Aufnahme eines klaren Ziels für die Eidgenössischen Technischen Hochschulen und die Innosuisse hinsichtlich einer Unterstützung von Start-ups, um die Verankerung innovativer Unternehmen in der Schweiz zu stärken
- ShortId
-
25.4106
- Id
-
20254106
- Updated
-
19.12.2025 12:43
- Language
-
de
- Title
-
Aufnahme eines klaren Ziels für die Eidgenössischen Technischen Hochschulen und die Innosuisse hinsichtlich einer Unterstützung von Start-ups, um die Verankerung innovativer Unternehmen in der Schweiz zu stärken
- AdditionalIndexing
-
32;36;15
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <span><p><span>1 / 2) Der Wissens- und Technologietransfer (WTT) ist fester Bestandteil der strategischen Ziele des Bundesrates für den ETH-Bereich. Konkret erwartet er, dass der ETH-Bereich günstige Voraussetzungen für den WTT und die Gründung von Spin-offs schafft und das unternehmerische Denken und Handeln seiner Angehörigen fördert. Die Institutionen des ETH-Bereichs unterstützen denn auch auf vielfältige Weise den Transfer ihrer Forschung in die Privatwirtschaft. Dazu gehören Supportangebote für Firmengründungen, Fellowships, Netzwerk-Events, Lizenzvergaben und der Zugang zu erstklassiger wissenschaftlicher Infrastruktur. Der Fokus der Unterstützung liegt auf der Gründung von Spin-offs, die aus den Forschungsaktivitäten an den Institutionen des ETH-Bereichs hervorgehen. Diesbezüglich ist der ETH-Bereich sehr erfolgreich (2024: 64 Spin-offs). Eine weiter</span><span></span><span>gehende Unterstützung von Scale-ups und etablierten Unternehmen ist nicht Aufgabe des ETH-Bereichs. Für den erfolgreichen Übergang von einem Start-up in der Frühphase zu einem Unternehmen in der Wachstumsphase spielt der Markt bzw. eine hohe Nachfrage und Investitionsbereitschaft eine wichtige Rolle. </span></p><p><span> </span></p><p><span>3) Innosuisse verfügt über ein vielfältiges Angebot zur Unterstützung von wissenschaft</span><span></span><span>s</span><span></span><span>basierten Start-ups. Dazu gehören die direkte Förderung ihrer Innovationsprojekte, Sensibilisierungs- und Schulungsmassnahmen hinsichtlich Gründung, begleitendes Coaching sowie Unterstützung bei der Internationalisierung. Die meisten dieser Förder</span><span></span><span>möglichkeiten sind auf die frühen Entwicklungsphasen eines Start-ups ausgerichtet; das Scale-up Coaching zielt jedoch spezifisch auf die Wachstumsphase ab. Ebenso für Start-ups zugänglich ist die Förderung von Innovations</span><span></span><span>projekten von Unternehmen mit Forschungs</span><span></span><span>partnern sowie die Förderung von internationalen Projekten. </span></p><p><span> </span></p><p><span>Innosuisse fördert im Auftrag des Bundes die wissenschafts</span><span></span><span>basierte Innovation. Dieses für das Innovationspotenzial der Unternehmen wichtige Angebot wird ergänzt durch komple</span><span></span><span>mentäre Instrumente der Kantone und Privater. Wichtig sind insbesondere die Förder</span><span></span><span>programme der EU, welche u.a. Unterstützung in der Scale-up-Phase leisten. Der Bundesrat steuert Innosuisse mittels strategischer Ziele. Der Bedarf an einem kohärenten und effizienten </span><span>Förderportfolio sowie an einer systematischen Wirkungsorientierung ist dort abgebildet.</span></p><p><span> </span></p><p><span>In der Scale-up-Phase benötigen Start-ups in erster Linie Kapital. In seiner Stellungnahme vom 30. August 2023 zur mittlerweile zurückgezogenen Motion </span><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20233845"><u><span>23.3845</span></u></a><span> </span><span>Gapany weist der Bundesrat auf Analysen im Auftrag der Bundesverwaltung hin, die zum Schluss kommen, dass ein Innovationsfonds den Reifegrad des Schweizer Risikokapitalmarktes erhöhen kann. Er hält jedoch gleichzeitig fest, dass kein finanzpolitischer Handlungsspielraum für einen Innovations</span><span></span><span>fonds des Bundes besteht. </span></p><p><em><span> </span></em></p><p><span>4) Innosuisse hat über seine Unterstützungsmöglichkeiten hinaus (siehe Ziff. 3) keine Möglichkeit, ein Start-up von einer Abwanderung abzuhalten. Ein Indikator zum Verbleib von Start-ups in der Schweiz ist somit nicht zielführend.</span></p><p><em><span> </span></em></p><p><span>5) Derzeit existieren keine verlässlichen Grundlagen dazu, in welchem Ausmass und aus welchen Gründen Start-ups in der Scale-up-Phase die Schweiz verlassen. Der Bundesrat wurde im Rahmen des Postulats </span><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253427"><u><span>25.3427</span></u></a><span> </span><span>WBK-S </span><span>beauftragt zu prüfen, wie die Rahmen</span><span></span><span>bedingungen für verstärkte Investitionen in die Wachstumsphase von Startups verbessert werden können. Zur Frage, inwiefern ein Monitoring sinnvoll und möglich ist, wird der Bundesrat im Postulatsbericht Stellung nehmen.</span></p></span>
- <p>Die Schweiz wird regelmässig als das innovativste Land der Welt eingestuft. Dennoch verlassen viele Start-ups, die aus schweizerischen Hochschulen hervorgegangen sind, das Land oder werden von ausländischen Akteuren aufgekauft, weil sie keine ausreichende Finanzierung und Unterstützung erhalten, um zu wachsen («scale-up»). Dieser Verlust schwächt die technologische und industrielle Souveränität der Schweiz und verringert die nationale wirtschaftliche Wirksamkeit.</p><p>Die ETH Lausanne und die ETH Zürich sowie Innosuisse sind die wichtigsten Empfänger von Bundesbeiträgen im Bereich der Innovation. Sie spielen eine zentrale Rolle in der Forschung, beim Transfer von Technologien und bei der Betreuung von Start-ups. Damit diese öffentlichen Investitionen einen nachhaltigen Wert für die Schweiz erzeugen, ist es entscheidend, die Unterstützung von Start-ups und deren Verbleib in der Schweiz als klares strategisches Ziel zu verankern.</p><p>Andere europäische Länder, wie zum Beispiel Frankreich oder Deutschland, haben bereits aktive Strategien eingeführt, um Start-ups im eigenen Land zu halten und sie zu nationalen Champions zu machen.</p><p> </p><p>Ich bitte den Bundesrat deshalb, die folgenden Fragen zu beantworten:</p><p>1. Ist der Bundesrat der Ansicht, dass das derzeitige Mandat der ETH nicht nur die Gründung von Start-ups, sondern auch deren Wachstum und deren Verbleib in der Schweiz ausreichend abdeckt?</p><p>2. Wäre es sinnvoll, einen Indikator in die strategischen Ziele der ETH aufzunehmen, der anzeigt, wie viele der geförderten Start-ups dank der Unterstützung auch durch die föderalen Strukturen in der Schweiz bleiben?</p><p>3. Ist der Bundesrat der Ansicht, dass das Mandat von Innosuisse ausreicht, um über die Gründung von Start-ups hinaus deren Wachstum und deren dauerhaften Verbleib in der Schweiz zu unterstützten?</p><p>4. Wäre es sachdienlich, auch in die strategischen Ziele von Innosuisse einen Indikator aufzunehmen, der sich auf den Verbleib der von ihr unterstützten Start-ups in der Schweiz bezieht?</p><p>5. Wenn ja, ist der Bundesrat bereit, diese Ziele in die nächste Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation aufzunehmen?</p>
- Aufnahme eines klaren Ziels für die Eidgenössischen Technischen Hochschulen und die Innosuisse hinsichtlich einer Unterstützung von Start-ups, um die Verankerung innovativer Unternehmen in der Schweiz zu stärken
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
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-
- Index
- 0
- Texts
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- <span><p><span>1 / 2) Der Wissens- und Technologietransfer (WTT) ist fester Bestandteil der strategischen Ziele des Bundesrates für den ETH-Bereich. Konkret erwartet er, dass der ETH-Bereich günstige Voraussetzungen für den WTT und die Gründung von Spin-offs schafft und das unternehmerische Denken und Handeln seiner Angehörigen fördert. Die Institutionen des ETH-Bereichs unterstützen denn auch auf vielfältige Weise den Transfer ihrer Forschung in die Privatwirtschaft. Dazu gehören Supportangebote für Firmengründungen, Fellowships, Netzwerk-Events, Lizenzvergaben und der Zugang zu erstklassiger wissenschaftlicher Infrastruktur. Der Fokus der Unterstützung liegt auf der Gründung von Spin-offs, die aus den Forschungsaktivitäten an den Institutionen des ETH-Bereichs hervorgehen. Diesbezüglich ist der ETH-Bereich sehr erfolgreich (2024: 64 Spin-offs). Eine weiter</span><span></span><span>gehende Unterstützung von Scale-ups und etablierten Unternehmen ist nicht Aufgabe des ETH-Bereichs. Für den erfolgreichen Übergang von einem Start-up in der Frühphase zu einem Unternehmen in der Wachstumsphase spielt der Markt bzw. eine hohe Nachfrage und Investitionsbereitschaft eine wichtige Rolle. </span></p><p><span> </span></p><p><span>3) Innosuisse verfügt über ein vielfältiges Angebot zur Unterstützung von wissenschaft</span><span></span><span>s</span><span></span><span>basierten Start-ups. Dazu gehören die direkte Förderung ihrer Innovationsprojekte, Sensibilisierungs- und Schulungsmassnahmen hinsichtlich Gründung, begleitendes Coaching sowie Unterstützung bei der Internationalisierung. Die meisten dieser Förder</span><span></span><span>möglichkeiten sind auf die frühen Entwicklungsphasen eines Start-ups ausgerichtet; das Scale-up Coaching zielt jedoch spezifisch auf die Wachstumsphase ab. Ebenso für Start-ups zugänglich ist die Förderung von Innovations</span><span></span><span>projekten von Unternehmen mit Forschungs</span><span></span><span>partnern sowie die Förderung von internationalen Projekten. </span></p><p><span> </span></p><p><span>Innosuisse fördert im Auftrag des Bundes die wissenschafts</span><span></span><span>basierte Innovation. Dieses für das Innovationspotenzial der Unternehmen wichtige Angebot wird ergänzt durch komple</span><span></span><span>mentäre Instrumente der Kantone und Privater. Wichtig sind insbesondere die Förder</span><span></span><span>programme der EU, welche u.a. Unterstützung in der Scale-up-Phase leisten. Der Bundesrat steuert Innosuisse mittels strategischer Ziele. Der Bedarf an einem kohärenten und effizienten </span><span>Förderportfolio sowie an einer systematischen Wirkungsorientierung ist dort abgebildet.</span></p><p><span> </span></p><p><span>In der Scale-up-Phase benötigen Start-ups in erster Linie Kapital. In seiner Stellungnahme vom 30. August 2023 zur mittlerweile zurückgezogenen Motion </span><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20233845"><u><span>23.3845</span></u></a><span> </span><span>Gapany weist der Bundesrat auf Analysen im Auftrag der Bundesverwaltung hin, die zum Schluss kommen, dass ein Innovationsfonds den Reifegrad des Schweizer Risikokapitalmarktes erhöhen kann. Er hält jedoch gleichzeitig fest, dass kein finanzpolitischer Handlungsspielraum für einen Innovations</span><span></span><span>fonds des Bundes besteht. </span></p><p><em><span> </span></em></p><p><span>4) Innosuisse hat über seine Unterstützungsmöglichkeiten hinaus (siehe Ziff. 3) keine Möglichkeit, ein Start-up von einer Abwanderung abzuhalten. Ein Indikator zum Verbleib von Start-ups in der Schweiz ist somit nicht zielführend.</span></p><p><em><span> </span></em></p><p><span>5) Derzeit existieren keine verlässlichen Grundlagen dazu, in welchem Ausmass und aus welchen Gründen Start-ups in der Scale-up-Phase die Schweiz verlassen. Der Bundesrat wurde im Rahmen des Postulats </span><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253427"><u><span>25.3427</span></u></a><span> </span><span>WBK-S </span><span>beauftragt zu prüfen, wie die Rahmen</span><span></span><span>bedingungen für verstärkte Investitionen in die Wachstumsphase von Startups verbessert werden können. Zur Frage, inwiefern ein Monitoring sinnvoll und möglich ist, wird der Bundesrat im Postulatsbericht Stellung nehmen.</span></p></span>
- <p>Die Schweiz wird regelmässig als das innovativste Land der Welt eingestuft. Dennoch verlassen viele Start-ups, die aus schweizerischen Hochschulen hervorgegangen sind, das Land oder werden von ausländischen Akteuren aufgekauft, weil sie keine ausreichende Finanzierung und Unterstützung erhalten, um zu wachsen («scale-up»). Dieser Verlust schwächt die technologische und industrielle Souveränität der Schweiz und verringert die nationale wirtschaftliche Wirksamkeit.</p><p>Die ETH Lausanne und die ETH Zürich sowie Innosuisse sind die wichtigsten Empfänger von Bundesbeiträgen im Bereich der Innovation. Sie spielen eine zentrale Rolle in der Forschung, beim Transfer von Technologien und bei der Betreuung von Start-ups. Damit diese öffentlichen Investitionen einen nachhaltigen Wert für die Schweiz erzeugen, ist es entscheidend, die Unterstützung von Start-ups und deren Verbleib in der Schweiz als klares strategisches Ziel zu verankern.</p><p>Andere europäische Länder, wie zum Beispiel Frankreich oder Deutschland, haben bereits aktive Strategien eingeführt, um Start-ups im eigenen Land zu halten und sie zu nationalen Champions zu machen.</p><p> </p><p>Ich bitte den Bundesrat deshalb, die folgenden Fragen zu beantworten:</p><p>1. Ist der Bundesrat der Ansicht, dass das derzeitige Mandat der ETH nicht nur die Gründung von Start-ups, sondern auch deren Wachstum und deren Verbleib in der Schweiz ausreichend abdeckt?</p><p>2. Wäre es sinnvoll, einen Indikator in die strategischen Ziele der ETH aufzunehmen, der anzeigt, wie viele der geförderten Start-ups dank der Unterstützung auch durch die föderalen Strukturen in der Schweiz bleiben?</p><p>3. Ist der Bundesrat der Ansicht, dass das Mandat von Innosuisse ausreicht, um über die Gründung von Start-ups hinaus deren Wachstum und deren dauerhaften Verbleib in der Schweiz zu unterstützten?</p><p>4. Wäre es sachdienlich, auch in die strategischen Ziele von Innosuisse einen Indikator aufzunehmen, der sich auf den Verbleib der von ihr unterstützten Start-ups in der Schweiz bezieht?</p><p>5. Wenn ja, ist der Bundesrat bereit, diese Ziele in die nächste Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation aufzunehmen?</p>
- Aufnahme eines klaren Ziels für die Eidgenössischen Technischen Hochschulen und die Innosuisse hinsichtlich einer Unterstützung von Start-ups, um die Verankerung innovativer Unternehmen in der Schweiz zu stärken
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