Volkswirtschaftliche Effekte einer Erhöhung der Lohnabzüge und Lohnnebenkosten
- ShortId
-
25.4269
- Id
-
20254269
- Updated
-
07.01.2026 12:46
- Language
-
de
- Title
-
Volkswirtschaftliche Effekte einer Erhöhung der Lohnabzüge und Lohnnebenkosten
- AdditionalIndexing
-
44;15;2836
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <p>Die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) ist das wichtigste Sozialwerk der Schweiz. Ihre langfristige Finanzierung ist von zentraler Bedeutung für die soziale Stabilität. Aktuell stehen bei nicht weniger als drei AHV-Vorlagen höhere Lohnbeiträge zur Diskussion (Finanzierung 13. AHV-Rente, AHV 2030, Abschaffung Ehegattenpflafond), und Lohnnebenkosten bei der Betreuungszulage / Kita-Finanzierung. Das rechtfertigt eine umfassende Analyse der Auswirkungen.</p><p> </p><p>Die Finanzierung über Lohnbeiträge und Lohnnebenkosten ist politisch häufig der einfachste Weg, da er im Vergleich zu anderen Lösungen weniger formale Hürden aufweist. Allerdings führt dieser Weg zu höheren Arbeitskosten – in einem wirtschaftlichen Umfeld, das bereits stark unter Druck steht: demografischer Wandel, Fachkräftemangel, geopolitische Unsicherheiten, starker Franken und zunehmende Regulierung. Zudem belastet ein Anstieg der Lohnabgaben Erwerbstätige und Unternehmen direkt – insbesondere KMU, den Mittelstand und junge Berufstätige.</p><p> </p><p>Damit Reformen nicht zu einem Bumerang für die Wirtschaft und die soziale Absicherung werden, braucht es faktenbasierte Entscheidungsgrundlagen. Der Bundesrat soll deshalb darlegen, wie er die volkswirtschaftlichen Implikationen höherer Lohnbeiträge beurteilt und ob vertiefte Analysen notwendig sind, um die Auswirkungen auf zentrale Zielgruppen und Branchen besser abschätzen zu können.</p>
- <span><p><span>Das Bundesamt für Sozialversicherungen hat im Zuge der Arbeiten an der Reform Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV)</span><span> </span><span>2030 zwei umfangreiche Forschungsprojekte über die Auswirkungen der wichtigsten Handlungsoptionen für die Finanzierung der AHV, darunter eine Erhöhung der Beiträge der Versicherten und Arbeitgeber sowie eine Erhöhung der Mehrwertsteuer in Auftrag gegeben (siehe auch Stellungnahme zur Interpellation </span><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253615"><u><span>25.3615</span></u></a><span> Vietze «Auswirkungen höherer Lohnbeiträge auf Erwerbstätige und Unternehmen»). Beide Studien werden von unabhängigen Forschungsbüros durchgeführt und von einer interdepartemental zusammengesetzten Gruppe von Expertinnen und Experten aus der Bundesverwaltung begleitet. Die im Postulat geforderten Analysen zu Lohnbeiträgen beziehungsweise Lohnnebenkosten werden in diesem Rahmen vorgenommen. Die Forschenden sind beauftragt, neben der Verteilung der Beitragslast zwischen Arbeitnehmenden und Arbeitgebern auch Auswirkungen auf makroökonomische Grössen wie den Arbeitsmarkt, das Preisniveau und die Wettbewerbsfähigkeit und verteilungsökonomische Auswirkungen auf verschiedene Einkommensgruppen zu untersuchen. Zudem wurde der Forschungsauftrag im Sinne einer nachhaltigen Beschaffung so formuliert, dass Wirkungsketten und Schätzungen auch unabhängig vom Kontext der AHV2030 interpretiert werden und auf andere Reformvorhaben adaptiert werden können. Die Resultate der Studien fliessen in den erläuternden Bericht zum Vorentwurf zur AHV-Reform ein und die Ergebnisberichte werden bei Eröffnung der Vernehmlassung veröffentlicht werden. Da die im Postulat enthaltenen Fragestellungen bereits Gegenstand einer umfassenden Analyse sind, erkennt der Bundesrat keinen weiteren Handlungsbedarf.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine unabhängige volkswirtschaftliche Studie in Auftrag zu geben, welche die kurz- und langfristigen Auswirkungen einer Erhöhung der Lohnbeiträge und Lohnnebenkosten analysiert – sowohl aus Sicht der Unternehmen als auch der Angestellten. Die Studie soll insbesondere untersuchen:</p><ul><li>die Effekte auf Arbeitskosten, Beschäftigung und Fachkräftemangel</li><li>die Effekte auf die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft</li><li>die Auswirkungen auf das Preisniveau und die Inflation</li><li>die Auswirkungen auf die Belastung unterschiedlicher Einkommensgruppen</li></ul><p>Ein besonderer Fokus soll dabei auf die Auswirkungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), den Mittelstand sowie die junge Generation gelegt werden.</p>
- Volkswirtschaftliche Effekte einer Erhöhung der Lohnabzüge und Lohnnebenkosten
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <p>Die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) ist das wichtigste Sozialwerk der Schweiz. Ihre langfristige Finanzierung ist von zentraler Bedeutung für die soziale Stabilität. Aktuell stehen bei nicht weniger als drei AHV-Vorlagen höhere Lohnbeiträge zur Diskussion (Finanzierung 13. AHV-Rente, AHV 2030, Abschaffung Ehegattenpflafond), und Lohnnebenkosten bei der Betreuungszulage / Kita-Finanzierung. Das rechtfertigt eine umfassende Analyse der Auswirkungen.</p><p> </p><p>Die Finanzierung über Lohnbeiträge und Lohnnebenkosten ist politisch häufig der einfachste Weg, da er im Vergleich zu anderen Lösungen weniger formale Hürden aufweist. Allerdings führt dieser Weg zu höheren Arbeitskosten – in einem wirtschaftlichen Umfeld, das bereits stark unter Druck steht: demografischer Wandel, Fachkräftemangel, geopolitische Unsicherheiten, starker Franken und zunehmende Regulierung. Zudem belastet ein Anstieg der Lohnabgaben Erwerbstätige und Unternehmen direkt – insbesondere KMU, den Mittelstand und junge Berufstätige.</p><p> </p><p>Damit Reformen nicht zu einem Bumerang für die Wirtschaft und die soziale Absicherung werden, braucht es faktenbasierte Entscheidungsgrundlagen. Der Bundesrat soll deshalb darlegen, wie er die volkswirtschaftlichen Implikationen höherer Lohnbeiträge beurteilt und ob vertiefte Analysen notwendig sind, um die Auswirkungen auf zentrale Zielgruppen und Branchen besser abschätzen zu können.</p>
- <span><p><span>Das Bundesamt für Sozialversicherungen hat im Zuge der Arbeiten an der Reform Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV)</span><span> </span><span>2030 zwei umfangreiche Forschungsprojekte über die Auswirkungen der wichtigsten Handlungsoptionen für die Finanzierung der AHV, darunter eine Erhöhung der Beiträge der Versicherten und Arbeitgeber sowie eine Erhöhung der Mehrwertsteuer in Auftrag gegeben (siehe auch Stellungnahme zur Interpellation </span><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20253615"><u><span>25.3615</span></u></a><span> Vietze «Auswirkungen höherer Lohnbeiträge auf Erwerbstätige und Unternehmen»). Beide Studien werden von unabhängigen Forschungsbüros durchgeführt und von einer interdepartemental zusammengesetzten Gruppe von Expertinnen und Experten aus der Bundesverwaltung begleitet. Die im Postulat geforderten Analysen zu Lohnbeiträgen beziehungsweise Lohnnebenkosten werden in diesem Rahmen vorgenommen. Die Forschenden sind beauftragt, neben der Verteilung der Beitragslast zwischen Arbeitnehmenden und Arbeitgebern auch Auswirkungen auf makroökonomische Grössen wie den Arbeitsmarkt, das Preisniveau und die Wettbewerbsfähigkeit und verteilungsökonomische Auswirkungen auf verschiedene Einkommensgruppen zu untersuchen. Zudem wurde der Forschungsauftrag im Sinne einer nachhaltigen Beschaffung so formuliert, dass Wirkungsketten und Schätzungen auch unabhängig vom Kontext der AHV2030 interpretiert werden und auf andere Reformvorhaben adaptiert werden können. Die Resultate der Studien fliessen in den erläuternden Bericht zum Vorentwurf zur AHV-Reform ein und die Ergebnisberichte werden bei Eröffnung der Vernehmlassung veröffentlicht werden. Da die im Postulat enthaltenen Fragestellungen bereits Gegenstand einer umfassenden Analyse sind, erkennt der Bundesrat keinen weiteren Handlungsbedarf.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.
- <p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine unabhängige volkswirtschaftliche Studie in Auftrag zu geben, welche die kurz- und langfristigen Auswirkungen einer Erhöhung der Lohnbeiträge und Lohnnebenkosten analysiert – sowohl aus Sicht der Unternehmen als auch der Angestellten. Die Studie soll insbesondere untersuchen:</p><ul><li>die Effekte auf Arbeitskosten, Beschäftigung und Fachkräftemangel</li><li>die Effekte auf die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft</li><li>die Auswirkungen auf das Preisniveau und die Inflation</li><li>die Auswirkungen auf die Belastung unterschiedlicher Einkommensgruppen</li></ul><p>Ein besonderer Fokus soll dabei auf die Auswirkungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), den Mittelstand sowie die junge Generation gelegt werden.</p>
- Volkswirtschaftliche Effekte einer Erhöhung der Lohnabzüge und Lohnnebenkosten
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