Auswirkungen von Basel III auf die Schweizer Wirtschaft

ShortId
25.4262
Id
20254262
Updated
28.11.2025 10:28
Language
de
Title
Auswirkungen von Basel III auf die Schweizer Wirtschaft
AdditionalIndexing
24;15
1
PriorityCouncil1
Ständerat
Texts
  • <span><p><span>Frage 1: Gemäss einer Übersicht des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht haben bislang 9 von 20 aufgeführten Jurisdiktionen Basel III final vollständig umgesetzt, darunter neben der Schweiz weitere internationale Finanzzentren wie Singapur und Hongkong. Zusätzlich hat auch die EU mit Ausnahme der Regulierung zum Marktrisiko sämtliche Teile des Standards umgesetzt. In der Schweiz wurde Basel III final per 1. Januar 2025 mit der geänderten Verordnung über die Eigenmittel und Risikoverteilung der Banken und Wertpapierhäuser (Eigenmittelverordnung, ERV; SR 952.03) umgesetzt. Die Offenlegung der Banken zeigt, dass die risikogewichteten Aktiven (RWA) im Bankensystem und damit grundsätzlich auch die Kapitalanforderungen per 30. Juni 2025 gegenüber 31. Dezember 2024 insgesamt um 3 Prozent gesunken sind. Insbesondere sind die RWA auch im Bereich der Kreditrisiken, welcher hier thematisch im Vordergrund steht, gesunken (-1,1%).</span><span> </span><span>Mit Inkrafttreten der geänderten ERV sind die Risikogewichte für Kredite gegenüber Unternehmen (inkl. KMU) für die Ratingklasse 4 von 100% auf 75% und für Kredite gegenüber KMU ohne Rating von 100% auf 85% gesunken. Die übrigen Risikogewichte für unbesicherte Kredite an Unternehmen (inkl. KMU) sind gleichgeblieben. Bezüglich der Auswirkungen auf die Kreditkonditionen lässt sich somit festhalten, dass die diese Kreditkonditionen mitbestimmenden Kapitalanforderungen im Bankensektor insgesamt höher wären, wenn die Schweiz auf eine Umsetzung von Basel III final verzichtet hätte. In einer 2025 veröffentlichten Analyse vergleicht Prof. Simon Amrein von der Hochschule Luzern das verfügbare Eigenkapital von Banken in den USA, im Vereinigten Königreich (UK) und in der Schweiz («Capital in Banking», Cambridge University Press, 2025). In Bezug auf die Wettbewerbsfähigkeit zeigt sich, dass heute die Eigenkapitalausstattung der betrachteten Banken in den USA deutlich höher ist als im UK und in der Schweiz.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Frage 2: Kreditkosten bestehen aus mehreren Komponenten. Dazu zählen der für den Kredit relevante risikolose Marktzinssatz, eine allfällige zusätzliche Laufzeitprämie, der Risikoaufschlag (Bonitätsrisiko des Kreditnehmers), Unternehmens- und Betriebskosten der Bank, Kapitalkosten und Regulierungsaufwand, die Profitmarge je nach Marktbedingungen (Angebot- und Nachfrage) sowie ggf. Währungsrisiken. Der Kapital- und Regulierungsaufwand einer Bank stellt somit lediglich einen Teil der zahlreichen länderspezifischen Einflussfaktoren für die Kreditmargen dar. Ein Vergleich der Nettozinsmargen (Differenz zwischen dem, was Banken an Zinsen einnehmen, und dem, was sie auf ihre Refinanzierung, also z. B. auf Einlagen zahlen) zwischen Ländern ist anspruchsvoll, da sich sowohl die jeweiligen Geschäftsmodelle der Banken als auch das Zinsumfeld unterscheiden. Die Schweizer Banken verzeichneten in den Jahren 2022</span><span>‑</span><span>2023 Nettozinsmargen zwischen 1,12 und 1,43 Prozentpunkten. Die Nettozinsmargen von vielen EU</span><span>‑</span><span>Banken lagen oft unter 2 Prozentpunkten, manchmal deutlich darunter. US</span><span>‑</span><span>Banken haben allgemein höhere Nettozinsmargen als viele europäische Banken. 2021 lagen die Nettozinsmargen in den USA beispielsweise bei 2,77 Prozentpunkten.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Frage 3 und 4: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat 2025 mit Banken, welche insgesamt über 60% des Kreditmarktes abdecken, strukturierte Gespräche zu den Kreditbedingungen geführt. Die befragten Banken sehen keine Anzeichen einer Kreditklemme. Die Kreditstandards sind generell unverändert. Die Kreditkonditionen wurden den erhöhten Refinanzierungskosten angepasst. Die Ablehnungsquoten blieben grundsätzlich unverändert. Seit Inkrafttreten der geänderten ERV zur Umsetzung von Basel III final zeigen die statistischen Daten der SNB keine auffälligen Entwicklungen. Die Kreditlimiten und die Benutzung für inländische Kreditnehmer bewegen sich im üblichen Rahmen.</span><sup><span>1</span></sup><span> Das Volumen der ungedeckten Kredite zeigt keine Auffälligkeiten und blieb auf dem Niveau der Vorjahre. Der beobachtete Rückgang bei den gedeckten Krediten wird durch die Rückzahlung der Covid-19-Kredit getrieben. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Frage 5: Für Tochtergesellschaften und Zweigniederlassungen ausländischer Banken gilt die </span></p><p><span>Auslandbankenverordnung der FINMA (ABV-FINMA; SR 952.111). Tochtergesellschaften von ausländischen Banken unterliegen vollständig der Gesetzgebung der Schweiz (Art. 1 Abs. 2 ABV-FINMA). Für Zweigniederlassungen gilt das Bankengesetz (BankG, SR 952.0), jedoch mit Ausnahme der Vorschriften über die eigenen Mittel (Art. 4 ABV-FINMA) und die Risikoverteilung (Art.</span><span>&nbsp;</span><span>4</span><sup><span>bis</span></sup><span> ABV-FINMA).</span><span> </span><span>Die FINMA kann ausländische Banken vollständig den Bestimmungen für inländische Banken unterstellen, sofern das Recht am Ort des Hauptsitzes der ausländischen Bank den schweizerischen Banken keine gleichwertigen Erleichterungen gewährt und kein Staatsvertrag entgegensteht. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Ausländische Banken sind in der Schweiz hauptsächlich im auslandorientierten Vermögensverwaltungsgeschäft tätig, wobei einige auch vermehrt Lösungen für das Firmenkundengeschäft anbieten. Sie nutzen ihre globalen Netzwerke, um Schweizer Unternehmen im internationalen Geschäft zu unterstützen und bieten Dienstleistungen wie </span><em><span>Trade Finance</span></em><span> und </span><em><span>Cash Management</span></em><span>. Im Privatkundengeschäft sind ausländische Banken nur in geringem Ausmass vertreten.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Frage 6: Der Bundesrat hat entschieden, die Risikogewichte für Kredite an Unternehmen gemäss den Vorgaben des Basler Mindeststandards umzusetzen. Das Risikogewicht für Kredite gegenüber KMU ohne Rating ist mit der Umsetzung von Basel III final von 100% auf 85% gesunken. Für Kredite an übrige Unternehmen (ohne KMU) ohne externes Rating ist – wie vor der Umsetzung von Basel III final – unverändert ein Risikogewicht von 100% anzuwenden. Zu den Auswirkungen siehe Antwort zu Frage 1. Nur wenn das externe Rating eines Unternehmens "gut" ist, verbindet die Regulierung dies mit einem tieferen Risikogewicht im Vergleich zu "ohne Rating". Ist das externe Rating hingegen "schlecht", dann ist ein höheres Risikogewicht als im Fall "ohne Rating" die Folge.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Frage 7: Die Schweiz setzt sich in den internationalen Gremien (Basler Ausschuss, Financial Stability Board) für eine zeitnahe und vollständige Umsetzung des Standards ein. </span></p><p><sup><span>1</span></sup><span> Quelle: https://data.snb.ch/en/topics/banken/cube/bakredinausbm</span></p></span>
  • <p>Die Schweiz ist im internationalen Vergleich bereits heute mit hohen Standortkosten konfrontiert: Arbeitskräfte und Boden sind knapp und teuer. Bisher gab es zwei Faktoren, welche die Wettbewerbsfähigkeit ausgeglichen haben: günstige Finanzierungskosten dank tiefer Zinsen sowie ausreichend Kapital. Beide Faktoren trugen zu einer guten und günstigen Kreditversorgung der Schweizer Unternehmen bei – auch im Bereich der ungesicherten Kredite.</p><p>Internationale Regelwerke wie Basel III final berücksichtigen die spezifischen Schweizer Rahmenbedingungen und Standortfaktoren kaum. Hinzu kommt: Die Schweiz ist derzeit einer der wenigen global relevanten Finanzplätze, welche Basel III final per 1.1.2025 vollständig umgesetzt hat.&nbsp;</p><p>Vor diesem Hintergrund bitte ich den Bundesrat zur Beantwortung folgender Fragen:</p><ol><li>Wie wirkt sich die Einführung von Basel III final aus auf<ul><li>die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz, insbesondere angesichts der Verzögerungen in EU, Grossbritannien und USA?</li><li>die Kreditkonditionen für die Schweizer Wirtschaft, insbesondere KMU?</li></ul></li><li>Wie setzen sich die Kreditkosten in der Schweiz im Vergleich zu EU, Grossbritannien und USA zusammen? Wie haben sich die Margen in diesen vier Märkten entwickelt?</li><li>Weshalb wächst in der Schweiz vor allem der Markt für Hypothekarkredite, während ungesicherte Kredite stagnieren? Wie stellt sich diese Marktentwicklung im internationalen Vergleich dar?</li><li>Haben die Schweizer Banken ausreichende Refinanzierungsmöglichkeiten, um genügend Kredite zu bewilligen?</li><li>Wie verhalten sich ausländische Banken: vergeben sie Kredite nach Schweizer Recht oder nach ihrem Heimatrecht, und in welchen Marktsegmenten sind sie aktiv?</li><li>Welche Auswirkungen hat Basel III final auf die Kreditkosten für Unternehmen ohne externes Rating? Weshalb wurde die Regelung so ausgestaltet, dass Unternehmen mit externem Rating eine bessere Bonität erhalten? Haben Schweizer Banken tatsächlich überdurchschnittlich viele Kreditausfälle bei ungerateten Firmen verzeichnet – oder wurde die Regelung nur als internationaler Standard übernommen?</li><li>Wie beurteilt der Bundesrat die unterschiedlichen Umsetzungen von Basel III final in der EU, Grossbritannien und den USA?</li></ol>
  • Auswirkungen von Basel III auf die Schweizer Wirtschaft
State
In Ständerat geplant
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <span><p><span>Frage 1: Gemäss einer Übersicht des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht haben bislang 9 von 20 aufgeführten Jurisdiktionen Basel III final vollständig umgesetzt, darunter neben der Schweiz weitere internationale Finanzzentren wie Singapur und Hongkong. Zusätzlich hat auch die EU mit Ausnahme der Regulierung zum Marktrisiko sämtliche Teile des Standards umgesetzt. In der Schweiz wurde Basel III final per 1. Januar 2025 mit der geänderten Verordnung über die Eigenmittel und Risikoverteilung der Banken und Wertpapierhäuser (Eigenmittelverordnung, ERV; SR 952.03) umgesetzt. Die Offenlegung der Banken zeigt, dass die risikogewichteten Aktiven (RWA) im Bankensystem und damit grundsätzlich auch die Kapitalanforderungen per 30. Juni 2025 gegenüber 31. Dezember 2024 insgesamt um 3 Prozent gesunken sind. Insbesondere sind die RWA auch im Bereich der Kreditrisiken, welcher hier thematisch im Vordergrund steht, gesunken (-1,1%).</span><span> </span><span>Mit Inkrafttreten der geänderten ERV sind die Risikogewichte für Kredite gegenüber Unternehmen (inkl. KMU) für die Ratingklasse 4 von 100% auf 75% und für Kredite gegenüber KMU ohne Rating von 100% auf 85% gesunken. Die übrigen Risikogewichte für unbesicherte Kredite an Unternehmen (inkl. KMU) sind gleichgeblieben. Bezüglich der Auswirkungen auf die Kreditkonditionen lässt sich somit festhalten, dass die diese Kreditkonditionen mitbestimmenden Kapitalanforderungen im Bankensektor insgesamt höher wären, wenn die Schweiz auf eine Umsetzung von Basel III final verzichtet hätte. In einer 2025 veröffentlichten Analyse vergleicht Prof. Simon Amrein von der Hochschule Luzern das verfügbare Eigenkapital von Banken in den USA, im Vereinigten Königreich (UK) und in der Schweiz («Capital in Banking», Cambridge University Press, 2025). In Bezug auf die Wettbewerbsfähigkeit zeigt sich, dass heute die Eigenkapitalausstattung der betrachteten Banken in den USA deutlich höher ist als im UK und in der Schweiz.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Frage 2: Kreditkosten bestehen aus mehreren Komponenten. Dazu zählen der für den Kredit relevante risikolose Marktzinssatz, eine allfällige zusätzliche Laufzeitprämie, der Risikoaufschlag (Bonitätsrisiko des Kreditnehmers), Unternehmens- und Betriebskosten der Bank, Kapitalkosten und Regulierungsaufwand, die Profitmarge je nach Marktbedingungen (Angebot- und Nachfrage) sowie ggf. Währungsrisiken. Der Kapital- und Regulierungsaufwand einer Bank stellt somit lediglich einen Teil der zahlreichen länderspezifischen Einflussfaktoren für die Kreditmargen dar. Ein Vergleich der Nettozinsmargen (Differenz zwischen dem, was Banken an Zinsen einnehmen, und dem, was sie auf ihre Refinanzierung, also z. B. auf Einlagen zahlen) zwischen Ländern ist anspruchsvoll, da sich sowohl die jeweiligen Geschäftsmodelle der Banken als auch das Zinsumfeld unterscheiden. Die Schweizer Banken verzeichneten in den Jahren 2022</span><span>‑</span><span>2023 Nettozinsmargen zwischen 1,12 und 1,43 Prozentpunkten. Die Nettozinsmargen von vielen EU</span><span>‑</span><span>Banken lagen oft unter 2 Prozentpunkten, manchmal deutlich darunter. US</span><span>‑</span><span>Banken haben allgemein höhere Nettozinsmargen als viele europäische Banken. 2021 lagen die Nettozinsmargen in den USA beispielsweise bei 2,77 Prozentpunkten.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Frage 3 und 4: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat 2025 mit Banken, welche insgesamt über 60% des Kreditmarktes abdecken, strukturierte Gespräche zu den Kreditbedingungen geführt. Die befragten Banken sehen keine Anzeichen einer Kreditklemme. Die Kreditstandards sind generell unverändert. Die Kreditkonditionen wurden den erhöhten Refinanzierungskosten angepasst. Die Ablehnungsquoten blieben grundsätzlich unverändert. Seit Inkrafttreten der geänderten ERV zur Umsetzung von Basel III final zeigen die statistischen Daten der SNB keine auffälligen Entwicklungen. Die Kreditlimiten und die Benutzung für inländische Kreditnehmer bewegen sich im üblichen Rahmen.</span><sup><span>1</span></sup><span> Das Volumen der ungedeckten Kredite zeigt keine Auffälligkeiten und blieb auf dem Niveau der Vorjahre. Der beobachtete Rückgang bei den gedeckten Krediten wird durch die Rückzahlung der Covid-19-Kredit getrieben. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Frage 5: Für Tochtergesellschaften und Zweigniederlassungen ausländischer Banken gilt die </span></p><p><span>Auslandbankenverordnung der FINMA (ABV-FINMA; SR 952.111). Tochtergesellschaften von ausländischen Banken unterliegen vollständig der Gesetzgebung der Schweiz (Art. 1 Abs. 2 ABV-FINMA). Für Zweigniederlassungen gilt das Bankengesetz (BankG, SR 952.0), jedoch mit Ausnahme der Vorschriften über die eigenen Mittel (Art. 4 ABV-FINMA) und die Risikoverteilung (Art.</span><span>&nbsp;</span><span>4</span><sup><span>bis</span></sup><span> ABV-FINMA).</span><span> </span><span>Die FINMA kann ausländische Banken vollständig den Bestimmungen für inländische Banken unterstellen, sofern das Recht am Ort des Hauptsitzes der ausländischen Bank den schweizerischen Banken keine gleichwertigen Erleichterungen gewährt und kein Staatsvertrag entgegensteht. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Ausländische Banken sind in der Schweiz hauptsächlich im auslandorientierten Vermögensverwaltungsgeschäft tätig, wobei einige auch vermehrt Lösungen für das Firmenkundengeschäft anbieten. Sie nutzen ihre globalen Netzwerke, um Schweizer Unternehmen im internationalen Geschäft zu unterstützen und bieten Dienstleistungen wie </span><em><span>Trade Finance</span></em><span> und </span><em><span>Cash Management</span></em><span>. Im Privatkundengeschäft sind ausländische Banken nur in geringem Ausmass vertreten.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Frage 6: Der Bundesrat hat entschieden, die Risikogewichte für Kredite an Unternehmen gemäss den Vorgaben des Basler Mindeststandards umzusetzen. Das Risikogewicht für Kredite gegenüber KMU ohne Rating ist mit der Umsetzung von Basel III final von 100% auf 85% gesunken. Für Kredite an übrige Unternehmen (ohne KMU) ohne externes Rating ist – wie vor der Umsetzung von Basel III final – unverändert ein Risikogewicht von 100% anzuwenden. Zu den Auswirkungen siehe Antwort zu Frage 1. Nur wenn das externe Rating eines Unternehmens "gut" ist, verbindet die Regulierung dies mit einem tieferen Risikogewicht im Vergleich zu "ohne Rating". Ist das externe Rating hingegen "schlecht", dann ist ein höheres Risikogewicht als im Fall "ohne Rating" die Folge.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Frage 7: Die Schweiz setzt sich in den internationalen Gremien (Basler Ausschuss, Financial Stability Board) für eine zeitnahe und vollständige Umsetzung des Standards ein. </span></p><p><sup><span>1</span></sup><span> Quelle: https://data.snb.ch/en/topics/banken/cube/bakredinausbm</span></p></span>
    • <p>Die Schweiz ist im internationalen Vergleich bereits heute mit hohen Standortkosten konfrontiert: Arbeitskräfte und Boden sind knapp und teuer. Bisher gab es zwei Faktoren, welche die Wettbewerbsfähigkeit ausgeglichen haben: günstige Finanzierungskosten dank tiefer Zinsen sowie ausreichend Kapital. Beide Faktoren trugen zu einer guten und günstigen Kreditversorgung der Schweizer Unternehmen bei – auch im Bereich der ungesicherten Kredite.</p><p>Internationale Regelwerke wie Basel III final berücksichtigen die spezifischen Schweizer Rahmenbedingungen und Standortfaktoren kaum. Hinzu kommt: Die Schweiz ist derzeit einer der wenigen global relevanten Finanzplätze, welche Basel III final per 1.1.2025 vollständig umgesetzt hat.&nbsp;</p><p>Vor diesem Hintergrund bitte ich den Bundesrat zur Beantwortung folgender Fragen:</p><ol><li>Wie wirkt sich die Einführung von Basel III final aus auf<ul><li>die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz, insbesondere angesichts der Verzögerungen in EU, Grossbritannien und USA?</li><li>die Kreditkonditionen für die Schweizer Wirtschaft, insbesondere KMU?</li></ul></li><li>Wie setzen sich die Kreditkosten in der Schweiz im Vergleich zu EU, Grossbritannien und USA zusammen? Wie haben sich die Margen in diesen vier Märkten entwickelt?</li><li>Weshalb wächst in der Schweiz vor allem der Markt für Hypothekarkredite, während ungesicherte Kredite stagnieren? Wie stellt sich diese Marktentwicklung im internationalen Vergleich dar?</li><li>Haben die Schweizer Banken ausreichende Refinanzierungsmöglichkeiten, um genügend Kredite zu bewilligen?</li><li>Wie verhalten sich ausländische Banken: vergeben sie Kredite nach Schweizer Recht oder nach ihrem Heimatrecht, und in welchen Marktsegmenten sind sie aktiv?</li><li>Welche Auswirkungen hat Basel III final auf die Kreditkosten für Unternehmen ohne externes Rating? Weshalb wurde die Regelung so ausgestaltet, dass Unternehmen mit externem Rating eine bessere Bonität erhalten? Haben Schweizer Banken tatsächlich überdurchschnittlich viele Kreditausfälle bei ungerateten Firmen verzeichnet – oder wurde die Regelung nur als internationaler Standard übernommen?</li><li>Wie beurteilt der Bundesrat die unterschiedlichen Umsetzungen von Basel III final in der EU, Grossbritannien und den USA?</li></ol>
    • Auswirkungen von Basel III auf die Schweizer Wirtschaft

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