ob diese kostentreibend wirken bzw. ob sich durch Anpassungen Einsparungen erzielen lassen.</span><br><span>Bezüglich Fachkräftemangel: Um das Berufsfeld sichtbar zu machen wirbt das BAV in Hochschulen sowie an Fachmessen für den Bahnbereich. Um den Wissenstransfer zu fördern, übernimmt das BAV nach Möglichkeit auch Lehrtätigkeiten in Bildungsinstitutionen. Darüber hinaus findet ein intensiver Austausch mit der Branche statt, um gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.</span></p><p><span> </span></p><p><span>4. Die Bewertung von Ausbauprojekten für die Bahn hat zwei Ziele. Einerseits geht es darum, zu einem definierten Zeitpunkt verschiedene Projekte miteinander zu vergleichen, um über deren Aufnahme in eine Botschaft zum Bahnausbau zu entscheiden. Dabei handelt es sich um eine relative Beurteilung und die Wahl derjenigen Massnahmen, welche das vergleichsweise beste Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen. In dieser vergleichenden Bewertung werden in der Regel Projekte mit gleichem Planungsstand verglichen, so dass auch die Kosten mit gleichem Stand verglichen werden. </span><br><span>Andererseits geht es aber auch darum, den effektiven volkswirtschaftlichen Nutzen abzüglich der Kosten von Projekten darzulegen. Kostensteigerungen führen dazu, dass sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis eines Projektes verschlechtert. Am Ende ist es ein politischer Entscheid, ob auch Ausbauten mit einem weniger guten Kosten-Nutzen-Verhältnis zur Umsetzung beschlossen werden.</span></p></span>
- <p>Bahnausbauten werden immer teurer. Zum einen hat das Bundesamt für Verkehr die Risikozuschläge für den Bahnausbau massiv erhöht. Zum anderen schlagen steigende Baukosten immer mehr zu Buche. Dies dürfte nicht ohne Auswirkungen auf die Kosten-Nutzen-Verhältnisse bleiben, welche der Projektbewertung zu Grunde liegen.</p><p>Gemäss Bundesamt für Statistik liegt der Baupreisindex gut 15 % über dem Niveau von 2013, als der Beschluss zum Bahninfrastrukturfonds BIF gefällt wurde. Der Anstieg ist vor allem seit 2020 markant. Die Teuerung verlangsamt sich in letzter Zeit zwar wieder, bleibt jedoch ansteigend. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von höheren Material-, Energie- und Lohnkosten bis hin zu verschärften Normen in etlichen Bereichen. Der anhaltende Fachkräftemangel im Bauwesen wirkt zusätzlich. Speziell im Bahnbau fehlen hochspezialisierte Berufsgruppen wie Oberleitungs- und Signaltechniker; bis 2040 wird ein Defizit von über 5’000 Fachkräften erwartet. </p>
- Höhere Baukosten treiben Kosten für Substanzerhalt und Ausbau bei der Bahn nach oben
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Wie beurteilt der Bundesrat die bisherige Entwicklung der Baukosten im Bahnbereich?</p><p>2. Wie werden sich aus Sicht des Bundesrats die Baukosten künftig weiter entwickeln?</p><p>3. Welche Möglichkeiten sieht der Bundesrat, einzelnen Kostensteigerungen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken?</p><p>4. Wie will der Bundesrat sicherstellen, dass die Projektbewertungen fair bleiben, wenn stetig steigende Kosten den ausgewiesenen Nutzen zu übersteuern drohen?</p>
- <span><p><span>1. Der Bundesrat ist sich der Kostensteigerungen bewusst. Das UVEK hat unter anderem aus diesem Grund die Überprüfung des Ausbaus der Bahninfrastruktur in Auftrag gegeben (Verkehr ’45). Neben dieser Überprüfung durch die ETH Zürich wurden auch diverse Massnahmen zur Kostentransparenz und Kostenreduktion eingeleitet. Dazu gehört insbesondere die Anpassung der Methodik zur Kostenschätzung in frühen Projektphasen (Kostentransparenz) und die Prüfung von Kostenreduktionspotenzialen in sämtlichen Projekten von Ausbau und Substanzerhalt durch eine verhältnismässige Anwendung von Normen und Standards. </span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Die Treiber für die Zunahme der Baukosten sind insbesondere die Bauteuerung sowie die Verfügbarkeit von Ressourcen (Planungs- und Bauunternehmen, Fachkräfte, Bauintervalle). Der Bundesrat erwartet derzeit keine Entspannung. Es bleibt im Moment noch offen, ob die derzeit geprüften Kostensenkungsmassnahmen die Kostensteigerungen dämpfen können. </span></p><p><span> </span></p><p><span>3. Bezüglich Kostensteigerung: siehe Antwort zur Frage 1. </span></p><p><span>Im Hinblick auf die Erfüllung des Postulates 23.3703 Würth vom 14.06.2023, sowie des Postulates 25.3080 Farinelli vom 10.03.2025, arbeitet der Bundesrat eng mit der Branche zusammen. Im Rahmen der Aufträge der Postulate Würth und Farinelli analysiert das Bundesamt für Verkehr (BAV) die relevanten hoheitlichen Regelungen und technischen Normen für die Bahninfrastruktur und prüft, ob diese kostentreibend wirken bzw. ob sich durch Anpassungen Einsparungen erzielen lassen.</span><br><span>Bezüglich Fachkräftemangel: Um das Berufsfeld sichtbar zu machen wirbt das BAV in Hochschulen sowie an Fachmessen für den Bahnbereich. Um den Wissenstransfer zu fördern, übernimmt das BAV nach Möglichkeit auch Lehrtätigkeiten in Bildungsinstitutionen. Darüber hinaus findet ein intensiver Austausch mit der Branche statt, um gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.</span></p><p><span> </span></p><p><span>4. Die Bewertung von Ausbauprojekten für die Bahn hat zwei Ziele. Einerseits geht es darum, zu einem definierten Zeitpunkt verschiedene Projekte miteinander zu vergleichen, um über deren Aufnahme in eine Botschaft zum Bahnausbau zu entscheiden. Dabei handelt es sich um eine relative Beurteilung und die Wahl derjenigen Massnahmen, welche das vergleichsweise beste Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen. In dieser vergleichenden Bewertung werden in der Regel Projekte mit gleichem Planungsstand verglichen, so dass auch die Kosten mit gleichem Stand verglichen werden. </span><br><span>Andererseits geht es aber auch darum, den effektiven volkswirtschaftlichen Nutzen abzüglich der Kosten von Projekten darzulegen. Kostensteigerungen führen dazu, dass sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis eines Projektes verschlechtert. Am Ende ist es ein politischer Entscheid, ob auch Ausbauten mit einem weniger guten Kosten-Nutzen-Verhältnis zur Umsetzung beschlossen werden.</span></p></span>
- <p>Bahnausbauten werden immer teurer. Zum einen hat das Bundesamt für Verkehr die Risikozuschläge für den Bahnausbau massiv erhöht. Zum anderen schlagen steigende Baukosten immer mehr zu Buche. Dies dürfte nicht ohne Auswirkungen auf die Kosten-Nutzen-Verhältnisse bleiben, welche der Projektbewertung zu Grunde liegen.</p><p>Gemäss Bundesamt für Statistik liegt der Baupreisindex gut 15 % über dem Niveau von 2013, als der Beschluss zum Bahninfrastrukturfonds BIF gefällt wurde. Der Anstieg ist vor allem seit 2020 markant. Die Teuerung verlangsamt sich in letzter Zeit zwar wieder, bleibt jedoch ansteigend. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von höheren Material-, Energie- und Lohnkosten bis hin zu verschärften Normen in etlichen Bereichen. Der anhaltende Fachkräftemangel im Bauwesen wirkt zusätzlich. Speziell im Bahnbau fehlen hochspezialisierte Berufsgruppen wie Oberleitungs- und Signaltechniker; bis 2040 wird ein Defizit von über 5’000 Fachkräften erwartet. </p>
- Höhere Baukosten treiben Kosten für Substanzerhalt und Ausbau bei der Bahn nach oben
Back to List