Seltene Erden. Ein strategisches Risiko?

ShortId
25.4059
Id
20254059
Updated
19.12.2025 12:20
Language
de
Title
Seltene Erden. Ein strategisches Risiko?
AdditionalIndexing
15;66;52
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>1., 2. Die Produktion von seltenen Erden ist zurzeit stark konzentriert: So werden gemäss der Internationalen Energieagentur (IEA) 61&nbsp;Prozent in China abgebaut und 92&nbsp;Prozent dort raffiniert. Diese Konzentration nimmt allerdings allmählich ab, denn es wurden neue Vorkommen entdeckt und es streben neue Lieferanten aus anderen Ländern auf den Markt. Wie im Bericht des Bundesrates vom 13.&nbsp;Dezember&nbsp;2024 in Erfüllung des Postulates 20.3950 Schneider-Schneiter «Versorgung der Schweizer Industrie mit mineralischen Rohstoffen für die Energiewende» erläutert wird, importiert die Schweiz nur geringe Mengen an seltenen Erden in Rohform (100&nbsp;kg/Jahr) und auch in Form von Halbfabrikaten und Komponenten sind es mit 174&nbsp;Tonnen pro Jahr relativ kleine Mengen. Folglich ist momentan keine direkte Abhängigkeit unserer Wirtschaft in diesem Bereich festzustellen. Dieser Aspekt wird auch im Bericht des Bundesrates vom 22.&nbsp;Mai&nbsp;2024 in Erfüllung der Postulate&nbsp;22.3405 der Sozialdemokratischen Fraktion und 23.3543 Marti «Handelsabhängigkeiten der Schweiz» hervorgehoben.</p><p>&nbsp;</p><p>3., 4. Ein strategisches Risiko würde dann bestehen, wenn unsere Wirtschaft auf ein einzelnes Produkt angewiesen wäre, was aber momentan bei den seltenen Erden nicht der Fall ist. Dies schliesst allerdings die Möglichkeit indirekter Abhängigkeiten entlang der gesamten Lieferkette nicht völlig aus, etwa wenn Lieferanten von Vormaterialien für die Schweizer Wirtschaft auf seltene Erden angewiesen sind. Gegen solche Risiken müssen sich die Unternehmen, die ihre Lieferanten und ihre Konkurrenten kennen, aber selbst schützen. So war es auch im Frühjahr&nbsp;2025, als China Exportkontrollen für seltene Erden einführte. Die daraus entstandenen vorübergehenden Versorgungsengpässe – indirekt auch für Schweizer Unternehmen, die Dauermagnete aus seltenen Erden insbesondere in der EU beziehen –haben sich mit der Zeit von selbst gelöst. Trotzdem verfolgt der Bundesrat die Entwicklung aufmerksam mit und das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) überwacht die Versorgungslage mit seltenen Erden, genau wie es dies auch für andere besonders wichtige mineralische Rohstoffe tut. Generell ist der Bundesrat darauf bedacht, das gute Funktionieren der Lieferketten durch Ansätze sicherzustellen, die offene Märkte fördern, insbesondere durch die Aktualisierung und Aushandlung von Freihandelsabkommen. Daneben kann auch die Kreislaufwirtschaft dazu beitragen, die Abhängigkeit bei den Rohstoffen zu reduzieren. So verfolgt die Schweiz über das Bundesamt für Umwelt (BAFU) die internationalen Entwicklungen und beteiligt sich an Projekten zur vermehrten Rückgewinnung von seltenen Metallen aus Elektro- und Elektronikaltgeräten. Damit leistet es ebenfalls einen Beitrag zur Versorgungssicherheit. Der vom BAFU geförderte <i>Metal Risk Check</i> ist ebenfalls ein nützliches Hilfsmittel, das die Unternehmen bei der Steuerung der Risiken in ihren Lieferketten unterstützt. Darüber hinaus ist der Bundesrat in Ad-hoc-Koalitionen aktiv, wie etwa der <i>Future of Investment and Trade (FIT) Partnership</i>, die gute Handelspraktiken für eine Marktöffnung bei grösseren Störungen in den Lieferketten für essenzielle Güter festlegen will. Schliesslich zieht der Bundesrat auch den Abschluss von Verständigungsprotokollen oder sektoriellen Abkommen für die Versorgung mit besonders wichtigen mineralischen Rohstoffen mit den Produktionsländern in Betracht. Ein Beispiel hierfür ist die von Bundesrat Guy Parmelin am 30.&nbsp;September&nbsp;2025 mit Indonesien unterzeichnete Erklärung.</p>
  • <p>Heute wird ein Grossteil der weltweiten Förderung von seltenen Erden (REM) durch wenige Staaten kontrolliert. Seltene Erden werden für starke Magnete, farbige Bildschirme, Smartphones, Elektroautos, medizinische Geräte und viele weitere Produkte gebraucht. Sie sind wichtig für viele moderne Technologien und erneuerbare Energien.</p><p>&nbsp;</p><p>Anhand dieser Tatsache stellen sich folgende Fragen:</p><p>1. Wie beurteilt der Bundesrat den Umstand, dass wenige Staaten in diesem Bereich eine gewisse Monopolstellung haben?</p><p>2. Besteht diesbezüglich eine Marktabhängigkeit von gewissen Staaten?</p><p>3. Könnte dies ein strategisches Risiko für die Schweiz darstellen?</p><p>4. Falls Frage 3 mit JA beantwortet wird, was kann die Schweiz unternehmen, um dieses Risiko zu mindern?</p>
  • Seltene Erden. Ein strategisches Risiko?
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>1., 2. Die Produktion von seltenen Erden ist zurzeit stark konzentriert: So werden gemäss der Internationalen Energieagentur (IEA) 61&nbsp;Prozent in China abgebaut und 92&nbsp;Prozent dort raffiniert. Diese Konzentration nimmt allerdings allmählich ab, denn es wurden neue Vorkommen entdeckt und es streben neue Lieferanten aus anderen Ländern auf den Markt. Wie im Bericht des Bundesrates vom 13.&nbsp;Dezember&nbsp;2024 in Erfüllung des Postulates 20.3950 Schneider-Schneiter «Versorgung der Schweizer Industrie mit mineralischen Rohstoffen für die Energiewende» erläutert wird, importiert die Schweiz nur geringe Mengen an seltenen Erden in Rohform (100&nbsp;kg/Jahr) und auch in Form von Halbfabrikaten und Komponenten sind es mit 174&nbsp;Tonnen pro Jahr relativ kleine Mengen. Folglich ist momentan keine direkte Abhängigkeit unserer Wirtschaft in diesem Bereich festzustellen. Dieser Aspekt wird auch im Bericht des Bundesrates vom 22.&nbsp;Mai&nbsp;2024 in Erfüllung der Postulate&nbsp;22.3405 der Sozialdemokratischen Fraktion und 23.3543 Marti «Handelsabhängigkeiten der Schweiz» hervorgehoben.</p><p>&nbsp;</p><p>3., 4. Ein strategisches Risiko würde dann bestehen, wenn unsere Wirtschaft auf ein einzelnes Produkt angewiesen wäre, was aber momentan bei den seltenen Erden nicht der Fall ist. Dies schliesst allerdings die Möglichkeit indirekter Abhängigkeiten entlang der gesamten Lieferkette nicht völlig aus, etwa wenn Lieferanten von Vormaterialien für die Schweizer Wirtschaft auf seltene Erden angewiesen sind. Gegen solche Risiken müssen sich die Unternehmen, die ihre Lieferanten und ihre Konkurrenten kennen, aber selbst schützen. So war es auch im Frühjahr&nbsp;2025, als China Exportkontrollen für seltene Erden einführte. Die daraus entstandenen vorübergehenden Versorgungsengpässe – indirekt auch für Schweizer Unternehmen, die Dauermagnete aus seltenen Erden insbesondere in der EU beziehen –haben sich mit der Zeit von selbst gelöst. Trotzdem verfolgt der Bundesrat die Entwicklung aufmerksam mit und das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) überwacht die Versorgungslage mit seltenen Erden, genau wie es dies auch für andere besonders wichtige mineralische Rohstoffe tut. Generell ist der Bundesrat darauf bedacht, das gute Funktionieren der Lieferketten durch Ansätze sicherzustellen, die offene Märkte fördern, insbesondere durch die Aktualisierung und Aushandlung von Freihandelsabkommen. Daneben kann auch die Kreislaufwirtschaft dazu beitragen, die Abhängigkeit bei den Rohstoffen zu reduzieren. So verfolgt die Schweiz über das Bundesamt für Umwelt (BAFU) die internationalen Entwicklungen und beteiligt sich an Projekten zur vermehrten Rückgewinnung von seltenen Metallen aus Elektro- und Elektronikaltgeräten. Damit leistet es ebenfalls einen Beitrag zur Versorgungssicherheit. Der vom BAFU geförderte <i>Metal Risk Check</i> ist ebenfalls ein nützliches Hilfsmittel, das die Unternehmen bei der Steuerung der Risiken in ihren Lieferketten unterstützt. Darüber hinaus ist der Bundesrat in Ad-hoc-Koalitionen aktiv, wie etwa der <i>Future of Investment and Trade (FIT) Partnership</i>, die gute Handelspraktiken für eine Marktöffnung bei grösseren Störungen in den Lieferketten für essenzielle Güter festlegen will. Schliesslich zieht der Bundesrat auch den Abschluss von Verständigungsprotokollen oder sektoriellen Abkommen für die Versorgung mit besonders wichtigen mineralischen Rohstoffen mit den Produktionsländern in Betracht. Ein Beispiel hierfür ist die von Bundesrat Guy Parmelin am 30.&nbsp;September&nbsp;2025 mit Indonesien unterzeichnete Erklärung.</p>
    • <p>Heute wird ein Grossteil der weltweiten Förderung von seltenen Erden (REM) durch wenige Staaten kontrolliert. Seltene Erden werden für starke Magnete, farbige Bildschirme, Smartphones, Elektroautos, medizinische Geräte und viele weitere Produkte gebraucht. Sie sind wichtig für viele moderne Technologien und erneuerbare Energien.</p><p>&nbsp;</p><p>Anhand dieser Tatsache stellen sich folgende Fragen:</p><p>1. Wie beurteilt der Bundesrat den Umstand, dass wenige Staaten in diesem Bereich eine gewisse Monopolstellung haben?</p><p>2. Besteht diesbezüglich eine Marktabhängigkeit von gewissen Staaten?</p><p>3. Könnte dies ein strategisches Risiko für die Schweiz darstellen?</p><p>4. Falls Frage 3 mit JA beantwortet wird, was kann die Schweiz unternehmen, um dieses Risiko zu mindern?</p>
    • Seltene Erden. Ein strategisches Risiko?

Back to List