Hohe Unfallzahlen bei Jungfahrerinnen und Jungfahrern. Welche Schlüsse zieht der Bundesrat?
- ShortId
-
25.4270
- Id
-
20254270
- Updated
-
07.01.2026 12:46
- Language
-
de
- Title
-
Hohe Unfallzahlen bei Jungfahrerinnen und Jungfahrern. Welche Schlüsse zieht der Bundesrat?
- AdditionalIndexing
-
28;48;2841
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <span><p><span>1./2. Dem Bundesrat ist die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden ein grosses Anliegen. Die Evaluation der Herabsetzung des Mindestalters für 125er-Motorräder der Kategorie A1 vom März 2025 (</span><a href="http://www.astra.admin.ch"><u><span>www.astra.admin.ch</span></u></a><span> > Dokumentation > Daten und Informationsprodukte > Unfalldaten der Schweiz > Publikationen) hat jedoch ergeben, dass sich die Zahl der schweren Unfälle von Kat. A1-Motorradfahrenden in der Altersgruppe 16-17 Jahre zwischen 2021 und 2023 mehr als verdoppelt hat.</span></p><p><span> </span></p><p><span>3.-6. Um die Unfallzahlen zu senken, lässt der Bundesrat – wie in seiner Stellungnahme vom 12.02.2025 zur </span><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20244665"><u><span>24.4665</span></u></a><span> Mo. Kamerzin «Für den Schutz junger Fahrerinnen und Fahrer» angekündigt – verschiedene Massnahmen prüfen. Dabei geht es um Anpassungen in der Fahrausbildung, insbesondere beim Inhalt oder der Dauer der praktischen Grundschulung für Motorradfahrende, oder die Erhöhung des Mindestalters. Der Bundesrat plant, die Vorschläge für eine Anpassung der aktuellen Regelung im Jahre 2027 in die Vernehmlassung zu geben.</span></p></span>
- <p>Der Bundesrat lehnte die Motion 24.4665 "Für den Schutz junger Fahrerinnen und Fahrer" ab. In seiner Antwort schrieb er, er evaluiere derzeit das Unfallgeschehen, da sich die Zahl der schwerverunfallten 16- und 17-Jährigen, die seit Anfang 2021 Motorräder mit 125 cm<sup>3</sup> führen dürfen, erhöht habe. Diese Evaluation werde 2025 ausgewertet. Weiter führte der Bundesrat aus: "Dabei sollen verschiedene Massnahmen, wie eine Erhöhung des Mindestalters, aber auch Anpassungen in der Fahrausbildung geprüft werden."</p><p>Die Evaluation ist mittlerweile erschienen. Sie zeigt eine starke Zunahme der Verkehrsunfälle bei den 16- und 17-Jährigen. In der Zusammenfassung wird festgehalten: "Die Herabsetzung des Mindestalters für das Führen von (Klein-)Motorrädern der Unterkategorie A1 scheint sich negativ auf die Verkehrssicherheit von jugendlichen Motorradfahrerinnen und -fahrer ausgewirkt zu haben. Verschlechtert hat sich die Situation vor allem bei den 16- und 17-Jährigen, die seit 2021 Motorräder der 125er-Klasse lenken dürfen."</p><p>Mit der Senkung des Mindestalters wurde als Ausgleich die obligatorische praktische Grundschulung für Motorradfahrschülerinnen und -fahrschüler der Unterkategorie A1 auf zwölf Lektionen erweitert. Gemäss Unfallstatistik genügt dies jedoch nicht. Auch nach Abschluss der Ausbildung verfügen Jungfahrerinnen und -fahrer noch nicht über die nötige Kompetenz für eine sichere Teilnahme am Strassenverkehr. Ihre begrenzte Fahrpraxis erschwert es ihnen, Gefahren rechtzeitig zu erkennen und komplexe Verkehrssituationen korrekt einzuschätzen. Zusätzlich wirken altersbedingte Faktoren wie eine schwächere Impulskontrolle, eine ausgeprägtere Risikofreude und die Tendenz zur Selbstüberschätzung mit.</p><p><br>Wir danken dem Bundesrat für die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p>1. Wie bewertet der Bundesrat die Evaluation des Unfallgeschehens?</p><p>2. Welche Schlüsse zieht er aus der Evaluation?</p><p>3. Ist er bereit, seine Haltung zu überdenken und die Senkung der Altersgrenze rückgängig zu machen?</p><p>4. Wenn ja, was sind die nächsten Schritte?</p><p>5. Wenn nein, was will der Bundesrat unternehmen um die hohe Unfallzahlen zu senken und die altersbedingten Faktoren von Jungfahrerinnen und -fahrern zu berücksichtigen?</p><p>6. Wenn nein, wie gedenkt der Bundesrat dem Artikel 11 Absatz 1 der Bundesverfassung gerecht zu werden, wonach Kinder und Jugendliche Anspruch auf besonderen Schutz ihrer Unversehrtheit haben.<br><br> </p>
- Hohe Unfallzahlen bei Jungfahrerinnen und Jungfahrern. Welche Schlüsse zieht der Bundesrat?
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
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- Index
- 0
- Texts
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- <span><p><span>1./2. Dem Bundesrat ist die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden ein grosses Anliegen. Die Evaluation der Herabsetzung des Mindestalters für 125er-Motorräder der Kategorie A1 vom März 2025 (</span><a href="http://www.astra.admin.ch"><u><span>www.astra.admin.ch</span></u></a><span> > Dokumentation > Daten und Informationsprodukte > Unfalldaten der Schweiz > Publikationen) hat jedoch ergeben, dass sich die Zahl der schweren Unfälle von Kat. A1-Motorradfahrenden in der Altersgruppe 16-17 Jahre zwischen 2021 und 2023 mehr als verdoppelt hat.</span></p><p><span> </span></p><p><span>3.-6. Um die Unfallzahlen zu senken, lässt der Bundesrat – wie in seiner Stellungnahme vom 12.02.2025 zur </span><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20244665"><u><span>24.4665</span></u></a><span> Mo. Kamerzin «Für den Schutz junger Fahrerinnen und Fahrer» angekündigt – verschiedene Massnahmen prüfen. Dabei geht es um Anpassungen in der Fahrausbildung, insbesondere beim Inhalt oder der Dauer der praktischen Grundschulung für Motorradfahrende, oder die Erhöhung des Mindestalters. Der Bundesrat plant, die Vorschläge für eine Anpassung der aktuellen Regelung im Jahre 2027 in die Vernehmlassung zu geben.</span></p></span>
- <p>Der Bundesrat lehnte die Motion 24.4665 "Für den Schutz junger Fahrerinnen und Fahrer" ab. In seiner Antwort schrieb er, er evaluiere derzeit das Unfallgeschehen, da sich die Zahl der schwerverunfallten 16- und 17-Jährigen, die seit Anfang 2021 Motorräder mit 125 cm<sup>3</sup> führen dürfen, erhöht habe. Diese Evaluation werde 2025 ausgewertet. Weiter führte der Bundesrat aus: "Dabei sollen verschiedene Massnahmen, wie eine Erhöhung des Mindestalters, aber auch Anpassungen in der Fahrausbildung geprüft werden."</p><p>Die Evaluation ist mittlerweile erschienen. Sie zeigt eine starke Zunahme der Verkehrsunfälle bei den 16- und 17-Jährigen. In der Zusammenfassung wird festgehalten: "Die Herabsetzung des Mindestalters für das Führen von (Klein-)Motorrädern der Unterkategorie A1 scheint sich negativ auf die Verkehrssicherheit von jugendlichen Motorradfahrerinnen und -fahrer ausgewirkt zu haben. Verschlechtert hat sich die Situation vor allem bei den 16- und 17-Jährigen, die seit 2021 Motorräder der 125er-Klasse lenken dürfen."</p><p>Mit der Senkung des Mindestalters wurde als Ausgleich die obligatorische praktische Grundschulung für Motorradfahrschülerinnen und -fahrschüler der Unterkategorie A1 auf zwölf Lektionen erweitert. Gemäss Unfallstatistik genügt dies jedoch nicht. Auch nach Abschluss der Ausbildung verfügen Jungfahrerinnen und -fahrer noch nicht über die nötige Kompetenz für eine sichere Teilnahme am Strassenverkehr. Ihre begrenzte Fahrpraxis erschwert es ihnen, Gefahren rechtzeitig zu erkennen und komplexe Verkehrssituationen korrekt einzuschätzen. Zusätzlich wirken altersbedingte Faktoren wie eine schwächere Impulskontrolle, eine ausgeprägtere Risikofreude und die Tendenz zur Selbstüberschätzung mit.</p><p><br>Wir danken dem Bundesrat für die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p>1. Wie bewertet der Bundesrat die Evaluation des Unfallgeschehens?</p><p>2. Welche Schlüsse zieht er aus der Evaluation?</p><p>3. Ist er bereit, seine Haltung zu überdenken und die Senkung der Altersgrenze rückgängig zu machen?</p><p>4. Wenn ja, was sind die nächsten Schritte?</p><p>5. Wenn nein, was will der Bundesrat unternehmen um die hohe Unfallzahlen zu senken und die altersbedingten Faktoren von Jungfahrerinnen und -fahrern zu berücksichtigen?</p><p>6. Wenn nein, wie gedenkt der Bundesrat dem Artikel 11 Absatz 1 der Bundesverfassung gerecht zu werden, wonach Kinder und Jugendliche Anspruch auf besonderen Schutz ihrer Unversehrtheit haben.<br><br> </p>
- Hohe Unfallzahlen bei Jungfahrerinnen und Jungfahrern. Welche Schlüsse zieht der Bundesrat?
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