Unfallrisiko Kreisel. Wann werden die Schweizer Verkehrskreisel velofreundlich?

ShortId
25.4238
Id
20254238
Updated
19.12.2025 12:57
Language
de
Title
Unfallrisiko Kreisel. Wann werden die Schweizer Verkehrskreisel velofreundlich?
AdditionalIndexing
48;2841
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>In der Schweiz gibt es über 3'300 Verkehrskreisel. Die Veloinfrastruktur – meist Radstreifen – wird bis vor den Kreisel geführt. Im Kreisel selbst besteht Mischverkehr mit dem motorisierten Verkehr. Das Befahren von Kreiseln im Mischverkehr mit dem motorisierten Verkehr ist für Velofahrende anspruchsvoll. Der Anteil an Velounfällen in Kreiseln ist deshalb leider hoch.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>In den Jahren 2017 bis 2021 war bei über 40% aller Verkehrsunfälle in Kreiseln ein Velo oder E-Bike involviert (ASTRA 2021). Bei den meisten dieser Unfälle handelte es sich um Kollisionen mit einem in den Kreisel einfahrenden Motorfahrzeug. Die Verursacher:innen übersahen dabei häufig die Velos und E-Bikes.</p><p>&nbsp;</p><p>Es ist dringend nötig, die Verkehrssicherheit in Kreiseln zu verbessern – etwa mit der separaten Verkehrsführung von motorisiertem Verkehr und vortrittsberechtigtem Veloverkehr, wie es in den Niederlanden innerorts Standard ist.</p>
  • <span><p><span>1./2./5: Das Bundesamt für Strassen liess eine rechtliche Einschätzung der in der Studie von 2022 vorgesehenen Markierungen erstellen. Gestützt darauf wurden in Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung die Grundlagen für die Signalisation von Radwegquerungen an Kreuzungen sowie verkehrliche Rahmenbedingungen für Pilotversuche erarbeitet. Damit liegt ein weitgehend konsolidierter Vorschlag für die Gestaltung von Radwegquerungen vor. Im Vordergrund stehen dabei Radwegquerungen auf der freien Strecke und über einmündende Strassen. Bei Kreiseln könnte das Prinzip analog angewendet werden; allerdings gelangt das geltende Recht in diesen Situationen an seine Grenzen. Die Möglichkeiten, Radwege im Bereich von Kreiseln vortrittsberechtigt über Strassen zu führen, müssten in den entsprechenden Gesetzesgrundlagen erweitert werden. Bevor der Bundesrat weitere konkrete rechtliche und normative Umsetzungsschritte einleitet, will er die erkannten Sicherheitsbedenken vertiefen (siehe Antwort auf Frage 3./4).</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>3./4: In der Schweiz sind bereits zahlreiche vortrittsberechtigte Radwegquerungen in Betrieb, meist kombiniert mit Fusswegen. Anstelle von neuen Pilotversuchen wurden Videoanalysen an bestehenden Situationen durchgeführt, um mehr Informationen zu den Verkehrsabläufen auf vortrittsberechtigten Radwegquerungen zu erhalten. Erste Analysen zeigen viele potenziell gefährliche Situationen für Velofahrende. Das niederländische Institut für Verkehrssicherheitsforschung SWOV kommt zu ähnlichen Erkenntnissen. Mit den zuständigen Behörden wird nun geprüft, wie solche Radwegquerungen mit den neuen Gestaltungsprinzipien sicherer gestaltet werden können.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>6: In den Jahren 2022 bis 2024 ereigneten sich rund 8 Prozent </span><span>aller polizeilich registrierten Strassenverkehrsunfälle mit Personenschaden und Beteiligung mindestens eines Fahrrads oder E-Bikes</span><span> auf einem Kreisverkehrsplatz (im Schnitt 413 Unfälle pro Jahr). </span></p></span>
  • <p>Eine vom Bundesamt für Strassen (ASTRA) in Auftrag gegebene Studie hat 2022 verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, wie die Veloführung an Kreuzungen entflochten werden kann. In der Studie wird das weitere, zweigeteilte Vorgehen skizziert: Zum einen sollten für die konsolidierten Lösungen die rechtlichen und normativen Umsetzungsschritte direkt angegangen werden. Parallel dazu sollten anhand von Pilotprojekten Erfahrungen gesammelt werden, um Antworten auf offene Fragen zur Sicherheit und Umsetzbarkeit der verschiedenen Varianten zu erhalten. Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>&nbsp;</p><p>1) Welche rechtlichen und normativen Umsetzungsschritte sind bereits erfolgt?</p><p>2) Welche rechtlichen und normativen Umsetzungsschritte stehen noch an und wie ist der Zeitplan dazu?</p><p>3) Wie viele Pilotprojekte wurden bereits durchgeführt und in welchen Kantonen? Wie viele Pilotprojekte wurden beantragt?</p><p>4) Liegen bereits Ergebnisse zu den Erfahrungen, die anhand der Pilotprojekte gesammelt wurden, vor? Falls nein: Bis wann ist mit einem Bericht zu rechnen?</p><p>5) Wäre es mit den aktuellen rechtlichen Grundlagen möglich, einen Kreisel mit separater Verkehrsführung von motorisiertem Verkehr und Veloverkehr zu realisieren, in dem der Veloverkehr vortrittsberechtigt ist? Wenn nein: Welche rechtlichen Anpassungen müssten gemacht werden?</p><p>6) Verfügt der Bundesrat über aktuelle Zahlen, die aufzeigen, bei wie vielen Unfällen in Kreiseln Velos oder E-Bikes involviert waren?</p>
  • Unfallrisiko Kreisel. Wann werden die Schweizer Verkehrskreisel velofreundlich?
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>In der Schweiz gibt es über 3'300 Verkehrskreisel. Die Veloinfrastruktur – meist Radstreifen – wird bis vor den Kreisel geführt. Im Kreisel selbst besteht Mischverkehr mit dem motorisierten Verkehr. Das Befahren von Kreiseln im Mischverkehr mit dem motorisierten Verkehr ist für Velofahrende anspruchsvoll. Der Anteil an Velounfällen in Kreiseln ist deshalb leider hoch.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>In den Jahren 2017 bis 2021 war bei über 40% aller Verkehrsunfälle in Kreiseln ein Velo oder E-Bike involviert (ASTRA 2021). Bei den meisten dieser Unfälle handelte es sich um Kollisionen mit einem in den Kreisel einfahrenden Motorfahrzeug. Die Verursacher:innen übersahen dabei häufig die Velos und E-Bikes.</p><p>&nbsp;</p><p>Es ist dringend nötig, die Verkehrssicherheit in Kreiseln zu verbessern – etwa mit der separaten Verkehrsführung von motorisiertem Verkehr und vortrittsberechtigtem Veloverkehr, wie es in den Niederlanden innerorts Standard ist.</p>
    • <span><p><span>1./2./5: Das Bundesamt für Strassen liess eine rechtliche Einschätzung der in der Studie von 2022 vorgesehenen Markierungen erstellen. Gestützt darauf wurden in Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung die Grundlagen für die Signalisation von Radwegquerungen an Kreuzungen sowie verkehrliche Rahmenbedingungen für Pilotversuche erarbeitet. Damit liegt ein weitgehend konsolidierter Vorschlag für die Gestaltung von Radwegquerungen vor. Im Vordergrund stehen dabei Radwegquerungen auf der freien Strecke und über einmündende Strassen. Bei Kreiseln könnte das Prinzip analog angewendet werden; allerdings gelangt das geltende Recht in diesen Situationen an seine Grenzen. Die Möglichkeiten, Radwege im Bereich von Kreiseln vortrittsberechtigt über Strassen zu führen, müssten in den entsprechenden Gesetzesgrundlagen erweitert werden. Bevor der Bundesrat weitere konkrete rechtliche und normative Umsetzungsschritte einleitet, will er die erkannten Sicherheitsbedenken vertiefen (siehe Antwort auf Frage 3./4).</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>3./4: In der Schweiz sind bereits zahlreiche vortrittsberechtigte Radwegquerungen in Betrieb, meist kombiniert mit Fusswegen. Anstelle von neuen Pilotversuchen wurden Videoanalysen an bestehenden Situationen durchgeführt, um mehr Informationen zu den Verkehrsabläufen auf vortrittsberechtigten Radwegquerungen zu erhalten. Erste Analysen zeigen viele potenziell gefährliche Situationen für Velofahrende. Das niederländische Institut für Verkehrssicherheitsforschung SWOV kommt zu ähnlichen Erkenntnissen. Mit den zuständigen Behörden wird nun geprüft, wie solche Radwegquerungen mit den neuen Gestaltungsprinzipien sicherer gestaltet werden können.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>6: In den Jahren 2022 bis 2024 ereigneten sich rund 8 Prozent </span><span>aller polizeilich registrierten Strassenverkehrsunfälle mit Personenschaden und Beteiligung mindestens eines Fahrrads oder E-Bikes</span><span> auf einem Kreisverkehrsplatz (im Schnitt 413 Unfälle pro Jahr). </span></p></span>
    • <p>Eine vom Bundesamt für Strassen (ASTRA) in Auftrag gegebene Studie hat 2022 verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, wie die Veloführung an Kreuzungen entflochten werden kann. In der Studie wird das weitere, zweigeteilte Vorgehen skizziert: Zum einen sollten für die konsolidierten Lösungen die rechtlichen und normativen Umsetzungsschritte direkt angegangen werden. Parallel dazu sollten anhand von Pilotprojekten Erfahrungen gesammelt werden, um Antworten auf offene Fragen zur Sicherheit und Umsetzbarkeit der verschiedenen Varianten zu erhalten. Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>&nbsp;</p><p>1) Welche rechtlichen und normativen Umsetzungsschritte sind bereits erfolgt?</p><p>2) Welche rechtlichen und normativen Umsetzungsschritte stehen noch an und wie ist der Zeitplan dazu?</p><p>3) Wie viele Pilotprojekte wurden bereits durchgeführt und in welchen Kantonen? Wie viele Pilotprojekte wurden beantragt?</p><p>4) Liegen bereits Ergebnisse zu den Erfahrungen, die anhand der Pilotprojekte gesammelt wurden, vor? Falls nein: Bis wann ist mit einem Bericht zu rechnen?</p><p>5) Wäre es mit den aktuellen rechtlichen Grundlagen möglich, einen Kreisel mit separater Verkehrsführung von motorisiertem Verkehr und Veloverkehr zu realisieren, in dem der Veloverkehr vortrittsberechtigt ist? Wenn nein: Welche rechtlichen Anpassungen müssten gemacht werden?</p><p>6) Verfügt der Bundesrat über aktuelle Zahlen, die aufzeigen, bei wie vielen Unfällen in Kreiseln Velos oder E-Bikes involviert waren?</p>
    • Unfallrisiko Kreisel. Wann werden die Schweizer Verkehrskreisel velofreundlich?

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