Der Widerstand des Nationalen Jugendsportzentrums Tenero gegen die öffentliche Nutzung des Uferwegs im Sommer ist inakzeptabel
- ShortId
-
25.4178
- Id
-
20254178
- Updated
-
06.01.2026 08:31
- Language
-
de
- Title
-
Der Widerstand des Nationalen Jugendsportzentrums Tenero gegen die öffentliche Nutzung des Uferwegs im Sommer ist inakzeptabel
- AdditionalIndexing
-
28;2846
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <span><p><span>Der Bundesrat hat sich bereits in seiner Antwort zu 25.3074 Ip. Storni zu diesem Thema geäussert und Stellung genommen. Die entsprechenden Erläuterungen sind nach wie vor gültig.</span></p><p><span> </span></p><p><span>1. Im Nationalen Jugendsportzentrum Tenero (CST) werden jährlich mehr als 1'000 junge Gäste untergebracht und viele davon betreiben Wassersportarten. Das CST profitiert von seiner einmaligen Lage am Lago Maggiore. Sie ermöglicht es dem CST, Aktivitäten in den Sportarten Segeln, Surfen, Rudern, Kanu und Paddeln anzubieten.</span></p><p><span>In den Sommermonaten ist es unabdingbar, dass für die Vielzahl von jugendlichen Sportlerinnen und Sportlern eine von übrigen Freizeit- und Badegästen getrennte Zone zum und am Ufer zur Verfügung steht. In dieser können sie sich mit ihrer Ausrüstung ungehindert bewegen und sich auf die Ausübung der Sportaktivität fokussieren. </span></p><p><span>Damit werden Nutzungskonflikte vermieden und das Unfallrisiko für alle Ufergäste reduziert.</span><span> </span><span>Es gab in der Vergangenheit potenziell gefährliche Situationen. Der Unfallprävention beim Wassersport kommt grösste Bedeutung zu. </span></p><p><span>Wie bereits in der Antwort zu 25.3074 Ip. Storni erwähnt, steht der Bundesrat hinter der seit 2019 bestehenden einvernehmlichen Lösung zwischen dem CST, dem Kanton Tessin, den Gemeinden Tenero Contra und Minusio sowie den an das Areal des CST angrenzenden Privaten. Diese Lösung berücksichtigt den gesamten Uferbereich und beschränkt sich nicht auf eine einzelne Parzelle. Sie wird von allen Beteiligten getragen. Ausserhalb der Kurszeiten – während der Hochsaison an den Wochenenden – ist der Strandbereich im CST öffentlich zugänglich und wird von der lokalen Bevölkerung zur Ausübung von Sport- und Freizeitaktivitäten (Baden, Beachvolleyball, Basketball) genutzt. Das CST wird diesen Zugang ausserhalb der Kurszeiten auch weiterhin ermöglichen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Der Bundesrat verweist auf die Antwort zu Frage 1 und die Ausführungen zu 25.3074 Ip. Storni. </span></p><p><span> </span></p><p><span>3. Der als „Bolla del Naviglio“ bekannte Uferweg wurde vom Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) in der ersten Etappe des Ausbaus des CST im Jahr 1985 gebaut.</span></p><p><span>Beim Bau des Wassersportzentrums im Jahr 2000 wurde die Uferpromenade am Strand in die Planung einbezogen. Jede Bauetappe, bzw. jedes Bauprojekt war Gegenstand eines regulären Baugesuchs und wurde von den zuständigen Behörden genehmigt.</span></p></span>
- <p>Die in Punkt 1 der Antwort auf die Interpellation 25.3074 zitierte Vereinbarung regelt nicht den Zugang der Bevölkerung zum Nationalen Jugendsportzentrum Tenero (CST), wie dies bei privaten Grundstücken (Campingplätzen) der Fall ist. Über den Naviglio Vecchio hat die Bevölkerung das ganze Jahr über, nicht nur von Oktober bis März, Zugang zum CST. Auch der Strandzugang war schon immer ganzjährig gewährleistet.</p><p>Es ist unverständlich, dass sich das CST gegen eine ganzjährige Nutzung des Uferwegs wehrt, obwohl dieser im Ortsplan vorgesehen ist. Ausserdem geht es nur darum, dass das Gelände nach Betreten im Norden im Süden über den Uferweg verlassen werden kann.</p><p>Auf nicht weniger als 320 000 Quadratmetern verfügt das CST über unzählige Einrichtungen (zum Vergleich: SBB Castione hat 150 000 Quadratmeter), neben denen es ausreichend Platz für einen von der Wohnbevölkerung genutzten Uferweg entlang des CST hat.</p><p>Es ist nicht erwiesen, dass das CST den Strand intensiv nutzt; hingegen hat sich gezeigt, dass Badegäste von ausserhalb keine Sicherheitsprobleme verursachen. </p><p>Das Gleiche gilt seit jeher für den Uferweg, besonders seit der Eröffnung des Sentiero delle Rive. Dass verschiedene Aktivitäten und ein ganzjähriger Uferzugang gleichzeitig möglich sind, zeigt sich in Minusio (Via alla Riva).</p><p> </p><p>Dem Bund sollte die Rechtsgrundlage, die den Zugang der Bevölkerung zum Ufer regelt, bekannt sein; es ist inakzeptabel, dass er sich darüber hinwegsetzt und ihr zuwiderhandelt. </p><p>Es ist nicht hinnehmbar, dass eine öffentliche Einrichtung (CST) unmissverständlich die Schliessung eines Wegs fordert und damit den Anwohnenden ihre Rechte verweigert. </p><p>Es liegt auf der Hand, dass das CST den Respekt der Bevölkerung nur zurückgewinnen kann, wenn es sich der ganzjährigen Nutzung des Weges nicht widersetzt. Der Uferweg ist gleich zu behandeln wie jeder vergleichbare öffentliche Bereich – Park, Strasse oder öffentlicher Platz.</p><p> </p><p>Die Aktivitäten des CST im und am Wasser erfordern erwiesenermassen keine Exklusivnutzung des Ufers und ermöglichen der Bevölkerung ihren rechtmässigen Zugang ohne Weiteres.</p><p> </p><ol><li>Welche Gefahren für die Sicherheit der CST-Gäste birgt der Uferweg? Gab es Unfälle mit Fussgängerinnen und Fussgängern oder Sporttreibenden?</li><li>Könnte das CST, das über zahlreiche Sportanlagen und grosse Flächen verfügt, die Flächen nicht geschickter bewirtschaften, ohne Exklusivansprüche auf das öffentliche Ufer zu erheben ‒ zum Nachteil der Anwohnenden?</li><li>Den Fussweg entlang des Ufers gab es schon immer. Welche Vereinbarungen über die Nutzung des Strandes hat das CST abgeschlossen?</li></ol>
- Der Widerstand des Nationalen Jugendsportzentrums Tenero gegen die öffentliche Nutzung des Uferwegs im Sommer ist inakzeptabel
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <span><p><span>Der Bundesrat hat sich bereits in seiner Antwort zu 25.3074 Ip. Storni zu diesem Thema geäussert und Stellung genommen. Die entsprechenden Erläuterungen sind nach wie vor gültig.</span></p><p><span> </span></p><p><span>1. Im Nationalen Jugendsportzentrum Tenero (CST) werden jährlich mehr als 1'000 junge Gäste untergebracht und viele davon betreiben Wassersportarten. Das CST profitiert von seiner einmaligen Lage am Lago Maggiore. Sie ermöglicht es dem CST, Aktivitäten in den Sportarten Segeln, Surfen, Rudern, Kanu und Paddeln anzubieten.</span></p><p><span>In den Sommermonaten ist es unabdingbar, dass für die Vielzahl von jugendlichen Sportlerinnen und Sportlern eine von übrigen Freizeit- und Badegästen getrennte Zone zum und am Ufer zur Verfügung steht. In dieser können sie sich mit ihrer Ausrüstung ungehindert bewegen und sich auf die Ausübung der Sportaktivität fokussieren. </span></p><p><span>Damit werden Nutzungskonflikte vermieden und das Unfallrisiko für alle Ufergäste reduziert.</span><span> </span><span>Es gab in der Vergangenheit potenziell gefährliche Situationen. Der Unfallprävention beim Wassersport kommt grösste Bedeutung zu. </span></p><p><span>Wie bereits in der Antwort zu 25.3074 Ip. Storni erwähnt, steht der Bundesrat hinter der seit 2019 bestehenden einvernehmlichen Lösung zwischen dem CST, dem Kanton Tessin, den Gemeinden Tenero Contra und Minusio sowie den an das Areal des CST angrenzenden Privaten. Diese Lösung berücksichtigt den gesamten Uferbereich und beschränkt sich nicht auf eine einzelne Parzelle. Sie wird von allen Beteiligten getragen. Ausserhalb der Kurszeiten – während der Hochsaison an den Wochenenden – ist der Strandbereich im CST öffentlich zugänglich und wird von der lokalen Bevölkerung zur Ausübung von Sport- und Freizeitaktivitäten (Baden, Beachvolleyball, Basketball) genutzt. Das CST wird diesen Zugang ausserhalb der Kurszeiten auch weiterhin ermöglichen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Der Bundesrat verweist auf die Antwort zu Frage 1 und die Ausführungen zu 25.3074 Ip. Storni. </span></p><p><span> </span></p><p><span>3. Der als „Bolla del Naviglio“ bekannte Uferweg wurde vom Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) in der ersten Etappe des Ausbaus des CST im Jahr 1985 gebaut.</span></p><p><span>Beim Bau des Wassersportzentrums im Jahr 2000 wurde die Uferpromenade am Strand in die Planung einbezogen. Jede Bauetappe, bzw. jedes Bauprojekt war Gegenstand eines regulären Baugesuchs und wurde von den zuständigen Behörden genehmigt.</span></p></span>
- <p>Die in Punkt 1 der Antwort auf die Interpellation 25.3074 zitierte Vereinbarung regelt nicht den Zugang der Bevölkerung zum Nationalen Jugendsportzentrum Tenero (CST), wie dies bei privaten Grundstücken (Campingplätzen) der Fall ist. Über den Naviglio Vecchio hat die Bevölkerung das ganze Jahr über, nicht nur von Oktober bis März, Zugang zum CST. Auch der Strandzugang war schon immer ganzjährig gewährleistet.</p><p>Es ist unverständlich, dass sich das CST gegen eine ganzjährige Nutzung des Uferwegs wehrt, obwohl dieser im Ortsplan vorgesehen ist. Ausserdem geht es nur darum, dass das Gelände nach Betreten im Norden im Süden über den Uferweg verlassen werden kann.</p><p>Auf nicht weniger als 320 000 Quadratmetern verfügt das CST über unzählige Einrichtungen (zum Vergleich: SBB Castione hat 150 000 Quadratmeter), neben denen es ausreichend Platz für einen von der Wohnbevölkerung genutzten Uferweg entlang des CST hat.</p><p>Es ist nicht erwiesen, dass das CST den Strand intensiv nutzt; hingegen hat sich gezeigt, dass Badegäste von ausserhalb keine Sicherheitsprobleme verursachen. </p><p>Das Gleiche gilt seit jeher für den Uferweg, besonders seit der Eröffnung des Sentiero delle Rive. Dass verschiedene Aktivitäten und ein ganzjähriger Uferzugang gleichzeitig möglich sind, zeigt sich in Minusio (Via alla Riva).</p><p> </p><p>Dem Bund sollte die Rechtsgrundlage, die den Zugang der Bevölkerung zum Ufer regelt, bekannt sein; es ist inakzeptabel, dass er sich darüber hinwegsetzt und ihr zuwiderhandelt. </p><p>Es ist nicht hinnehmbar, dass eine öffentliche Einrichtung (CST) unmissverständlich die Schliessung eines Wegs fordert und damit den Anwohnenden ihre Rechte verweigert. </p><p>Es liegt auf der Hand, dass das CST den Respekt der Bevölkerung nur zurückgewinnen kann, wenn es sich der ganzjährigen Nutzung des Weges nicht widersetzt. Der Uferweg ist gleich zu behandeln wie jeder vergleichbare öffentliche Bereich – Park, Strasse oder öffentlicher Platz.</p><p> </p><p>Die Aktivitäten des CST im und am Wasser erfordern erwiesenermassen keine Exklusivnutzung des Ufers und ermöglichen der Bevölkerung ihren rechtmässigen Zugang ohne Weiteres.</p><p> </p><ol><li>Welche Gefahren für die Sicherheit der CST-Gäste birgt der Uferweg? Gab es Unfälle mit Fussgängerinnen und Fussgängern oder Sporttreibenden?</li><li>Könnte das CST, das über zahlreiche Sportanlagen und grosse Flächen verfügt, die Flächen nicht geschickter bewirtschaften, ohne Exklusivansprüche auf das öffentliche Ufer zu erheben ‒ zum Nachteil der Anwohnenden?</li><li>Den Fussweg entlang des Ufers gab es schon immer. Welche Vereinbarungen über die Nutzung des Strandes hat das CST abgeschlossen?</li></ol>
- Der Widerstand des Nationalen Jugendsportzentrums Tenero gegen die öffentliche Nutzung des Uferwegs im Sommer ist inakzeptabel
Back to List