Die Swisscom baut in der Schweiz Stellen ab und verlagert weitere Arbeitsplätze nach Lettland und in die Niederlande. Wie will der Bundesrat reagieren?

ShortId
25.4149
Id
20254149
Updated
16.12.2025 07:32
Language
de
Title
Die Swisscom baut in der Schweiz Stellen ab und verlagert weitere Arbeitsplätze nach Lettland und in die Niederlande. Wie will der Bundesrat reagieren?
AdditionalIndexing
44;15;04;34
1
PriorityCouncil1
Ständerat
Texts
  • <p>Nach der Post kündigt auch die sich mehrheitlich im Besitz des Bundes befindliche Swisscom den Abbau von Arbeitsplätzen in der Schweiz und Standortverlagerungen an. Diesmal geht es nicht nach Portugal, sondern nach Riga in Lettland und Rotterdam in den Niederlanden.</p><p>Es heisst, es sollten gewisse IT-Entwicklungsaufgaben verlagert werden. Schätzungsweise 1000 bis 1400 Personen werden in diesem Bereich in diesen beiden Städten von Swisscom unter Vertrag genommen.</p><p>Ehrlicher als die Post behauptet die Swisscom nicht, der Arbeitsmarkt biete nicht die nötigen Ressourcen, sondern spricht von einer "kontinuierlichen Kostenoptimierung".</p><p>Gleichzeitig sind laut dem SECO-Bericht zur Lage auf dem Arbeitsmarkt vom Juli 2025 im IT-Sektor bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren in der Schweiz 6038&nbsp;Arbeitslose&nbsp;registriert. Dies ist ein Anstieg um 190 Arbeitsuchende innerhalb eines Monats und um 923 innerhalb eines Jahres.</p><p><a href="https://cms.news.admin.ch/dam/fr/seco/A6hAJ1fxxqNA/2025-07_Die_Lage_auf_dem_Arbeitsmarkt_FR+%281%29.pdf"><u>https://cms.news.admin.ch/dam/de/seco/A6hAJ1fxxqNA/2025-07_Die_Lage_auf_dem_Arbeitsmarkt_FR+%281%29.pdf </u></a>Die Swisscom verlagert ihren Standort, um tiefere Löhne als in der Schweiz zu zahlen - zum Nachteil unseres lokalen Arbeitsmarkts.</p><p>Eine solche Vorgehensweise entwertet die Ausbildungsgänge in diesem Bereich, obwohl unsere Wirtschaft sie mehr denn je braucht und die Allgemeinheit in diesen Bereich erheblich investiert hat.</p><p>Unsere Informatikerinnen und Informatiker werden arbeitslos, fallen zeitweise der Arbeitslosenversicherung zur Last und sind gezwungen, unterbezahlte Jobs anzunehmen, für die sie überqualifiziert sind. Müssen sie selbst nach Lettland, den Niederlanden oder Portugal reisen, um von einem Schweizer Regiebetrieb angestellt zu werden?</p><p>Dies ist für ein öffentlich-rechtliches Unternehmen, das sich mehrheitlich in Bundesbesitz befindet, inakzeptabel, und es wird eine geharnischte Reaktion des Bundesrates erwartet.</p>
  • <span><p><span>Der Markt für Telekommunikations- und IT-Dienstleistungen in der Schweiz ist durch hohe Dynamik, starken Innovationswettbewerb, Preisdruck und anhaltenden Fachkräftemangel geprägt. Ausländische IT-Dienstleister und internationale Tech-Konzerne setzen Schweizer Telekommunikations- und IT-Dienstleister zunehmend unter Wettbewerbsdruck. Viele Schweizer Unternehmen kompensieren den Fachkräftemangel und die Kosten durch Near- und Offshoring von IT-Dienstleistungen. Auch die Swisscom, die nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen geführt wird, verfolgt eine ähnliche Strategie wie andere Unternehmen derselben Branche.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Aktuell beschäftigt die Swisscom in der Schweiz rund 16'000 Mitarbeitende, in Riga und Rotterdam rund 600 Mitarbeitende. </span><span>Durch den Aufbau der DevOps-Zentren in Rotterdam und Riga kann die Swisscom klassisches Outsourcing an Drittanbieter vermeiden und ihre Geschäftstätigkeit in der Schweiz unterstützen. Dadurch werden die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der Swisscom gestärkt.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Aufgrund der hohen Nachfrage nach Fachpersonen des Telekommunikations- und IT-Bereichs, der vielerorts zu einem Fachkräftemangel geführt hat, ergeben sich in der Schweiz noch immer sehr gute Möglichkeiten, eine attraktive Stelle zu finden. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Gestützt auf Artikel 6 des Telekommunikationsunternehmungsgesetzes (SR 784.11)</span><span></span><span> legt der Bundesrat jeweils für vier Jahre fest, welche Ziele der Bund als Hauptaktionär des Unternehmens erreichen will. In den strategischen Zielen definiert der Bundesrat auch personalpolitische Ziele. Der Aufbau von Stellen im Ausland ist mit den strategischen Zielen der Swisscom vereinbar, insbesondere, wenn er dazu dient, IT-Talente auf dem internationalen Arbeitsmarkt zu rekrutieren und die Geschäftstätigkeit in der Schweiz zu unterstützen. Zudem führt der andauernde Preisdruck im schweizerischen Telekommunikations- und IT-Markt dazu, dass die Swisscom aus betriebswirtschaftlichen Gründen laufend die Kosten reduzieren muss, damit sie auch in Zukunft weiter in das Glasfaser- und Mobilfunknetz, in allen Regionen der Schweiz, investieren kann. Eine Einschränkung der unternehmerischen Freiheit der Swisscom könnte dazu führen, dass das Unternehmen auf absehbare Zeit nicht mehr konkurrenzfähig wäre. Der Bundesrat sieht daher keine Notwendigkeit für eine Anpassungen der strategischen Ziele.</span></p></span>
  • <p>Nach der Post baut auch die Swisscom IT-Arbeitsplätze in&nbsp;der&nbsp;Schweiz ab und lagert die Belegschaft aus, mit dem einzigen Ziel, die Lohnkosten zu senken. Diese Strategie, die von einem Unternehmen umgesetzt wird, das sich mehrheitlich in Bundesbesitz befindet, ist zu einem Zeitpunkt, in dem die Schweiz ihre Ausbildungskapazitäten in diesem Bereich ausbaut und die Zahl der Arbeitslosen mit anerkannten Abschlüssen in diesem Bereich steigt, unhaltbar.</p>
  • Die Swisscom baut in der Schweiz Stellen ab und verlagert weitere Arbeitsplätze nach Lettland und in die Niederlande. Wie will der Bundesrat reagieren?
State
Erledigt
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Nach der Post kündigt auch die sich mehrheitlich im Besitz des Bundes befindliche Swisscom den Abbau von Arbeitsplätzen in der Schweiz und Standortverlagerungen an. Diesmal geht es nicht nach Portugal, sondern nach Riga in Lettland und Rotterdam in den Niederlanden.</p><p>Es heisst, es sollten gewisse IT-Entwicklungsaufgaben verlagert werden. Schätzungsweise 1000 bis 1400 Personen werden in diesem Bereich in diesen beiden Städten von Swisscom unter Vertrag genommen.</p><p>Ehrlicher als die Post behauptet die Swisscom nicht, der Arbeitsmarkt biete nicht die nötigen Ressourcen, sondern spricht von einer "kontinuierlichen Kostenoptimierung".</p><p>Gleichzeitig sind laut dem SECO-Bericht zur Lage auf dem Arbeitsmarkt vom Juli 2025 im IT-Sektor bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren in der Schweiz 6038&nbsp;Arbeitslose&nbsp;registriert. Dies ist ein Anstieg um 190 Arbeitsuchende innerhalb eines Monats und um 923 innerhalb eines Jahres.</p><p><a href="https://cms.news.admin.ch/dam/fr/seco/A6hAJ1fxxqNA/2025-07_Die_Lage_auf_dem_Arbeitsmarkt_FR+%281%29.pdf"><u>https://cms.news.admin.ch/dam/de/seco/A6hAJ1fxxqNA/2025-07_Die_Lage_auf_dem_Arbeitsmarkt_FR+%281%29.pdf </u></a>Die Swisscom verlagert ihren Standort, um tiefere Löhne als in der Schweiz zu zahlen - zum Nachteil unseres lokalen Arbeitsmarkts.</p><p>Eine solche Vorgehensweise entwertet die Ausbildungsgänge in diesem Bereich, obwohl unsere Wirtschaft sie mehr denn je braucht und die Allgemeinheit in diesen Bereich erheblich investiert hat.</p><p>Unsere Informatikerinnen und Informatiker werden arbeitslos, fallen zeitweise der Arbeitslosenversicherung zur Last und sind gezwungen, unterbezahlte Jobs anzunehmen, für die sie überqualifiziert sind. Müssen sie selbst nach Lettland, den Niederlanden oder Portugal reisen, um von einem Schweizer Regiebetrieb angestellt zu werden?</p><p>Dies ist für ein öffentlich-rechtliches Unternehmen, das sich mehrheitlich in Bundesbesitz befindet, inakzeptabel, und es wird eine geharnischte Reaktion des Bundesrates erwartet.</p>
    • <span><p><span>Der Markt für Telekommunikations- und IT-Dienstleistungen in der Schweiz ist durch hohe Dynamik, starken Innovationswettbewerb, Preisdruck und anhaltenden Fachkräftemangel geprägt. Ausländische IT-Dienstleister und internationale Tech-Konzerne setzen Schweizer Telekommunikations- und IT-Dienstleister zunehmend unter Wettbewerbsdruck. Viele Schweizer Unternehmen kompensieren den Fachkräftemangel und die Kosten durch Near- und Offshoring von IT-Dienstleistungen. Auch die Swisscom, die nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen geführt wird, verfolgt eine ähnliche Strategie wie andere Unternehmen derselben Branche.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Aktuell beschäftigt die Swisscom in der Schweiz rund 16'000 Mitarbeitende, in Riga und Rotterdam rund 600 Mitarbeitende. </span><span>Durch den Aufbau der DevOps-Zentren in Rotterdam und Riga kann die Swisscom klassisches Outsourcing an Drittanbieter vermeiden und ihre Geschäftstätigkeit in der Schweiz unterstützen. Dadurch werden die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der Swisscom gestärkt.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Aufgrund der hohen Nachfrage nach Fachpersonen des Telekommunikations- und IT-Bereichs, der vielerorts zu einem Fachkräftemangel geführt hat, ergeben sich in der Schweiz noch immer sehr gute Möglichkeiten, eine attraktive Stelle zu finden. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Gestützt auf Artikel 6 des Telekommunikationsunternehmungsgesetzes (SR 784.11)</span><span></span><span> legt der Bundesrat jeweils für vier Jahre fest, welche Ziele der Bund als Hauptaktionär des Unternehmens erreichen will. In den strategischen Zielen definiert der Bundesrat auch personalpolitische Ziele. Der Aufbau von Stellen im Ausland ist mit den strategischen Zielen der Swisscom vereinbar, insbesondere, wenn er dazu dient, IT-Talente auf dem internationalen Arbeitsmarkt zu rekrutieren und die Geschäftstätigkeit in der Schweiz zu unterstützen. Zudem führt der andauernde Preisdruck im schweizerischen Telekommunikations- und IT-Markt dazu, dass die Swisscom aus betriebswirtschaftlichen Gründen laufend die Kosten reduzieren muss, damit sie auch in Zukunft weiter in das Glasfaser- und Mobilfunknetz, in allen Regionen der Schweiz, investieren kann. Eine Einschränkung der unternehmerischen Freiheit der Swisscom könnte dazu führen, dass das Unternehmen auf absehbare Zeit nicht mehr konkurrenzfähig wäre. Der Bundesrat sieht daher keine Notwendigkeit für eine Anpassungen der strategischen Ziele.</span></p></span>
    • <p>Nach der Post baut auch die Swisscom IT-Arbeitsplätze in&nbsp;der&nbsp;Schweiz ab und lagert die Belegschaft aus, mit dem einzigen Ziel, die Lohnkosten zu senken. Diese Strategie, die von einem Unternehmen umgesetzt wird, das sich mehrheitlich in Bundesbesitz befindet, ist zu einem Zeitpunkt, in dem die Schweiz ihre Ausbildungskapazitäten in diesem Bereich ausbaut und die Zahl der Arbeitslosen mit anerkannten Abschlüssen in diesem Bereich steigt, unhaltbar.</p>
    • Die Swisscom baut in der Schweiz Stellen ab und verlagert weitere Arbeitsplätze nach Lettland und in die Niederlande. Wie will der Bundesrat reagieren?

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