Stärkung der Schülerinnen- und Schüleraustausche

ShortId
25.4302
Id
20254302
Updated
20.11.2025 08:54
Language
de
Title
Stärkung der Schülerinnen- und Schüleraustausche
AdditionalIndexing
32;2831
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <span><p><span>Der Bundesrat bekräftigt die Vision der Strategie «Austausch und Mobilität», die 2017 von Bund und Kantonen gemeinsam erarbeitet wurde und vorsieht, dass alle jungen Menschen mindestens einmal an einem Austausch oder an einer Langzeitmobilität teilnehmen. Die erzielten Fortschritte zeigen, dass die Rahmenbedingungen geschaffen werden. Es sind aber fortwährende Anstrengungen erforderlich, um die Zahl der Austauschaktivitäten zu erhöhen und ihre Bekanntheit zu steigern.</span></p><p><span>1. Hürden bestehen vor allem bei der Koordination und der Organisation der Austauschaktivitäten vor Ort (kantonale Koordinationsstellen, Lehrpersonal). Auch die Suche und die Verfügbarkeit von Gastfamilien stellen eine Herausforderung dar, dies insbesondere aufgrund der verschiedenen Grössen der Sprachregionen. Die unterschiedlichen Planungen der Kantone betreffend </span><span>Priorität, Dauer und geeigneten Zeitraum </span><span>für einen Austausch können die Koordination ebenfalls erschweren. </span></p><p><span>2. Die Vereinfachung und Standardisierung der Förderangebote stehen im Zentrum der Strategie «Austausch und Mobilität» von Bund und Kantonen. Um die Vorbereitung für die Lehrpersonen und die Bildungseinrichtungen so weit wie möglich zu vereinfachen, müssen leicht zugängliche Angebote gefördert und Vermittlungsplattformen (Matching-Plattformen) geschaffen werden.</span></p><p><span>3. Bund und Kantone haben 2017 die Schweizerische Stiftung für die Förderung von Austausch und Mobilität (SFAM) gegründet, die über ihre Agentur Movetia die Programme des Bundes zur Förderung des Austauschs begleitet. Das Jahresbudget für den Binnenaustausch, das vom Bundesamt für Kultur (BAK) zur Verfügung gestellt wird, beläuft sich auf 6,8</span><span>&nbsp;</span><span>Millionen Franken. Zudem unterstützt das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) mit rund 54</span><span>&nbsp;</span><span>Millionen</span><span>&nbsp;</span><span>Franken in allen Bildungsbereichen die internationalen Mobilitätsaktivitäten, von denen zwei Drittel die Landessprachen betreffen. Solche Mobilitäten könnten ab 2027 durch die vom Bundesrat angestrebte erneute Assoziierung an Erasmus+ gestärkt werden.</span></p><p><span>4. und 5. Einzelne Kantone verfügen über ein Büro für die Koordination der Austauschaktivitäten; alle Kantone haben mindestens eine zuständige Person bestimmt. Die Kantone können den Austausch zusätzlich fördern, indem sie angemessene Koordinationsstrukturen schaffen und die Ausführungsempfehlungen der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) von 2019, insbesondere für die Beschulungskosten, umsetzen. Die Erfahrung zeigt, dass die Schaffung von geeigneten Koordinationsstrukturen ein zentraler Faktor für die Erhöhung der Teilnehmerzahl ist.</span></p><p><span>6. Seit 2021 organisiert Movetia im Auftrag und mit finanzieller Unterstützung des BAK ein spezielles nationales Austauschprogramm für Jugendliche in der beruflichen Grundbildung, das sich einer steigenden Nachfrage erfreut. </span><span>Auch das Interesse für die internationale Mobilität im Berufsbildungsbereich nimmt zu. Im Rahmen der Umsetzung der Schweizer Lösung im Bereich internationale Mobilität und Austausch stehen dafür jährlich rund 8</span><span>&nbsp;</span><span>Millionen Franken zur Verfügung.</span><span> Unternehmen, Organisationen der Arbeitswelt und Schulen spielen eine entscheidende Rolle für die Verankerung der Mobilität und sind wichtige Multiplikatoren.</span></p><p><span>7. Der Gesetzgeber hat die nötigen Grundlagen für die Durchführung eines Monitorings geschaffen (Art.</span><span>&nbsp;</span><span>25 Abs.</span><span>&nbsp;</span><span>3 Sprachengesetz; SR</span><span>&nbsp;</span><span>441.1). Aus praktischen Gründen, insbesondere im Zusammenhang mit der Erhebung der kantonalen Daten, umfasst das aktuelle Monitoring lediglich die Daten von Movetia (von der Agentur finanziell unterstützte Aktivitäten). Sie decken zwar einen grossen Teil der Austauschaktivitäten ab, aber nicht alle. Für ein umfassendes nationales Monitoring wären sämtliche Daten der Kantone zu Austausch und Mobilität erforderlich.</span><span></span></p></span>
  • <p>Schulaustausche stärken die persönliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen durch den Erwerb von interkulturellen und sprachlichen Kompetenzen im realen Kontext, das Kennenlernen einer anderen Kultur und die Stärkung des Selbstbewusstseins und der Selbstständigkeit. Sie ermöglichen ein tiefes Eintauchen in den Alltag einer anderen Sprachregion und fördern so Offenheit und Toleranz.&nbsp;</p><p>Die Austauschprogramme von Movetia sind breit und reichen von Einzel- über Gruppenaustausch während der Volksschule bis zu nationalen oder internationalen Möglichkeiten für das Bildungspersonal. Die Entwicklung der Austausch- und Mobilitätsaktivitäten wird alle drei Jahre abgefragt und in einer Statistik von Movetia festgehalten. Es zeigt sich ein langsames, aber stetiges Wachstum. Die Bandbreite der Austauschbeteiligung zwischen den Kantonen ist gross, insbesondere bei mehrtägigen Schulaustauschen sind regionale Unterschiede zu verzeichnen (kantonale Statistik 2022/23). Gesamtschweizerisch liegt die Zahl aktuell nur bei 4%.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>In diesem Zusammenhang stellen sich folgende Fragen:</p><p>&nbsp;</p><ol><li>Welche Hürden bestehen heute bei der Umsetzung von Schulaustauschen?</li><li>Welche prozeduralen Schritte könnten vereinfacht werden?&nbsp;</li><li>Welche Massnahmen ergreift der Bundesrat, um die Anzahl Austausche in unseren Landessprachen auf Primarstufe und auf Sekundarstufe I und II zu fördern?</li><li>Welche aktive Rolle könnten die Kantone bei der Stärkung einnehmen?</li><li>Gibt es Kantone mit einem Koordinationsbüro für Austausche?</li><li>Welche Möglichkeiten an Austauschprogrammen gibt es schon heute in der Berufsbildung? Und wie könnten nationale Förderprogramme berufsspezifisch gestärkt werden?</li><li>Sieht der Bundesrat vor, ein nationales Monitoring zur Erfassung aller getätigten Austausche einzuführen?</li></ol>
  • Stärkung der Schülerinnen- und Schüleraustausche
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <span><p><span>Der Bundesrat bekräftigt die Vision der Strategie «Austausch und Mobilität», die 2017 von Bund und Kantonen gemeinsam erarbeitet wurde und vorsieht, dass alle jungen Menschen mindestens einmal an einem Austausch oder an einer Langzeitmobilität teilnehmen. Die erzielten Fortschritte zeigen, dass die Rahmenbedingungen geschaffen werden. Es sind aber fortwährende Anstrengungen erforderlich, um die Zahl der Austauschaktivitäten zu erhöhen und ihre Bekanntheit zu steigern.</span></p><p><span>1. Hürden bestehen vor allem bei der Koordination und der Organisation der Austauschaktivitäten vor Ort (kantonale Koordinationsstellen, Lehrpersonal). Auch die Suche und die Verfügbarkeit von Gastfamilien stellen eine Herausforderung dar, dies insbesondere aufgrund der verschiedenen Grössen der Sprachregionen. Die unterschiedlichen Planungen der Kantone betreffend </span><span>Priorität, Dauer und geeigneten Zeitraum </span><span>für einen Austausch können die Koordination ebenfalls erschweren. </span></p><p><span>2. Die Vereinfachung und Standardisierung der Förderangebote stehen im Zentrum der Strategie «Austausch und Mobilität» von Bund und Kantonen. Um die Vorbereitung für die Lehrpersonen und die Bildungseinrichtungen so weit wie möglich zu vereinfachen, müssen leicht zugängliche Angebote gefördert und Vermittlungsplattformen (Matching-Plattformen) geschaffen werden.</span></p><p><span>3. Bund und Kantone haben 2017 die Schweizerische Stiftung für die Förderung von Austausch und Mobilität (SFAM) gegründet, die über ihre Agentur Movetia die Programme des Bundes zur Förderung des Austauschs begleitet. Das Jahresbudget für den Binnenaustausch, das vom Bundesamt für Kultur (BAK) zur Verfügung gestellt wird, beläuft sich auf 6,8</span><span>&nbsp;</span><span>Millionen Franken. Zudem unterstützt das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) mit rund 54</span><span>&nbsp;</span><span>Millionen</span><span>&nbsp;</span><span>Franken in allen Bildungsbereichen die internationalen Mobilitätsaktivitäten, von denen zwei Drittel die Landessprachen betreffen. Solche Mobilitäten könnten ab 2027 durch die vom Bundesrat angestrebte erneute Assoziierung an Erasmus+ gestärkt werden.</span></p><p><span>4. und 5. Einzelne Kantone verfügen über ein Büro für die Koordination der Austauschaktivitäten; alle Kantone haben mindestens eine zuständige Person bestimmt. Die Kantone können den Austausch zusätzlich fördern, indem sie angemessene Koordinationsstrukturen schaffen und die Ausführungsempfehlungen der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) von 2019, insbesondere für die Beschulungskosten, umsetzen. Die Erfahrung zeigt, dass die Schaffung von geeigneten Koordinationsstrukturen ein zentraler Faktor für die Erhöhung der Teilnehmerzahl ist.</span></p><p><span>6. Seit 2021 organisiert Movetia im Auftrag und mit finanzieller Unterstützung des BAK ein spezielles nationales Austauschprogramm für Jugendliche in der beruflichen Grundbildung, das sich einer steigenden Nachfrage erfreut. </span><span>Auch das Interesse für die internationale Mobilität im Berufsbildungsbereich nimmt zu. Im Rahmen der Umsetzung der Schweizer Lösung im Bereich internationale Mobilität und Austausch stehen dafür jährlich rund 8</span><span>&nbsp;</span><span>Millionen Franken zur Verfügung.</span><span> Unternehmen, Organisationen der Arbeitswelt und Schulen spielen eine entscheidende Rolle für die Verankerung der Mobilität und sind wichtige Multiplikatoren.</span></p><p><span>7. Der Gesetzgeber hat die nötigen Grundlagen für die Durchführung eines Monitorings geschaffen (Art.</span><span>&nbsp;</span><span>25 Abs.</span><span>&nbsp;</span><span>3 Sprachengesetz; SR</span><span>&nbsp;</span><span>441.1). Aus praktischen Gründen, insbesondere im Zusammenhang mit der Erhebung der kantonalen Daten, umfasst das aktuelle Monitoring lediglich die Daten von Movetia (von der Agentur finanziell unterstützte Aktivitäten). Sie decken zwar einen grossen Teil der Austauschaktivitäten ab, aber nicht alle. Für ein umfassendes nationales Monitoring wären sämtliche Daten der Kantone zu Austausch und Mobilität erforderlich.</span><span></span></p></span>
    • <p>Schulaustausche stärken die persönliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen durch den Erwerb von interkulturellen und sprachlichen Kompetenzen im realen Kontext, das Kennenlernen einer anderen Kultur und die Stärkung des Selbstbewusstseins und der Selbstständigkeit. Sie ermöglichen ein tiefes Eintauchen in den Alltag einer anderen Sprachregion und fördern so Offenheit und Toleranz.&nbsp;</p><p>Die Austauschprogramme von Movetia sind breit und reichen von Einzel- über Gruppenaustausch während der Volksschule bis zu nationalen oder internationalen Möglichkeiten für das Bildungspersonal. Die Entwicklung der Austausch- und Mobilitätsaktivitäten wird alle drei Jahre abgefragt und in einer Statistik von Movetia festgehalten. Es zeigt sich ein langsames, aber stetiges Wachstum. Die Bandbreite der Austauschbeteiligung zwischen den Kantonen ist gross, insbesondere bei mehrtägigen Schulaustauschen sind regionale Unterschiede zu verzeichnen (kantonale Statistik 2022/23). Gesamtschweizerisch liegt die Zahl aktuell nur bei 4%.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>In diesem Zusammenhang stellen sich folgende Fragen:</p><p>&nbsp;</p><ol><li>Welche Hürden bestehen heute bei der Umsetzung von Schulaustauschen?</li><li>Welche prozeduralen Schritte könnten vereinfacht werden?&nbsp;</li><li>Welche Massnahmen ergreift der Bundesrat, um die Anzahl Austausche in unseren Landessprachen auf Primarstufe und auf Sekundarstufe I und II zu fördern?</li><li>Welche aktive Rolle könnten die Kantone bei der Stärkung einnehmen?</li><li>Gibt es Kantone mit einem Koordinationsbüro für Austausche?</li><li>Welche Möglichkeiten an Austauschprogrammen gibt es schon heute in der Berufsbildung? Und wie könnten nationale Förderprogramme berufsspezifisch gestärkt werden?</li><li>Sieht der Bundesrat vor, ein nationales Monitoring zur Erfassung aller getätigten Austausche einzuführen?</li></ol>
    • Stärkung der Schülerinnen- und Schüleraustausche

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