Nach der Schweizerischen Post verlagert auch die Swisscom IT-Arbeitsplätze ins Ausland. Was ist da los?
- ShortId
-
25.4168
- Id
-
20254168
- Updated
-
19.11.2025 15:21
- Language
-
de
- Title
-
Nach der Schweizerischen Post verlagert auch die Swisscom IT-Arbeitsplätze ins Ausland. Was ist da los?
- AdditionalIndexing
-
34;15;44;04
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <span><p><span>Der Markt für Telekommunikations- und IT-Dienstleistungen in der Schweiz ist durch hohe Dynamik, starken Innovationswettbewerb, Preisdruck und anhaltenden Fachkräftemangel geprägt. Ausländische IT-Dienstleister und internationale Tech-Konzerne setzen Schweizer Telekommunikations- und IT-Dienstleister zunehmend unter Wettbewerbsdruck. Viele Schweizer Unternehmen kompensieren den Fachkräftemangel und die Kosten durch Near- und Offshoring von IT-Dienstleistungen. Auch die Swisscom, die nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen geführt wird, verfolgt eine ähnliche Strategie wie andere Unternehmen derselben Branche.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Aktuell beschäftigt die Swisscom in der Schweiz rund 16'000 Mitarbeitende, in Riga und Rotterdam rund 600 Mitarbeitende. </span><span>Durch den Aufbau der DevOps-Zentren in Rotterdam und Riga kann Swisscom klassisches Outsourcing an Drittanbieter vermeiden und ihre Geschäftstätigkeit in der Schweiz unterstützen. Dadurch werden die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der Swisscom gestärkt.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Gestützt auf Artikel 6 des Telekommunikationsunternehmungsgesetz (SR 784.11) legt der Bundesrat jeweils für vier Jahre fest, welche Ziele der Bund als Hauptaktionär des Unternehmens erreichen will. Die sogenannten strategischen Ziele enthalten auch einen Abschnitt zu den personalpolitischen Zielen. Der Aufbau von Stellen im Ausland ist mit den strategischen Zielen der Swisscom vereinbar, insbesondere, wenn er dazu dient, IT-Talente auf dem internationalen Arbeitsmarkt zu rekrutieren und die Geschäftstätigkeit in der Schweiz zu unterstützen. Der Bundesrat sieht daher keine Notwendigkeit für eine Anpassung der strategischen Ziele.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Über den Aufbau der DevOps- Zentren in Rotterdam und Riga hat die Swisscom die Eignerdepartemente informiert. Das Thema wird auch am nächsten ordentlichen Eignergespräch vom November 2025 traktandiert werden.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Aus der Tatsache, dass mindestens in einem Wirtschaftsbereich ein Fachkräftemangel besteht, kann nicht zwangsläufig geschlossen werden, dass die Zuwanderung nicht zur Milderung dieses Fachkräftemangels beiträgt.</span></p></span>
- <p>Die Swisscom will."bestimmte Aktivitäten" im Bereich der IT-Entwicklung aus der Schweiz in die Niederlande und nach Lettland verlagern. Gemäss Presseberichten wird die Swisscom künftig in Rotterdam und Riga zwischen 1'000 und 1'400 Personen beschäftigen, gegenüber heute 600-800. Diese Expansion wird auf Kosten von Arbeitsplätzen in der Schweiz gehen.</p><p>Das Drehbuch scheint sich an dasjenige der Schweizerischen Post anzulehnen, die ihre IT-Dienste in Lissabon ausbaut und entgegen anders lautenden Versprechungen Hunderte von Arbeitsplätzen im Inland streicht.</p><p> </p><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><ul style="list-style-type:disc;"><li>War der Bundesrat als Mehrheitsaktionär der Swisscom darüber informiert, dass diese einen Teil des Unternehmens von der Schweiz nach Holland und Lettland verlagern will?</li><li>Ist er damit einverstanden?</li><li>Sind für die Zukunft weitere Verlagerungen geplant?</li><li>Will er sich gegen diese und künftige Verlagerungen wehren?</li><li>Sowohl die Schweizerische Post als auch die Swisscom verlagern IT-Stellen ins Ausland. Gibt es nach Auffassung des Bundesrates in der Schweiz ein echtes Rekrutierungsproblem in diesem Bereich?</li><li>Wenn ja, wäre diese Situation bei der derzeitigen unkontrollierten Einwanderung nicht ein weiterer Beweis für das Scheitern der Freizügigkeit (es kommen nicht die Fachleute, die der Arbeitsmarkt braucht)?</li></ul>
- Nach der Schweizerischen Post verlagert auch die Swisscom IT-Arbeitsplätze ins Ausland. Was ist da los?
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
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- Index
- 0
- Texts
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- <span><p><span>Der Markt für Telekommunikations- und IT-Dienstleistungen in der Schweiz ist durch hohe Dynamik, starken Innovationswettbewerb, Preisdruck und anhaltenden Fachkräftemangel geprägt. Ausländische IT-Dienstleister und internationale Tech-Konzerne setzen Schweizer Telekommunikations- und IT-Dienstleister zunehmend unter Wettbewerbsdruck. Viele Schweizer Unternehmen kompensieren den Fachkräftemangel und die Kosten durch Near- und Offshoring von IT-Dienstleistungen. Auch die Swisscom, die nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen geführt wird, verfolgt eine ähnliche Strategie wie andere Unternehmen derselben Branche.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Aktuell beschäftigt die Swisscom in der Schweiz rund 16'000 Mitarbeitende, in Riga und Rotterdam rund 600 Mitarbeitende. </span><span>Durch den Aufbau der DevOps-Zentren in Rotterdam und Riga kann Swisscom klassisches Outsourcing an Drittanbieter vermeiden und ihre Geschäftstätigkeit in der Schweiz unterstützen. Dadurch werden die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der Swisscom gestärkt.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Gestützt auf Artikel 6 des Telekommunikationsunternehmungsgesetz (SR 784.11) legt der Bundesrat jeweils für vier Jahre fest, welche Ziele der Bund als Hauptaktionär des Unternehmens erreichen will. Die sogenannten strategischen Ziele enthalten auch einen Abschnitt zu den personalpolitischen Zielen. Der Aufbau von Stellen im Ausland ist mit den strategischen Zielen der Swisscom vereinbar, insbesondere, wenn er dazu dient, IT-Talente auf dem internationalen Arbeitsmarkt zu rekrutieren und die Geschäftstätigkeit in der Schweiz zu unterstützen. Der Bundesrat sieht daher keine Notwendigkeit für eine Anpassung der strategischen Ziele.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Über den Aufbau der DevOps- Zentren in Rotterdam und Riga hat die Swisscom die Eignerdepartemente informiert. Das Thema wird auch am nächsten ordentlichen Eignergespräch vom November 2025 traktandiert werden.</span></p><p><span> </span></p><p><span>Aus der Tatsache, dass mindestens in einem Wirtschaftsbereich ein Fachkräftemangel besteht, kann nicht zwangsläufig geschlossen werden, dass die Zuwanderung nicht zur Milderung dieses Fachkräftemangels beiträgt.</span></p></span>
- <p>Die Swisscom will."bestimmte Aktivitäten" im Bereich der IT-Entwicklung aus der Schweiz in die Niederlande und nach Lettland verlagern. Gemäss Presseberichten wird die Swisscom künftig in Rotterdam und Riga zwischen 1'000 und 1'400 Personen beschäftigen, gegenüber heute 600-800. Diese Expansion wird auf Kosten von Arbeitsplätzen in der Schweiz gehen.</p><p>Das Drehbuch scheint sich an dasjenige der Schweizerischen Post anzulehnen, die ihre IT-Dienste in Lissabon ausbaut und entgegen anders lautenden Versprechungen Hunderte von Arbeitsplätzen im Inland streicht.</p><p> </p><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><ul style="list-style-type:disc;"><li>War der Bundesrat als Mehrheitsaktionär der Swisscom darüber informiert, dass diese einen Teil des Unternehmens von der Schweiz nach Holland und Lettland verlagern will?</li><li>Ist er damit einverstanden?</li><li>Sind für die Zukunft weitere Verlagerungen geplant?</li><li>Will er sich gegen diese und künftige Verlagerungen wehren?</li><li>Sowohl die Schweizerische Post als auch die Swisscom verlagern IT-Stellen ins Ausland. Gibt es nach Auffassung des Bundesrates in der Schweiz ein echtes Rekrutierungsproblem in diesem Bereich?</li><li>Wenn ja, wäre diese Situation bei der derzeitigen unkontrollierten Einwanderung nicht ein weiterer Beweis für das Scheitern der Freizügigkeit (es kommen nicht die Fachleute, die der Arbeitsmarkt braucht)?</li></ul>
- Nach der Schweizerischen Post verlagert auch die Swisscom IT-Arbeitsplätze ins Ausland. Was ist da los?
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