MSK. Stand, Redundanz, Lehren aus der Vergangenheit
- ShortId
-
25.4156
- Id
-
20254156
- Updated
-
13.11.2025 23:06
- Language
-
de
- Title
-
MSK. Stand, Redundanz, Lehren aus der Vergangenheit
- AdditionalIndexing
-
09;66;34
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die sichere Kommunikation der Blaulichtorganisationen ist Grundvoraussetzung für den Schutz der Bevölkerung. Heute wird dieser Bedarf primär über Polycom gedeckt, das durch das MSK abgelöst werden soll. </p><p> </p><p>Der Bundesrat hat die Einführung eines solchen Systems beschlossen, wobei eine Kombination aus bestehenden Infrastrukturen der Mobilfunkanbieter und zusätzlichen Sicherheits- und Resilienzelementen vorgesehen ist. Die Erfahrungen vom Frühjahr 2025 im Wallis haben jedoch verdeutlicht, dass bei längerfristigen Stromausfällen u.a. Polycom ausfallen kann. Diese Vorfälle unterstreichen die Notwendigkeit, dass das MSK von Beginn an auch von redundanten Systemen unterstützt wird, um in Krisen- und Katastrophenfällen zuverlässig zu funktionieren.</p><p> </p><p>Mit der Frage 25.7285 wurde bereits thematisiert, wie verwundbar die Mobilfunknetze bei Stromausfällen sind. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie der Bundesrat sicherstellt, dass diese Erkenntnisse in die konkrete Architektur und Umsetzung des MSK einfliessen. Nur durch klare Redundanzvorgaben und abgestimmte Übergangsmassnahmen kann das System den hohen Anforderungen von Polizei, Feuerwehr, Sanität und weiteren Partnerorganisationen genügen.</p>
- <span><p><span>1, 2, 3 und 5. Das MSK-Vorhaben orientiert sich an den bewährten Ansätzen, wie sie auch in anderen europäischen Staaten verfolgt werden («best practice»). Dies ermöglicht eine Kompatibilität, insbesondere in den Grenzgebieten. Um den Herausforderungen und Risiken wie Ausfällen, Überlastung, Umweltereignissen und Cyberangriffen zu begegnen, werden auf verschiedenen Ebenen Redundanzen vorgesehen. Die geplante Architektur umfasst die drei Ebenen Kernnetz, nationales Transportnetz und regionale Funkzugangsnetze. Das hoch verfügbare Kernnetz wird neu aufgebaut und in sicheren Rechenzentren der Armee betrieben. Das nationale Transportnetz, welches die gegen längere Stromausfälle gehärteten Funkzugangsnetze mit dem Kernnetz verbindet, basiert auf dem sicheren Datenverbundnetz SDVN. Parallel ist vorgesehen, die bestehenden Funkzugangsnetze der öffentlichen Mobilfunkbetreiber über «national roaming» zu integrieren. Zur Schliessung potenzieller lokaler Versorgungslücken sollen zudem mobile Basisstationen («Cell-on-Wheel») eingesetzt werden können. In einer späteren Phase soll die Integration von Satellitenkommunikationslösungen ermöglicht werden. Ein MSK muss bis 2035 eingeführt und betriebsbereit sein, da bis dann das Sicherheitsfunksystem POLYCOM das Ende seiner Nutzungsdauer erreicht haben wird. Mit MSK wird sichergestellt, dass in allen Lagen den Behörden und Organisationen für Rettung und Sicherheit (BORS) jederzeit Kommunikationsdienstleistungen zur Verfügung stehen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>4. Am 18. April 2025 sind zum ersten Mal seit 2015 sechs Funkstandorte im Wallis – von rund 780 schweizweit – für rund 24 Stunden ausgefallen. Das vom Standortkanton entwickelte Konzept zur Härtung gegenüber längeren Stromausfällen konnte wegen unerwartet intensiver Schneefälle nicht umgesetzt werden. Der Standortkanton hat entschieden, dass schwer zugängliche Standorte künftig mit leistungsfähigen Batterien zur Verlängerung der Autonomie von mindestens 72 Stunden ausgerüstet werden, und die entsprechenden Mittel gesprochen.</span></p></span>
- <p>Der Bundesrat wird ersucht, folgende Fragen zu beantworten:</p><p> </p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Wie sieht das Projekt zum mobilen, breitbandigen Sicherheitskommunikationssystem (MSK) im Detail aus, insbesondere hinsichtlich Architektur, aktuellem Zeitplan und Meilensteinen?</li><li>Ist im Projekt eine Redundanz des Systems (zur Absicherung von Ausfällen, etwa durch Überlastung, Umweltereignis, Cyberangriff) vorgesehen und verbindlich eingeplant?</li><li>Falls diese Redundanz Bestandteil des Zielbilds ist: Auf welchem Weg wird sie implementiert? Unter Einbezug bestehender Lösungen oder durch ein neu aufzubauendes System?</li><li>Welche Lehren zieht der Bundesrat in diesem Zusammenhang aus den Ereignissen vom 18. April 2025 im Wallis, als Stromausfälle zu erheblichen Unterbrüche, u.a. bei Polycom führten?</li><li>Wie stellt der Bundesrat sicher, dass die im Rahmen der Frage 25.7285 «Mobilfunknetz ohne Strom (2/2)» aufgezeigten Risiken konsistent adressiert und im MSK-Projekt systematisch abgedeckt werden?</li></ol>
- MSK. Stand, Redundanz, Lehren aus der Vergangenheit
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Die sichere Kommunikation der Blaulichtorganisationen ist Grundvoraussetzung für den Schutz der Bevölkerung. Heute wird dieser Bedarf primär über Polycom gedeckt, das durch das MSK abgelöst werden soll. </p><p> </p><p>Der Bundesrat hat die Einführung eines solchen Systems beschlossen, wobei eine Kombination aus bestehenden Infrastrukturen der Mobilfunkanbieter und zusätzlichen Sicherheits- und Resilienzelementen vorgesehen ist. Die Erfahrungen vom Frühjahr 2025 im Wallis haben jedoch verdeutlicht, dass bei längerfristigen Stromausfällen u.a. Polycom ausfallen kann. Diese Vorfälle unterstreichen die Notwendigkeit, dass das MSK von Beginn an auch von redundanten Systemen unterstützt wird, um in Krisen- und Katastrophenfällen zuverlässig zu funktionieren.</p><p> </p><p>Mit der Frage 25.7285 wurde bereits thematisiert, wie verwundbar die Mobilfunknetze bei Stromausfällen sind. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie der Bundesrat sicherstellt, dass diese Erkenntnisse in die konkrete Architektur und Umsetzung des MSK einfliessen. Nur durch klare Redundanzvorgaben und abgestimmte Übergangsmassnahmen kann das System den hohen Anforderungen von Polizei, Feuerwehr, Sanität und weiteren Partnerorganisationen genügen.</p>
- <span><p><span>1, 2, 3 und 5. Das MSK-Vorhaben orientiert sich an den bewährten Ansätzen, wie sie auch in anderen europäischen Staaten verfolgt werden («best practice»). Dies ermöglicht eine Kompatibilität, insbesondere in den Grenzgebieten. Um den Herausforderungen und Risiken wie Ausfällen, Überlastung, Umweltereignissen und Cyberangriffen zu begegnen, werden auf verschiedenen Ebenen Redundanzen vorgesehen. Die geplante Architektur umfasst die drei Ebenen Kernnetz, nationales Transportnetz und regionale Funkzugangsnetze. Das hoch verfügbare Kernnetz wird neu aufgebaut und in sicheren Rechenzentren der Armee betrieben. Das nationale Transportnetz, welches die gegen längere Stromausfälle gehärteten Funkzugangsnetze mit dem Kernnetz verbindet, basiert auf dem sicheren Datenverbundnetz SDVN. Parallel ist vorgesehen, die bestehenden Funkzugangsnetze der öffentlichen Mobilfunkbetreiber über «national roaming» zu integrieren. Zur Schliessung potenzieller lokaler Versorgungslücken sollen zudem mobile Basisstationen («Cell-on-Wheel») eingesetzt werden können. In einer späteren Phase soll die Integration von Satellitenkommunikationslösungen ermöglicht werden. Ein MSK muss bis 2035 eingeführt und betriebsbereit sein, da bis dann das Sicherheitsfunksystem POLYCOM das Ende seiner Nutzungsdauer erreicht haben wird. Mit MSK wird sichergestellt, dass in allen Lagen den Behörden und Organisationen für Rettung und Sicherheit (BORS) jederzeit Kommunikationsdienstleistungen zur Verfügung stehen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>4. Am 18. April 2025 sind zum ersten Mal seit 2015 sechs Funkstandorte im Wallis – von rund 780 schweizweit – für rund 24 Stunden ausgefallen. Das vom Standortkanton entwickelte Konzept zur Härtung gegenüber längeren Stromausfällen konnte wegen unerwartet intensiver Schneefälle nicht umgesetzt werden. Der Standortkanton hat entschieden, dass schwer zugängliche Standorte künftig mit leistungsfähigen Batterien zur Verlängerung der Autonomie von mindestens 72 Stunden ausgerüstet werden, und die entsprechenden Mittel gesprochen.</span></p></span>
- <p>Der Bundesrat wird ersucht, folgende Fragen zu beantworten:</p><p> </p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Wie sieht das Projekt zum mobilen, breitbandigen Sicherheitskommunikationssystem (MSK) im Detail aus, insbesondere hinsichtlich Architektur, aktuellem Zeitplan und Meilensteinen?</li><li>Ist im Projekt eine Redundanz des Systems (zur Absicherung von Ausfällen, etwa durch Überlastung, Umweltereignis, Cyberangriff) vorgesehen und verbindlich eingeplant?</li><li>Falls diese Redundanz Bestandteil des Zielbilds ist: Auf welchem Weg wird sie implementiert? Unter Einbezug bestehender Lösungen oder durch ein neu aufzubauendes System?</li><li>Welche Lehren zieht der Bundesrat in diesem Zusammenhang aus den Ereignissen vom 18. April 2025 im Wallis, als Stromausfälle zu erheblichen Unterbrüche, u.a. bei Polycom führten?</li><li>Wie stellt der Bundesrat sicher, dass die im Rahmen der Frage 25.7285 «Mobilfunknetz ohne Strom (2/2)» aufgezeigten Risiken konsistent adressiert und im MSK-Projekt systematisch abgedeckt werden?</li></ol>
- MSK. Stand, Redundanz, Lehren aus der Vergangenheit
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