Durchsetzung der Genfer Konventionen zum Schutz ziviler Journalistinnen und Journalisten in Konfliktgebieten

ShortId
25.4100
Id
20254100
Updated
19.12.2025 12:42
Language
de
Title
Durchsetzung der Genfer Konventionen zum Schutz ziviler Journalistinnen und Journalisten in Konfliktgebieten
AdditionalIndexing
08;09;34
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Seit Beginn des Konflikts im Oktober&nbsp;2023 verbieten die israelischen Behörden ausländischen Journalistinnen und Journalisten die Einreise nach Gaza; es gab nur wenige Ausnahmen unter strenger Kontrolle und militärischer Begleitung.&nbsp;</p><p>Die Organisation&nbsp;«Reporter ohne Grenzen»&nbsp;(RSF) prangert vergeblich die Medienblockade und die Versuche an, palästinensische Journalistinnen und Journalisten zu isolieren, die als Einzige noch in Gaza präsent sind.</p><p>Der Krieg hat sich für Medienschaffende zum tödlichsten Konflikt der Gegenwart entwickelt. Zwischen Ende&nbsp;2023 und heute haben laut RSF und der Bürgerpetitionsplattform Avaaz 220 bis 246&nbsp;palästinensische Journalistinnen und Journalisten ihr Leben verloren.</p><p>&nbsp;</p><p>Die Genfer Konventionen von 1949 und die Zusatzprotokolle von 1977 schützen zivile Medienschaffende in Konfliktgebieten als Zivilpersonen und garantieren ihnen das Recht, ihrer Aufgabe als Berichterstatterinnen und Berichterstatter wahrzunehmen. Artikel&nbsp;4 der vierten Genfer Konvention hält ausdrücklich fest, dass Zivilpersonen, die nicht direkt an Feindseligkeiten teilnehmen, geschützt werden müssen. Somit sind auch Journalistinnen und Journalisten als Zivilpersonen geschützt, solange sie nicht an Kampfhandlungen teilnehmen.</p><p>&nbsp;</p><p>Darüber hinaus ist das Recht, zu informieren und informiert zu werden, in den internationalen Menschenrechtsabkommen als Grundrecht anerkannt. Dieses Recht gilt als unabdingbare Voraussetzung für die Demokratie und die Wahrung aller anderen Rechte.</p><p>&nbsp;</p><p>Daher wird die Schweiz ersucht, bei der UNO-Generalversammlung eine dringliche Resolution einzureichen, die den uneingeschränkten, sofortigen, bedingungslosen und dauerhaften Zugang der internationalen Medien nach Gaza sowie den Schutz palästinensischer Journalistinnen und Journalisten, die sofortige Evakuierung bedrohter Medienschaffender und die Beendigung der Straffreiheit bei Verbrechen gegen Journalistinnen und Journalisten fordert.&nbsp;</p>
  • <span><p><span>In Übereinstimmung mit der Aussenpolitischen Strategie setzt sich der Bundesrat für den Schutz von Journalistinnen und Journalisten im Gazastreifen sowie den Zugang von Medienschaffenden ein. Journalistinnen und Journalisten gehören gemäss humanitärem Völkerrecht zur Zivilbevölkerung. Ihr Schutz ist eine völkerrechtliche Verpflichtung.&nbsp;</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>In diesem Sinne brachte sich die Schweiz während ihrem Einsitz im UNO-Sicherheitsrat ein und unterstützte entsprechende Initiativen auch im UNO-Menschenrechtsrat und in der UNO-Generalversammlung. Sie hat sich zudem am 24. September 2025 einer Erklärung Frankreichs&nbsp;</span><u><span>(</span></u><a href="https://www.diplomatie.gouv.fr/fr/dossiers-pays/israel-palestine/actualites-et-evenements/2025/article/declaration-conjointe-evenement-consacre-a-la-situation-des-journalistes-a-gaza"><u><span>https://www.diplomatie.gouv.fr/fr/dossiers-pays/israel-palestine/actualites-et-evenements/2025/article/declaration-conjointe-evenement-consacre-a-la-situation-des-journalistes-a-gaza</span></u></a><u><span>)&nbsp;</span></u><span>und am 21. August 2025 einer Erklärung der «Media Freedom Coalition» (</span><a href="https://smex-ctp.trendmicro.com:443/wis/clicktime/v1/query?url=https%3a%2f%2fmediafreedomcoalition.org%2fjoint%2dstatement%2f2025%2fmfc%2dstatement%2dmedia%2daccess%2dto%2dgaza%2f&amp;umid=5cc32424-419a-46e4-beec-7619c615cff0&amp;auth=ed8466d1cef00c75ac52e715f7ae801b2df24a37-31f1b79c51b1a1d652eee9b482c5fbb75530d651"><u><span>https://mediafreedomcoalition.org/joint-statement/2025/mfc-statement-media-access-to-gaza/</span></u></a><span>)&nbsp;</span><span>mit ebendiesem Ziel angeschlossen.&nbsp;</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Eine spezifische Resolution erachtet der Bundesrat derzeit als nicht opportun. Anstatt eine eigene Resolution einzureichen, erachtet es der Bundesrat jetzt als vorrangig, die laufenden Friedensbemühungen im Rahmen des&nbsp;</span><a href="https://www.whitehouse.gov/videos/historic-moment-president-trump-signs-the-gaza-peace-plan-for-peace-in-the-middle-east/"><span>Gaza Peace Plan for peace in the Middle East&nbsp;</span></a><span>(der in der UNO-Sicherheitsratsresolution 2803 vom 17.11.2025 erwähnt wird:&nbsp;</span><a href="https://docs.un.org/en/s/res/2803(2025)"><u><span>https://docs.un.org/en/s/res/2803(2025)</span></u></a><span>&nbsp;und der New York-Deklaration (Déclaration de New York sur le règlement pacifique de la question de Palestine et la mise en oeuvre de la solution des deux Etats, 4.8.2025,&nbsp;</span><a href="https://docs.un.org/en/A/CONF.243/2025/1"><u><span>(https://docs.un.org/en/A/CONF.243/2025/1)</span></u></a><span>&nbsp;mit Beiträgen zu unterstützen. Das EDA wird dazu sofort 23 Mio. Franken freigeben, einerseits für die humanitäre Hilfe in Gaza, andererseits für die Entsendung von Expertinnen und Experten in den Bereichen humanitäre Hilfe, humanitäres Völkerrecht, Entwaffnung und Entminung.</span></p></span>
  • <p>Beabsichtigt der Bundesrat, sich bei der UNO-Generalversammlung dafür einzusetzen, den uneingeschränkten, sofortigen, bedingungslosen und dauerhaften Zugang der internationalen Medien nach Gaza sowie den Schutz palästinensischer Journalistinnen und Journalisten, die sofortige Evakuierung bedrohter Medienschaffender und die Beendigung der Straffreiheit bei Verbrechen gegen Journalistinnen und Journalisten zu fordern?&nbsp;</p>
  • Durchsetzung der Genfer Konventionen zum Schutz ziviler Journalistinnen und Journalisten in Konfliktgebieten
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Seit Beginn des Konflikts im Oktober&nbsp;2023 verbieten die israelischen Behörden ausländischen Journalistinnen und Journalisten die Einreise nach Gaza; es gab nur wenige Ausnahmen unter strenger Kontrolle und militärischer Begleitung.&nbsp;</p><p>Die Organisation&nbsp;«Reporter ohne Grenzen»&nbsp;(RSF) prangert vergeblich die Medienblockade und die Versuche an, palästinensische Journalistinnen und Journalisten zu isolieren, die als Einzige noch in Gaza präsent sind.</p><p>Der Krieg hat sich für Medienschaffende zum tödlichsten Konflikt der Gegenwart entwickelt. Zwischen Ende&nbsp;2023 und heute haben laut RSF und der Bürgerpetitionsplattform Avaaz 220 bis 246&nbsp;palästinensische Journalistinnen und Journalisten ihr Leben verloren.</p><p>&nbsp;</p><p>Die Genfer Konventionen von 1949 und die Zusatzprotokolle von 1977 schützen zivile Medienschaffende in Konfliktgebieten als Zivilpersonen und garantieren ihnen das Recht, ihrer Aufgabe als Berichterstatterinnen und Berichterstatter wahrzunehmen. Artikel&nbsp;4 der vierten Genfer Konvention hält ausdrücklich fest, dass Zivilpersonen, die nicht direkt an Feindseligkeiten teilnehmen, geschützt werden müssen. Somit sind auch Journalistinnen und Journalisten als Zivilpersonen geschützt, solange sie nicht an Kampfhandlungen teilnehmen.</p><p>&nbsp;</p><p>Darüber hinaus ist das Recht, zu informieren und informiert zu werden, in den internationalen Menschenrechtsabkommen als Grundrecht anerkannt. Dieses Recht gilt als unabdingbare Voraussetzung für die Demokratie und die Wahrung aller anderen Rechte.</p><p>&nbsp;</p><p>Daher wird die Schweiz ersucht, bei der UNO-Generalversammlung eine dringliche Resolution einzureichen, die den uneingeschränkten, sofortigen, bedingungslosen und dauerhaften Zugang der internationalen Medien nach Gaza sowie den Schutz palästinensischer Journalistinnen und Journalisten, die sofortige Evakuierung bedrohter Medienschaffender und die Beendigung der Straffreiheit bei Verbrechen gegen Journalistinnen und Journalisten fordert.&nbsp;</p>
    • <span><p><span>In Übereinstimmung mit der Aussenpolitischen Strategie setzt sich der Bundesrat für den Schutz von Journalistinnen und Journalisten im Gazastreifen sowie den Zugang von Medienschaffenden ein. Journalistinnen und Journalisten gehören gemäss humanitärem Völkerrecht zur Zivilbevölkerung. Ihr Schutz ist eine völkerrechtliche Verpflichtung.&nbsp;</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>In diesem Sinne brachte sich die Schweiz während ihrem Einsitz im UNO-Sicherheitsrat ein und unterstützte entsprechende Initiativen auch im UNO-Menschenrechtsrat und in der UNO-Generalversammlung. Sie hat sich zudem am 24. September 2025 einer Erklärung Frankreichs&nbsp;</span><u><span>(</span></u><a href="https://www.diplomatie.gouv.fr/fr/dossiers-pays/israel-palestine/actualites-et-evenements/2025/article/declaration-conjointe-evenement-consacre-a-la-situation-des-journalistes-a-gaza"><u><span>https://www.diplomatie.gouv.fr/fr/dossiers-pays/israel-palestine/actualites-et-evenements/2025/article/declaration-conjointe-evenement-consacre-a-la-situation-des-journalistes-a-gaza</span></u></a><u><span>)&nbsp;</span></u><span>und am 21. August 2025 einer Erklärung der «Media Freedom Coalition» (</span><a href="https://smex-ctp.trendmicro.com:443/wis/clicktime/v1/query?url=https%3a%2f%2fmediafreedomcoalition.org%2fjoint%2dstatement%2f2025%2fmfc%2dstatement%2dmedia%2daccess%2dto%2dgaza%2f&amp;umid=5cc32424-419a-46e4-beec-7619c615cff0&amp;auth=ed8466d1cef00c75ac52e715f7ae801b2df24a37-31f1b79c51b1a1d652eee9b482c5fbb75530d651"><u><span>https://mediafreedomcoalition.org/joint-statement/2025/mfc-statement-media-access-to-gaza/</span></u></a><span>)&nbsp;</span><span>mit ebendiesem Ziel angeschlossen.&nbsp;</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Eine spezifische Resolution erachtet der Bundesrat derzeit als nicht opportun. Anstatt eine eigene Resolution einzureichen, erachtet es der Bundesrat jetzt als vorrangig, die laufenden Friedensbemühungen im Rahmen des&nbsp;</span><a href="https://www.whitehouse.gov/videos/historic-moment-president-trump-signs-the-gaza-peace-plan-for-peace-in-the-middle-east/"><span>Gaza Peace Plan for peace in the Middle East&nbsp;</span></a><span>(der in der UNO-Sicherheitsratsresolution 2803 vom 17.11.2025 erwähnt wird:&nbsp;</span><a href="https://docs.un.org/en/s/res/2803(2025)"><u><span>https://docs.un.org/en/s/res/2803(2025)</span></u></a><span>&nbsp;und der New York-Deklaration (Déclaration de New York sur le règlement pacifique de la question de Palestine et la mise en oeuvre de la solution des deux Etats, 4.8.2025,&nbsp;</span><a href="https://docs.un.org/en/A/CONF.243/2025/1"><u><span>(https://docs.un.org/en/A/CONF.243/2025/1)</span></u></a><span>&nbsp;mit Beiträgen zu unterstützen. Das EDA wird dazu sofort 23 Mio. Franken freigeben, einerseits für die humanitäre Hilfe in Gaza, andererseits für die Entsendung von Expertinnen und Experten in den Bereichen humanitäre Hilfe, humanitäres Völkerrecht, Entwaffnung und Entminung.</span></p></span>
    • <p>Beabsichtigt der Bundesrat, sich bei der UNO-Generalversammlung dafür einzusetzen, den uneingeschränkten, sofortigen, bedingungslosen und dauerhaften Zugang der internationalen Medien nach Gaza sowie den Schutz palästinensischer Journalistinnen und Journalisten, die sofortige Evakuierung bedrohter Medienschaffender und die Beendigung der Straffreiheit bei Verbrechen gegen Journalistinnen und Journalisten zu fordern?&nbsp;</p>
    • Durchsetzung der Genfer Konventionen zum Schutz ziviler Journalistinnen und Journalisten in Konfliktgebieten

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