Erfüllt der Unterricht der zweiten Landessprache die Erwartungen?
- ShortId
-
25.4079
- Id
-
20254079
- Updated
-
18.12.2025 11:51
- Language
-
de
- Title
-
Erfüllt der Unterricht der zweiten Landessprache die Erwartungen?
- AdditionalIndexing
-
2831;32;44
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Der Bundesrat verweist auf seine Stellungnahme zum Postulat Christ 25.4009. Er betont die Wichtigkeit des Unterrichts einer zweiten Landessprache ab der Primarstufe und bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit. Sollten sich die Kantone vom geltenden Sprachenkompromiss abwenden, ist der Bundesrat bereit, die Eckwerte für den Unterricht einer zweiten Landessprache in der obligatorischen Schule festzulegen. Die konkrete Ausgestaltung und wirkungsvolle Umsetzung des Unterrichts bleibt Aufgabe der Kantone.</p><p>Die vom Postulat aufgeworfenen Fragen betreffen pädagogische und kurrikulare Themen, die in die Zuständigkeit der Kantone fallen (Ausbildung der Lehrpersonen und Bildungsziele). Der Bundesrat respektiert diese Kompetenzaufteilung und empfiehlt, das Anliegen des Postulats direkt bei den Kantonen einzugeben.</p><p><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.</p>
- <p>Die jüngsten Entscheide einiger Deutschschweizer Kantone, den Unterricht der zweiten Landessprache auf die Oberstufe zu verschieben, und die Reaktionen aus der Westschweiz haben gezeigt, wie unterschiedlich die verschiedenen Sprachregionen den nationalen Zusammenhalt nach Artikel 2 der Bundesverfassung verstehen.</p><p> </p><p><sup></sup>Weiter zeigen Studien, dass der Zweitsprachenunterricht – insbesondere in der Primarschule – oft nicht altersgerecht ist und die Lehrkräfte die zweite Landessprache nicht immer beherrschen. Hinzu kommen die unterschiedlichen Anforderungen in der Lehrerbildung der verschiedenen Sprachregionen. <sup></sup>Das Ziel, den nationalen Zusammenhalt durch den Unterricht einer zweiten Landessprache zu stärken, wird nicht immer erreicht.</p><p> </p><p><sup></sup><sup>Weiter ist die eine zweite Landessprache im Berufsleben nur dann von Vorteil, wenn man die Sprache beherrscht – was offenbar nicht immer der Fall ist.</sup></p><p> </p><p>Der Bundesrat wird beauftragt, gemeinsam mit den Kantonen und Wirtschaftsvertretern in einem Bericht folgende Fragen zu analysieren:</p><p> </p><ul style="list-style-type:disc;"><li><sup></sup>Beeinflussen die unterschiedlichen Anforderungen in der Lehrerbildung der verschiedenen Schweizer Sprachregionen die Kompetenzen und die Anzahl der Lehrkräfte und damit die Qualität des Unterrichts der zweiten Landessprache in der Primarschule? </li><li><sup></sup>Sind die Anforderungen an das Niveau der zweiten Landessprache realistisch und in allen Schweizer Sprachregionen gleich? Unrealistische – etwa zu hohe – und uneinheitliche kantonale Anforderungen wirken sich nachteilig auf die Entscheidungen der Kantone bezüglich Sprachunterricht aus. Ein Beispiel hierfür ist die Verschiebung des Unterrichts der zweiten Landessprache auf die Oberstufe mit der Begründung, der Stundenplan in der Primarschule sei zu voll und das geforderte Sprachniveau werde nicht erreicht.</li><li><sup></sup>Verbessert ein höheres Niveau der zweiten Landessprache am Ende der obligatorischen Schulzeit oder der gymnasialen bzw. beruflichen Ausbildung die Chancen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt? Wenn ja, inwieweit?</li></ul>
- Erfüllt der Unterricht der zweiten Landessprache die Erwartungen?
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Der Bundesrat verweist auf seine Stellungnahme zum Postulat Christ 25.4009. Er betont die Wichtigkeit des Unterrichts einer zweiten Landessprache ab der Primarstufe und bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit. Sollten sich die Kantone vom geltenden Sprachenkompromiss abwenden, ist der Bundesrat bereit, die Eckwerte für den Unterricht einer zweiten Landessprache in der obligatorischen Schule festzulegen. Die konkrete Ausgestaltung und wirkungsvolle Umsetzung des Unterrichts bleibt Aufgabe der Kantone.</p><p>Die vom Postulat aufgeworfenen Fragen betreffen pädagogische und kurrikulare Themen, die in die Zuständigkeit der Kantone fallen (Ausbildung der Lehrpersonen und Bildungsziele). Der Bundesrat respektiert diese Kompetenzaufteilung und empfiehlt, das Anliegen des Postulats direkt bei den Kantonen einzugeben.</p><p><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.</p>
- <p>Die jüngsten Entscheide einiger Deutschschweizer Kantone, den Unterricht der zweiten Landessprache auf die Oberstufe zu verschieben, und die Reaktionen aus der Westschweiz haben gezeigt, wie unterschiedlich die verschiedenen Sprachregionen den nationalen Zusammenhalt nach Artikel 2 der Bundesverfassung verstehen.</p><p> </p><p><sup></sup>Weiter zeigen Studien, dass der Zweitsprachenunterricht – insbesondere in der Primarschule – oft nicht altersgerecht ist und die Lehrkräfte die zweite Landessprache nicht immer beherrschen. Hinzu kommen die unterschiedlichen Anforderungen in der Lehrerbildung der verschiedenen Sprachregionen. <sup></sup>Das Ziel, den nationalen Zusammenhalt durch den Unterricht einer zweiten Landessprache zu stärken, wird nicht immer erreicht.</p><p> </p><p><sup></sup><sup>Weiter ist die eine zweite Landessprache im Berufsleben nur dann von Vorteil, wenn man die Sprache beherrscht – was offenbar nicht immer der Fall ist.</sup></p><p> </p><p>Der Bundesrat wird beauftragt, gemeinsam mit den Kantonen und Wirtschaftsvertretern in einem Bericht folgende Fragen zu analysieren:</p><p> </p><ul style="list-style-type:disc;"><li><sup></sup>Beeinflussen die unterschiedlichen Anforderungen in der Lehrerbildung der verschiedenen Schweizer Sprachregionen die Kompetenzen und die Anzahl der Lehrkräfte und damit die Qualität des Unterrichts der zweiten Landessprache in der Primarschule? </li><li><sup></sup>Sind die Anforderungen an das Niveau der zweiten Landessprache realistisch und in allen Schweizer Sprachregionen gleich? Unrealistische – etwa zu hohe – und uneinheitliche kantonale Anforderungen wirken sich nachteilig auf die Entscheidungen der Kantone bezüglich Sprachunterricht aus. Ein Beispiel hierfür ist die Verschiebung des Unterrichts der zweiten Landessprache auf die Oberstufe mit der Begründung, der Stundenplan in der Primarschule sei zu voll und das geforderte Sprachniveau werde nicht erreicht.</li><li><sup></sup>Verbessert ein höheres Niveau der zweiten Landessprache am Ende der obligatorischen Schulzeit oder der gymnasialen bzw. beruflichen Ausbildung die Chancen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt? Wenn ja, inwieweit?</li></ul>
- Erfüllt der Unterricht der zweiten Landessprache die Erwartungen?
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