Startschwierigkeiten beim Ausbruch der zweiten Röhre des Gotthard-Strassentunnels

ShortId
25.4040
Id
20254040
Updated
12.02.2026 15:16
Language
de
Title
Startschwierigkeiten beim Ausbruch der zweiten Röhre des Gotthard-Strassentunnels
AdditionalIndexing
48;52;24
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <span><p><span>1.</span><span>&nbsp;</span><span>Der erste Abschnitt auf der Südseite des Gotthardtunnels verläuft durch Gestein, das infolge des Gletscherrückgangs stark geklüftet und lose ist. Diese anspruchsvolle Situation zeigte sich schon beim Ausbruch der ersten Röhre und fand Berücksichtigung in den geologischen Gutachten zum Bau der zweiten Röhre, unterstützt durch zusätzliche Sondierungsbohrungen und Untersuchungen, die zwischenzeitlich durchgeführt wurden.</span><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>2.</span><span>&nbsp;</span><span>Die geologischen Risiken waren bekannt und wurden bewertet; ein Ereignis dieser Grössenordnung wurde aber nicht erwartet. Um solchen Risiken vorzubeugen, waren bereits entsprechende Massnahmen vorgesehen. Darüber hinaus wurden im Budget wie auch im Zeitplan zusätzliche Reserven eingeplant.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>3./4.Die Anpassungen auf der Baustelle bringen nach aktuellem Wissenstand eine Verzögerung von rund sechs bis acht Monaten und zusätzliche Kosten von schätzungsweise 15 bis 20</span><span>&nbsp;</span><span>Millionen Franken mit sich. Sowohl Budget wie Zeitplan enthalten bewusst Reserven für solche Unwägbarkeiten, mit denen im Tunnelbau immer zu rechnen ist. Das genehmigte Budget kann eingehalten werden. Weiter werden Massnahmen geprüft, um die Auswirkungen auf den Zeitplan so gering wie möglich zu halten – beispielsweise durch Dreischichtbetrieb an sieben Tagen, ein Vorziehen gewisser Arbeiten oder eine Verlängerung des Vortriebs von Norden her. Das Ziel bleibt, den geplanten Eröffnungstermin der zweiten Röhre Ende</span><span>&nbsp;</span><span>2030 einzuhalten.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>5.</span><span>&nbsp;</span><span>Die Auswirkungen auf die Baustellenbereiche, in denen im Tagbau gearbeitet wird, werden gering sein: Es bedarf einer leicht angepassten Bewirtschaftung der Zwischenlager, die jedoch bereits für derartige Vorkommnisse ausgelegt sind. Für die Bevölkerung vor Ort bleibt die Massnahme weitgehend ohne spürbare Veränderungen; die zuständigen Behörden werden laufend informiert.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>6.</span><span>&nbsp;</span><span>Die Natur ist unberechenbar, und die Geologie ist trotz sorgfältiger Untersuchungen und Abklärungen keine exakte Wissenschaft. Gleichwohl werden die als besonders risikohaft bekannten geologischen Störzonen Guspis und Mesozoikum vorsorglich über die Zugangsstollen angegangen. Die Tremola-Serie kann dank der nun umgesetzten Massnahmen sicher und termingerecht überwunden werden.</span></p></span>
  • <p>Am 14.&nbsp;Februar 2025 wurde offiziell mit den Vortriebsarbeiten für die zweite Röhre des Gotthard-Strassentunnels begonnen, die bis 2030 fertiggestellt werden soll. Im Anschluss wird die erste Röhre bis 2033 saniert. Das Projekt ist für den Kanton Tessin existentiell: Nebst der Belastung, die eine solche Grossbaustelle für die gesamte Region mit sich bringt, verändert es auch das Erscheinungsbild des Dorfes Airolo.</p><p>&nbsp;</p><p>Im Juli teilte das Bundesamt für Strassen mit, dass die Tunnelbohrmaschine auf der Südseite bereits im Juni wegen <i>«geologischen Herausforderungen»</i> gestoppt werden musste und ein rund 500&nbsp;Meter langer Abschnitt im Sprengvortrieb ausgebrochen wird. Die Arbeiten verursachen eine Verzögerung von sechs bis acht Monaten und Zusatzkosten von 20&nbsp;Millionen&nbsp;Franken. Nun berichten die Zeitungen von einer möglichen Verzögerung von bis zu zwei Jahren.</p><p>&nbsp;</p><p>Um die von der Baustelle betroffene Bevölkerung möglichst früh mit den offiziellen Informationen zu versorgen und zu erfahren, wo die Arbeiten stehen und wie der Zeitplan aussieht, stellen wir dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>&nbsp;</p><ol><li><p>Wie steht es tatsächlich um die <i>«geologischen Herausforderungen»</i> (sprich: loses Gestein) auf den ersten Metern des Ausbruchs auf der Südseite?</p><p>&nbsp;</p></li><li><p>War dieses Risiko bekannt bzw. wurde es bei der Berechnung von Zeitplan und Kosten für die zweite Röhre als unvorhersehbarer Faktor berücksichtigt?</p><p>&nbsp;</p></li><li><p>Welche Verzögerungen sind zum heutigen Zeitpunkt bis zur Fertigstellung der zweiten Röhre, die ursprünglich für 2030 geplant war, zu erwarten?</p><p>&nbsp;</p></li><li><p>Für den Bau der zweiten Strassentunnelröhre wurden 2,14&nbsp;Milliarden Franken veranschlagt; mit welchen Zusatzkosten ist zum heutigen Zeitpunkt zu rechnen?</p><p>&nbsp;</p></li><li><p>Wie wirken sich die erwähnten Startschwierigkeiten beim Ausbruch auf der Südseite auf die Baustellenorganisation, auf die Region und die lokale Bevölkerung aus?</p><p>&nbsp;</p></li><li>Nach Überwindung dieser ersten geologischen Herausforderung beim Vortrieb: Ist auf der Südseite oder auf der Nordseite mit weiteren, derart grossen Unbekannten zu rechnen?</li></ol>
  • Startschwierigkeiten beim Ausbruch der zweiten Röhre des Gotthard-Strassentunnels
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <span><p><span>1.</span><span>&nbsp;</span><span>Der erste Abschnitt auf der Südseite des Gotthardtunnels verläuft durch Gestein, das infolge des Gletscherrückgangs stark geklüftet und lose ist. Diese anspruchsvolle Situation zeigte sich schon beim Ausbruch der ersten Röhre und fand Berücksichtigung in den geologischen Gutachten zum Bau der zweiten Röhre, unterstützt durch zusätzliche Sondierungsbohrungen und Untersuchungen, die zwischenzeitlich durchgeführt wurden.</span><span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>2.</span><span>&nbsp;</span><span>Die geologischen Risiken waren bekannt und wurden bewertet; ein Ereignis dieser Grössenordnung wurde aber nicht erwartet. Um solchen Risiken vorzubeugen, waren bereits entsprechende Massnahmen vorgesehen. Darüber hinaus wurden im Budget wie auch im Zeitplan zusätzliche Reserven eingeplant.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>3./4.Die Anpassungen auf der Baustelle bringen nach aktuellem Wissenstand eine Verzögerung von rund sechs bis acht Monaten und zusätzliche Kosten von schätzungsweise 15 bis 20</span><span>&nbsp;</span><span>Millionen Franken mit sich. Sowohl Budget wie Zeitplan enthalten bewusst Reserven für solche Unwägbarkeiten, mit denen im Tunnelbau immer zu rechnen ist. Das genehmigte Budget kann eingehalten werden. Weiter werden Massnahmen geprüft, um die Auswirkungen auf den Zeitplan so gering wie möglich zu halten – beispielsweise durch Dreischichtbetrieb an sieben Tagen, ein Vorziehen gewisser Arbeiten oder eine Verlängerung des Vortriebs von Norden her. Das Ziel bleibt, den geplanten Eröffnungstermin der zweiten Röhre Ende</span><span>&nbsp;</span><span>2030 einzuhalten.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>5.</span><span>&nbsp;</span><span>Die Auswirkungen auf die Baustellenbereiche, in denen im Tagbau gearbeitet wird, werden gering sein: Es bedarf einer leicht angepassten Bewirtschaftung der Zwischenlager, die jedoch bereits für derartige Vorkommnisse ausgelegt sind. Für die Bevölkerung vor Ort bleibt die Massnahme weitgehend ohne spürbare Veränderungen; die zuständigen Behörden werden laufend informiert.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>6.</span><span>&nbsp;</span><span>Die Natur ist unberechenbar, und die Geologie ist trotz sorgfältiger Untersuchungen und Abklärungen keine exakte Wissenschaft. Gleichwohl werden die als besonders risikohaft bekannten geologischen Störzonen Guspis und Mesozoikum vorsorglich über die Zugangsstollen angegangen. Die Tremola-Serie kann dank der nun umgesetzten Massnahmen sicher und termingerecht überwunden werden.</span></p></span>
    • <p>Am 14.&nbsp;Februar 2025 wurde offiziell mit den Vortriebsarbeiten für die zweite Röhre des Gotthard-Strassentunnels begonnen, die bis 2030 fertiggestellt werden soll. Im Anschluss wird die erste Röhre bis 2033 saniert. Das Projekt ist für den Kanton Tessin existentiell: Nebst der Belastung, die eine solche Grossbaustelle für die gesamte Region mit sich bringt, verändert es auch das Erscheinungsbild des Dorfes Airolo.</p><p>&nbsp;</p><p>Im Juli teilte das Bundesamt für Strassen mit, dass die Tunnelbohrmaschine auf der Südseite bereits im Juni wegen <i>«geologischen Herausforderungen»</i> gestoppt werden musste und ein rund 500&nbsp;Meter langer Abschnitt im Sprengvortrieb ausgebrochen wird. Die Arbeiten verursachen eine Verzögerung von sechs bis acht Monaten und Zusatzkosten von 20&nbsp;Millionen&nbsp;Franken. Nun berichten die Zeitungen von einer möglichen Verzögerung von bis zu zwei Jahren.</p><p>&nbsp;</p><p>Um die von der Baustelle betroffene Bevölkerung möglichst früh mit den offiziellen Informationen zu versorgen und zu erfahren, wo die Arbeiten stehen und wie der Zeitplan aussieht, stellen wir dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>&nbsp;</p><ol><li><p>Wie steht es tatsächlich um die <i>«geologischen Herausforderungen»</i> (sprich: loses Gestein) auf den ersten Metern des Ausbruchs auf der Südseite?</p><p>&nbsp;</p></li><li><p>War dieses Risiko bekannt bzw. wurde es bei der Berechnung von Zeitplan und Kosten für die zweite Röhre als unvorhersehbarer Faktor berücksichtigt?</p><p>&nbsp;</p></li><li><p>Welche Verzögerungen sind zum heutigen Zeitpunkt bis zur Fertigstellung der zweiten Röhre, die ursprünglich für 2030 geplant war, zu erwarten?</p><p>&nbsp;</p></li><li><p>Für den Bau der zweiten Strassentunnelröhre wurden 2,14&nbsp;Milliarden Franken veranschlagt; mit welchen Zusatzkosten ist zum heutigen Zeitpunkt zu rechnen?</p><p>&nbsp;</p></li><li><p>Wie wirken sich die erwähnten Startschwierigkeiten beim Ausbruch auf der Südseite auf die Baustellenorganisation, auf die Region und die lokale Bevölkerung aus?</p><p>&nbsp;</p></li><li>Nach Überwindung dieser ersten geologischen Herausforderung beim Vortrieb: Ist auf der Südseite oder auf der Nordseite mit weiteren, derart grossen Unbekannten zu rechnen?</li></ol>
    • Startschwierigkeiten beim Ausbruch der zweiten Röhre des Gotthard-Strassentunnels

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