Belohnen statt Bestrafen. Anreize für moderne Flugzeuge schaffen

ShortId
25.4164
Id
20254164
Updated
30.11.2025 21:07
Language
de
Title
Belohnen statt Bestrafen. Anreize für moderne Flugzeuge schaffen
AdditionalIndexing
48;52;15
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Der Airbus A350 ist ein modernes, wirtschaftliches und CO₂-effizientes Grossraumflugzeug, das von SWISS und Edelweiss für Milliardenbeträge beschafft wird. Er ist deutlich leiser als seine Vorgänger und halbiert die Lärmbelastung. Besonders beim Start – der lautesten Phase für die Anwohnerinnen und Anwohner – bringt er eine spürbare Entlastung und leistet damit einen direkten Beitrag zu einem leiseren Flugverkehr.</p><p>Damit Airlines solche teuren und modernsten Flugzeuge schneller einsetzen, braucht es echte Anreize. Lärmabhängige Landegebühren allein reichen nicht, um den Ersatz alter Flugzeuge im nötigen Tempo voranzutreiben. Vorteile wie die Ausnahme vom Slotfreeze setzen hingegen klare Signale und fördern den Einsatz der leisesten und emissionsärmsten Flugzeugtypen. So wird sichergestellt, dass die Lufthansa-Gruppe ihre modernsten Flugzeuge zuerst in Zürich stationiert – ein Vorteil für Bevölkerung, Klima und Wettbewerbsfähigkeit.</p><p>Trotz seiner Vorteile ist der Einsatz des A350 für neue Langstreckendestinationen&nbsp;wegen des Slotfreeze in Zürich, besonders im Sommer, beschränkt. Zusammen mit den bestehenden Engpässen fehlen Slots, um zusätzliche Langstreckenverbindungen zu attraktiven Tageszeiten anzubieten.&nbsp;</p><p>Laut dem Bericht <i>Luftfahrtpolitik Schweiz (Lupo)</i> ist vor allem die Abendsituation eine grosse Herausforderung im Wettbewerb mit vergleichbaren Flughäfen. Der Bundesrat hält zudem fest, dass die Lufthansa-Gruppe ihre Hub-Strategie künftig davon abhängig macht, wo attraktive Slots verfügbar sind.</p><p>Die hohen Passagierzahlen zeigen: Mit dem Wachstum von Wirtschaft und Bevölkerung steigt die Nachfrage weiter und kann mittelfristig unter den heutigen Bedingungen nicht gedeckt werden. Die Aufhebung des Slotfreeze für den Airbus A350 schafft Anreize, weitere Flugzeuge dieses Typs und künftige, noch leisere Modelle in der Schweiz einzusetzen – eine Win-Win-Win-Situation für Wirtschaft, Mensch und Klima.</p>
  • <span><p><span>Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hat den sogenannten Slot-Freeze im Sommer 2018 verfügt. Damit wurde die Anzahl von Zeitfenstern (Slots) für Landungen ab 21.00 Uhr und für Starts ab 22.20 Uhr am Flughafen Zürich begrenzt. Der Slot-Freeze wurde verfügt, da die Fluglärmbelastung von 22.00 bis 24.00 Uhr die zulässigen Grenzwerte seit mehreren Jahren teils erheblich überschritt. Da kurzfristig keine Abnahme dieser Überschreitungen zu erwarten war und um eine weitere Zunahme zu verhindern, musste das BAZL eine Sanierungsmassnahme ergreifen. Diese sah vor, dass der Flughafen Zürich in der Zeit nach 22.00 Uhr die Zahl der Slots für Starts und Landungen nicht erhöhen darf. Das Bundesverwaltungsgericht hat die Massnahme mit Urteil vom 9.</span><span>&nbsp;</span><span>März 2020 geschützt.</span></p><p><span>Gemäss Vorgabe des Objektblatts Flughafen Zürich im Sachplan Verkehr, Teil Infrastruktur Luftfahrt (SIL) ist die Flughafen Zürich AG (FZAG) verpflichtet, die Fluglärmbelastung jährlich in einem Monitoring-Bericht zuhanden des BAZL auszuweisen. Mit Ausnahme des pandemiebedingten Verkehrsrückgangs in den Jahren 2020–2022 hat die Fluglärmbelastung seit der Anordnung des Slot-Freeze die zulässigen Grenzwerte jedes Jahr überschritten, weshalb Massnahmen notwendig sind. Es geht einerseits um bauliche Massnahmen, wie z.B. die Verlängerung von zwei Pisten. Andererseits sind betriebliche Massnahmen umzusetzen, die im Betriebsreglement verankert werden. </span></p><p><span>Weil heute und in naher Zukunft die zulässige Lärmbelastung in der Nacht weiterhin überschritten wird, ist eine Zunahme von Flügen am späten Abend kurzfristig nicht erwünscht, unabhängig davon, mit welchem Fluggerät diese Flüge durchgeführt werden. Sobald die im SIL-Objektblatt (Beschluss des Bundesrats vom 19. September 2025) vorgesehenen Massnahmen zur Lärmminderung ihre Wirkung entfalten und die zulässige Lärmbelastung in den Nachtstunden eingehalten wird, wird das BAZL den Slot-Freeze aufheben.</span></p><p><span>Einen Anreiz zum Einsatz lärmgünstiger Flugzeuge hat das BAZL im März 2025 mit der Genehmigung der neuen Lärmgebühren am Flughafen Zürich geschaffen. Mit der Neueinteilung der Flugzeuge in die Lärmklassen und den progressiv steigenden Lärmzuschlägen wird ein erheblicher Anreiz geschaffen, dass die Fluggesellschaften insbesondere für Abflüge am späten Abend lärmgünstige Flugzeuge einsetzen. Der im Vergleich zum Vorgängermodell A340 deutlich weniger laute A350 wird deshalb mit signifikant tieferen Gebührenansätzen begünstigt. Die neuen Gebühren treten spätestens Anfang 2027 in Kraft.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, den Airbus A350 als lärmarmes Flugzeug vom Slotfreeze am Flughafen Zürich auszunehmen und damit einen klaren Anreiz für den Einsatz moderner, leiser und CO₂-effizienter Flugzeuge zu setzen.</p>
  • Belohnen statt Bestrafen. Anreize für moderne Flugzeuge schaffen
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Der Airbus A350 ist ein modernes, wirtschaftliches und CO₂-effizientes Grossraumflugzeug, das von SWISS und Edelweiss für Milliardenbeträge beschafft wird. Er ist deutlich leiser als seine Vorgänger und halbiert die Lärmbelastung. Besonders beim Start – der lautesten Phase für die Anwohnerinnen und Anwohner – bringt er eine spürbare Entlastung und leistet damit einen direkten Beitrag zu einem leiseren Flugverkehr.</p><p>Damit Airlines solche teuren und modernsten Flugzeuge schneller einsetzen, braucht es echte Anreize. Lärmabhängige Landegebühren allein reichen nicht, um den Ersatz alter Flugzeuge im nötigen Tempo voranzutreiben. Vorteile wie die Ausnahme vom Slotfreeze setzen hingegen klare Signale und fördern den Einsatz der leisesten und emissionsärmsten Flugzeugtypen. So wird sichergestellt, dass die Lufthansa-Gruppe ihre modernsten Flugzeuge zuerst in Zürich stationiert – ein Vorteil für Bevölkerung, Klima und Wettbewerbsfähigkeit.</p><p>Trotz seiner Vorteile ist der Einsatz des A350 für neue Langstreckendestinationen&nbsp;wegen des Slotfreeze in Zürich, besonders im Sommer, beschränkt. Zusammen mit den bestehenden Engpässen fehlen Slots, um zusätzliche Langstreckenverbindungen zu attraktiven Tageszeiten anzubieten.&nbsp;</p><p>Laut dem Bericht <i>Luftfahrtpolitik Schweiz (Lupo)</i> ist vor allem die Abendsituation eine grosse Herausforderung im Wettbewerb mit vergleichbaren Flughäfen. Der Bundesrat hält zudem fest, dass die Lufthansa-Gruppe ihre Hub-Strategie künftig davon abhängig macht, wo attraktive Slots verfügbar sind.</p><p>Die hohen Passagierzahlen zeigen: Mit dem Wachstum von Wirtschaft und Bevölkerung steigt die Nachfrage weiter und kann mittelfristig unter den heutigen Bedingungen nicht gedeckt werden. Die Aufhebung des Slotfreeze für den Airbus A350 schafft Anreize, weitere Flugzeuge dieses Typs und künftige, noch leisere Modelle in der Schweiz einzusetzen – eine Win-Win-Win-Situation für Wirtschaft, Mensch und Klima.</p>
    • <span><p><span>Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hat den sogenannten Slot-Freeze im Sommer 2018 verfügt. Damit wurde die Anzahl von Zeitfenstern (Slots) für Landungen ab 21.00 Uhr und für Starts ab 22.20 Uhr am Flughafen Zürich begrenzt. Der Slot-Freeze wurde verfügt, da die Fluglärmbelastung von 22.00 bis 24.00 Uhr die zulässigen Grenzwerte seit mehreren Jahren teils erheblich überschritt. Da kurzfristig keine Abnahme dieser Überschreitungen zu erwarten war und um eine weitere Zunahme zu verhindern, musste das BAZL eine Sanierungsmassnahme ergreifen. Diese sah vor, dass der Flughafen Zürich in der Zeit nach 22.00 Uhr die Zahl der Slots für Starts und Landungen nicht erhöhen darf. Das Bundesverwaltungsgericht hat die Massnahme mit Urteil vom 9.</span><span>&nbsp;</span><span>März 2020 geschützt.</span></p><p><span>Gemäss Vorgabe des Objektblatts Flughafen Zürich im Sachplan Verkehr, Teil Infrastruktur Luftfahrt (SIL) ist die Flughafen Zürich AG (FZAG) verpflichtet, die Fluglärmbelastung jährlich in einem Monitoring-Bericht zuhanden des BAZL auszuweisen. Mit Ausnahme des pandemiebedingten Verkehrsrückgangs in den Jahren 2020–2022 hat die Fluglärmbelastung seit der Anordnung des Slot-Freeze die zulässigen Grenzwerte jedes Jahr überschritten, weshalb Massnahmen notwendig sind. Es geht einerseits um bauliche Massnahmen, wie z.B. die Verlängerung von zwei Pisten. Andererseits sind betriebliche Massnahmen umzusetzen, die im Betriebsreglement verankert werden. </span></p><p><span>Weil heute und in naher Zukunft die zulässige Lärmbelastung in der Nacht weiterhin überschritten wird, ist eine Zunahme von Flügen am späten Abend kurzfristig nicht erwünscht, unabhängig davon, mit welchem Fluggerät diese Flüge durchgeführt werden. Sobald die im SIL-Objektblatt (Beschluss des Bundesrats vom 19. September 2025) vorgesehenen Massnahmen zur Lärmminderung ihre Wirkung entfalten und die zulässige Lärmbelastung in den Nachtstunden eingehalten wird, wird das BAZL den Slot-Freeze aufheben.</span></p><p><span>Einen Anreiz zum Einsatz lärmgünstiger Flugzeuge hat das BAZL im März 2025 mit der Genehmigung der neuen Lärmgebühren am Flughafen Zürich geschaffen. Mit der Neueinteilung der Flugzeuge in die Lärmklassen und den progressiv steigenden Lärmzuschlägen wird ein erheblicher Anreiz geschaffen, dass die Fluggesellschaften insbesondere für Abflüge am späten Abend lärmgünstige Flugzeuge einsetzen. Der im Vergleich zum Vorgängermodell A340 deutlich weniger laute A350 wird deshalb mit signifikant tieferen Gebührenansätzen begünstigt. Die neuen Gebühren treten spätestens Anfang 2027 in Kraft.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, den Airbus A350 als lärmarmes Flugzeug vom Slotfreeze am Flughafen Zürich auszunehmen und damit einen klaren Anreiz für den Einsatz moderner, leiser und CO₂-effizienter Flugzeuge zu setzen.</p>
    • Belohnen statt Bestrafen. Anreize für moderne Flugzeuge schaffen

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