Post goes Portugal, auf Kosten der Schweiz
- ShortId
-
25.4087
- Id
-
20254087
- Updated
-
19.11.2025 15:14
- Language
-
de
- Title
-
Post goes Portugal, auf Kosten der Schweiz
- AdditionalIndexing
-
34;15;44;04
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die Post ist ein Unternehmen in Bundesbesitz und trägt damit eine besondere Verantwortung gegenüber dem Schweizer Arbeitsmarkt, der Gesellschaft und dem Datenschutz. Die aktuelle Entwicklung hin zu systematischer Auslagerung von Schlüsselbereichen ins Ausland stellt diese Verantwortung infrage. Es braucht eine politische Debatte darüber, welche Rolle die Post künftig spielen soll – als global agierendes Unternehmen oder als verlässliche Arbeitgeberin mit starker Verankerung in der Schweiz.</p>
- <span><p><span>Zu den Fragen 1 und 2: Die Post verfügt seit 2022 über einen IT-Standort in Lissabon. Nach den bisher guten Erfahrungen plant die Post einen schrittweisen Ausbau dieses Auslandstandortes bis Ende 2030, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und zeitgemässe Leistungen anbieten zu können. Laut Post wird dies keine Kündigungen in der Schweiz zur Folge haben. Es soll also keine Verlagerung von Arbeitsplätzen geben. Gemäss Angaben der Post wird es in der Schweiz aufgrund der natürlichen Fluktuation in den kommenden fünf Jahren zu rund 500 Vakanzen kommen. Davon sollen rund 130 Stellen im Ausland besetzt werden, womit künftig rund 20% der IT-Stellen im Ausland angesiedelt sein werden.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Zu Frage 3: Nach Angaben der Post soll die Schweiz weiterhin der Hauptstandort für IT-Leistungen bleiben und ein Grossteil der zukünftigen Vakanzen soll weiterhin in der Schweiz rekrutiert werden. Auch hat die Post in den vergangenen Jahren in der Schweiz zusätzliche IT-Stellen aufgebaut. Zudem wurde im Jahr 2024 in Lausanne ein neuer Standort eröffnet, um insbesondere Talente aus der Westschweiz zu gewinnen. Im Übrigen kann erwähnt werden, dass rund 80% der Auszubildenden im IT-Bereich nach erfolgreichem Lehrabschluss von der Post weiterbeschäftigt werden.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Zu Frage 4: Die Post hat dem UVEK mitgeteilt, dass sie personenbezogene sowie sicherheitsrelevante Daten im Rahmen digitaler Dienste, wie dem E-Brief, gemäss dem Schweizer Datenschutzgesetz (DSG) behandelt. Im Übrigen legt sie grossen Wert darauf, dass Daten nur in Länder übermittelt werden, die ein vom Bundesrat anerkanntes und angemessenes Datenschutzniveau bieten resp. dass vertragliche Garantien bestehen, welche den Anforderungen des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) entsprechen.</span></p><p><span>Betreffend das hybride Zustellsystem («E-Brief») ist gemäss Vernehmlassungsvorlage vom 16.4.2025 zur Teilrevision der Postverordnung (VPG) vorgesehen, dass die diesbezüglichen Daten nach schweizerischem Recht in der Schweiz zu halten und zu bearbeiten sind. Technische Infrastrukturen (z.B. Server, Rechenzentren) müssen sich physisch in der Schweiz befinden.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Zu Frage 5: Der Bundesrat steuert die Schweizerische Post mit der Vorgabe von strategischen Zielen. Dabei erwartet er von der Post eine fortschrittliche und sozialverantwortliche Personalpolitik. Auf das operative Geschäft nimmt er grundsätzlich keinen Einfluss.</span></p><p><span>Gestützt auf die oben gemachten Ausführungen sieht der Bundesrat keine Notwendigkeit für eine Anpassung der strategischen Ziele.</span></p></span>
- <p>Die Schweizerische Post baut ihre internationalen Aktivitäten seit Jahren aus. Laut Geschäftsbericht 2024 betreibt sie über 41 Mehrheitsbeteiligungen im Ausland und erwirtschaftet dort einen Umsatz von knapp einer Milliarde Franken. Aktuell sollen weitere 200 IT-Stellen bis 2030 nach Lissabon verlagert werden. </p><p>Gleichzeitig werden im Rahmen des Programms «FutureWorks» bis 2030 rund 50 IT-Vollzeitstellen in der Schweiz abgebaut. Auch in anderen Bereichen wie u.a. bei Finanzen, Kommunikation und PostFinance wurden seit Anfang 2024 mehrere hundert Stellen gestrichen. Zusätzlich gilt ein Einstellungsstopp in der Verwaltung bis mindestens 2026.</p><p>Die Post begründet die Verlagerung von IT-Stellen mit dem Fachkräftemangel in der Schweiz. Nun wird aber immer deutlicher, dass wirtschaftliche Überlegungen – insbesondere tiefere Löhne im Ausland – im Vordergrund stehen. Die Entwicklung wirft grundlegende Fragen zur strategischen Ausrichtung eines Unternehmens in Bundesbesitz auf.</p><p> </p><ol><li>Wie beurteilt der Bundesrat die Tatsache, dass die Post Arbeitsplätze in der Schweiz abbaut und gleichzeitig neue Stellen im Ausland schafft?</li><li>Wie bewertet der Bundesrat die zunehmende Bedeutung wirtschaftlicher Überlegungen bei der Standortwahl der Post?</li><li>Welche arbeitsmarktpolitischen Auswirkungen erwartet der Bundesrat durch die zunehmende Verlagerung von Post-Stellen ins Ausland?</li><li>Wie stellt der Bundesrat sicher, dass personenbezogene und sicherheitsrelevante Daten der Post nicht im Ausland verarbeitet werden, insbesondere im Hinblick auf zukünftige digitale Dienste wie den elektronischen Brief?</li><li>Ist der Bundesrat bereit, die strategischen Zielvorgaben für die Post zu überarbeiten, um dem Trend zur Auslagerung entgegenzuwirken und die Verankerung in der Schweiz zu stärken?</li></ol>
- Post goes Portugal, auf Kosten der Schweiz
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <p>Die Post ist ein Unternehmen in Bundesbesitz und trägt damit eine besondere Verantwortung gegenüber dem Schweizer Arbeitsmarkt, der Gesellschaft und dem Datenschutz. Die aktuelle Entwicklung hin zu systematischer Auslagerung von Schlüsselbereichen ins Ausland stellt diese Verantwortung infrage. Es braucht eine politische Debatte darüber, welche Rolle die Post künftig spielen soll – als global agierendes Unternehmen oder als verlässliche Arbeitgeberin mit starker Verankerung in der Schweiz.</p>
- <span><p><span>Zu den Fragen 1 und 2: Die Post verfügt seit 2022 über einen IT-Standort in Lissabon. Nach den bisher guten Erfahrungen plant die Post einen schrittweisen Ausbau dieses Auslandstandortes bis Ende 2030, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und zeitgemässe Leistungen anbieten zu können. Laut Post wird dies keine Kündigungen in der Schweiz zur Folge haben. Es soll also keine Verlagerung von Arbeitsplätzen geben. Gemäss Angaben der Post wird es in der Schweiz aufgrund der natürlichen Fluktuation in den kommenden fünf Jahren zu rund 500 Vakanzen kommen. Davon sollen rund 130 Stellen im Ausland besetzt werden, womit künftig rund 20% der IT-Stellen im Ausland angesiedelt sein werden.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Zu Frage 3: Nach Angaben der Post soll die Schweiz weiterhin der Hauptstandort für IT-Leistungen bleiben und ein Grossteil der zukünftigen Vakanzen soll weiterhin in der Schweiz rekrutiert werden. Auch hat die Post in den vergangenen Jahren in der Schweiz zusätzliche IT-Stellen aufgebaut. Zudem wurde im Jahr 2024 in Lausanne ein neuer Standort eröffnet, um insbesondere Talente aus der Westschweiz zu gewinnen. Im Übrigen kann erwähnt werden, dass rund 80% der Auszubildenden im IT-Bereich nach erfolgreichem Lehrabschluss von der Post weiterbeschäftigt werden.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Zu Frage 4: Die Post hat dem UVEK mitgeteilt, dass sie personenbezogene sowie sicherheitsrelevante Daten im Rahmen digitaler Dienste, wie dem E-Brief, gemäss dem Schweizer Datenschutzgesetz (DSG) behandelt. Im Übrigen legt sie grossen Wert darauf, dass Daten nur in Länder übermittelt werden, die ein vom Bundesrat anerkanntes und angemessenes Datenschutzniveau bieten resp. dass vertragliche Garantien bestehen, welche den Anforderungen des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) entsprechen.</span></p><p><span>Betreffend das hybride Zustellsystem («E-Brief») ist gemäss Vernehmlassungsvorlage vom 16.4.2025 zur Teilrevision der Postverordnung (VPG) vorgesehen, dass die diesbezüglichen Daten nach schweizerischem Recht in der Schweiz zu halten und zu bearbeiten sind. Technische Infrastrukturen (z.B. Server, Rechenzentren) müssen sich physisch in der Schweiz befinden.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Zu Frage 5: Der Bundesrat steuert die Schweizerische Post mit der Vorgabe von strategischen Zielen. Dabei erwartet er von der Post eine fortschrittliche und sozialverantwortliche Personalpolitik. Auf das operative Geschäft nimmt er grundsätzlich keinen Einfluss.</span></p><p><span>Gestützt auf die oben gemachten Ausführungen sieht der Bundesrat keine Notwendigkeit für eine Anpassung der strategischen Ziele.</span></p></span>
- <p>Die Schweizerische Post baut ihre internationalen Aktivitäten seit Jahren aus. Laut Geschäftsbericht 2024 betreibt sie über 41 Mehrheitsbeteiligungen im Ausland und erwirtschaftet dort einen Umsatz von knapp einer Milliarde Franken. Aktuell sollen weitere 200 IT-Stellen bis 2030 nach Lissabon verlagert werden. </p><p>Gleichzeitig werden im Rahmen des Programms «FutureWorks» bis 2030 rund 50 IT-Vollzeitstellen in der Schweiz abgebaut. Auch in anderen Bereichen wie u.a. bei Finanzen, Kommunikation und PostFinance wurden seit Anfang 2024 mehrere hundert Stellen gestrichen. Zusätzlich gilt ein Einstellungsstopp in der Verwaltung bis mindestens 2026.</p><p>Die Post begründet die Verlagerung von IT-Stellen mit dem Fachkräftemangel in der Schweiz. Nun wird aber immer deutlicher, dass wirtschaftliche Überlegungen – insbesondere tiefere Löhne im Ausland – im Vordergrund stehen. Die Entwicklung wirft grundlegende Fragen zur strategischen Ausrichtung eines Unternehmens in Bundesbesitz auf.</p><p> </p><ol><li>Wie beurteilt der Bundesrat die Tatsache, dass die Post Arbeitsplätze in der Schweiz abbaut und gleichzeitig neue Stellen im Ausland schafft?</li><li>Wie bewertet der Bundesrat die zunehmende Bedeutung wirtschaftlicher Überlegungen bei der Standortwahl der Post?</li><li>Welche arbeitsmarktpolitischen Auswirkungen erwartet der Bundesrat durch die zunehmende Verlagerung von Post-Stellen ins Ausland?</li><li>Wie stellt der Bundesrat sicher, dass personenbezogene und sicherheitsrelevante Daten der Post nicht im Ausland verarbeitet werden, insbesondere im Hinblick auf zukünftige digitale Dienste wie den elektronischen Brief?</li><li>Ist der Bundesrat bereit, die strategischen Zielvorgaben für die Post zu überarbeiten, um dem Trend zur Auslagerung entgegenzuwirken und die Verankerung in der Schweiz zu stärken?</li></ol>
- Post goes Portugal, auf Kosten der Schweiz
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