PFAS in Schweizer Fischen. Was ist der aktuelle Stand der Dinge?
- ShortId
-
25.4175
- Id
-
20254175
- Updated
-
06.01.2026 08:34
- Language
-
de
- Title
-
PFAS in Schweizer Fischen. Was ist der aktuelle Stand der Dinge?
- AdditionalIndexing
-
52;2841
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <span><p><span>1. und 6. Berufsfischerinnen und -fischer müssen im Rahmen des Lebensmittelrechts ihre Selbstverantwortung wahrnehmen und sicherstellen, dass nur Fische auf den Markt kommen, welche die in der Kontaminantenverordnung (VHK; SR 817.022.15) festgelegten Höchstgehalte an Kontaminanten wie z.</span><span> </span><span>B. per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) einhalten. Dabei ist die etablierte Zusammenarbeit der Berufsfischerinnen und -fischer mit den kantonalen Lebensmittelsicherheits-, Umweltschutz- und Fischereibehörden sinnvoll. Wenn Lebensmittel in den Verkehr gebracht werden, die nicht dem Lebensmittelrecht entsprechen, wird der kantonale Lebensmittelvollzug die entsprechenden verhältnismässigen Massnahmen anordnen. Diese sind im Einzelfall festzulegen. Im Bericht in Erfüllung des Postulats Moser 22.4585 «Aktionsplan zur Reduktion der Belastung von Mensch und Umwelt durch langlebige Chemikalien» wird der Bundesrat vor Ende Jahr aufzeigen, wie er mit der Problematik von langlebigen Chemikalien wie PFAS umgehen will.</span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Die Studie «Trace Level Analysis of Per- and Polyfluorinated Substances in Fish from Various Regions in Switzerland» wurde am 7. November 2023 publiziert (</span><a href="http://www.pubmed.gov"><span>www.pubmed.gov</span></a><span> > Eingabe des Titels in der Suchmaske). PFAS wurden in 82 der 83 untersuchten Fischproben nachgewiesen. Dabei waren die PFAS-Werte in subalpinen Seen höher als in hochalpinen Seen. Total lagen vier Fischproben über den geltenden PFAS-Höchstgehalten.</span></p><p><span> </span></p><p><span>3. Die möglichen Eintragswege von PFAS in Gewässer sind mannigfaltig (z.</span><span> </span><span>B. Abwasser, Industrie, Landwirtschaft) und je nach Gewässer und Region unterschiedlich. Dem Bundesrat liegt aktuell keine Übersicht darüber vor. In den Fliessgewässern werden PFAS-Konzentrationen im Wasser von den Kantonen und dem Bund untersucht. Diese Ergebnisse und kantonalen Daten zur Belastung von Fischen sollen im obenerwähnten Bericht zusammengefasst werden. Der Verband der Kantonschemikerinnen und Kantonschemiker wird zudem zusammen mit dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) voraussichtlich im November 2025 die Resultate ihrer Untersuchungskampagne veröffentlichen, in der unter anderem Schweizer Wildfische untersucht wurden. </span></p><p><span> </span></p><p><span>4. Bei der Festlegung von Höchstgehalten für Kontaminanten werden gemäss Artikel 2 der VHK unter anderem die Toxizität des Stoffes, die technisch unvermeidbare Konzentration im Lebensmittel und die üblichen Verzehrsmengen eines Lebensmittels (Fisch wird z.</span><span> </span><span>B. seltener konsumiert als Fleisch) berücksichtigt. Die Höchstgehalte für die einzelnen Lebensmittelkategorien werden somit so festgelegt, dass ein Inverkehrbringen unter Wahrung des Gesundheitsschutzes noch möglich ist, Lebensmittel mit hohen Werten jedoch nicht mehr verkehrsfähig sind. Informationen zu den Höchstgehalten sind auf der Webseite des BLV zu finden (www.blv.admin.ch > Lebensmittel und Ernährung > Lebensmittelsicherheit > Stoffe im Fokus > Kontaminanten > Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen [PFAS]).</span></p><p><span> </span></p><p><span>5. Ein Fischereiverbot für ein Gewässer wird unter Berücksichtigung der Verhältnismässigkeit und des Gesundheitsschutzes von einer kantonalen Behörde ausgesprochen. Wie gross das Gebiet sein muss, liegt in der Verantwortung der zuständigen kantonalen Organe.</span></p></span>
- <p>Meldungen zu PFAS in Fischen nehmen zu: Wegen hoher PFAS-Kontaminationen wurden bereits in den Jahren 2022 und 2023 an mehreren Orten im Wallis Fischfangverbote verhängt. In der Waadt wurden kürzlich Berufsfischerinnen und -fischer aufgefordert, im Rahmen von Eigenkontrollen zu prüfen, ob gefangene Fische laut Gesetz vermarktet werden dürfen. In St.Gallen wurde wegen hoher PFAS-Werte in Fischen in Abschnitten von Steinach und Goldach das Fischen verboten. In Basel wird Freizeitangelnden empfohlen, maximal einmal pro Monat selbstgefangenen Fisch zu essen. Für Kinder gibt es strengere Regeln. Weitere Beispiele gibt es aus den Kantonen Tessin, Zug, Bern usw. </p><p>Laut BLV bestehe keine akute Gesundheitsgefahr. Allerdings moniert das Amt, zum Vorkommen von PFAS in Lebensmitteln sowie zu deren Auswirkungen auf die Gesundheit gebe es nicht genügend Daten. Während der a.o. PFAS-Session wurde gefragt, weshalb die Grenzwerte bei Fisch um ein Vielfaches höher seien als bei Rindfleisch. </p><p>Zur PFAS-Belastung von tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln führen Bund und Kantone 2025 koordinierte, schweizweite Analysen durch. Auf meine Frage <a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.parlament.ch%2Fde%2Fratsbetrieb%2Fsuche-curia-vista%2Fgeschaeft%3FAffairId%3D20237755&data=05%7C02%7Cfelix.wettstein%40parl.ch%7C229c3b948aa6454fb48908ddfb60e358%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638943115783914655%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=F9EFKcFu4daSyscJNGZZ0oglQve%2FX9k85PZgaq1EHBg%3D&reserved=0">23.7755</a> antwortete der Bundesrat, eine Studie zur damals aktuellen Belastung von Fischen werde veröffentlicht. </p><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten: </p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Ist die heutige Situation mit den relevanten, geltenden Gesetzen und Verordnungen vereinbar, wenn Fische so stark belastet sind, dass die Behörden Regeln zu ihrem Verzehr oder gar Fangverbote aussprechen müssen? Falls ja, warum? Falls nein, welche Bestimmungen werden verletzt und was tut der Bundesrat? </li><li>Wurde die in der Antwort auf meine Frage <a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.parlament.ch%2Fde%2Fratsbetrieb%2Fsuche-curia-vista%2Fgeschaeft%3FAffairId%3D20237755&data=05%7C02%7Cfelix.wettstein%40parl.ch%7C229c3b948aa6454fb48908ddfb60e358%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638943115783936107%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=kBJpNmgrPYRje6Bay9NpY8tDenv%2Fr96BSh%2B3WdDuoo8%3D&reserved=0">23.7755</a> erwähnte Studie publiziert? Falls ja, wo und was waren die wichtigsten Erkenntnisse? </li><li>Werden auch Daten zu den Eintragswegen von PFAS in Schweizer Gewässer und somit in die Fische gesammelt? Falls ja, wo werden sie publiziert? Falls nein, warum nicht? </li><li>Warum genau sind die Grenzwerte für PFAS in Fischen offenbar um ein Vielfaches höher als etwa in Rindfleisch? Wo werdend diese Regeln transparent kommuniziert? </li><li>Warum wird das Fischen in einzelnen Gewässerabschnitten verboten, obwohl kontaminierte Fische diese Abschnitte auch verlassen können? </li><li>Wie genau sollen Berufsfischerinnen und -fischer in Eigenverantwortung den PFAS-Gehalt ihres Fangs prüfen? Was geschieht, wenn sie Fische mit zu hoher PFAS-Konzentration verkaufen? </li></ol>
- PFAS in Schweizer Fischen. Was ist der aktuelle Stand der Dinge?
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <span><p><span>1. und 6. Berufsfischerinnen und -fischer müssen im Rahmen des Lebensmittelrechts ihre Selbstverantwortung wahrnehmen und sicherstellen, dass nur Fische auf den Markt kommen, welche die in der Kontaminantenverordnung (VHK; SR 817.022.15) festgelegten Höchstgehalte an Kontaminanten wie z.</span><span> </span><span>B. per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) einhalten. Dabei ist die etablierte Zusammenarbeit der Berufsfischerinnen und -fischer mit den kantonalen Lebensmittelsicherheits-, Umweltschutz- und Fischereibehörden sinnvoll. Wenn Lebensmittel in den Verkehr gebracht werden, die nicht dem Lebensmittelrecht entsprechen, wird der kantonale Lebensmittelvollzug die entsprechenden verhältnismässigen Massnahmen anordnen. Diese sind im Einzelfall festzulegen. Im Bericht in Erfüllung des Postulats Moser 22.4585 «Aktionsplan zur Reduktion der Belastung von Mensch und Umwelt durch langlebige Chemikalien» wird der Bundesrat vor Ende Jahr aufzeigen, wie er mit der Problematik von langlebigen Chemikalien wie PFAS umgehen will.</span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Die Studie «Trace Level Analysis of Per- and Polyfluorinated Substances in Fish from Various Regions in Switzerland» wurde am 7. November 2023 publiziert (</span><a href="http://www.pubmed.gov"><span>www.pubmed.gov</span></a><span> > Eingabe des Titels in der Suchmaske). PFAS wurden in 82 der 83 untersuchten Fischproben nachgewiesen. Dabei waren die PFAS-Werte in subalpinen Seen höher als in hochalpinen Seen. Total lagen vier Fischproben über den geltenden PFAS-Höchstgehalten.</span></p><p><span> </span></p><p><span>3. Die möglichen Eintragswege von PFAS in Gewässer sind mannigfaltig (z.</span><span> </span><span>B. Abwasser, Industrie, Landwirtschaft) und je nach Gewässer und Region unterschiedlich. Dem Bundesrat liegt aktuell keine Übersicht darüber vor. In den Fliessgewässern werden PFAS-Konzentrationen im Wasser von den Kantonen und dem Bund untersucht. Diese Ergebnisse und kantonalen Daten zur Belastung von Fischen sollen im obenerwähnten Bericht zusammengefasst werden. Der Verband der Kantonschemikerinnen und Kantonschemiker wird zudem zusammen mit dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) voraussichtlich im November 2025 die Resultate ihrer Untersuchungskampagne veröffentlichen, in der unter anderem Schweizer Wildfische untersucht wurden. </span></p><p><span> </span></p><p><span>4. Bei der Festlegung von Höchstgehalten für Kontaminanten werden gemäss Artikel 2 der VHK unter anderem die Toxizität des Stoffes, die technisch unvermeidbare Konzentration im Lebensmittel und die üblichen Verzehrsmengen eines Lebensmittels (Fisch wird z.</span><span> </span><span>B. seltener konsumiert als Fleisch) berücksichtigt. Die Höchstgehalte für die einzelnen Lebensmittelkategorien werden somit so festgelegt, dass ein Inverkehrbringen unter Wahrung des Gesundheitsschutzes noch möglich ist, Lebensmittel mit hohen Werten jedoch nicht mehr verkehrsfähig sind. Informationen zu den Höchstgehalten sind auf der Webseite des BLV zu finden (www.blv.admin.ch > Lebensmittel und Ernährung > Lebensmittelsicherheit > Stoffe im Fokus > Kontaminanten > Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen [PFAS]).</span></p><p><span> </span></p><p><span>5. Ein Fischereiverbot für ein Gewässer wird unter Berücksichtigung der Verhältnismässigkeit und des Gesundheitsschutzes von einer kantonalen Behörde ausgesprochen. Wie gross das Gebiet sein muss, liegt in der Verantwortung der zuständigen kantonalen Organe.</span></p></span>
- <p>Meldungen zu PFAS in Fischen nehmen zu: Wegen hoher PFAS-Kontaminationen wurden bereits in den Jahren 2022 und 2023 an mehreren Orten im Wallis Fischfangverbote verhängt. In der Waadt wurden kürzlich Berufsfischerinnen und -fischer aufgefordert, im Rahmen von Eigenkontrollen zu prüfen, ob gefangene Fische laut Gesetz vermarktet werden dürfen. In St.Gallen wurde wegen hoher PFAS-Werte in Fischen in Abschnitten von Steinach und Goldach das Fischen verboten. In Basel wird Freizeitangelnden empfohlen, maximal einmal pro Monat selbstgefangenen Fisch zu essen. Für Kinder gibt es strengere Regeln. Weitere Beispiele gibt es aus den Kantonen Tessin, Zug, Bern usw. </p><p>Laut BLV bestehe keine akute Gesundheitsgefahr. Allerdings moniert das Amt, zum Vorkommen von PFAS in Lebensmitteln sowie zu deren Auswirkungen auf die Gesundheit gebe es nicht genügend Daten. Während der a.o. PFAS-Session wurde gefragt, weshalb die Grenzwerte bei Fisch um ein Vielfaches höher seien als bei Rindfleisch. </p><p>Zur PFAS-Belastung von tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln führen Bund und Kantone 2025 koordinierte, schweizweite Analysen durch. Auf meine Frage <a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.parlament.ch%2Fde%2Fratsbetrieb%2Fsuche-curia-vista%2Fgeschaeft%3FAffairId%3D20237755&data=05%7C02%7Cfelix.wettstein%40parl.ch%7C229c3b948aa6454fb48908ddfb60e358%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638943115783914655%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=F9EFKcFu4daSyscJNGZZ0oglQve%2FX9k85PZgaq1EHBg%3D&reserved=0">23.7755</a> antwortete der Bundesrat, eine Studie zur damals aktuellen Belastung von Fischen werde veröffentlicht. </p><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten: </p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Ist die heutige Situation mit den relevanten, geltenden Gesetzen und Verordnungen vereinbar, wenn Fische so stark belastet sind, dass die Behörden Regeln zu ihrem Verzehr oder gar Fangverbote aussprechen müssen? Falls ja, warum? Falls nein, welche Bestimmungen werden verletzt und was tut der Bundesrat? </li><li>Wurde die in der Antwort auf meine Frage <a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.parlament.ch%2Fde%2Fratsbetrieb%2Fsuche-curia-vista%2Fgeschaeft%3FAffairId%3D20237755&data=05%7C02%7Cfelix.wettstein%40parl.ch%7C229c3b948aa6454fb48908ddfb60e358%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638943115783936107%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=kBJpNmgrPYRje6Bay9NpY8tDenv%2Fr96BSh%2B3WdDuoo8%3D&reserved=0">23.7755</a> erwähnte Studie publiziert? Falls ja, wo und was waren die wichtigsten Erkenntnisse? </li><li>Werden auch Daten zu den Eintragswegen von PFAS in Schweizer Gewässer und somit in die Fische gesammelt? Falls ja, wo werden sie publiziert? Falls nein, warum nicht? </li><li>Warum genau sind die Grenzwerte für PFAS in Fischen offenbar um ein Vielfaches höher als etwa in Rindfleisch? Wo werdend diese Regeln transparent kommuniziert? </li><li>Warum wird das Fischen in einzelnen Gewässerabschnitten verboten, obwohl kontaminierte Fische diese Abschnitte auch verlassen können? </li><li>Wie genau sollen Berufsfischerinnen und -fischer in Eigenverantwortung den PFAS-Gehalt ihres Fangs prüfen? Was geschieht, wenn sie Fische mit zu hoher PFAS-Konzentration verkaufen? </li></ol>
- PFAS in Schweizer Fischen. Was ist der aktuelle Stand der Dinge?
Back to List