F/A-18 C/D. Die Nutzungsdauer nicht nur für die halbe Flotte verlängern
- ShortId
-
25.4203
- Id
-
20254203
- Updated
-
20.11.2025 10:39
- Language
-
de
- Title
-
F/A-18 C/D. Die Nutzungsdauer nicht nur für die halbe Flotte verlängern
- AdditionalIndexing
-
09;48;24
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die Rezertifizierung und das Struktursanierungsprogramm sind zwei verschiedene Teilprojekte der Nutzungsdauerverlängerung der Kampfflugzeuge F/A-18. Ziel der Rezertifizierung ist die behördliche Zulassung der Flugzeuge für den Betrieb bis 6'000 Flugstunden pro Flugzeug. Beim Struktursanierungsprogramm werden Arbeiten an der Flugzeugstruktur ausgeführt, beispielsweise Inspektionen oder präventive Modifikationen.</p><p> </p><p>1. Die Rezertifizierung ist für alle 30 Schweizer F/A-18 umgesetzt, das heisst die Zulassung der Schweizer Militärluftfahrtbehörde liegt vor und jedes Flugzeug darf bis 6'000 Flugstunden betrieben werden. Die sicherheitsrelevanten Arbeiten des Struktursanierungsprogramms sind ebenfalls an allen 30 Flugzeugen beendet. Der nicht-sicherheitsrelevante Anteil wird an 15 Flugzeugen ausgeführt. Ab ca. Ende 2025 ist es kosteneffizienter, die Lufttüchtigkeit der anderen 15 Flugzeuge durch Inspektionen anlässlich der periodischen Wartung sicherzustellen.<br> </p><p>Der Abschluss des Gesamtprojekts «Nutzungsdauerverlängerung» wurde wegen langer Lieferfristen des bestellten Ersatzmaterials auf Ende 2027 festgelegt.</p><p> </p><p>2. Für Radarlenkwaffen und die Modernisierung der F/A-18-Avionik wurden aus dem Rüstungsprogramm 2017 160 Millionen US-Dollar an die US-Regierung bezahlt.</p><p> </p><p>3. Aus dem Rüstungsprogramm 2017 sind bei der RUAG bis heute rund 170 Millionen Schweizer Franken verpflichtet. Davon betragen die Kosten für das Struktursanierungsprogramm und die Rezertifizierung rund 120 Millionen Schweizer Franken.</p><p> </p><p>4. Die Nutzugsdauerverlängerung auf 6’000 Flugstunden ist für alle 30 Flugzeuge bereits in Kraft. Aus Kostenüberlegungen wurde entschieden, dass die Rezertifizierung für die Hälfte der Flotte nicht durch die komplette Umsetzung des Struktursanierungsprogramms, sondern durch periodische Inspektionen erreicht werden soll. Wiederkehrende Inspektionen sind ab circa Ende 2025 kostengünstiger als die Umsetzung des gesamten Struktursanierungsprogramms.</p><p> </p><p>5./6. Mit der Rezertifizierung sind alle erforderlichen Massnahmen zur Verlängerung der Nutzungsdauer umgesetzt worden. Bereits heute können alle 30 F/A-18 bis zu 6’000 Flugstunden eingesetzt werden. Entsprechend stellt sich die Frage nach einem anderen Anbietenden nicht.</p>
- <p>Das Parlament hat mit dem Rüstungsprogramm 2017 einen Budgetrahmen von 450 Millionen Franken bewilligt, um unsere Flotte von 30 F/A-18 C/D Kampfjets zu modernisieren. Von diesem Betrag flossen laut Dokumenten der DSCA an den US-Kongress rund zwei Drittel in die USA: 180 Millionen US-Dollar für rund 75 Amraam-Radar-Lenkwaffen AIM-120C-7 und rund 115 Millionen US-Dollar für neue Avionik-Systeme und Updates. Damit blieben neben dem Risikozuschlag von 18 Millionen rund 130 Millionen Franken für Arbeiten, welche die RUAG in Emmen durchführen sollte.</p><p>Neben dem Einbau der neuen Systeme aus den USA bestand das Kernstück der RUAG-Arbeiten in einem Struktursanierungsprogramm, um die Nutzungsdauer der 30 Kampfjets von 5000 neu auf 6000 Flugstunden pro Flugzeug zu zertifizieren. Mit Medienmitteilung vom 31. Januar 2023 teilte armasuisse mit, dass diese Arbeiten voll auf Kurs und «plangemäss bis Ende 2023 weitestgehend abgeschlossen» seien. Umso erstaunlicher war (nur 14 Monate später) die Mitteilung vom 22. März 2024, erstens werde die Nutzungsdauer nur für die halbe Flotte, also 15 Kampfjets verlängert und zweitens beanspruchten die Arbeiten, um dieses stark abgespeckte Ziel zu erreichen, vier Jahre mehr, bis Ende 2027.</p><p>1. Was ist zwischen dem 31. Januar 2023 und dem 22. März 2024 passiert, dass armasuisse die Kommunikation derart radikal veränderte? Wie gelangte armasuisse Anfang 2023 zur Aussage: «Das Teilprojekt zur Zertifizierung auf 6000 Flugstunden pro Flugzeug wird plangemäss bis Ende 2023 weitestgehend abgeschlossen.» und 14 Monate später: «Der Abschluss des Projekts wird neu auf Ende 2027 festgelegt» und «ein Teil der verbleibenden Arbeiten an der Flugzeugstruktur» würden «nur noch an 15 von 30 Flugzeugen umgesetzt»? </p><p>2. Welche Summe aus dem RP 2017 hat die Schweiz für die Nachbeschaffung von Radarlenkwaffen und die Modernisierung der F/A-18-Avionik in den USA verpflichtet und wie viel davon ausbezahlt?</p><p>3. Und wie viel insgesamt bei der RUAG? Welcher Anteil davon für das Struktursanierungsprogramm zwecks Zertifizierung auf 6000 Flugstunden?</p><p>4. Wie hoch sind die Einsparungen, wenn die Nutzungsdauer nur für 15 Jets verlängert würde?</p><p>5. Ist der Bundesrat angesichts der Turbulenzen um den F-35A bereit, die Nutzungsdauer aller 30 F/A-18 Kampfjets auf 6000 Stunden zu zertifizieren?</p><p>6. Falls RUAG damit überlastet wäre, gegebenenfalls bei einem anderen Anbieter?</p>
- F/A-18 C/D. Die Nutzungsdauer nicht nur für die halbe Flotte verlängern
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Die Rezertifizierung und das Struktursanierungsprogramm sind zwei verschiedene Teilprojekte der Nutzungsdauerverlängerung der Kampfflugzeuge F/A-18. Ziel der Rezertifizierung ist die behördliche Zulassung der Flugzeuge für den Betrieb bis 6'000 Flugstunden pro Flugzeug. Beim Struktursanierungsprogramm werden Arbeiten an der Flugzeugstruktur ausgeführt, beispielsweise Inspektionen oder präventive Modifikationen.</p><p> </p><p>1. Die Rezertifizierung ist für alle 30 Schweizer F/A-18 umgesetzt, das heisst die Zulassung der Schweizer Militärluftfahrtbehörde liegt vor und jedes Flugzeug darf bis 6'000 Flugstunden betrieben werden. Die sicherheitsrelevanten Arbeiten des Struktursanierungsprogramms sind ebenfalls an allen 30 Flugzeugen beendet. Der nicht-sicherheitsrelevante Anteil wird an 15 Flugzeugen ausgeführt. Ab ca. Ende 2025 ist es kosteneffizienter, die Lufttüchtigkeit der anderen 15 Flugzeuge durch Inspektionen anlässlich der periodischen Wartung sicherzustellen.<br> </p><p>Der Abschluss des Gesamtprojekts «Nutzungsdauerverlängerung» wurde wegen langer Lieferfristen des bestellten Ersatzmaterials auf Ende 2027 festgelegt.</p><p> </p><p>2. Für Radarlenkwaffen und die Modernisierung der F/A-18-Avionik wurden aus dem Rüstungsprogramm 2017 160 Millionen US-Dollar an die US-Regierung bezahlt.</p><p> </p><p>3. Aus dem Rüstungsprogramm 2017 sind bei der RUAG bis heute rund 170 Millionen Schweizer Franken verpflichtet. Davon betragen die Kosten für das Struktursanierungsprogramm und die Rezertifizierung rund 120 Millionen Schweizer Franken.</p><p> </p><p>4. Die Nutzugsdauerverlängerung auf 6’000 Flugstunden ist für alle 30 Flugzeuge bereits in Kraft. Aus Kostenüberlegungen wurde entschieden, dass die Rezertifizierung für die Hälfte der Flotte nicht durch die komplette Umsetzung des Struktursanierungsprogramms, sondern durch periodische Inspektionen erreicht werden soll. Wiederkehrende Inspektionen sind ab circa Ende 2025 kostengünstiger als die Umsetzung des gesamten Struktursanierungsprogramms.</p><p> </p><p>5./6. Mit der Rezertifizierung sind alle erforderlichen Massnahmen zur Verlängerung der Nutzungsdauer umgesetzt worden. Bereits heute können alle 30 F/A-18 bis zu 6’000 Flugstunden eingesetzt werden. Entsprechend stellt sich die Frage nach einem anderen Anbietenden nicht.</p>
- <p>Das Parlament hat mit dem Rüstungsprogramm 2017 einen Budgetrahmen von 450 Millionen Franken bewilligt, um unsere Flotte von 30 F/A-18 C/D Kampfjets zu modernisieren. Von diesem Betrag flossen laut Dokumenten der DSCA an den US-Kongress rund zwei Drittel in die USA: 180 Millionen US-Dollar für rund 75 Amraam-Radar-Lenkwaffen AIM-120C-7 und rund 115 Millionen US-Dollar für neue Avionik-Systeme und Updates. Damit blieben neben dem Risikozuschlag von 18 Millionen rund 130 Millionen Franken für Arbeiten, welche die RUAG in Emmen durchführen sollte.</p><p>Neben dem Einbau der neuen Systeme aus den USA bestand das Kernstück der RUAG-Arbeiten in einem Struktursanierungsprogramm, um die Nutzungsdauer der 30 Kampfjets von 5000 neu auf 6000 Flugstunden pro Flugzeug zu zertifizieren. Mit Medienmitteilung vom 31. Januar 2023 teilte armasuisse mit, dass diese Arbeiten voll auf Kurs und «plangemäss bis Ende 2023 weitestgehend abgeschlossen» seien. Umso erstaunlicher war (nur 14 Monate später) die Mitteilung vom 22. März 2024, erstens werde die Nutzungsdauer nur für die halbe Flotte, also 15 Kampfjets verlängert und zweitens beanspruchten die Arbeiten, um dieses stark abgespeckte Ziel zu erreichen, vier Jahre mehr, bis Ende 2027.</p><p>1. Was ist zwischen dem 31. Januar 2023 und dem 22. März 2024 passiert, dass armasuisse die Kommunikation derart radikal veränderte? Wie gelangte armasuisse Anfang 2023 zur Aussage: «Das Teilprojekt zur Zertifizierung auf 6000 Flugstunden pro Flugzeug wird plangemäss bis Ende 2023 weitestgehend abgeschlossen.» und 14 Monate später: «Der Abschluss des Projekts wird neu auf Ende 2027 festgelegt» und «ein Teil der verbleibenden Arbeiten an der Flugzeugstruktur» würden «nur noch an 15 von 30 Flugzeugen umgesetzt»? </p><p>2. Welche Summe aus dem RP 2017 hat die Schweiz für die Nachbeschaffung von Radarlenkwaffen und die Modernisierung der F/A-18-Avionik in den USA verpflichtet und wie viel davon ausbezahlt?</p><p>3. Und wie viel insgesamt bei der RUAG? Welcher Anteil davon für das Struktursanierungsprogramm zwecks Zertifizierung auf 6000 Flugstunden?</p><p>4. Wie hoch sind die Einsparungen, wenn die Nutzungsdauer nur für 15 Jets verlängert würde?</p><p>5. Ist der Bundesrat angesichts der Turbulenzen um den F-35A bereit, die Nutzungsdauer aller 30 F/A-18 Kampfjets auf 6000 Stunden zu zertifizieren?</p><p>6. Falls RUAG damit überlastet wäre, gegebenenfalls bei einem anderen Anbieter?</p>
- F/A-18 C/D. Die Nutzungsdauer nicht nur für die halbe Flotte verlängern
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