Deutsche Bahn in der Dauerkrise und dadurch stärkere Belastung des Schweizer Bahnnetzes
- ShortId
-
25.4101
- Id
-
20254101
- Updated
-
19.12.2025 12:42
- Language
-
de
- Title
-
Deutsche Bahn in der Dauerkrise und dadurch stärkere Belastung des Schweizer Bahnnetzes
- AdditionalIndexing
-
48;08
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Deshalb stellen sich folgende Fragen:</p><p> </p><ul><li>Welche Auswirkungen hat die Neuausrichtung der DB auf die Schweiz – insbesondere auf die Verbindung Stuttgart–Schaffhausen–Zürich?</li><li>Weshalb ist die SBB weiterhin nicht bereit, eine Unterbrechung der Strecke (nach dem Vorbild Basel) umzusetzen und einen Halbstundentakt Schaffhausen–Zürich (und zurück) einzurichten, wie er in vielen Hauptorten anderer Kantone Standard ist?</li><li>Welche Szenarien plant der Bund, falls sich die Lage nicht verbessert?</li><li>Im Zuge von Stuttgart 21: Ist während der Bauphase mit einer weiteren Verschlechterung der Verbindung zu rechnen? Von welchen Belegungs- und Kapazitätsannahmen geht die SBB während des Umbaus aus? </li><li>Welche Massnahmen sind vorgesehen, um die internationale Verbindung von und nach Stuttgart auch während der Bauzeit von Stuttgart 21 attraktiv zu halten?</li></ul>
- <span><p><span>1. Die Auswirkungen der Neuausrichtung der Deutschen Bahn auf die Schweiz können zurzeit noch nicht eingeschätzt werden. Es gibt aktuell keine Indikationen, dass sich die Neuausrichtung auf den internationalen Bahnverkehr mit der Schweiz auswirken wird.</span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Seit Anfang Juli 2025 setzen die SBB und die Deutsche Bahn (DB) aufgrund der nicht zufriedenstellenden Betriebsqualität ein Dispokonzept um. Dabei wird in Singen ein Ersatzzug der DB bereitgestellt, der dann zum Einsatz kommt, wenn die regulären IC-Züge aus Deutschland verspätet in Singen eintreffen. Ziel dieser Massnahme ist es, die Pünktlichkeit auf dem Schweizer Abschnitt zwischen Schaffhausen und Zürich zu stabilisieren und die Auswirkungen von Verspätungen auf das nationale Bahnnetz der Schweiz zu minimieren. Dies entspricht auch der Lösung bei den meisten verspäteten Zügen, welche von Deutschland über Basel hinaus in die Schweiz verkehren. Es werden aber nur einzelne Verbindungen in Basel gebrochen – nicht systematisch alle. </span></p><p><span>Erste Auswertungen der Linie Stuttgart-Zürich zeigen, dass sich die Verspätungen kurzfristig leicht reduziert haben, die gewünschte Pünktlichkeit jedoch noch nicht erreicht werden kann. Das aktuelle Dispozug-Konzept wird bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025 weitergeführt. Gleichzeitig werden aktuell weitere Massnahmen geprüft – unter anderem auch ein (teilweiser) Bruch der Linie ab dem Schweizer Abschnitt. Die Lösungsfindung berücksichtigt sowohl die Bedürfnisse der internationalen, nationalen und regionalen Kundinnen und Kunden als auch die Verpflichtungen der SBB im internationalen Verkehr. Diese alternativen Massnahmen sollen per Fahrplanwechsel im Dezember 2025 in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn umgesetzt werden. </span></p><p><span>Für die Zeit ab 2027 sind weitere konzeptionelle Anpassungen in Prüfung, da die IC-Züge dann voraussichtlich nicht mehr bis Stuttgart Hauptbahnhof, sondern nur noch bis Stuttgart-Vaihingen verkehren werden.</span></p><p><span>Abschliessend ist zu sagen, dass die RE- und S-Bahn-Züge zwischen Schaffhausen und Zürich nach wie vor eine stabile und hohe Pünktlichkeit von 94% erreichen, womit sie im gesamtschweizerischen Durchschnitt liegen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>3. Mit den von der SBB geplanten Massnahmen liegt eine Lösung vor, deren Akzeptanz bei den Kundinnen und Kunden nun beobachtet wird. Der Bund wird nach einer ersten Phase dieser Massnahmen gemeinsam mit der SBB Bilanz ziehen. </span></p><p><span> </span></p><p><span>4. Mit dem vorübergehenden Linienende in Stuttgart Vaihingen geht die SBB derzeit nicht von einem starken Rückgang der Fahrgastzahlen aus, erwartet aber ein geringeres Wachstum als bei anderen internationalen Linien. </span><br><span>Im Hinblick auf die Pünktlichkeit rechnet die SBB nicht damit, dass aufgrund der Baumassnahmen rund um die Anbindung der Gäubahn an Stuttgart 21 zusätzliche negative Auswirkungen entstehen. Es ist jedoch weiterhin von einer hohen Bautätigkeit auf der Gäubahn auszugehen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>5. Die Baumassnahmen rund um Stuttgart 21 sind kein massgeblicher Grund für die mangelnde Pünktlichkeit auf der Gäubahn. Die Verspätungen sind häufig auf die betriebliche Situation auf der Strecke und die überlastete Infrastruktur zurückzuführen.</span></p><p><span>Der Tiefbahnhof Stuttgart 21 geht Ende 2026 für den Fernverkehr (exkl. Gäubahn) in Betrieb. Bis Ende 2027 soll auch der Regionalverkehr in den neuen Tiefbahnhof fahren. Die Gäubahn wird als einzige Ausnahme zu diesem Zeitpunkt noch nicht in den Tiefbahnhof Stuttgart 21 eingebunden sein. Dies erfolgt voraussichtlich erst ab Ende 2032. Bis dahin wird die Gäubahn voraussichtlich ab März 2027 in Stuttgart-Vaihingen enden. Vaihingen ist vergleichbar mit Zürich-Oerlikon und es bestehen ca. alle fünf Minuten S-Bahn Verbindungen zum Hauptbahnhof. Für Punkt-zu-Punkt Reisende kann die Anbindung Stuttgart je nach Destination sogar besser sein, da die S-Bahn durch die Innenstadt verkehrt. Der IC Zürich – Stuttgart hat aufgrund alternativer und teilweise neuer Fernverkehrsverbindungen für die Reisenden vor allem den Grossraum Stuttgart zum Ziel. </span></p></span>
- <p>Gemäss der <i>NZZ</i> vom 23. September weist der Artikel darauf hin, dass die Deutsche Bahn verschiedene Bereiche anpassen möchte. Dazu gehört insbesondere eine stärkere Fokussierung auf das Kerngeschäft in Deutschland. Dies bedeutet allerdings auch einen Abbau im Ausland, was Auswirkungen auf das Schweizer Bahnnetz haben wird.</p><p>Die Strecke Stuttgart–Schaffhausen–Zürich ist nach wie vor ungenügend bedient. Die Züge aus Deutschland sind regelmässig verspätet oder fallen ganz aus. Die Bevölkerung in Schaffhausen meidet deshalb, wenn möglich, Verbindungen aus Deutschland und setzt zunehmend auf das Auto. Faktisch besteht nur noch ein Stundentakt zwischen Schaffhausen und Zürich. Die von mir seit Langem geforderte Unterbrechung der Strecke – wie sie bereits in Basel praktiziert wird – wurde immer wieder verschoben oder gar nicht angegangen.</p>
- Deutsche Bahn in der Dauerkrise und dadurch stärkere Belastung des Schweizer Bahnnetzes
- State
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Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
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- Drafts
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- Index
- 0
- Texts
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- <p>Deshalb stellen sich folgende Fragen:</p><p> </p><ul><li>Welche Auswirkungen hat die Neuausrichtung der DB auf die Schweiz – insbesondere auf die Verbindung Stuttgart–Schaffhausen–Zürich?</li><li>Weshalb ist die SBB weiterhin nicht bereit, eine Unterbrechung der Strecke (nach dem Vorbild Basel) umzusetzen und einen Halbstundentakt Schaffhausen–Zürich (und zurück) einzurichten, wie er in vielen Hauptorten anderer Kantone Standard ist?</li><li>Welche Szenarien plant der Bund, falls sich die Lage nicht verbessert?</li><li>Im Zuge von Stuttgart 21: Ist während der Bauphase mit einer weiteren Verschlechterung der Verbindung zu rechnen? Von welchen Belegungs- und Kapazitätsannahmen geht die SBB während des Umbaus aus? </li><li>Welche Massnahmen sind vorgesehen, um die internationale Verbindung von und nach Stuttgart auch während der Bauzeit von Stuttgart 21 attraktiv zu halten?</li></ul>
- <span><p><span>1. Die Auswirkungen der Neuausrichtung der Deutschen Bahn auf die Schweiz können zurzeit noch nicht eingeschätzt werden. Es gibt aktuell keine Indikationen, dass sich die Neuausrichtung auf den internationalen Bahnverkehr mit der Schweiz auswirken wird.</span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Seit Anfang Juli 2025 setzen die SBB und die Deutsche Bahn (DB) aufgrund der nicht zufriedenstellenden Betriebsqualität ein Dispokonzept um. Dabei wird in Singen ein Ersatzzug der DB bereitgestellt, der dann zum Einsatz kommt, wenn die regulären IC-Züge aus Deutschland verspätet in Singen eintreffen. Ziel dieser Massnahme ist es, die Pünktlichkeit auf dem Schweizer Abschnitt zwischen Schaffhausen und Zürich zu stabilisieren und die Auswirkungen von Verspätungen auf das nationale Bahnnetz der Schweiz zu minimieren. Dies entspricht auch der Lösung bei den meisten verspäteten Zügen, welche von Deutschland über Basel hinaus in die Schweiz verkehren. Es werden aber nur einzelne Verbindungen in Basel gebrochen – nicht systematisch alle. </span></p><p><span>Erste Auswertungen der Linie Stuttgart-Zürich zeigen, dass sich die Verspätungen kurzfristig leicht reduziert haben, die gewünschte Pünktlichkeit jedoch noch nicht erreicht werden kann. Das aktuelle Dispozug-Konzept wird bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025 weitergeführt. Gleichzeitig werden aktuell weitere Massnahmen geprüft – unter anderem auch ein (teilweiser) Bruch der Linie ab dem Schweizer Abschnitt. Die Lösungsfindung berücksichtigt sowohl die Bedürfnisse der internationalen, nationalen und regionalen Kundinnen und Kunden als auch die Verpflichtungen der SBB im internationalen Verkehr. Diese alternativen Massnahmen sollen per Fahrplanwechsel im Dezember 2025 in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn umgesetzt werden. </span></p><p><span>Für die Zeit ab 2027 sind weitere konzeptionelle Anpassungen in Prüfung, da die IC-Züge dann voraussichtlich nicht mehr bis Stuttgart Hauptbahnhof, sondern nur noch bis Stuttgart-Vaihingen verkehren werden.</span></p><p><span>Abschliessend ist zu sagen, dass die RE- und S-Bahn-Züge zwischen Schaffhausen und Zürich nach wie vor eine stabile und hohe Pünktlichkeit von 94% erreichen, womit sie im gesamtschweizerischen Durchschnitt liegen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>3. Mit den von der SBB geplanten Massnahmen liegt eine Lösung vor, deren Akzeptanz bei den Kundinnen und Kunden nun beobachtet wird. Der Bund wird nach einer ersten Phase dieser Massnahmen gemeinsam mit der SBB Bilanz ziehen. </span></p><p><span> </span></p><p><span>4. Mit dem vorübergehenden Linienende in Stuttgart Vaihingen geht die SBB derzeit nicht von einem starken Rückgang der Fahrgastzahlen aus, erwartet aber ein geringeres Wachstum als bei anderen internationalen Linien. </span><br><span>Im Hinblick auf die Pünktlichkeit rechnet die SBB nicht damit, dass aufgrund der Baumassnahmen rund um die Anbindung der Gäubahn an Stuttgart 21 zusätzliche negative Auswirkungen entstehen. Es ist jedoch weiterhin von einer hohen Bautätigkeit auf der Gäubahn auszugehen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>5. Die Baumassnahmen rund um Stuttgart 21 sind kein massgeblicher Grund für die mangelnde Pünktlichkeit auf der Gäubahn. Die Verspätungen sind häufig auf die betriebliche Situation auf der Strecke und die überlastete Infrastruktur zurückzuführen.</span></p><p><span>Der Tiefbahnhof Stuttgart 21 geht Ende 2026 für den Fernverkehr (exkl. Gäubahn) in Betrieb. Bis Ende 2027 soll auch der Regionalverkehr in den neuen Tiefbahnhof fahren. Die Gäubahn wird als einzige Ausnahme zu diesem Zeitpunkt noch nicht in den Tiefbahnhof Stuttgart 21 eingebunden sein. Dies erfolgt voraussichtlich erst ab Ende 2032. Bis dahin wird die Gäubahn voraussichtlich ab März 2027 in Stuttgart-Vaihingen enden. Vaihingen ist vergleichbar mit Zürich-Oerlikon und es bestehen ca. alle fünf Minuten S-Bahn Verbindungen zum Hauptbahnhof. Für Punkt-zu-Punkt Reisende kann die Anbindung Stuttgart je nach Destination sogar besser sein, da die S-Bahn durch die Innenstadt verkehrt. Der IC Zürich – Stuttgart hat aufgrund alternativer und teilweise neuer Fernverkehrsverbindungen für die Reisenden vor allem den Grossraum Stuttgart zum Ziel. </span></p></span>
- <p>Gemäss der <i>NZZ</i> vom 23. September weist der Artikel darauf hin, dass die Deutsche Bahn verschiedene Bereiche anpassen möchte. Dazu gehört insbesondere eine stärkere Fokussierung auf das Kerngeschäft in Deutschland. Dies bedeutet allerdings auch einen Abbau im Ausland, was Auswirkungen auf das Schweizer Bahnnetz haben wird.</p><p>Die Strecke Stuttgart–Schaffhausen–Zürich ist nach wie vor ungenügend bedient. Die Züge aus Deutschland sind regelmässig verspätet oder fallen ganz aus. Die Bevölkerung in Schaffhausen meidet deshalb, wenn möglich, Verbindungen aus Deutschland und setzt zunehmend auf das Auto. Faktisch besteht nur noch ein Stundentakt zwischen Schaffhausen und Zürich. Die von mir seit Langem geforderte Unterbrechung der Strecke – wie sie bereits in Basel praktiziert wird – wurde immer wieder verschoben oder gar nicht angegangen.</p>
- Deutsche Bahn in der Dauerkrise und dadurch stärkere Belastung des Schweizer Bahnnetzes
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