Neue Gentech-Sorten. Potenzial, Entwicklungsstand und Relevanz für die Schweizer Landwirtschaft

ShortId
25.4227
Id
20254227
Updated
26.11.2025 15:23
Language
de
Title
Neue Gentech-Sorten. Potenzial, Entwicklungsstand und Relevanz für die Schweizer Landwirtschaft
AdditionalIndexing
55;36
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <span><p><span>1 und 5. In der Schweiz und der EU sind bisher keine mit neuen Züchtungstechnologien (NZT) entwickelte Pflanzen für den Anbau zugelassen. Eine Studie im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU) («Neue gentechnische Verfahren: Kommerzialisierungspipeline im Bereich Pflanzenzüchtung und Lizenzvereinbarungen», www.bafu.admin.ch &gt; Publikationen, Medien &gt; Externe Studien &gt; Biotechnologie) listet – Stand Januar 2025 – mindestens sieben NZT-Pflanzen auf, die weltweit kommerziell angebaut werden. Dazu kommen mindestens fünf weitere, die sich im «vor-kommerziellen» Anbau (in der Saatgutvermehrung etc.) befinden. Zu weiteren 15 NZT-Pflanzen, die bereits eine Anbauzulassung haben, liegen zu wenig gesicherte Daten zum Anbau vor. Mindestens 22 NZT-Pflanzen sollen gemäss Unternehmensangaben in den nächsten Jahren ausserhalb Europas auf den Markt kommen.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>2. Gemäss der in Antwort auf die Frage 1 genannten Studie verfügt eine in Brasilien zugelassene Soja NZT-Pflanze der Firma GDM über die klimarelevante Eigenschaft der Trockentoleranz. Der Bund hat keine Übersicht über den Stand der Entwicklung von NZT-Pflanzen, die von privaten Unternehmen mit dem Ziel eines Inverkehrbringens gezüchtet werden. Die Plattform</span><em><span> eu-sage</span></em><span> (www.eu-sage.eu &gt; Datenbank) listet über 950 Forschungsprojekte mit Genom-editierten Nutzpflanzen auf, welche in wissenschaftlichen Publikationen beschrieben wurden. Darunter befinden sich auch für die Schweiz relevante Kulturen mit klimarelevanten Eigenschaften wie Krankheitsresistenz und Trockenheitstoleranz. Über den Entwicklungsstand der Forschung macht die Datenbank keine Angaben, weshalb das Potenzial dieser Pflanzen für die Schweizer Landwirtschaft nicht beurteilt werden kann. In der Schweiz wurde bisher ein Freisetzungsversuch mit einer NZT-Gerste mit erhöhtem Ertragspotenzial bewilligt.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>3 und 4. Es lässt sich nicht abschätzen, wann NZT-Pflanzen mit einem nachgewiesenen ökologischen Mehrwert, der für die Schweizer Landwirtschaft relevant ist, marktreif sind. Die Kosten für die Entwicklung solcher Pflanzen sowie die Dauer von der Entwicklung bis zur Kommerzialisierung hängen sowohl von der Kulturpflanze und dem Züchtungsziel als auch von rechtlichen Rahmenbedingungen ab.</span></p></span>
  • <p>Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um die neue Gentechnik (NGT) in Europa und in der Schweiz&nbsp;stellt sich die Frage nach dem Potenzial im Bereich der Sortenentwicklung. Während in der öffentlichen Debatte häufig von grossen Durchbrüchen und Lösungen&nbsp;für Klima, Ernährungssicherheit und Pestizidreduktion&nbsp;die Rede ist, zeigt ein Blick auf die aktuelle Entwicklungspipeline ein &nbsp;ernüchterndes&nbsp;Bild. Ich bitte den Bundesrat in diesem Zusammenhang um die Beantwortung folgender Fragen:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Wie viele mit der NGT entwickelte&nbsp;Sorten sind Stand heute in der a) kurz vor der Zulassung, bzw. b) zugelassen bzw. werden c) tatsächlich angebaut?</li><li>Welche zugelassenen Sorten adressieren klimarelevante Eigenschaften wie z.B. Trockenheitstoleranz? Welche dieser Sorten stellt einen Mehrwert für die Schweizer Landwirtschaft dar?&nbsp;&nbsp;Bei welchen Kulturen&nbsp;in der Entwicklungspipeline, die für die Schweizer Landwirtschaft relevant sind,&nbsp;wird&nbsp;an klimarelevanten Eigenschaften geforscht?</li><li>Warum werden nicht erheblich mehr NGT-Sorten mit klimarelevanten Eigenschaft entwickelt, zugelassen bzw. angebaut? Wie viel kostet die Entwicklung einer NGT-Sorte von Forschungsbeginn bis Kommerzialisierung und wie lange geht dieser Prozess vorausgesetzt, dass die Entwicklung in der Schweiz stattfindet?&nbsp;</li><li>Welchen Zeithorizont sieht der Bundesrat realistisch, bis NGT-Sorten mit einem nachgewiesenen&nbsp;ökologischen Mehrwert, die für die Schweizer Landwirtschaft relevant sind,&nbsp;marktreif sind?</li><li>Wie viele und welche NGT-Sorten wurden bereits von Markt zurückgezogen und weshalb? Welche Eigenschaften hatten diese Sorten?&nbsp;</li></ol>
  • Neue Gentech-Sorten. Potenzial, Entwicklungsstand und Relevanz für die Schweizer Landwirtschaft
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <span><p><span>1 und 5. In der Schweiz und der EU sind bisher keine mit neuen Züchtungstechnologien (NZT) entwickelte Pflanzen für den Anbau zugelassen. Eine Studie im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU) («Neue gentechnische Verfahren: Kommerzialisierungspipeline im Bereich Pflanzenzüchtung und Lizenzvereinbarungen», www.bafu.admin.ch &gt; Publikationen, Medien &gt; Externe Studien &gt; Biotechnologie) listet – Stand Januar 2025 – mindestens sieben NZT-Pflanzen auf, die weltweit kommerziell angebaut werden. Dazu kommen mindestens fünf weitere, die sich im «vor-kommerziellen» Anbau (in der Saatgutvermehrung etc.) befinden. Zu weiteren 15 NZT-Pflanzen, die bereits eine Anbauzulassung haben, liegen zu wenig gesicherte Daten zum Anbau vor. Mindestens 22 NZT-Pflanzen sollen gemäss Unternehmensangaben in den nächsten Jahren ausserhalb Europas auf den Markt kommen.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>2. Gemäss der in Antwort auf die Frage 1 genannten Studie verfügt eine in Brasilien zugelassene Soja NZT-Pflanze der Firma GDM über die klimarelevante Eigenschaft der Trockentoleranz. Der Bund hat keine Übersicht über den Stand der Entwicklung von NZT-Pflanzen, die von privaten Unternehmen mit dem Ziel eines Inverkehrbringens gezüchtet werden. Die Plattform</span><em><span> eu-sage</span></em><span> (www.eu-sage.eu &gt; Datenbank) listet über 950 Forschungsprojekte mit Genom-editierten Nutzpflanzen auf, welche in wissenschaftlichen Publikationen beschrieben wurden. Darunter befinden sich auch für die Schweiz relevante Kulturen mit klimarelevanten Eigenschaften wie Krankheitsresistenz und Trockenheitstoleranz. Über den Entwicklungsstand der Forschung macht die Datenbank keine Angaben, weshalb das Potenzial dieser Pflanzen für die Schweizer Landwirtschaft nicht beurteilt werden kann. In der Schweiz wurde bisher ein Freisetzungsversuch mit einer NZT-Gerste mit erhöhtem Ertragspotenzial bewilligt.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>3 und 4. Es lässt sich nicht abschätzen, wann NZT-Pflanzen mit einem nachgewiesenen ökologischen Mehrwert, der für die Schweizer Landwirtschaft relevant ist, marktreif sind. Die Kosten für die Entwicklung solcher Pflanzen sowie die Dauer von der Entwicklung bis zur Kommerzialisierung hängen sowohl von der Kulturpflanze und dem Züchtungsziel als auch von rechtlichen Rahmenbedingungen ab.</span></p></span>
    • <p>Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um die neue Gentechnik (NGT) in Europa und in der Schweiz&nbsp;stellt sich die Frage nach dem Potenzial im Bereich der Sortenentwicklung. Während in der öffentlichen Debatte häufig von grossen Durchbrüchen und Lösungen&nbsp;für Klima, Ernährungssicherheit und Pestizidreduktion&nbsp;die Rede ist, zeigt ein Blick auf die aktuelle Entwicklungspipeline ein &nbsp;ernüchterndes&nbsp;Bild. Ich bitte den Bundesrat in diesem Zusammenhang um die Beantwortung folgender Fragen:</p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Wie viele mit der NGT entwickelte&nbsp;Sorten sind Stand heute in der a) kurz vor der Zulassung, bzw. b) zugelassen bzw. werden c) tatsächlich angebaut?</li><li>Welche zugelassenen Sorten adressieren klimarelevante Eigenschaften wie z.B. Trockenheitstoleranz? Welche dieser Sorten stellt einen Mehrwert für die Schweizer Landwirtschaft dar?&nbsp;&nbsp;Bei welchen Kulturen&nbsp;in der Entwicklungspipeline, die für die Schweizer Landwirtschaft relevant sind,&nbsp;wird&nbsp;an klimarelevanten Eigenschaften geforscht?</li><li>Warum werden nicht erheblich mehr NGT-Sorten mit klimarelevanten Eigenschaft entwickelt, zugelassen bzw. angebaut? Wie viel kostet die Entwicklung einer NGT-Sorte von Forschungsbeginn bis Kommerzialisierung und wie lange geht dieser Prozess vorausgesetzt, dass die Entwicklung in der Schweiz stattfindet?&nbsp;</li><li>Welchen Zeithorizont sieht der Bundesrat realistisch, bis NGT-Sorten mit einem nachgewiesenen&nbsp;ökologischen Mehrwert, die für die Schweizer Landwirtschaft relevant sind,&nbsp;marktreif sind?</li><li>Wie viele und welche NGT-Sorten wurden bereits von Markt zurückgezogen und weshalb? Welche Eigenschaften hatten diese Sorten?&nbsp;</li></ol>
    • Neue Gentech-Sorten. Potenzial, Entwicklungsstand und Relevanz für die Schweizer Landwirtschaft

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