Erhalt von ETCS Level 1 auch auf mit ETCS Level 2 ausgerüsteten Strecken
- ShortId
-
25.4073
- Id
-
20254073
- Updated
-
18.12.2025 11:46
- Language
-
de
- Title
-
Erhalt von ETCS Level 1 auch auf mit ETCS Level 2 ausgerüsteten Strecken
- AdditionalIndexing
-
48
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Das European Train Control System (ETCS) ist ein zentraler Bestandteil der schweizerischen Bahnsicherheit und der Interoperabilität im internationalen Eisenbahnverkehr. Mit der schrittweisen Umstellung auf ETCS Level 2 entfällt auf vielen Strecken die konventionelle Signalisierung. Dies hat zwar betriebstechnische Vorteile, birgt jedoch auch Risiken:</p><ul style="list-style-type:disc;"><li><strong>Betriebssicherheit und Redundanz:</strong> Bei Systemausfällen oder technischen Störungen ist eine Rückfallebene notwendig, damit der Bahnbetrieb aufrechterhalten werden kann. ETCS Level 1 bietet eine bewährte und kosteneffiziente Sicherheitsarchitektur, die als Backup dient. In verschiedenen Nachbarländern der Schweiz, wird neben der ETCS Level 2 Ausrüstung, oftmals ein jeweils länderspezifisches Zugsicherungssystem beibehalten.</li><li><strong>Fahrzeugvielfalt:</strong> Nicht alle Fahrzeuge im nationalen und internationalen Verkehr sind mit ETCS Level 2 ausgerüstet. Die zusätzliche Zulassung für ETCS Level 1 erleichtert die Integration und verhindert unnötige Einschränkungen im nationalen und grenzüberschreitenden Verkehr.</li><li><strong>Kosten und Flexibilität:</strong> Der gleichzeitige Betrieb von ETCS Level 1 und 2 ermöglicht es insbesondere kleineren und historischen Eisenbahnunternehmen, weiterhin einen kostengünstigeren Zugang zum Netz zu haben, ohne sofort auf ETCS Level 2 umrüsten zu müssen, was die Kosten für die Besteller des Regionalen Personenverkehr senken würde.</li><li><strong>Zukunftssicherheit:</strong> Ein duales System erhöht die Resilienz der schweizerischen Bahninfrastruktur und stärkt deren Vorbildfunktion in Europa. Gleichzeitig würde der Schweiz der Weg offenstehen, weiterhin auch kostengünstigere, leistungsstarke Zugsicherungssysteme im parallel Betrieb für den schweizersichen Binnenverkehr zu betreiben.</li></ul><p>Mit dem Erhalt von ETCS Level 1 auch auf Level-2-Strecken wird die Versorgungssicherheit gestärkt, die Wettbewerbsfähigkeit des Schienenverkehrs gewährleistet und die Interoperabilität im internationalen Bahnverkehr verbessert.</p>
- <span><p><span>Der Bundesrat weist darauf hin, dass mit ETCS ausgerüstete Fahrzeuge sowohl auf Strecken mit ETCS Level 1 als auch auf solchen mit ETCS Level 2 fahren können. Um einen Zwang zur Ausrüstung der Bestandesfahrzeuge einschliesslich der historischen Fahrzeuge mit ETCS zu vermeiden, wäre auf dem Schweizer Normalspurnetz zwingend der Erhalt der bestehenden Signalisierung mit optischen Signalen erforderlich, dies samt der nationalen Zugbeeinflussungssysteme «ZUB» und «SIGNUM».</span></p><p><span> </span></p><p><span>Die genannten nationalen Zugbeeinflussungssysteme sind seit über 30 bzw. 90 Jahren im Einsatz. Sie werden von der zunehmend europaweit orientierten Bahntechnik-Industrie jedoch weder unterstützt noch weiterentwickelt. Zudem erfüllen sie nicht mehr die Anforderungen einer zukünftigen digitalisierten Bahn mit ETCS Level 2, welche ausbaubar und für den Erhalt der Konkurrenzfähigkeit der Bahn massgebend ist.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Ein auf unbestimmte Dauer fortgeführter Erhalt der nationalen Systeme in einem dualen System mit ETCS Level 2 führt zu erhöhter Komplexität, höherem Wartungsaufwand auf Seiten der Infrastruktur, zu einer reduzierten Betriebssicherheit sowie letztlich zu höheren Gesamtkosten. Die Doppelspurigkeit kumuliert die Nachteile beider Systeme und schränkt damit die Leistungsfähigkeit des Bahnbetriebs ein. Zudem wird das zukunftsorientierte Ausschöpfen der mit ETCS Level 2 umsetzbaren Innovationen behindert. Dies sind die wesentlichen Gründe, weshalb die ETCS-Strategien des Bundesamts für Verkehr (BAV) und der SBB ein derartiges duales System in den vergangenen 20 Jahren stets verworfen haben.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Die Wettbewerbsfähigkeit der Bahn hängt in der Zukunft von der Interoperabilität und dem einfachen Zugang zum Schweizer Bahnnetz ab. Dies wird nicht durch nationale Systeme, sondern durch das europäisch normierte ETCS Level 2 gewährleistet. Zudem erarbeitet das BAV gemeinsam mit der gesamten Bahnbranche die Umsetzungskonzepte für eine gesamtschweizerisch abgestimmte Migration auf ETCS Level 2. </span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, sicherzustellen, dass auf dem schweizerischen Normalspurnetz auch zukünftig ETCS Level 1-Signalisierung auf denjenigen Strecken erhalten bleibt, die künftig mit ETCS Level 2 ausgerüstet sind.</p>
- Erhalt von ETCS Level 1 auch auf mit ETCS Level 2 ausgerüsteten Strecken
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Das European Train Control System (ETCS) ist ein zentraler Bestandteil der schweizerischen Bahnsicherheit und der Interoperabilität im internationalen Eisenbahnverkehr. Mit der schrittweisen Umstellung auf ETCS Level 2 entfällt auf vielen Strecken die konventionelle Signalisierung. Dies hat zwar betriebstechnische Vorteile, birgt jedoch auch Risiken:</p><ul style="list-style-type:disc;"><li><strong>Betriebssicherheit und Redundanz:</strong> Bei Systemausfällen oder technischen Störungen ist eine Rückfallebene notwendig, damit der Bahnbetrieb aufrechterhalten werden kann. ETCS Level 1 bietet eine bewährte und kosteneffiziente Sicherheitsarchitektur, die als Backup dient. In verschiedenen Nachbarländern der Schweiz, wird neben der ETCS Level 2 Ausrüstung, oftmals ein jeweils länderspezifisches Zugsicherungssystem beibehalten.</li><li><strong>Fahrzeugvielfalt:</strong> Nicht alle Fahrzeuge im nationalen und internationalen Verkehr sind mit ETCS Level 2 ausgerüstet. Die zusätzliche Zulassung für ETCS Level 1 erleichtert die Integration und verhindert unnötige Einschränkungen im nationalen und grenzüberschreitenden Verkehr.</li><li><strong>Kosten und Flexibilität:</strong> Der gleichzeitige Betrieb von ETCS Level 1 und 2 ermöglicht es insbesondere kleineren und historischen Eisenbahnunternehmen, weiterhin einen kostengünstigeren Zugang zum Netz zu haben, ohne sofort auf ETCS Level 2 umrüsten zu müssen, was die Kosten für die Besteller des Regionalen Personenverkehr senken würde.</li><li><strong>Zukunftssicherheit:</strong> Ein duales System erhöht die Resilienz der schweizerischen Bahninfrastruktur und stärkt deren Vorbildfunktion in Europa. Gleichzeitig würde der Schweiz der Weg offenstehen, weiterhin auch kostengünstigere, leistungsstarke Zugsicherungssysteme im parallel Betrieb für den schweizersichen Binnenverkehr zu betreiben.</li></ul><p>Mit dem Erhalt von ETCS Level 1 auch auf Level-2-Strecken wird die Versorgungssicherheit gestärkt, die Wettbewerbsfähigkeit des Schienenverkehrs gewährleistet und die Interoperabilität im internationalen Bahnverkehr verbessert.</p>
- <span><p><span>Der Bundesrat weist darauf hin, dass mit ETCS ausgerüstete Fahrzeuge sowohl auf Strecken mit ETCS Level 1 als auch auf solchen mit ETCS Level 2 fahren können. Um einen Zwang zur Ausrüstung der Bestandesfahrzeuge einschliesslich der historischen Fahrzeuge mit ETCS zu vermeiden, wäre auf dem Schweizer Normalspurnetz zwingend der Erhalt der bestehenden Signalisierung mit optischen Signalen erforderlich, dies samt der nationalen Zugbeeinflussungssysteme «ZUB» und «SIGNUM».</span></p><p><span> </span></p><p><span>Die genannten nationalen Zugbeeinflussungssysteme sind seit über 30 bzw. 90 Jahren im Einsatz. Sie werden von der zunehmend europaweit orientierten Bahntechnik-Industrie jedoch weder unterstützt noch weiterentwickelt. Zudem erfüllen sie nicht mehr die Anforderungen einer zukünftigen digitalisierten Bahn mit ETCS Level 2, welche ausbaubar und für den Erhalt der Konkurrenzfähigkeit der Bahn massgebend ist.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Ein auf unbestimmte Dauer fortgeführter Erhalt der nationalen Systeme in einem dualen System mit ETCS Level 2 führt zu erhöhter Komplexität, höherem Wartungsaufwand auf Seiten der Infrastruktur, zu einer reduzierten Betriebssicherheit sowie letztlich zu höheren Gesamtkosten. Die Doppelspurigkeit kumuliert die Nachteile beider Systeme und schränkt damit die Leistungsfähigkeit des Bahnbetriebs ein. Zudem wird das zukunftsorientierte Ausschöpfen der mit ETCS Level 2 umsetzbaren Innovationen behindert. Dies sind die wesentlichen Gründe, weshalb die ETCS-Strategien des Bundesamts für Verkehr (BAV) und der SBB ein derartiges duales System in den vergangenen 20 Jahren stets verworfen haben.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Die Wettbewerbsfähigkeit der Bahn hängt in der Zukunft von der Interoperabilität und dem einfachen Zugang zum Schweizer Bahnnetz ab. Dies wird nicht durch nationale Systeme, sondern durch das europäisch normierte ETCS Level 2 gewährleistet. Zudem erarbeitet das BAV gemeinsam mit der gesamten Bahnbranche die Umsetzungskonzepte für eine gesamtschweizerisch abgestimmte Migration auf ETCS Level 2. </span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, sicherzustellen, dass auf dem schweizerischen Normalspurnetz auch zukünftig ETCS Level 1-Signalisierung auf denjenigen Strecken erhalten bleibt, die künftig mit ETCS Level 2 ausgerüstet sind.</p>
- Erhalt von ETCS Level 1 auch auf mit ETCS Level 2 ausgerüsteten Strecken
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