Sind PFAS-Pestizide zur Anwendung in Grundwasserschutzzonen zugelassen?
- ShortId
-
25.4209
- Id
-
20254209
- Updated
-
19.12.2025 12:49
- Language
-
de
- Title
-
Sind PFAS-Pestizide zur Anwendung in Grundwasserschutzzonen zugelassen?
- AdditionalIndexing
-
55;52
- 1
-
- PriorityCouncil1
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Nationalrat
- Texts
-
- <ol style="list-style-type:decimal;"><li>Welche Grenzwerte gelten in der Schweiz, in Deutschland, in Dänemark, in Grossbritannien und anderen europäischen Staaten, für PFAS und TFA im Trinkwasser? </li><li>Welche Entwicklungen beobachtet der Bundesrat, bezüglich die Festsetzung von Grenzwerten für PFAS und TFA im Trinkwasser, insbesondere in Europa und in Amerika? </li><li>Welche Werte weist TFA heute auf, im Schweizer Trinkwasser? Wo in der Schweiz sind die Werte generell am höchsten bzw. Wo könnten Grenzwerte schon bald überschritten werden bzw. wo werden sie bereits überschritten? </li><li>Sind die Wirkstoffe <a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.psm.admin.ch%2Fde%2Fwirkstoffe%2F1583&data=05%7C02%7Chasan.candan%40parl.ch%7C0dd7ad9306de46c4ab2e08ddfab996f1%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638942397196788762%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=5tk3Ml9MSlPUXxT0njdEMwKoOjAVOYzM1uxaNQe5mq8%3D&reserved=0">Fluopyram</a>, <a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.psm.admin.ch%2Fde%2Fwirkstoffe%2F1147&data=05%7C02%7Chasan.candan%40parl.ch%7C0dd7ad9306de46c4ab2e08ddfab996f1%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638942397196810968%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=Zn66ECSvpblUs%2FQAMjkitTRwFwkdisejGeIKLfUC400%3D&reserved=0">Diflufenican</a>, <a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.psm.admin.ch%2Fde%2Fwirkstoffe%2F1933&data=05%7C02%7Chasan.candan%40parl.ch%7C0dd7ad9306de46c4ab2e08ddfab996f1%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638942397196827569%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=ZHzw39asJDzAXjqK4gRu%2B50ubSmYmpdl1ZkwF2KBWYU%3D&reserved=0">Mefentrifluconazol</a> und <a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.psm.admin.ch%2Fde%2Fwirkstoffe%2F1543&data=05%7C02%7Chasan.candan%40parl.ch%7C0dd7ad9306de46c4ab2e08ddfab996f1%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638942397196845940%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=2oMpRsp6h%2F1ttlPWKMTOC88Eg0Skum3lv61ccDGQs4g%3D&reserved=0">Flonicamid,</a> welche Dänemark verboten hat, in der Schweiz zur Anwendung zugelassen? Sind andere PFAS dafür zugelassen? Wenn ja, dürfen sie in Grundwasserschutzzonen eingesetzt werden? Wenn ja, kann er darlegen, warum dies so ist, bei Stoffen, die laut seiner Antwort auf meine Ip. 25.3832 “besonders besorgniserregend" sind? </li><li>Ist er bereit, die Zulassung dieser Stoffe rasch zu widerrufen? Wenn ja, ab wann? Wenn nein, warum nicht? </li><li>Welchen Entscheid hat Dänemark bezüglich der Zulassung von 10 weiteren Pestizidwirkstoffen getroffen, die sich zu TFA abbauen? </li></ol>
- <span><p><span>1. In der Verordnung des EDI über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen (TBDV; SR 817.022.11) sind Höchstwerte für drei Verbindungen festgelegt, die zu den per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) gehören: je 0,3</span><span> </span><span>µg/l für Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) und Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS) sowie 0,5</span><span> </span><span>µg/l für Perfluoroctansäure (PFOA). </span><span> </span></p><p><span>Die Mitgliedstaaten der EU haben mit der EU-Trinkwasserrichtlinie den Höchstwert von 0,1</span><span> </span><span>µg/l für die Summe von zwanzig PFAS in ihren jeweiligen Verordnungen übernommen. Die Schweiz (im Laufe 2026) und Grossbritannien planen, diesen Wert zu übernehmen. In Deutschland gilt ab 2028 zusätzlich ein Höchstwert von 0,02</span><span> </span><span>µg/l für vier dieser zwanzig PFAS (für PFOA, Perfluornonansäure [PFNA], PFHxS und PFOS). In Dänemark und Schweden liegen die Höchstwerte für diese vier PFAS bei 0,002</span><span> </span><span>µg/l (seit 2022) bzw. 0,004</span><span> </span><span>µg/l (ab 2026). Für Trifluoracetat (TFA) wurde bisher weder in der EU noch in der Schweiz ein Höchstwert in Trinkwasser festgelegt. </span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Im Auftrag der Europäischen Kommission laufen mehrere Studien zu Auswirkungen von PFAS auf die menschliche Gesundheit. Die Weltgesundheitsorganisation untersucht unter anderem systematisch alle bekannten trinkwasserrelevanten PFAS, einschliesslich TFA. Basierend auf diesen Studien wird die Kommission voraussichtlich nach 2027 die PFAS-Höchstwerte in der Trinkwasserrichtlinie überprüfen und allenfalls anpassen. Die Schweiz wird die von der EU getroffenen Massnahmen prüfen und gegebenenfalls ihre Gesetzgebung anpassen. In den Vereinigten Staaten sollen ab 2031 Höchstwerte von je 0,004</span><span> </span><span>µg/l für PFOA und PFOS gelten. Für TFA wurde kein Höchstwert festgelegt.</span><span> </span></p><p><span> </span></p><p><span>3. TFA lässt sich weit verbreitet in Grund- und Oberflächengewässern und somit in daraus produziertem Trinkwasser nachweisen, da diese Verbindung über die üblichen Aufbereitungsverfahren nicht eliminiert wird. Eine schweizweite Untersuchung des Verbands der Kantonschemiker der Schweiz von 2023 hat in 99</span><span> </span><span>% der Trinkwasserproben TFA mit einer durchschnittlichen Konzentration von 0,8</span><span> </span><span>µg/l nachgewiesen. Gemäss der Nationalen Grundwasserbeobachtung NAQUA werden höhere TFA-Konzentrationen im Grundwasser unter landwirtschaftlich genutzten Flächen oder in der Nähe von Flüssen, in die gereinigte Industrieabwässer eingeleitet werden, nachgewiesen. </span><span> </span></p><p><span> </span></p><p><span>4. Im Rahmen des Zulassungsverfahrens werden Pflanzenschutzmittel (PSM) auf ihre Wirkungen und Nebenwirkungen geprüft. Mit den verfügten Anwendungsbestimmungen wird sichergestellt, dass bei vorschriftsgemässer Anwendung keine unannehmbaren Nebenwirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt auftreten. Die Anwendung von PSM in der Grundwasserzone S2 wird nur dann verboten, wenn dies zum Schutz des Grundwassers nötig ist. </span><a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.psm.admin.ch%2Fde%2Fwirkstoffe%2F1583&data=05%7C02%7Chasan.candan%40parl.ch%7C0dd7ad9306de46c4ab2e08ddfab996f1%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638942397196788762%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=5tk3Ml9MSlPUXxT0njdEMwKoOjAVOYzM1uxaNQe5mq8%3D&reserved=0"><span>Fluopyram</span></a><span>, </span><a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.psm.admin.ch%2Fde%2Fwirkstoffe%2F1147&data=05%7C02%7Chasan.candan%40parl.ch%7C0dd7ad9306de46c4ab2e08ddfab996f1%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638942397196810968%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=Zn66ECSvpblUs%2FQAMjkitTRwFwkdisejGeIKLfUC400%3D&reserved=0"><span>Diflufenican</span></a><span>, </span><a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.psm.admin.ch%2Fde%2Fwirkstoffe%2F1933&data=05%7C02%7Chasan.candan%40parl.ch%7C0dd7ad9306de46c4ab2e08ddfab996f1%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638942397196827569%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=ZHzw39asJDzAXjqK4gRu%2B50ubSmYmpdl1ZkwF2KBWYU%3D&reserved=0"><span>Mefentrifluconazol</span></a><span> und </span><a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.psm.admin.ch%2Fde%2Fwirkstoffe%2F1543&data=05%7C02%7Chasan.candan%40parl.ch%7C0dd7ad9306de46c4ab2e08ddfab996f1%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638942397196845940%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=2oMpRsp6h%2F1ttlPWKMTOC88Eg0Skum3lv61ccDGQs4g%3D&reserved=0"><span>Flonicamid</span></a><span> sind in der Schweiz aktuell als PSM-Wirkstoffe genehmigt, und deren Verwendung ist in dieser Zone erlaubt. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) veröffentlicht auf seiner Webseite die Liste «Anwendungsverbote für Pflanzenschutzmittel in den Grundwasserschutzzonen S2 und Sh» (www.blv.admin.ch > Zulassung Pflanzenschutzmittel > Anwendung und Vollzug > Weisungen und Merkblätter > Schutz des Grundwassers). Sie enthält die Wirkstoffe, deren Anwendung in diesen Schutzzonen verboten ist. </span></p><p><span> </span></p><p><span>5. Obwohl das BLV die Genehmigung eines Wirkstoffs jederzeit erneut prüfen kann (Art.</span><span> </span><span>8 Pflanzenschutzmittelverordnung [PSMV]; SR</span><span> </span><span>916.161), richten sich Entscheidungen über die Streichung eines in PSM verwendeten Wirkstoffs massgeblich an jenen der EU aus (Art.</span><span> </span><span>10 PSMV). Somit wird ein in der EU gestrichener Wirkstoff auch in der Schweiz gestrichen. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass die Bewilligungen für drei der vier in Punkt 4 erwähnten Wirkstoffe im Jahr 2026 ablaufen. Auch bei einer Erneuerung des Wirkstoffs wird eine Bewertung des Produkts vorgenommen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>6. Mitte Juli und Ende September 2025 haben die dänischen Behörden die Zulassung von zwei bzw. acht PSM widerrufen. Diese enthalten einen Wirkstoff, der nach seinem Abbau in Form von TFA im Grundwasser wiederzufinden sein kann.</span></p></span>
- <p>Anfang Juli 2025 hat die dänische Umweltbehörde fünf Wirkstoffe zur Anwendung in Pflanzenschutzmittel verboten, um sein Grundwasser zu schützen. 15 Pestizide dürfen in Dänemark ab Ende August nicht mehr verkauft und ab Ende 2025 nicht mehr verwendet werden, weil sie an der Bildung der PFAS-Chemikalie TFA beteiligt sind oder TFA abspalten. Für acht weitere Pestizide greift das Verkaufsverbot ab 31. Dezember 2025. Wie das online-Medium Infosperber im Juli berichtete, wollte das dänische Umweltministerium bis im September 2025 über die Zulassung von zehn weiteren Pestizidwirkstoffen befinden. Ein PFAS-Wirkstoff, <a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.psm.admin.ch%2Fde%2Fwirkstoffe%2F1543&data=05%7C02%7Chasan.candan%40parl.ch%7C0dd7ad9306de46c4ab2e08ddfab996f1%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638942397196753433%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=0cXSSfcz%2Fja%2BQl4gb26knW%2FiI0qHsyQZDVnZyF2Wfe0%3D&reserved=0"><u>Flonicamid</u></a>, wird derzeit von der EU überprüft. Dänemark beruft sich bei seinem Verbot insbesondere auf die sozioökonomische Bedeutung des Grundwasserschutzes. </p>
- Sind PFAS-Pestizide zur Anwendung in Grundwasserschutzzonen zugelassen?
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <ol style="list-style-type:decimal;"><li>Welche Grenzwerte gelten in der Schweiz, in Deutschland, in Dänemark, in Grossbritannien und anderen europäischen Staaten, für PFAS und TFA im Trinkwasser? </li><li>Welche Entwicklungen beobachtet der Bundesrat, bezüglich die Festsetzung von Grenzwerten für PFAS und TFA im Trinkwasser, insbesondere in Europa und in Amerika? </li><li>Welche Werte weist TFA heute auf, im Schweizer Trinkwasser? Wo in der Schweiz sind die Werte generell am höchsten bzw. Wo könnten Grenzwerte schon bald überschritten werden bzw. wo werden sie bereits überschritten? </li><li>Sind die Wirkstoffe <a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.psm.admin.ch%2Fde%2Fwirkstoffe%2F1583&data=05%7C02%7Chasan.candan%40parl.ch%7C0dd7ad9306de46c4ab2e08ddfab996f1%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638942397196788762%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=5tk3Ml9MSlPUXxT0njdEMwKoOjAVOYzM1uxaNQe5mq8%3D&reserved=0">Fluopyram</a>, <a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.psm.admin.ch%2Fde%2Fwirkstoffe%2F1147&data=05%7C02%7Chasan.candan%40parl.ch%7C0dd7ad9306de46c4ab2e08ddfab996f1%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638942397196810968%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=Zn66ECSvpblUs%2FQAMjkitTRwFwkdisejGeIKLfUC400%3D&reserved=0">Diflufenican</a>, <a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.psm.admin.ch%2Fde%2Fwirkstoffe%2F1933&data=05%7C02%7Chasan.candan%40parl.ch%7C0dd7ad9306de46c4ab2e08ddfab996f1%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638942397196827569%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=ZHzw39asJDzAXjqK4gRu%2B50ubSmYmpdl1ZkwF2KBWYU%3D&reserved=0">Mefentrifluconazol</a> und <a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.psm.admin.ch%2Fde%2Fwirkstoffe%2F1543&data=05%7C02%7Chasan.candan%40parl.ch%7C0dd7ad9306de46c4ab2e08ddfab996f1%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638942397196845940%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=2oMpRsp6h%2F1ttlPWKMTOC88Eg0Skum3lv61ccDGQs4g%3D&reserved=0">Flonicamid,</a> welche Dänemark verboten hat, in der Schweiz zur Anwendung zugelassen? Sind andere PFAS dafür zugelassen? Wenn ja, dürfen sie in Grundwasserschutzzonen eingesetzt werden? Wenn ja, kann er darlegen, warum dies so ist, bei Stoffen, die laut seiner Antwort auf meine Ip. 25.3832 “besonders besorgniserregend" sind? </li><li>Ist er bereit, die Zulassung dieser Stoffe rasch zu widerrufen? Wenn ja, ab wann? Wenn nein, warum nicht? </li><li>Welchen Entscheid hat Dänemark bezüglich der Zulassung von 10 weiteren Pestizidwirkstoffen getroffen, die sich zu TFA abbauen? </li></ol>
- <span><p><span>1. In der Verordnung des EDI über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen (TBDV; SR 817.022.11) sind Höchstwerte für drei Verbindungen festgelegt, die zu den per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) gehören: je 0,3</span><span> </span><span>µg/l für Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) und Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS) sowie 0,5</span><span> </span><span>µg/l für Perfluoroctansäure (PFOA). </span><span> </span></p><p><span>Die Mitgliedstaaten der EU haben mit der EU-Trinkwasserrichtlinie den Höchstwert von 0,1</span><span> </span><span>µg/l für die Summe von zwanzig PFAS in ihren jeweiligen Verordnungen übernommen. Die Schweiz (im Laufe 2026) und Grossbritannien planen, diesen Wert zu übernehmen. In Deutschland gilt ab 2028 zusätzlich ein Höchstwert von 0,02</span><span> </span><span>µg/l für vier dieser zwanzig PFAS (für PFOA, Perfluornonansäure [PFNA], PFHxS und PFOS). In Dänemark und Schweden liegen die Höchstwerte für diese vier PFAS bei 0,002</span><span> </span><span>µg/l (seit 2022) bzw. 0,004</span><span> </span><span>µg/l (ab 2026). Für Trifluoracetat (TFA) wurde bisher weder in der EU noch in der Schweiz ein Höchstwert in Trinkwasser festgelegt. </span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Im Auftrag der Europäischen Kommission laufen mehrere Studien zu Auswirkungen von PFAS auf die menschliche Gesundheit. Die Weltgesundheitsorganisation untersucht unter anderem systematisch alle bekannten trinkwasserrelevanten PFAS, einschliesslich TFA. Basierend auf diesen Studien wird die Kommission voraussichtlich nach 2027 die PFAS-Höchstwerte in der Trinkwasserrichtlinie überprüfen und allenfalls anpassen. Die Schweiz wird die von der EU getroffenen Massnahmen prüfen und gegebenenfalls ihre Gesetzgebung anpassen. In den Vereinigten Staaten sollen ab 2031 Höchstwerte von je 0,004</span><span> </span><span>µg/l für PFOA und PFOS gelten. Für TFA wurde kein Höchstwert festgelegt.</span><span> </span></p><p><span> </span></p><p><span>3. TFA lässt sich weit verbreitet in Grund- und Oberflächengewässern und somit in daraus produziertem Trinkwasser nachweisen, da diese Verbindung über die üblichen Aufbereitungsverfahren nicht eliminiert wird. Eine schweizweite Untersuchung des Verbands der Kantonschemiker der Schweiz von 2023 hat in 99</span><span> </span><span>% der Trinkwasserproben TFA mit einer durchschnittlichen Konzentration von 0,8</span><span> </span><span>µg/l nachgewiesen. Gemäss der Nationalen Grundwasserbeobachtung NAQUA werden höhere TFA-Konzentrationen im Grundwasser unter landwirtschaftlich genutzten Flächen oder in der Nähe von Flüssen, in die gereinigte Industrieabwässer eingeleitet werden, nachgewiesen. </span><span> </span></p><p><span> </span></p><p><span>4. Im Rahmen des Zulassungsverfahrens werden Pflanzenschutzmittel (PSM) auf ihre Wirkungen und Nebenwirkungen geprüft. Mit den verfügten Anwendungsbestimmungen wird sichergestellt, dass bei vorschriftsgemässer Anwendung keine unannehmbaren Nebenwirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt auftreten. Die Anwendung von PSM in der Grundwasserzone S2 wird nur dann verboten, wenn dies zum Schutz des Grundwassers nötig ist. </span><a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.psm.admin.ch%2Fde%2Fwirkstoffe%2F1583&data=05%7C02%7Chasan.candan%40parl.ch%7C0dd7ad9306de46c4ab2e08ddfab996f1%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638942397196788762%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=5tk3Ml9MSlPUXxT0njdEMwKoOjAVOYzM1uxaNQe5mq8%3D&reserved=0"><span>Fluopyram</span></a><span>, </span><a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.psm.admin.ch%2Fde%2Fwirkstoffe%2F1147&data=05%7C02%7Chasan.candan%40parl.ch%7C0dd7ad9306de46c4ab2e08ddfab996f1%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638942397196810968%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=Zn66ECSvpblUs%2FQAMjkitTRwFwkdisejGeIKLfUC400%3D&reserved=0"><span>Diflufenican</span></a><span>, </span><a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.psm.admin.ch%2Fde%2Fwirkstoffe%2F1933&data=05%7C02%7Chasan.candan%40parl.ch%7C0dd7ad9306de46c4ab2e08ddfab996f1%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638942397196827569%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=ZHzw39asJDzAXjqK4gRu%2B50ubSmYmpdl1ZkwF2KBWYU%3D&reserved=0"><span>Mefentrifluconazol</span></a><span> und </span><a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.psm.admin.ch%2Fde%2Fwirkstoffe%2F1543&data=05%7C02%7Chasan.candan%40parl.ch%7C0dd7ad9306de46c4ab2e08ddfab996f1%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638942397196845940%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=2oMpRsp6h%2F1ttlPWKMTOC88Eg0Skum3lv61ccDGQs4g%3D&reserved=0"><span>Flonicamid</span></a><span> sind in der Schweiz aktuell als PSM-Wirkstoffe genehmigt, und deren Verwendung ist in dieser Zone erlaubt. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) veröffentlicht auf seiner Webseite die Liste «Anwendungsverbote für Pflanzenschutzmittel in den Grundwasserschutzzonen S2 und Sh» (www.blv.admin.ch > Zulassung Pflanzenschutzmittel > Anwendung und Vollzug > Weisungen und Merkblätter > Schutz des Grundwassers). Sie enthält die Wirkstoffe, deren Anwendung in diesen Schutzzonen verboten ist. </span></p><p><span> </span></p><p><span>5. Obwohl das BLV die Genehmigung eines Wirkstoffs jederzeit erneut prüfen kann (Art.</span><span> </span><span>8 Pflanzenschutzmittelverordnung [PSMV]; SR</span><span> </span><span>916.161), richten sich Entscheidungen über die Streichung eines in PSM verwendeten Wirkstoffs massgeblich an jenen der EU aus (Art.</span><span> </span><span>10 PSMV). Somit wird ein in der EU gestrichener Wirkstoff auch in der Schweiz gestrichen. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass die Bewilligungen für drei der vier in Punkt 4 erwähnten Wirkstoffe im Jahr 2026 ablaufen. Auch bei einer Erneuerung des Wirkstoffs wird eine Bewertung des Produkts vorgenommen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>6. Mitte Juli und Ende September 2025 haben die dänischen Behörden die Zulassung von zwei bzw. acht PSM widerrufen. Diese enthalten einen Wirkstoff, der nach seinem Abbau in Form von TFA im Grundwasser wiederzufinden sein kann.</span></p></span>
- <p>Anfang Juli 2025 hat die dänische Umweltbehörde fünf Wirkstoffe zur Anwendung in Pflanzenschutzmittel verboten, um sein Grundwasser zu schützen. 15 Pestizide dürfen in Dänemark ab Ende August nicht mehr verkauft und ab Ende 2025 nicht mehr verwendet werden, weil sie an der Bildung der PFAS-Chemikalie TFA beteiligt sind oder TFA abspalten. Für acht weitere Pestizide greift das Verkaufsverbot ab 31. Dezember 2025. Wie das online-Medium Infosperber im Juli berichtete, wollte das dänische Umweltministerium bis im September 2025 über die Zulassung von zehn weiteren Pestizidwirkstoffen befinden. Ein PFAS-Wirkstoff, <a href="https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.psm.admin.ch%2Fde%2Fwirkstoffe%2F1543&data=05%7C02%7Chasan.candan%40parl.ch%7C0dd7ad9306de46c4ab2e08ddfab996f1%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638942397196753433%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=0cXSSfcz%2Fja%2BQl4gb26knW%2FiI0qHsyQZDVnZyF2Wfe0%3D&reserved=0"><u>Flonicamid</u></a>, wird derzeit von der EU überprüft. Dänemark beruft sich bei seinem Verbot insbesondere auf die sozioökonomische Bedeutung des Grundwasserschutzes. </p>
- Sind PFAS-Pestizide zur Anwendung in Grundwasserschutzzonen zugelassen?
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