Umwege auf Rückflügen. Komplikationen und CO2-Bilanz
- ShortId
-
25.4218
- Id
-
20254218
- Updated
-
19.12.2025 12:50
- Language
-
de
- Title
-
Umwege auf Rückflügen. Komplikationen und CO2-Bilanz
- AdditionalIndexing
-
48;52;2811;08
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die Schweiz ist einer der Staaten, die am häufigsten Asylsuchende, darunter Familien, Frauen und Kinder, wegweist. Im Rahmen des Schengen/Dublin-Abkommens werden Rückführungsflüge über den dem SEM angegliederten Flughafendienst SwissREPAT in Länder ausserhalb dieses Raums in Zusammenarbeit mit der europäischen Grenzschutzagentur Frontex abgewickelt.</p><p> </p><p>Viele Rückflüge führen über die Türkei oder Äthiopien, auch wenn das Endziel in Westeuropa liegt. So kann es beispielsweise vorkommen, dass Passagiere, die aus der Schweiz nach Südamerika weggewiesen werden, mit einem Flug über die Türkei reisen.</p><p> </p><p>Obwohl der erste Transit nicht in einem europäischen Land stattfinden darf, ist die derzeitige Situation unverständlich. Für die betroffenen Personen und Familien sind Umwege über Länder, die sich am entgegengesetzten Ende ihres Reiseziels befinden, unbestreitbar ein Stressfaktor. Es gibt andere Möglichkeiten, zum Beispiel die Buchung von Flügen über die Internationale Organisation für Migration (IOM), die den Transit auf europäischem Boden gewährleistet, oder eine Vereinbarung mit einem aussereuropäischen Land (oder einer Fluggesellschaft des betreffenden Staates), das westlich der Schweiz liegt, für Rückflüge in diese Richtung.</p><p> </p><p> </p>
- <span><ol><li><span>Das Staatssekretariat für Migration (SEM) wählt für Flugbuchungen von Rückführungen hauptsächlich folgende fünf Transitstaaten: Deutschland, Frankreich, Polen, Portugal und Türkei.</span></li></ol><p><span> </span></p><ol start="2"><li><span>Der Anteil an Ausreisen über Türkei lag in der Zeitspanne Januar 2024 bis Juni 2025 bei 5%, jener via Äthiopien bei 0.3%.</span></li></ol><p><span> </span></p><ol start="3"><li><span>Nein. Frontex übernimmt die Flugkosten unabhängig der Reiseroute. </span></li></ol><p><span> </span></p><ol start="4"><li><span>Die zentrale Beschaffungsstelle der Bundesverwaltung von Transportdienstleistungen (Bundesreisezentrale im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten) hat mit einer Reihe von Fluggesellschaften Vorzugstarife ausgehandelt. Dies gilt sowohl für Direktverbindungen als auch für Transitflüge nach Destinationen in Zielstaaten, die westlich der Schweiz liegen. Das SEM berücksichtigt bei der Buchung von Flügen Faktoren wie die Verfügbarkeit von Direktflügen sowie die damit verbundenen Kosten. Bei der Rückkehr vulnerabler Personen arbeitet das SEM in der Regel mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zusammen, um Rahmenbedingungen für die Reise zu schaffen, die der Situation der betroffenen Personen bestmöglich Rechnung tragen.</span></li></ol><p><span> </span></p><ol start="5"><li><span>Diese Daten liegen der Bundesverwaltung nicht vor.</span></li></ol><p><span> </span></p><ol start="6"><li><span>Das Vorgehen anderer europäischer Staaten ist ähnlich wie die schweizerische Praxis.</span></li></ol></span>
- <p>1. Über welche Transitstaaten und mit welchen Fluggesellschaften werden im Rahmen der Wegweisungen, die die Schweiz über SwissREPAT vornimmt, Flüge bevorzugt abgewickelt?</p><p> </p><p>2. Wie viel Prozent der Rückflüge, die - unabhängig vom Endziel - über SwissREPAT abgewickelt werden, machen einen Zwischenstopp in der Türkei oder in Äthiopien? </p><p> </p><p>3. Erhält der Bund Vorzugspreise oder finanzielle Gegenleistungen von Frontex oder anderen Akteuren, um diese Flüge über Drittstaaten zu leiten, die einen Umweg zum Endziel darstellen?</p><p> </p><p>4. Hat der Bund Abkommen mit Staaten oder Fluggesellschaften geschlossen, die Flüge ohne Umwege zum Endziel ermöglichen, insbesondere wenn dieses im Westen der Schweiz liegt?</p><p> </p><p>5. Wie hoch ist seit 2020 die jährliche CO2-Bilanz, die auf Umwege bei Flügen über Transitziele, die sich in entgegengesetzter Richtung zu den Endzielen befinden, zurückzuführen ist?</p><p> </p><p>6. Wie gehen andere europäische Staaten bei der Festlegung ihres Rückflugplans vor?</p><p> </p>
- Umwege auf Rückflügen. Komplikationen und CO2-Bilanz
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Die Schweiz ist einer der Staaten, die am häufigsten Asylsuchende, darunter Familien, Frauen und Kinder, wegweist. Im Rahmen des Schengen/Dublin-Abkommens werden Rückführungsflüge über den dem SEM angegliederten Flughafendienst SwissREPAT in Länder ausserhalb dieses Raums in Zusammenarbeit mit der europäischen Grenzschutzagentur Frontex abgewickelt.</p><p> </p><p>Viele Rückflüge führen über die Türkei oder Äthiopien, auch wenn das Endziel in Westeuropa liegt. So kann es beispielsweise vorkommen, dass Passagiere, die aus der Schweiz nach Südamerika weggewiesen werden, mit einem Flug über die Türkei reisen.</p><p> </p><p>Obwohl der erste Transit nicht in einem europäischen Land stattfinden darf, ist die derzeitige Situation unverständlich. Für die betroffenen Personen und Familien sind Umwege über Länder, die sich am entgegengesetzten Ende ihres Reiseziels befinden, unbestreitbar ein Stressfaktor. Es gibt andere Möglichkeiten, zum Beispiel die Buchung von Flügen über die Internationale Organisation für Migration (IOM), die den Transit auf europäischem Boden gewährleistet, oder eine Vereinbarung mit einem aussereuropäischen Land (oder einer Fluggesellschaft des betreffenden Staates), das westlich der Schweiz liegt, für Rückflüge in diese Richtung.</p><p> </p><p> </p>
- <span><ol><li><span>Das Staatssekretariat für Migration (SEM) wählt für Flugbuchungen von Rückführungen hauptsächlich folgende fünf Transitstaaten: Deutschland, Frankreich, Polen, Portugal und Türkei.</span></li></ol><p><span> </span></p><ol start="2"><li><span>Der Anteil an Ausreisen über Türkei lag in der Zeitspanne Januar 2024 bis Juni 2025 bei 5%, jener via Äthiopien bei 0.3%.</span></li></ol><p><span> </span></p><ol start="3"><li><span>Nein. Frontex übernimmt die Flugkosten unabhängig der Reiseroute. </span></li></ol><p><span> </span></p><ol start="4"><li><span>Die zentrale Beschaffungsstelle der Bundesverwaltung von Transportdienstleistungen (Bundesreisezentrale im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten) hat mit einer Reihe von Fluggesellschaften Vorzugstarife ausgehandelt. Dies gilt sowohl für Direktverbindungen als auch für Transitflüge nach Destinationen in Zielstaaten, die westlich der Schweiz liegen. Das SEM berücksichtigt bei der Buchung von Flügen Faktoren wie die Verfügbarkeit von Direktflügen sowie die damit verbundenen Kosten. Bei der Rückkehr vulnerabler Personen arbeitet das SEM in der Regel mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zusammen, um Rahmenbedingungen für die Reise zu schaffen, die der Situation der betroffenen Personen bestmöglich Rechnung tragen.</span></li></ol><p><span> </span></p><ol start="5"><li><span>Diese Daten liegen der Bundesverwaltung nicht vor.</span></li></ol><p><span> </span></p><ol start="6"><li><span>Das Vorgehen anderer europäischer Staaten ist ähnlich wie die schweizerische Praxis.</span></li></ol></span>
- <p>1. Über welche Transitstaaten und mit welchen Fluggesellschaften werden im Rahmen der Wegweisungen, die die Schweiz über SwissREPAT vornimmt, Flüge bevorzugt abgewickelt?</p><p> </p><p>2. Wie viel Prozent der Rückflüge, die - unabhängig vom Endziel - über SwissREPAT abgewickelt werden, machen einen Zwischenstopp in der Türkei oder in Äthiopien? </p><p> </p><p>3. Erhält der Bund Vorzugspreise oder finanzielle Gegenleistungen von Frontex oder anderen Akteuren, um diese Flüge über Drittstaaten zu leiten, die einen Umweg zum Endziel darstellen?</p><p> </p><p>4. Hat der Bund Abkommen mit Staaten oder Fluggesellschaften geschlossen, die Flüge ohne Umwege zum Endziel ermöglichen, insbesondere wenn dieses im Westen der Schweiz liegt?</p><p> </p><p>5. Wie hoch ist seit 2020 die jährliche CO2-Bilanz, die auf Umwege bei Flügen über Transitziele, die sich in entgegengesetzter Richtung zu den Endzielen befinden, zurückzuführen ist?</p><p> </p><p>6. Wie gehen andere europäische Staaten bei der Festlegung ihres Rückflugplans vor?</p><p> </p>
- Umwege auf Rückflügen. Komplikationen und CO2-Bilanz
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