Für die schweizweite Einführung des Nutri-Scores

ShortId
25.4044
Id
20254044
Updated
19.12.2025 11:27
Language
de
Title
Für die schweizweite Einführung des Nutri-Scores
AdditionalIndexing
2841;15
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <span><p><span>Die Vorbeugung gegen nichtübertragbare Krankheiten, wie Krebs, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ist ein wichtiges Ziel der Nationalen Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten des Bundesrates (www.bag.admin.ch &gt; Politik &amp; Gesetze &gt; Nationale Gesundheitspolitik &gt; Gesundheitspolitische Strategien &gt; Nationale Gesundheitsstrategien &gt; Nichtübertragbare Krankheiten &gt; Übersicht). Eine gesunde Ernährung trägt zur Reduktion des Risikos bei, an einer nichtübertragbaren Krankheit zu erkranken. Aus diesen Gründen fördert die Schweizer Ernährungsstrategie 2025–2032 (</span><a href="http://www.blv.admin.ch"><span>www.blv.admin.ch</span></a><span> &gt; Lebensmittel und Ernährung &gt; Ernährung &gt; Schweizer Ernährungsstrategie) eine ausgewogene und nachhaltige Ernährung. Die Ernährungskompetenz der Bevölkerung ist eines der Ziele und soll gestärkt werden. Die Kennzeichnung, die die Auswahl von gesunden und nachhaltigen Lebensmitteln erleichtern soll, ist prioritär. Der Nutri-Score wird in der Schweiz bereits freiwillig von einigen Marken verwendet und ist ein einfaches, anschauliches und allgemein verständliches Hilfsmittel. Er informiert die Konsumentinnen und Konsumenten mit einer Skala von A grün (ausgewogen) bis E rot (unausgewogen) über die Nährwertqualität eines Produkts, ermöglicht einen schnellen Vergleich ähnlicher Lebensmittel und hilft, fundierte Kaufentscheidungen zu treffen. Der Nutri-Score basiert auf einem Algorithmus, dessen wissenschaftlich validierte Parameter öffentlich zugänglich sind. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Den Unternehmen steht es frei, den Nutri-Score im Rahmen von Artikel</span><span>&nbsp;</span><span>39 der Verordnung des EDI betreffend die Information über Lebensmittel (SR</span><span>&nbsp;</span><span>817.022.16) zu verwenden, wobei sie sich an die Bedingungen von Santé publique France halten müssen, da ihr die Marke Nutri-Score gehört. Der Bundesrat hält es für richtig, dass die Verwendung freiwillig bleibt, da mit der Verpflichtung zur Nutzung ein technisches Handelshemmnis entstünde. Ausserdem ist die Verwendung des Nutri-Score in den anderen europäischen Ländern, die ihn eingeführt haben, ebenfalls freiwillig.</span><span>&nbsp; </span></p></span>
  • <p>Die kontinuierliche Zunahme von Übergewicht und Adipositas stellt in der Schweiz ein gravierendes Gesundheitsproblem dar. Im Jahr&nbsp;2022 waren rund 43&nbsp;Prozent der Erwachsenen betroffen. Bleiben wir untätig, dürfte dieser Anteil bis ins Jahr&nbsp;2050 auf 60&nbsp;Prozent steigen&nbsp;– bei Kindern könnte er zum gleichen Zeitpunkt nahezu bei einem Drittel liegen. Hauptgründe für den Anstieg sind unter anderem ein zunehmend bewegungsarmer Lebensstil sowie eine unausgewogene Ernährung mit zu viel Zucker, Salz und industriell verarbeiteten Fetten.</p><p>&nbsp;</p><p>Schlechte Ernährungsgewohnheiten haben schwerwiegende gesundheitliche Folgen: Sie stehen in direktem Zusammenhang mit dem rasanten Anstieg von Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und sogar bestimmten Krebsarten. Diese Krankheiten verursachen nicht nur vermeidbares menschliches Leid, sondern belasten auch unser Gesundheitssystem zunehmend.</p><p>&nbsp;</p><p>Wie kann man Konsumentinnen und Konsumenten dabei unterstützen, im Alltag fundierte Entscheidungen zu treffen? Und wie lässt sich die Lebensmittelbranche dazu bewegen, die Nährwertqualität ihrer Produkte zu verbessern? Der Nutri-Score liefert eine einfache, kostengünstige und wissenschaftlich validierte Antwort auf beide Fragen. Der Geschäftsführer einer grossen französischen Marke wies kürzlich darauf hin, dass der Nutri-Score ihnen helfe, für eine ausgewogenere Ernährung die Rezepturen zu verbessern. Das Fazit des Geschäftsführers: Wer klug isst, informiert sich vorher.</p><p>&nbsp;</p><p>Das bereits von sieben europäischen Ländern&nbsp;– darunter auch von der Schweiz&nbsp;– eingeführte Kennzeichnungssystem ermöglicht es, die Nährwertqualität von Lebensmitteln auf einen Blick zu erfassen und zu vergleichen. Es hat sich als wirkungsvolles Instrument zur Förderung einer gesünderen Ernährung erwiesen und zahlreiche Marken dazu bewegt, ihre Rezepturen zu überarbeiten. Studien zeigen, dass eine europaweite Einführung des Nutri-Scores bis ins Jahr&nbsp;2050 zwei Millionen Fälle chronischer Erkrankungen verhindern könnte.</p><p>&nbsp;</p><p>Diese Interpellation nimmt Bezug auf die kürzlich beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen eingereichte Petition des «Komitees für gesunde Ernährung», einer Gruppe von Schweizer Gesundheitsfachleuten.</p><p>&nbsp;</p><p>Ich bitte den Bundesrat, die folgenden Fragen zu beantworten:</p><ul style="list-style-type:disc;"><li><p>Ist es angesichts des besorgniserregenden Anstiegs der Fälle von Übergewicht und Adipositas nicht an der Zeit, die Präventionspolitik mit einer einfachen und wirksamen Massnahme wie dem Nutri-Score zu verstärken?</p><p>&nbsp;</p></li><li>Warum wird dieses Kennzeichnungssystem nicht für alle in der Schweiz verkauften Produkte verpflichtend eingeführt, um eine klare, transparente und einheitliche Nährwertinformation für die gesamte Bevölkerung sicherzustellen?</li></ul>
  • Für die schweizweite Einführung des Nutri-Scores
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <span><p><span>Die Vorbeugung gegen nichtübertragbare Krankheiten, wie Krebs, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ist ein wichtiges Ziel der Nationalen Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten des Bundesrates (www.bag.admin.ch &gt; Politik &amp; Gesetze &gt; Nationale Gesundheitspolitik &gt; Gesundheitspolitische Strategien &gt; Nationale Gesundheitsstrategien &gt; Nichtübertragbare Krankheiten &gt; Übersicht). Eine gesunde Ernährung trägt zur Reduktion des Risikos bei, an einer nichtübertragbaren Krankheit zu erkranken. Aus diesen Gründen fördert die Schweizer Ernährungsstrategie 2025–2032 (</span><a href="http://www.blv.admin.ch"><span>www.blv.admin.ch</span></a><span> &gt; Lebensmittel und Ernährung &gt; Ernährung &gt; Schweizer Ernährungsstrategie) eine ausgewogene und nachhaltige Ernährung. Die Ernährungskompetenz der Bevölkerung ist eines der Ziele und soll gestärkt werden. Die Kennzeichnung, die die Auswahl von gesunden und nachhaltigen Lebensmitteln erleichtern soll, ist prioritär. Der Nutri-Score wird in der Schweiz bereits freiwillig von einigen Marken verwendet und ist ein einfaches, anschauliches und allgemein verständliches Hilfsmittel. Er informiert die Konsumentinnen und Konsumenten mit einer Skala von A grün (ausgewogen) bis E rot (unausgewogen) über die Nährwertqualität eines Produkts, ermöglicht einen schnellen Vergleich ähnlicher Lebensmittel und hilft, fundierte Kaufentscheidungen zu treffen. Der Nutri-Score basiert auf einem Algorithmus, dessen wissenschaftlich validierte Parameter öffentlich zugänglich sind. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Den Unternehmen steht es frei, den Nutri-Score im Rahmen von Artikel</span><span>&nbsp;</span><span>39 der Verordnung des EDI betreffend die Information über Lebensmittel (SR</span><span>&nbsp;</span><span>817.022.16) zu verwenden, wobei sie sich an die Bedingungen von Santé publique France halten müssen, da ihr die Marke Nutri-Score gehört. Der Bundesrat hält es für richtig, dass die Verwendung freiwillig bleibt, da mit der Verpflichtung zur Nutzung ein technisches Handelshemmnis entstünde. Ausserdem ist die Verwendung des Nutri-Score in den anderen europäischen Ländern, die ihn eingeführt haben, ebenfalls freiwillig.</span><span>&nbsp; </span></p></span>
    • <p>Die kontinuierliche Zunahme von Übergewicht und Adipositas stellt in der Schweiz ein gravierendes Gesundheitsproblem dar. Im Jahr&nbsp;2022 waren rund 43&nbsp;Prozent der Erwachsenen betroffen. Bleiben wir untätig, dürfte dieser Anteil bis ins Jahr&nbsp;2050 auf 60&nbsp;Prozent steigen&nbsp;– bei Kindern könnte er zum gleichen Zeitpunkt nahezu bei einem Drittel liegen. Hauptgründe für den Anstieg sind unter anderem ein zunehmend bewegungsarmer Lebensstil sowie eine unausgewogene Ernährung mit zu viel Zucker, Salz und industriell verarbeiteten Fetten.</p><p>&nbsp;</p><p>Schlechte Ernährungsgewohnheiten haben schwerwiegende gesundheitliche Folgen: Sie stehen in direktem Zusammenhang mit dem rasanten Anstieg von Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und sogar bestimmten Krebsarten. Diese Krankheiten verursachen nicht nur vermeidbares menschliches Leid, sondern belasten auch unser Gesundheitssystem zunehmend.</p><p>&nbsp;</p><p>Wie kann man Konsumentinnen und Konsumenten dabei unterstützen, im Alltag fundierte Entscheidungen zu treffen? Und wie lässt sich die Lebensmittelbranche dazu bewegen, die Nährwertqualität ihrer Produkte zu verbessern? Der Nutri-Score liefert eine einfache, kostengünstige und wissenschaftlich validierte Antwort auf beide Fragen. Der Geschäftsführer einer grossen französischen Marke wies kürzlich darauf hin, dass der Nutri-Score ihnen helfe, für eine ausgewogenere Ernährung die Rezepturen zu verbessern. Das Fazit des Geschäftsführers: Wer klug isst, informiert sich vorher.</p><p>&nbsp;</p><p>Das bereits von sieben europäischen Ländern&nbsp;– darunter auch von der Schweiz&nbsp;– eingeführte Kennzeichnungssystem ermöglicht es, die Nährwertqualität von Lebensmitteln auf einen Blick zu erfassen und zu vergleichen. Es hat sich als wirkungsvolles Instrument zur Förderung einer gesünderen Ernährung erwiesen und zahlreiche Marken dazu bewegt, ihre Rezepturen zu überarbeiten. Studien zeigen, dass eine europaweite Einführung des Nutri-Scores bis ins Jahr&nbsp;2050 zwei Millionen Fälle chronischer Erkrankungen verhindern könnte.</p><p>&nbsp;</p><p>Diese Interpellation nimmt Bezug auf die kürzlich beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen eingereichte Petition des «Komitees für gesunde Ernährung», einer Gruppe von Schweizer Gesundheitsfachleuten.</p><p>&nbsp;</p><p>Ich bitte den Bundesrat, die folgenden Fragen zu beantworten:</p><ul style="list-style-type:disc;"><li><p>Ist es angesichts des besorgniserregenden Anstiegs der Fälle von Übergewicht und Adipositas nicht an der Zeit, die Präventionspolitik mit einer einfachen und wirksamen Massnahme wie dem Nutri-Score zu verstärken?</p><p>&nbsp;</p></li><li>Warum wird dieses Kennzeichnungssystem nicht für alle in der Schweiz verkauften Produkte verpflichtend eingeführt, um eine klare, transparente und einheitliche Nährwertinformation für die gesamte Bevölkerung sicherzustellen?</li></ul>
    • Für die schweizweite Einführung des Nutri-Scores

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