Höhe der Krankenkassenprämien und Ausländeranteil. Bestätigt der Bundesrat die Feststellung, dass es da einen Zusammenhang gibt?
- ShortId
-
25.4104
- Id
-
20254104
- Updated
-
26.11.2025 15:55
- Language
-
de
- Title
-
Höhe der Krankenkassenprämien und Ausländeranteil. Bestätigt der Bundesrat die Feststellung, dass es da einen Zusammenhang gibt?
- AdditionalIndexing
-
2841;15;2811;04
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <span><p><span>1. – 4. Eine Analyse auf kantonaler Ebene würde aus methodischen Gründen keine aussagekräftigen Schlussfolgerungen zulassen. Eine allfällige Korrelation würde nicht zwingend einen Kausalzusammenhang voraussetzen, besonders da das Risiko einer falschen Schlussfolgerung besonders hoch ist, wenn die Daten stark aggregiert sind («ökologischer Fehlschluss»). Daher wären die Ergebnisse einer solchen Analyse – würde sie vorliegen – zwangsläufig fragwürdig.</span><br><span>In Bezug auf den Zusammenhang zwischen Staatsangehörigkeit und Gesundheitskosten hat das Bundesamt für Statistik (BFS) am 30. Juni 2025 auf der Grundlage von Individualdaten eine Studie mit dem Titel «Kosten zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nach Staatsangehörigkeit der Versicherten» publiziert, dies im Rahmen der Motion 24.3470 SGK-N «Statistik der Leistungen zulasten der Krankenversicherung. Nationalität der versicherten Personen berücksichtigen». Aus methodischer Sicht ermöglicht die Verwendung von individuell vorliegenden Informationen solidere Schlussfolgerungen, als dies mit aggregierten Daten möglich wäre. Die Studie zeigt, dass ausländische Staatsangehörige im Durchschnitt tiefere Kosten zulasten der OKP verursachen als Schweizer Versicherte.</span></p><p><span> </span></p><p><span>5. Gemäss Obsanbericht von 2013 «Kosten und Inanspruchnahme der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) der Schweiz: Analyse kantonaler Unterschiede und mögliche Erklärungsfaktoren. OBSAN</span><span> </span><span>Bericht 59</span><span> </span><span>» sind die Ursachen für die Kostenunterschiede zwischen den Kantonen vielfältig und komplex. Sie sind zum Teil demografisch begründet, betreffen aber auch Angebot und Nachfrage von Gesundheitsdienstleistungen sowohl in Bezug auf die Mengen als auch die Preise. Der Kostenanstieg ist auch auf den technischen Fortschritt in der Medizin und in der Pflege zurückzuführen. Ein klarer Zusammenhang mit der Einwanderung lässt sich daraus nicht ablesen.</span></p><p><span>Laut dem Bericht spiegelt sich der politische Handlungsspielraum der Kantone im Gesundheitswesen sehr deutlich in den interkantonalen Kostenunterschieden wider. Die Kantone sind daher am besten in der Lage, die Gründe für die Kostenentwicklung ihres jeweiligen Gesundheitssystems zu ermitteln. </span></p></span>
- <p>Der Bundesrat hat am 23. September 2025 über die Erhöhung der Prämien der obligatorischen Krankenversicherung für das Jahr 2026 informiert. Dieser erneute Anstieg löst in der Bevölkerung grosse Besorgnis aus, in einer Zeit, in der viele Haushalte bereits unter den hohen Kosten leiden.</p><p> </p><p>Ein Vergleich der kantonalen Prämien zeigt deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Kantonen auf. So liegen die Prämien in einigen Kantonen deutlich über dem schweizerischen Durchschnitt, während sie in anderen deutlich darunter liegen.</p><p> </p><p>Verbindet man diese Daten mit den Statistiken über die Demografie der Kantone, so fällt Folgendes auf: Die Kantone mit den höchsten Prämien sind oft diejenigen, die auch einen höheren Ausländeranteil aufweisen. Umgekehrt wohnen in den Kantonen mit den niedrigsten Prämien in der Regel relativ wenige Ausländerinnen und Ausländer.</p><p> </p><p>Ich bitte den Bundesrat deshalb um die Beantwortung folgender Fragen:</p><ol><li>Sind dem Bundesrat Studien bekannt, die einen Zusammenhang zwischen dem Anteil der ausländischen Bevölkerung in einem Kanton und der durchschnittlichen Höhe der Krankenkassenprämien belegen?</li><li>Bestätigt der Bundesrat die Feststellung, dass in Kantonen mit einem höheren Ausländeranteil die Prämien tendenziell höher sind?</li><li>Wann ja, welche Erklärung hat der Bundesrat für diesen Zusammenhang? Welche Faktoren könnten der Grund für einen solchen Zusammenhang sein?</li><li>Wurde der Zusammenhang zwischen der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen und der Nationalität der Bezügerinnen und Bezüger auf nationaler Ebene bereits detailliert untersucht?</li><li>Beabsichtigt der Bundesrat, eine unabhängige Studie über die Gründe für die kantonalen Prämienunterschiede in Auftrag zu geben, die insbesondere die demografische Variable der Nationalität einbezieht?</li></ol>
- Höhe der Krankenkassenprämien und Ausländeranteil. Bestätigt der Bundesrat die Feststellung, dass es da einen Zusammenhang gibt?
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <span><p><span>1. – 4. Eine Analyse auf kantonaler Ebene würde aus methodischen Gründen keine aussagekräftigen Schlussfolgerungen zulassen. Eine allfällige Korrelation würde nicht zwingend einen Kausalzusammenhang voraussetzen, besonders da das Risiko einer falschen Schlussfolgerung besonders hoch ist, wenn die Daten stark aggregiert sind («ökologischer Fehlschluss»). Daher wären die Ergebnisse einer solchen Analyse – würde sie vorliegen – zwangsläufig fragwürdig.</span><br><span>In Bezug auf den Zusammenhang zwischen Staatsangehörigkeit und Gesundheitskosten hat das Bundesamt für Statistik (BFS) am 30. Juni 2025 auf der Grundlage von Individualdaten eine Studie mit dem Titel «Kosten zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nach Staatsangehörigkeit der Versicherten» publiziert, dies im Rahmen der Motion 24.3470 SGK-N «Statistik der Leistungen zulasten der Krankenversicherung. Nationalität der versicherten Personen berücksichtigen». Aus methodischer Sicht ermöglicht die Verwendung von individuell vorliegenden Informationen solidere Schlussfolgerungen, als dies mit aggregierten Daten möglich wäre. Die Studie zeigt, dass ausländische Staatsangehörige im Durchschnitt tiefere Kosten zulasten der OKP verursachen als Schweizer Versicherte.</span></p><p><span> </span></p><p><span>5. Gemäss Obsanbericht von 2013 «Kosten und Inanspruchnahme der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) der Schweiz: Analyse kantonaler Unterschiede und mögliche Erklärungsfaktoren. OBSAN</span><span> </span><span>Bericht 59</span><span> </span><span>» sind die Ursachen für die Kostenunterschiede zwischen den Kantonen vielfältig und komplex. Sie sind zum Teil demografisch begründet, betreffen aber auch Angebot und Nachfrage von Gesundheitsdienstleistungen sowohl in Bezug auf die Mengen als auch die Preise. Der Kostenanstieg ist auch auf den technischen Fortschritt in der Medizin und in der Pflege zurückzuführen. Ein klarer Zusammenhang mit der Einwanderung lässt sich daraus nicht ablesen.</span></p><p><span>Laut dem Bericht spiegelt sich der politische Handlungsspielraum der Kantone im Gesundheitswesen sehr deutlich in den interkantonalen Kostenunterschieden wider. Die Kantone sind daher am besten in der Lage, die Gründe für die Kostenentwicklung ihres jeweiligen Gesundheitssystems zu ermitteln. </span></p></span>
- <p>Der Bundesrat hat am 23. September 2025 über die Erhöhung der Prämien der obligatorischen Krankenversicherung für das Jahr 2026 informiert. Dieser erneute Anstieg löst in der Bevölkerung grosse Besorgnis aus, in einer Zeit, in der viele Haushalte bereits unter den hohen Kosten leiden.</p><p> </p><p>Ein Vergleich der kantonalen Prämien zeigt deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Kantonen auf. So liegen die Prämien in einigen Kantonen deutlich über dem schweizerischen Durchschnitt, während sie in anderen deutlich darunter liegen.</p><p> </p><p>Verbindet man diese Daten mit den Statistiken über die Demografie der Kantone, so fällt Folgendes auf: Die Kantone mit den höchsten Prämien sind oft diejenigen, die auch einen höheren Ausländeranteil aufweisen. Umgekehrt wohnen in den Kantonen mit den niedrigsten Prämien in der Regel relativ wenige Ausländerinnen und Ausländer.</p><p> </p><p>Ich bitte den Bundesrat deshalb um die Beantwortung folgender Fragen:</p><ol><li>Sind dem Bundesrat Studien bekannt, die einen Zusammenhang zwischen dem Anteil der ausländischen Bevölkerung in einem Kanton und der durchschnittlichen Höhe der Krankenkassenprämien belegen?</li><li>Bestätigt der Bundesrat die Feststellung, dass in Kantonen mit einem höheren Ausländeranteil die Prämien tendenziell höher sind?</li><li>Wann ja, welche Erklärung hat der Bundesrat für diesen Zusammenhang? Welche Faktoren könnten der Grund für einen solchen Zusammenhang sein?</li><li>Wurde der Zusammenhang zwischen der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen und der Nationalität der Bezügerinnen und Bezüger auf nationaler Ebene bereits detailliert untersucht?</li><li>Beabsichtigt der Bundesrat, eine unabhängige Studie über die Gründe für die kantonalen Prämienunterschiede in Auftrag zu geben, die insbesondere die demografische Variable der Nationalität einbezieht?</li></ol>
- Höhe der Krankenkassenprämien und Ausländeranteil. Bestätigt der Bundesrat die Feststellung, dass es da einen Zusammenhang gibt?
Back to List