Für schnelle und effiziente Gentests im Wolfsmanagement. Aufhebung des Monopols in der Schweiz

ShortId
25.4034
Id
20254034
Updated
18.02.2026 22:50
Language
de
Title
Für schnelle und effiziente Gentests im Wolfsmanagement. Aufhebung des Monopols in der Schweiz
AdditionalIndexing
52
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Gegenwärtig werden in der Schweiz sämtliche genetischen Analysen von Wölfen einem einzigen Labor anvertraut: dem Labor für Naturschutzbiologie der Universität Lausanne. Dieses monopolistische System, das seit 1999 besteht, stösst auf Kritik:</p><ul><li>lange Vorlaufzeiten: Die Analysen werden in monatlichen Chargen durchgeführt, wobei die Bearbeitung selbst für dringende Fälle bis zu 15&nbsp;Tage dauert (für andere Fälle auch länger);</li><li>fehlende Prioritätskriterien für erfolgte Risse oder Verdacht auf Hybridisierung;</li><li>starre Verfahren und technologische Einschränkungen: Die Schweiz verwendet weniger fortschrittliche Methoden als andere Länder (mtDNA und Mikrosatelliten im Gegensatz zu SNP-Chips und HTS-Mikrosatelliten).</li></ul><p>In Deutschland (Senckenberg-Zentrum) oder Frankreich (öffentliche Ausschreibung alle vier Jahre) werden die Analysen dank wettbewerbsorientiertem Management, Dringlichkeitskriterien und harmonisierten Standards innerhalb von vier bis fünf&nbsp;Arbeitstagen garantiert. Und die Analysen sind hochwertig und transparent.</p><p>Ausserdem ist es wichtig, Schnelltests einzuführen:</p><ul><li>unmittelbare Reaktion auf Risse;</li><li>wirksame Prävention von Hybridisierung;</li><li>Legitimität und Glaubwürdigkeit politischer und rechtlicher Entscheide basierend auf zuverlässigen und aktuellen Daten.</li></ul><p>Eine kontrollierte Liberalisierung mit klaren Standards und regelmässigen öffentlichen Ausschreibungen würde ausserdem die Kosten senken, die Effizienz steigern und eine bessere Anpassung an regionale Bedürfnisse ermöglichen.</p>
  • <span><p><span>Das Bundesamt für Umwelt hat die Stiftung KORA mit dem Monitoring der Grossraubtiere in der Schweiz beauftragt. Im Rahmen dieses Mandats unterstützt KORA die Kantone bei der Durchführung genetischer Analysen. Die Priorisierung der Proben erfolgt situativ nach dem Ermessen des Kantons und nicht durch das Labor der Universität Lausanne (Laboratoire de biologie de la conservation [LBC]). Die KORA leitet die Proben gemäss den Bedürfnissen der Kantone anonym an das LBC weiter, sodass das LBC die Herkunft der Proben nicht kennt. Die Artbestimmung im LBC erfolgt innerhalb einer Woche, die Identifizierung des Individuums (beim Wolf) dauert eine weitere Woche. Das LBC ist damit ähnlich schnell wie die «Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung», das Referenzzentrum für Deutschland, und gehört somit zu den schnellsten Laboren Europas. Das LBC verfügt über eine hohe Kapazität (jährlich rund 2</span><span>&nbsp;</span><span>160 Proben) und ist fähig, die Kapazität dem Bedarf anzupassen. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Die in der Schweiz eingesetzten Methoden der genetischen Analyse von Wölfen entsprechen dem neuesten Stand der Technik. Das LBC hat die Hochdurchsatz-Screening (High-Throughput-Screening [HTS])-Mikrosatellitenmethode für nicht-invasive genetische Analysen entwickelt, welche genauere Ergebnisse ermöglicht. Sie wird für die genetische Analyse der Wölfe seit 2024 eingesetzt und nach und nach durch weitere europäische Länder übernommen. Nur sehr wenige Labors verfügen über die Kompetenzen für solche Analysen. In der Schweiz wäre derzeit ausser dem LBC kein anderes Labor in der Lage, diese Analysen durchzuführen.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Der Bundesrat teilt die Anliegen des Motionärs, die optimale wirtschaftliche und operative Effizienz bei der Durchführung genetischer Analysen anzustreben. Die Schweiz hat sich modern, effizient und transparent aufgestellt und stützt sich auf die vorhandenen Kompetenzen bei KORA und LBC. Ein Systemwechsel, wie mit der Motion gefordert, hätte einen erhöhten Koordinationsaufwand ohne Effizienzsteigerung zur Folge. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Zudem hat der Bundesrat die Annahme des Postulats 24.4300 Farinelli «Quantifizierung der Kosten des Wolfsmanagements» beantragt, welches einen Bericht zur Effizienz und den finanziellen Auswirkungen der getroffenen Massnahmen sowie zu möglichen Alternativen zur Kostenoptimierung verlangt. Der Bericht wird aufzeigen, ob aus ökonomischer Sicht Handlungsbedarf besteht. </span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird aufgefordert, die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, um:</p><ol><li>Dringlichkeitsverfahren einzuführen, mit denen Wölfe bei Rissen oder Verdacht auf Hybridisierung innert vier bis fünf&nbsp;Arbeitstagen genetisch untersucht werden können;</li><li>das Gentestsystem nach festgelegten Qualitätsstandards zu liberalisieren, indem es für akkreditierte öffentliche und private Labors geöffnet wird;</li><li>transparente Analysezeiträume und Prioritätskriterien sicherzustellen;</li><li>den Fortbestand und die Interoperabilität historischer genetischer Daten bei der Weitergabe von einem Labor zum anderen zu gewährleisten.</li></ol>
  • Für schnelle und effiziente Gentests im Wolfsmanagement. Aufhebung des Monopols in der Schweiz
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Gegenwärtig werden in der Schweiz sämtliche genetischen Analysen von Wölfen einem einzigen Labor anvertraut: dem Labor für Naturschutzbiologie der Universität Lausanne. Dieses monopolistische System, das seit 1999 besteht, stösst auf Kritik:</p><ul><li>lange Vorlaufzeiten: Die Analysen werden in monatlichen Chargen durchgeführt, wobei die Bearbeitung selbst für dringende Fälle bis zu 15&nbsp;Tage dauert (für andere Fälle auch länger);</li><li>fehlende Prioritätskriterien für erfolgte Risse oder Verdacht auf Hybridisierung;</li><li>starre Verfahren und technologische Einschränkungen: Die Schweiz verwendet weniger fortschrittliche Methoden als andere Länder (mtDNA und Mikrosatelliten im Gegensatz zu SNP-Chips und HTS-Mikrosatelliten).</li></ul><p>In Deutschland (Senckenberg-Zentrum) oder Frankreich (öffentliche Ausschreibung alle vier Jahre) werden die Analysen dank wettbewerbsorientiertem Management, Dringlichkeitskriterien und harmonisierten Standards innerhalb von vier bis fünf&nbsp;Arbeitstagen garantiert. Und die Analysen sind hochwertig und transparent.</p><p>Ausserdem ist es wichtig, Schnelltests einzuführen:</p><ul><li>unmittelbare Reaktion auf Risse;</li><li>wirksame Prävention von Hybridisierung;</li><li>Legitimität und Glaubwürdigkeit politischer und rechtlicher Entscheide basierend auf zuverlässigen und aktuellen Daten.</li></ul><p>Eine kontrollierte Liberalisierung mit klaren Standards und regelmässigen öffentlichen Ausschreibungen würde ausserdem die Kosten senken, die Effizienz steigern und eine bessere Anpassung an regionale Bedürfnisse ermöglichen.</p>
    • <span><p><span>Das Bundesamt für Umwelt hat die Stiftung KORA mit dem Monitoring der Grossraubtiere in der Schweiz beauftragt. Im Rahmen dieses Mandats unterstützt KORA die Kantone bei der Durchführung genetischer Analysen. Die Priorisierung der Proben erfolgt situativ nach dem Ermessen des Kantons und nicht durch das Labor der Universität Lausanne (Laboratoire de biologie de la conservation [LBC]). Die KORA leitet die Proben gemäss den Bedürfnissen der Kantone anonym an das LBC weiter, sodass das LBC die Herkunft der Proben nicht kennt. Die Artbestimmung im LBC erfolgt innerhalb einer Woche, die Identifizierung des Individuums (beim Wolf) dauert eine weitere Woche. Das LBC ist damit ähnlich schnell wie die «Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung», das Referenzzentrum für Deutschland, und gehört somit zu den schnellsten Laboren Europas. Das LBC verfügt über eine hohe Kapazität (jährlich rund 2</span><span>&nbsp;</span><span>160 Proben) und ist fähig, die Kapazität dem Bedarf anzupassen. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Die in der Schweiz eingesetzten Methoden der genetischen Analyse von Wölfen entsprechen dem neuesten Stand der Technik. Das LBC hat die Hochdurchsatz-Screening (High-Throughput-Screening [HTS])-Mikrosatellitenmethode für nicht-invasive genetische Analysen entwickelt, welche genauere Ergebnisse ermöglicht. Sie wird für die genetische Analyse der Wölfe seit 2024 eingesetzt und nach und nach durch weitere europäische Länder übernommen. Nur sehr wenige Labors verfügen über die Kompetenzen für solche Analysen. In der Schweiz wäre derzeit ausser dem LBC kein anderes Labor in der Lage, diese Analysen durchzuführen.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Der Bundesrat teilt die Anliegen des Motionärs, die optimale wirtschaftliche und operative Effizienz bei der Durchführung genetischer Analysen anzustreben. Die Schweiz hat sich modern, effizient und transparent aufgestellt und stützt sich auf die vorhandenen Kompetenzen bei KORA und LBC. Ein Systemwechsel, wie mit der Motion gefordert, hätte einen erhöhten Koordinationsaufwand ohne Effizienzsteigerung zur Folge. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Zudem hat der Bundesrat die Annahme des Postulats 24.4300 Farinelli «Quantifizierung der Kosten des Wolfsmanagements» beantragt, welches einen Bericht zur Effizienz und den finanziellen Auswirkungen der getroffenen Massnahmen sowie zu möglichen Alternativen zur Kostenoptimierung verlangt. Der Bericht wird aufzeigen, ob aus ökonomischer Sicht Handlungsbedarf besteht. </span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird aufgefordert, die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, um:</p><ol><li>Dringlichkeitsverfahren einzuführen, mit denen Wölfe bei Rissen oder Verdacht auf Hybridisierung innert vier bis fünf&nbsp;Arbeitstagen genetisch untersucht werden können;</li><li>das Gentestsystem nach festgelegten Qualitätsstandards zu liberalisieren, indem es für akkreditierte öffentliche und private Labors geöffnet wird;</li><li>transparente Analysezeiträume und Prioritätskriterien sicherzustellen;</li><li>den Fortbestand und die Interoperabilität historischer genetischer Daten bei der Weitergabe von einem Labor zum anderen zu gewährleisten.</li></ol>
    • Für schnelle und effiziente Gentests im Wolfsmanagement. Aufhebung des Monopols in der Schweiz

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