Ausbrucharbeiten an der zweiten Gotthardröhre. Was ist da los?

ShortId
25.4169
Id
20254169
Updated
06.01.2026 09:41
Language
de
Title
Ausbrucharbeiten an der zweiten Gotthardröhre. Was ist da los?
AdditionalIndexing
48
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <span><p><span>1. </span><span>&nbsp;</span><span>Die geologischen Risiken waren bekannt und wurden bewertet; ein Ereignis dieser Grössenordnung wurde aber nicht erwartet. Am 7.</span><span>&nbsp;</span><span>Juli</span><span>&nbsp;</span><span>2025 wurde eine Medienmitteilung veröffentlicht und den Medien präzise Auskunft gegeben.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>2./3.</span><span>&nbsp;</span><span>Der erste Abschnitt auf der Südseite des Gotthardtunnels verläuft durch Gestein, das infolge des Gletscherrückgangs stark geklüftet und lose ist. Diese anspruchsvolle Situation ist bereits seit dem Ausbruch der ersten Röhre bekannt. </span><br><span>Beide Gutachten, die im Hinblick auf den Bau der zweiten Röhre erstellt worden waren, wiesen auf die komplexe Geologie im vordersten Abschnitt auf der Südseite hin. Eines der Gutachten kommt zum Schluss, dass im betroffenen Bereich ein Ausbruch mit einer geschlossenen Schild-Tunnelbohrmaschine möglich sei.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>4.</span><span>&nbsp;</span><span>Der Zeitplan enthält bewusst Reserven für solche Unwägbarkeiten, mit denen im Tunnelbau immer zu rechnen ist. Es werden Massnahmen geprüft, um die Auswirkungen auf den Zeitplan so gering wie möglich zu halten – beispielsweise durch Dreischichtbetrieb an sieben Tagen, ein Vorziehen gewisser Arbeiten oder eine Verlängerung des Vortriebs von Norden her. Das Ziel bleibt, den geplanten Eröffnungstermin der zweiten Röhre Ende</span><span>&nbsp;</span><span>2030 einzuhalten.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>5./6.</span><span>&nbsp;</span><span>Die betroffenen Kantone wurden zunächst über die Medien informiert. Sie werden durch regelmässige Treffen miteinbezogen.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>7./10.</span><span>&nbsp;</span><span>Sobald das Ausmass und die tatsächlichen Ursachen feststehen, werden allfällige Verantwortlichkeiten geklärt und mögliche Massnahmen geprüft.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>8./9.</span><span>&nbsp;</span><span>Nach aktuellem Wissenstand führen die geplanten Anpassungen auf der Baustelle aufgrund dieses unvorhergesehenen Ereignisses weder zu Verzögerungen bei der Inbetriebnahme der zweiten Röhre noch zu einer Budgetüberschreitung. Aus diesem Grund war keine dringliche Mitteilung vorgesehen. Die betroffenen parlamentarischen Kommissionen werden gemäss den üblichen Fristen und Verfahren unterrichtet. </span></p></span>
  • <p>SRF hat jüngst darüber berichtet, die Tunnelbohrmaschine sei beim Ausbruch des zweiten Gotthard-Autobahntunnels stecken geblieben. Das unerwartete Ereignis trat ganz zu Beginn der Arbeiten auf und machte einen Methodenwechsel erforderlich.</p><p>Spekulationen zufolge könnte das geologische Problem nicht nur zu höheren Kosten, sondern auch zu einer Verzögerung der Eröffnung auf der Südseite um bis zu zwei Jahre führen.</p><p>Ich frage den Bundesrat:</p><ul><li>Warum wurde bisher nicht über die unerwarteten geologischen Gegebenheiten informiert?</li><li>Stimmt es, dass zwei Gutachten vor der möglichen Unzulänglichkeit der gewählten Bohrmethode gewarnt haben?</li><li>Müsste die geologische Beschaffenheit des Gotthards angesichts der bereits gebauten Tunnel nicht hinlänglich bekannt sein?</li><li>Was hält der Bundesrat von den Spekulationen, die Eröffnung des neuen Tunnels auf der Südseite verzögere sich um zwei Jahre? Wie realistisch ist diese Hypothese? Welche Konsequenzen sind für das Tessin denkbar?</li><li>Wurden die betroffenen Kantone über die Situation informiert? Falls nein, warum nicht?</li><li>Wie schnell und wie weit wird der Kanton Tessin in diese Angelegenheit involviert (falls dies nicht bereits geschehen ist)?</li><li>Ist eine Entschädigung denkbar?</li><li>Warum wurden die einschlägigen&nbsp;Kommissionen&nbsp;des&nbsp;eidgenössischen&nbsp;Parlaments nicht über das Problem informiert?</li><li>Beabsichtigt der Bundesrat, die Situation in den Kommissionen für Verkehr und Fernmeldewesen des Ständerats und des Nationalrats transparent darzustellen? Wann?</li><li>Plant der Bundesrat, im Falle möglicher Fahrlässigkeit alle&nbsp;Verantwortlichkeiten&nbsp;zu ermitteln und geeignete Massnahmen zu ergreifen?</li></ul>
  • Ausbrucharbeiten an der zweiten Gotthardröhre. Was ist da los?
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <span><p><span>1. </span><span>&nbsp;</span><span>Die geologischen Risiken waren bekannt und wurden bewertet; ein Ereignis dieser Grössenordnung wurde aber nicht erwartet. Am 7.</span><span>&nbsp;</span><span>Juli</span><span>&nbsp;</span><span>2025 wurde eine Medienmitteilung veröffentlicht und den Medien präzise Auskunft gegeben.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>2./3.</span><span>&nbsp;</span><span>Der erste Abschnitt auf der Südseite des Gotthardtunnels verläuft durch Gestein, das infolge des Gletscherrückgangs stark geklüftet und lose ist. Diese anspruchsvolle Situation ist bereits seit dem Ausbruch der ersten Röhre bekannt. </span><br><span>Beide Gutachten, die im Hinblick auf den Bau der zweiten Röhre erstellt worden waren, wiesen auf die komplexe Geologie im vordersten Abschnitt auf der Südseite hin. Eines der Gutachten kommt zum Schluss, dass im betroffenen Bereich ein Ausbruch mit einer geschlossenen Schild-Tunnelbohrmaschine möglich sei.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>4.</span><span>&nbsp;</span><span>Der Zeitplan enthält bewusst Reserven für solche Unwägbarkeiten, mit denen im Tunnelbau immer zu rechnen ist. Es werden Massnahmen geprüft, um die Auswirkungen auf den Zeitplan so gering wie möglich zu halten – beispielsweise durch Dreischichtbetrieb an sieben Tagen, ein Vorziehen gewisser Arbeiten oder eine Verlängerung des Vortriebs von Norden her. Das Ziel bleibt, den geplanten Eröffnungstermin der zweiten Röhre Ende</span><span>&nbsp;</span><span>2030 einzuhalten.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>5./6.</span><span>&nbsp;</span><span>Die betroffenen Kantone wurden zunächst über die Medien informiert. Sie werden durch regelmässige Treffen miteinbezogen.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>7./10.</span><span>&nbsp;</span><span>Sobald das Ausmass und die tatsächlichen Ursachen feststehen, werden allfällige Verantwortlichkeiten geklärt und mögliche Massnahmen geprüft.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>8./9.</span><span>&nbsp;</span><span>Nach aktuellem Wissenstand führen die geplanten Anpassungen auf der Baustelle aufgrund dieses unvorhergesehenen Ereignisses weder zu Verzögerungen bei der Inbetriebnahme der zweiten Röhre noch zu einer Budgetüberschreitung. Aus diesem Grund war keine dringliche Mitteilung vorgesehen. Die betroffenen parlamentarischen Kommissionen werden gemäss den üblichen Fristen und Verfahren unterrichtet. </span></p></span>
    • <p>SRF hat jüngst darüber berichtet, die Tunnelbohrmaschine sei beim Ausbruch des zweiten Gotthard-Autobahntunnels stecken geblieben. Das unerwartete Ereignis trat ganz zu Beginn der Arbeiten auf und machte einen Methodenwechsel erforderlich.</p><p>Spekulationen zufolge könnte das geologische Problem nicht nur zu höheren Kosten, sondern auch zu einer Verzögerung der Eröffnung auf der Südseite um bis zu zwei Jahre führen.</p><p>Ich frage den Bundesrat:</p><ul><li>Warum wurde bisher nicht über die unerwarteten geologischen Gegebenheiten informiert?</li><li>Stimmt es, dass zwei Gutachten vor der möglichen Unzulänglichkeit der gewählten Bohrmethode gewarnt haben?</li><li>Müsste die geologische Beschaffenheit des Gotthards angesichts der bereits gebauten Tunnel nicht hinlänglich bekannt sein?</li><li>Was hält der Bundesrat von den Spekulationen, die Eröffnung des neuen Tunnels auf der Südseite verzögere sich um zwei Jahre? Wie realistisch ist diese Hypothese? Welche Konsequenzen sind für das Tessin denkbar?</li><li>Wurden die betroffenen Kantone über die Situation informiert? Falls nein, warum nicht?</li><li>Wie schnell und wie weit wird der Kanton Tessin in diese Angelegenheit involviert (falls dies nicht bereits geschehen ist)?</li><li>Ist eine Entschädigung denkbar?</li><li>Warum wurden die einschlägigen&nbsp;Kommissionen&nbsp;des&nbsp;eidgenössischen&nbsp;Parlaments nicht über das Problem informiert?</li><li>Beabsichtigt der Bundesrat, die Situation in den Kommissionen für Verkehr und Fernmeldewesen des Ständerats und des Nationalrats transparent darzustellen? Wann?</li><li>Plant der Bundesrat, im Falle möglicher Fahrlässigkeit alle&nbsp;Verantwortlichkeiten&nbsp;zu ermitteln und geeignete Massnahmen zu ergreifen?</li></ul>
    • Ausbrucharbeiten an der zweiten Gotthardröhre. Was ist da los?

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