Linie Zürich-Zug-Luzern
- ShortId
-
25.4215
- Id
-
20254215
- Updated
-
19.12.2025 12:26
- Language
-
de
- Title
-
Linie Zürich-Zug-Luzern
- AdditionalIndexing
-
48
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <span><p><span>1. Die Strecke Zürich–Zug–Luzern ist eine stark belastete Regional- und Fernverkehrsstrecke. Verspätungen und Ausfälle auf dieser Strecke sind in der Regel auf zwei Hauptgründe zurückzuführen: Zum einen auf Infrastrukturengpässe mit vielen einspurigen Abschnitten und sehr dichtem Zugverkehr, besonders zur Hauptverkehrszeit. Dadurch wirken sich Verspätungen auf andere Züge aus und es gibt kaum Möglichkeiten, den Fahrplan zu stabilisieren. Und zum anderen auf eine hohe Nachfrage, womit manche Züge stark ausgelastet sind, was längere Ein– und Aussteigezeiten verursacht und so Verspätungen wahrscheinlicher macht. </span></p><p><span>Die Ursachen können kumulativ wirken und beeinflussen sich häufig gegenseitig – deshalb können sie nicht prozentual aufgeschlüsselt werden.</span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Die SBB beobachtet die Betriebsqualität der Strecke Zürich – Zug – Luzern genau. Die Zugsausfälle auf der Stecke aufgrund technischer Defekte liegen im schweizerischen Durchschnitt. Qualitätssichernde Massnahmen wurden und werden umgesetzt. Die SBB sucht und prüft stets neue Möglichkeiten, um eine noch höhere Pünktlichkeit zu gewährleisten. Bei grösseren Verspätungen kann sich das System aber nur beschränkt regenerieren.</span></p><p><span> </span></p><p><span>3. Die geplanten Massnahmen für den Kapazitätsausbau im Raum Zürich – Zug – Luzern waren Gegenstand der externen Überprüfung zahlreicher Massnahmen für den Strassen- und Bahnausbau durch die ETH Zürich unter dem Titel Verkehr’45. Der Bundesrat wird die Ergebnisse dieses externen Gutachtens analysieren und zu gegebener Zeit informieren, welche Massnahmen in diesem Raum mit der nächsten Botschaft zum Bahnausbau zur Umsetzung vorgeschlagen werden.</span></p><p><span>Im kurzfristigen Horizont prüft die SBB laufend Massnahmen, damit punktuelle Verbesserungen erzielt werden können. Im Rahmen ihres Auftrags zur Umsetzung der Ausbauprogramme gilt es die Anforderungen seitens Pünktlichkeit, Kapazität und Bautätigkeit zu adressieren. Anpassungen am Fahrplan werden frühzeitig gemeinsam mit den Kantonen und Transportunternehmen innerhalb der gegebenen Rahmenbedingungen entwickelt. Zum Zeitpunkt der Interpellation erlaubt der Planungsstand der Projekte auf der Strecke Zürich–Zug–Luzern noch keine Aussagen zu konkreten Massnahmen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>4. Es ist zu unterscheiden zwischen Verbindungen im Fernverkehr oder im Regionalverkehr:</span></p><p><span>- Im Regionalverkehr wurden auf den Fahrplan 2025 sechs zusätzliche Entlastungszüge an Werktagen auf der S1 zwischen Ebikon und Zug in Betrieb genommen. </span></p><p><span>- Die bestehende Infrastruktur (Einspurabschnitte, Perronlängen, Knotenkapazitäten) lässt hingegen für Fernverkehrszüge keine zusätzlichen Kapazitäten zur Hauptverkehrszeit mehr zu. In den Nebenverkehrszeiten wie auch an Wochenenden werden, wo möglich und sinnvoll, vermehrt längere Züge mit mehr Sitzplatzkapazität eingesetzt.</span></p><p><span> </span></p><p><span>5. Die SBB betrachtet im Rahmen ihres Auftrags zur Umsetzung der Ausbauprogramme die einzelnen Strecken des Bahnnetzes in Bezug auf die vorhandenen Baukapazitäten. Diese Arbeiten laufen auch in Bezug auf den geplanten Ausbau im Zulauf zum Durchgangsbahnhof Luzern (DBL) für die beiden Achsen Zürich – Zug – Luzern und Olten – Luzern. Ziel dieser Arbeiten ist es, eine Gesamtsicht der notwendigen Substanzerhaltungs- und geplanten Ausbaumassnahmen zu erhalten. Auf Basis dieser Gesamtsichten kann je nach Entscheid für die künftigen Ausbauprojekte ermittelt werden, welche Baumassnahmen parallel und welche sequenziell vorgenommen werden können. Diese Beurteilung erfolgt jeweils unter Berücksichtigung der Aufrechterhaltung eines sicheren und kundenorientierten Betriebs einerseits und einer effizienten Abwicklung der Bautätigkeiten andererseits.</span></p></span>
- <p>Täglich reisen über 40’000 Pendler/innen, Geschäftsreisenden und Touristen auf der Strecke zwischen Zürich-Zug-Luzern. Der Freizeitverkehr hat zudem massiv zugenommen. Aufgrund des hohen Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums in der Zentralschweiz ist auch die nächsten Jahre mit einer erheblichen Zunahme des Fahrgastaufkommens zu rechnen, bei bereits heute überlasteten Infrastrukturen. Obwohl die Fernverkehrsstrecke zu den lukrativsten gehört, wurde sie von der SBB vernachlässigt, während anderenorts in der Schweiz massiv in den Ausbau investiert wurde. Die Strecke ist z.T. von drastischen Verspätungen betroffen (gem. CH Media zu Spitzenzeiten jeder dritte Zug). Die Züge wenden in Rotkreuz und fahren nicht bin Luzern oder fallen ganz aus. Trotz kleinen Verbesserungen durch den Einsatz von Doppel-Lokomotive, bleiben die Probleme und Engpässe bestehen und führen weiterhin zu z.T. massiven Verspätungen. Auf die gesamte Strecke Zürich-Zug-Luzern bezogen:</p><ol><li>Welches sind genau die Faktoren für die vielen Verspätungen und Ausfälle und welchen jeweiligen Anteil haben sie?</li><li>Die Herausforderungen auf der Strecke sind seit mind. einem Jahrzehnt bekannt. Was hat die SBB seither unternommen, um die Probleme zu lösen, die Engpässe zu beseitigen und damit die Verspätungen und Ausfälle zu reduzieren (nebst dem Einsatz der Doppel-Lokomotive).</li><li>Mit den beiden Grossprojekte Zimmerbergbasistunnel 2 (ZBT 2) und Durchgangsbahnhof Luzern (DBL) können die Kapazitäten massiv erhöht werden. Die Projektierungsarbeiten laufen auf Hochtouren, führen aber erst in den 2040er Jahren zu Entlastungen. Für die nächsten 10-20 Jahre, bis zur Inbetriebnahme der beiden Grossprojekte: Welche konkreten Massnahmen sind in welchem Horizon vorgesehen, um die Probleme und Engpässe auf der Strecke zu beheben?</li><li>Was unternimmt die SBB konkret, um die wachsende Nachfrage auf der Strecke bereits vor Inbetriebnahme der Grossprojekte abzuholen? Welche Angebotsausbauten sind vorgesehen?</li><li>Mit welchen Kapazitätsreduktionen während des Baus des ZBT 2 samt seinen flankierenden Massnahmen (Bahnhöfe Baar und Zug sowie Baar-Litti-Rotkreuz) ist zu rechnen? Welche Massnahmen sind geplant, um diese Kapazitätsreduktionen angesichts des schon heute unbefriedigenden Zustandes, auf ein Minimum zu reduzieren? Ist eine solche Minimierung auch Bestandteil der laufenden Projektarbeiten der ersten Etappe DBL?</li></ol>
- Linie Zürich-Zug-Luzern
- State
-
Erledigt
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
-
- <span><p><span>1. Die Strecke Zürich–Zug–Luzern ist eine stark belastete Regional- und Fernverkehrsstrecke. Verspätungen und Ausfälle auf dieser Strecke sind in der Regel auf zwei Hauptgründe zurückzuführen: Zum einen auf Infrastrukturengpässe mit vielen einspurigen Abschnitten und sehr dichtem Zugverkehr, besonders zur Hauptverkehrszeit. Dadurch wirken sich Verspätungen auf andere Züge aus und es gibt kaum Möglichkeiten, den Fahrplan zu stabilisieren. Und zum anderen auf eine hohe Nachfrage, womit manche Züge stark ausgelastet sind, was längere Ein– und Aussteigezeiten verursacht und so Verspätungen wahrscheinlicher macht. </span></p><p><span>Die Ursachen können kumulativ wirken und beeinflussen sich häufig gegenseitig – deshalb können sie nicht prozentual aufgeschlüsselt werden.</span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Die SBB beobachtet die Betriebsqualität der Strecke Zürich – Zug – Luzern genau. Die Zugsausfälle auf der Stecke aufgrund technischer Defekte liegen im schweizerischen Durchschnitt. Qualitätssichernde Massnahmen wurden und werden umgesetzt. Die SBB sucht und prüft stets neue Möglichkeiten, um eine noch höhere Pünktlichkeit zu gewährleisten. Bei grösseren Verspätungen kann sich das System aber nur beschränkt regenerieren.</span></p><p><span> </span></p><p><span>3. Die geplanten Massnahmen für den Kapazitätsausbau im Raum Zürich – Zug – Luzern waren Gegenstand der externen Überprüfung zahlreicher Massnahmen für den Strassen- und Bahnausbau durch die ETH Zürich unter dem Titel Verkehr’45. Der Bundesrat wird die Ergebnisse dieses externen Gutachtens analysieren und zu gegebener Zeit informieren, welche Massnahmen in diesem Raum mit der nächsten Botschaft zum Bahnausbau zur Umsetzung vorgeschlagen werden.</span></p><p><span>Im kurzfristigen Horizont prüft die SBB laufend Massnahmen, damit punktuelle Verbesserungen erzielt werden können. Im Rahmen ihres Auftrags zur Umsetzung der Ausbauprogramme gilt es die Anforderungen seitens Pünktlichkeit, Kapazität und Bautätigkeit zu adressieren. Anpassungen am Fahrplan werden frühzeitig gemeinsam mit den Kantonen und Transportunternehmen innerhalb der gegebenen Rahmenbedingungen entwickelt. Zum Zeitpunkt der Interpellation erlaubt der Planungsstand der Projekte auf der Strecke Zürich–Zug–Luzern noch keine Aussagen zu konkreten Massnahmen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>4. Es ist zu unterscheiden zwischen Verbindungen im Fernverkehr oder im Regionalverkehr:</span></p><p><span>- Im Regionalverkehr wurden auf den Fahrplan 2025 sechs zusätzliche Entlastungszüge an Werktagen auf der S1 zwischen Ebikon und Zug in Betrieb genommen. </span></p><p><span>- Die bestehende Infrastruktur (Einspurabschnitte, Perronlängen, Knotenkapazitäten) lässt hingegen für Fernverkehrszüge keine zusätzlichen Kapazitäten zur Hauptverkehrszeit mehr zu. In den Nebenverkehrszeiten wie auch an Wochenenden werden, wo möglich und sinnvoll, vermehrt längere Züge mit mehr Sitzplatzkapazität eingesetzt.</span></p><p><span> </span></p><p><span>5. Die SBB betrachtet im Rahmen ihres Auftrags zur Umsetzung der Ausbauprogramme die einzelnen Strecken des Bahnnetzes in Bezug auf die vorhandenen Baukapazitäten. Diese Arbeiten laufen auch in Bezug auf den geplanten Ausbau im Zulauf zum Durchgangsbahnhof Luzern (DBL) für die beiden Achsen Zürich – Zug – Luzern und Olten – Luzern. Ziel dieser Arbeiten ist es, eine Gesamtsicht der notwendigen Substanzerhaltungs- und geplanten Ausbaumassnahmen zu erhalten. Auf Basis dieser Gesamtsichten kann je nach Entscheid für die künftigen Ausbauprojekte ermittelt werden, welche Baumassnahmen parallel und welche sequenziell vorgenommen werden können. Diese Beurteilung erfolgt jeweils unter Berücksichtigung der Aufrechterhaltung eines sicheren und kundenorientierten Betriebs einerseits und einer effizienten Abwicklung der Bautätigkeiten andererseits.</span></p></span>
- <p>Täglich reisen über 40’000 Pendler/innen, Geschäftsreisenden und Touristen auf der Strecke zwischen Zürich-Zug-Luzern. Der Freizeitverkehr hat zudem massiv zugenommen. Aufgrund des hohen Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums in der Zentralschweiz ist auch die nächsten Jahre mit einer erheblichen Zunahme des Fahrgastaufkommens zu rechnen, bei bereits heute überlasteten Infrastrukturen. Obwohl die Fernverkehrsstrecke zu den lukrativsten gehört, wurde sie von der SBB vernachlässigt, während anderenorts in der Schweiz massiv in den Ausbau investiert wurde. Die Strecke ist z.T. von drastischen Verspätungen betroffen (gem. CH Media zu Spitzenzeiten jeder dritte Zug). Die Züge wenden in Rotkreuz und fahren nicht bin Luzern oder fallen ganz aus. Trotz kleinen Verbesserungen durch den Einsatz von Doppel-Lokomotive, bleiben die Probleme und Engpässe bestehen und führen weiterhin zu z.T. massiven Verspätungen. Auf die gesamte Strecke Zürich-Zug-Luzern bezogen:</p><ol><li>Welches sind genau die Faktoren für die vielen Verspätungen und Ausfälle und welchen jeweiligen Anteil haben sie?</li><li>Die Herausforderungen auf der Strecke sind seit mind. einem Jahrzehnt bekannt. Was hat die SBB seither unternommen, um die Probleme zu lösen, die Engpässe zu beseitigen und damit die Verspätungen und Ausfälle zu reduzieren (nebst dem Einsatz der Doppel-Lokomotive).</li><li>Mit den beiden Grossprojekte Zimmerbergbasistunnel 2 (ZBT 2) und Durchgangsbahnhof Luzern (DBL) können die Kapazitäten massiv erhöht werden. Die Projektierungsarbeiten laufen auf Hochtouren, führen aber erst in den 2040er Jahren zu Entlastungen. Für die nächsten 10-20 Jahre, bis zur Inbetriebnahme der beiden Grossprojekte: Welche konkreten Massnahmen sind in welchem Horizon vorgesehen, um die Probleme und Engpässe auf der Strecke zu beheben?</li><li>Was unternimmt die SBB konkret, um die wachsende Nachfrage auf der Strecke bereits vor Inbetriebnahme der Grossprojekte abzuholen? Welche Angebotsausbauten sind vorgesehen?</li><li>Mit welchen Kapazitätsreduktionen während des Baus des ZBT 2 samt seinen flankierenden Massnahmen (Bahnhöfe Baar und Zug sowie Baar-Litti-Rotkreuz) ist zu rechnen? Welche Massnahmen sind geplant, um diese Kapazitätsreduktionen angesichts des schon heute unbefriedigenden Zustandes, auf ein Minimum zu reduzieren? Ist eine solche Minimierung auch Bestandteil der laufenden Projektarbeiten der ersten Etappe DBL?</li></ol>
- Linie Zürich-Zug-Luzern
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