Umsetzung der Bodenstrategie Schweiz. Stand der Dinge und geplantes Vorgehen
- ShortId
-
25.4312
- Id
-
20254312
- Updated
-
08.01.2026 11:57
- Language
-
de
- Title
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Umsetzung der Bodenstrategie Schweiz. Stand der Dinge und geplantes Vorgehen
- AdditionalIndexing
-
52
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <span><p><span>1. Böden erbringen lebenswichtige Leistungen – beispielsweise bei der Nahrungsmittelproduktion, als Filter für Trinkwasser und als Speicher für Kohlenstoff und Wasser. Im Boden ist mehr Kohlenstoff gespeichert als in Atmosphäre und Vegetation zusammen, was die Bedeutung des Bodens für den Klimaschutz unterstreicht. Intakte Böden spielen zudem eine wichtige Rolle in der Anpassung an den Klimawandel, da sie bei Starkniederschlägen Wasser aufnehmen und dadurch Überschwemmungsschäden mindern. Gleichzeitig speichern sie Wasser, das in Trockenperioden zur Verfügung steht, oder kühlen städtische Hitzeinseln. Die Bodenstrategie ist wichtig, damit diese zentralen Funktionen des Bodens für zukünftige Generationen gewährleistet bleiben. Die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen der Bodenstrategie wurden im Bericht in Erfüllung des </span><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20203477"><u><span>Postulats 20.3477</span></u></a><span> Burkart aufgezeigt. </span></p><p><span>2. Nachdem die erste Etappe des Raumplanungsgesetzes die Rahmenbedingungen für Einzonungen begrenzte, ermöglicht die zweite Etappe, den Gebäudebestand ausserhalb der Bauzone zu stabilisieren und die Versiegelung für bestimmte Nutzungen zu reduzieren. Der Sachplan Fruchtfolgeflächen verlangt seit 2020 Kompensationsregelungen von Kantonen, wenn Fruchtfolgeflächen beansprucht werden. Der Bund übt eine Vorbildfunktion aus und leistet bei seinen Bauvorhaben eine Kompensation für den Verbrauch von Fruchtfolgeflächen. Im Jahr 2020 wurde das Kompetenzzentrum Boden KOBO gegründet, und die Arbeiten zur Vorbereitungsphase für eine schweizweite Kartierung der Böden wurden 2024 aufgenommen. Diese Massnahmen sind wichtige Meilensteine für das Netto-Null Ziel beim Bodenverbrauch. Zur Erfolgskontrolle wird im Rahmen des Aktionsplans 2024 – 2027 der Strategie Nachhaltige Entwicklung ein Monitoring zur Entwicklung der Bodenversiegelung entwickelt und umgesetzt.</span></p><p><span>3. Der Bund beteiligt sich an mehreren Pilotversuchen in Schweizer Gemeinden, bei denen die Bodenqualität quantifiziert und in die Planungsentscheide einbezogen wird. Die Kantone haben als Vollzugsbehörden sowohl für die Raumplanung wie auch für den qualitativen Bodenschutz eine zentrale Rolle. Die Gemeinden haben als Bewilligungsbehörde Einfluss auf den Bodenverbrauch durch Bauten. Zur Unterstützung von Kantonen und Gemeinden wurden Vollzugshilfen zum Bodenschutz beim Bauen (bafu.admin.ch > Themen > Thema Boden > Rechtsetzung und Vollzug) erarbeitet. In der Vorbereitungsphase für die schweizweite Bodenkartierung unterstützt der Bund zudem kantonale Pilotprojekte. </span></p><p><span>4. Die Umsetzung der Bodenstrategie erfolgt nicht anhand eines Aktionsplans, sondern anhand der Konkretisierung von Massnahmen in den drei Handlungsfeldern «Bodeninformation», «Sensibilisierung» und «Vollzug und Gesetzgebung». Der Bundesrat hat mit der Verabschiedung des Postulats 20.3477 Burkart zudem vier Massnahmen konkretisiert: (1) die Erstellung flächendeckender Datengrundlagen, (2) das Testen von Methoden, mit denen die Bodenfunktionen in der Raumplanung berücksichtigt und der Bodenverbrauch gesteuert werden kann, (3) die verstärkte Sensibilisierung von Zielgruppen, insbesondere der Bau- und Planungsbranche sowie der Akteure der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette sowie (4) die Überprüfung von bodenrelevanten Vorschriften. Die Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit Kantonen sowie Vertretern der Bauwirtschaft, der Raumplanung und der Landwirtschaft.</span></p><p><span>5. und 6. Personelle und finanzielle Ressourcen werden insbesondere durch die Finanzierung des Kompetenzzentrums Boden (KOBO) sowie der Vorbereitungsphase der schweizweiten Bodenkartierung zur Verfügung gestellt. Der Bundesrat hat das Konzept schweizweite Bodenkartierung am 29. März 2023 gutgeheissen und das UVEK (BAFU, ARE) beauftragt, in Zusammenarbeit mit dem WBF (BLW) und den Kantonen, die schweizweite Bodenkartierung vorzubereiten. Die fünfjährige Vorbereitungsphase erfolgt mit bestehenden Mitteln der Bundesämter. Aufgrund der Sparaufträge ist die bundesseitige Finanzierung für die schweizweite Kartierung ab 2029 zurzeit in Abklärung. Die Kantone tragen die Hälfte zur Finanzierung bei. In Zusammenarbeit mit den Kantonen und dem KOBO wird zudem die Bodenkartiermethodik weiterentwickelt und mittels kantonaler Pilotprojekte getestet. </span></p></span>
- <p>2020 publizierte der Bundesrat die <a href="https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/boden/publikationen-studien/publikationen/bodenstrategie-schweiz.html">Bodenstrategie Schweiz</a>, mit sechs übergeordneten Zielen im Bereich Bodenschutz und Bodenerhaltung. In seinem Bericht zum Postulat 20.3477 hielt er fest: «Die Bodenstrategie formuliert zwar Ziele, die bis 2050 zu erreichen sind, aber keine konkreten Massnahmen zu deren Zielerreichung. Solche Massnahmen wären erst noch festzulegen». In der Folge schlug er vier Massnahmen vor, um die Erreichung der Ziele der Bodenstrategie innert einer Generation zu unterstützen. Es wurde jedoch kein Aktionsplan entwickelt.</p><p>Es wurden auch keine Zwischenziele formuliert, die es erlauben würden, den Stand der Umsetzung zu beurteilen bzw. einen allfälligen Bedarf an zusätzlichen Massnahmen und Ressourcen zur Zielerreichung abschätzen zu können. Im Jahr 2025 stellt sich daher die Frage, was bisher erreicht wurde und wie es weitergeht!</p><p>Auf seiner Website schreibt das BAFU: «Pro Jahr werden in der Schweiz derzeit 17,6 km2 Boden versiegelt, was fast 7 Fussballfeldern pro Tag entspricht.» Zusammen mit fruchtbarem Boden schwindet aber nicht nur unsere Ernährungssicherheit. Ein versiegelter Boden kann auch andere, für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt zentralen Funktionen nicht mehr erfüllen.</p><p> </p><p>Der Bundesrat wird daher gebeten, folgende Fragen zu beantworten: </p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Welche zentralen Funktionen erfüllt der Boden für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt, insbesondere in Zeiten zunehmender Klimaerhitzung und warum ist die Bodenstrategie so wichtig?</li><li>Welche Ziele der Bodenstrategie konnten bereits erreicht werden, insbesondere betreffend der Versiegelung von Boden und was sind die Prognosen zur Erreichung des Netto-Null-Zieles bis 2050?</li><li>Welche Rollen und Aufgaben haben Bund, Kantone und Gemeinden um die Ziele der Bodenstrategie zu erreichen? Was macht der Bundesrat zur Unterstützung der Kantone und Gemeinden?</li><li>Plant der Bund einen Aktionsplan mit ambitionierten Massnahmen und überprüfbaren Zwischenzielen zu erstellen? Wenn ja, bis wann? Wenn nein, warum nicht? </li><li>Welche personellen und finanziellen Ressourcen werden für die Zielerreichung in den kommenden Jahren bereitgestellt? Reichen diese aus, um die gesteckten Ziele zu erreichen? Wenn nein, was bedeutet das und welche Ressourcen bräuchte es?</li><li>Was tut er, damit die Bodenkartierung so rasch als möglich als wichtiges Instrument zur Zielerreichung zur Verfügung steht und wann wird dies sein?</li></ol>
- Umsetzung der Bodenstrategie Schweiz. Stand der Dinge und geplantes Vorgehen
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <span><p><span>1. Böden erbringen lebenswichtige Leistungen – beispielsweise bei der Nahrungsmittelproduktion, als Filter für Trinkwasser und als Speicher für Kohlenstoff und Wasser. Im Boden ist mehr Kohlenstoff gespeichert als in Atmosphäre und Vegetation zusammen, was die Bedeutung des Bodens für den Klimaschutz unterstreicht. Intakte Böden spielen zudem eine wichtige Rolle in der Anpassung an den Klimawandel, da sie bei Starkniederschlägen Wasser aufnehmen und dadurch Überschwemmungsschäden mindern. Gleichzeitig speichern sie Wasser, das in Trockenperioden zur Verfügung steht, oder kühlen städtische Hitzeinseln. Die Bodenstrategie ist wichtig, damit diese zentralen Funktionen des Bodens für zukünftige Generationen gewährleistet bleiben. Die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen der Bodenstrategie wurden im Bericht in Erfüllung des </span><a href="https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20203477"><u><span>Postulats 20.3477</span></u></a><span> Burkart aufgezeigt. </span></p><p><span>2. Nachdem die erste Etappe des Raumplanungsgesetzes die Rahmenbedingungen für Einzonungen begrenzte, ermöglicht die zweite Etappe, den Gebäudebestand ausserhalb der Bauzone zu stabilisieren und die Versiegelung für bestimmte Nutzungen zu reduzieren. Der Sachplan Fruchtfolgeflächen verlangt seit 2020 Kompensationsregelungen von Kantonen, wenn Fruchtfolgeflächen beansprucht werden. Der Bund übt eine Vorbildfunktion aus und leistet bei seinen Bauvorhaben eine Kompensation für den Verbrauch von Fruchtfolgeflächen. Im Jahr 2020 wurde das Kompetenzzentrum Boden KOBO gegründet, und die Arbeiten zur Vorbereitungsphase für eine schweizweite Kartierung der Böden wurden 2024 aufgenommen. Diese Massnahmen sind wichtige Meilensteine für das Netto-Null Ziel beim Bodenverbrauch. Zur Erfolgskontrolle wird im Rahmen des Aktionsplans 2024 – 2027 der Strategie Nachhaltige Entwicklung ein Monitoring zur Entwicklung der Bodenversiegelung entwickelt und umgesetzt.</span></p><p><span>3. Der Bund beteiligt sich an mehreren Pilotversuchen in Schweizer Gemeinden, bei denen die Bodenqualität quantifiziert und in die Planungsentscheide einbezogen wird. Die Kantone haben als Vollzugsbehörden sowohl für die Raumplanung wie auch für den qualitativen Bodenschutz eine zentrale Rolle. Die Gemeinden haben als Bewilligungsbehörde Einfluss auf den Bodenverbrauch durch Bauten. Zur Unterstützung von Kantonen und Gemeinden wurden Vollzugshilfen zum Bodenschutz beim Bauen (bafu.admin.ch > Themen > Thema Boden > Rechtsetzung und Vollzug) erarbeitet. In der Vorbereitungsphase für die schweizweite Bodenkartierung unterstützt der Bund zudem kantonale Pilotprojekte. </span></p><p><span>4. Die Umsetzung der Bodenstrategie erfolgt nicht anhand eines Aktionsplans, sondern anhand der Konkretisierung von Massnahmen in den drei Handlungsfeldern «Bodeninformation», «Sensibilisierung» und «Vollzug und Gesetzgebung». Der Bundesrat hat mit der Verabschiedung des Postulats 20.3477 Burkart zudem vier Massnahmen konkretisiert: (1) die Erstellung flächendeckender Datengrundlagen, (2) das Testen von Methoden, mit denen die Bodenfunktionen in der Raumplanung berücksichtigt und der Bodenverbrauch gesteuert werden kann, (3) die verstärkte Sensibilisierung von Zielgruppen, insbesondere der Bau- und Planungsbranche sowie der Akteure der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette sowie (4) die Überprüfung von bodenrelevanten Vorschriften. Die Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit Kantonen sowie Vertretern der Bauwirtschaft, der Raumplanung und der Landwirtschaft.</span></p><p><span>5. und 6. Personelle und finanzielle Ressourcen werden insbesondere durch die Finanzierung des Kompetenzzentrums Boden (KOBO) sowie der Vorbereitungsphase der schweizweiten Bodenkartierung zur Verfügung gestellt. Der Bundesrat hat das Konzept schweizweite Bodenkartierung am 29. März 2023 gutgeheissen und das UVEK (BAFU, ARE) beauftragt, in Zusammenarbeit mit dem WBF (BLW) und den Kantonen, die schweizweite Bodenkartierung vorzubereiten. Die fünfjährige Vorbereitungsphase erfolgt mit bestehenden Mitteln der Bundesämter. Aufgrund der Sparaufträge ist die bundesseitige Finanzierung für die schweizweite Kartierung ab 2029 zurzeit in Abklärung. Die Kantone tragen die Hälfte zur Finanzierung bei. In Zusammenarbeit mit den Kantonen und dem KOBO wird zudem die Bodenkartiermethodik weiterentwickelt und mittels kantonaler Pilotprojekte getestet. </span></p></span>
- <p>2020 publizierte der Bundesrat die <a href="https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/boden/publikationen-studien/publikationen/bodenstrategie-schweiz.html">Bodenstrategie Schweiz</a>, mit sechs übergeordneten Zielen im Bereich Bodenschutz und Bodenerhaltung. In seinem Bericht zum Postulat 20.3477 hielt er fest: «Die Bodenstrategie formuliert zwar Ziele, die bis 2050 zu erreichen sind, aber keine konkreten Massnahmen zu deren Zielerreichung. Solche Massnahmen wären erst noch festzulegen». In der Folge schlug er vier Massnahmen vor, um die Erreichung der Ziele der Bodenstrategie innert einer Generation zu unterstützen. Es wurde jedoch kein Aktionsplan entwickelt.</p><p>Es wurden auch keine Zwischenziele formuliert, die es erlauben würden, den Stand der Umsetzung zu beurteilen bzw. einen allfälligen Bedarf an zusätzlichen Massnahmen und Ressourcen zur Zielerreichung abschätzen zu können. Im Jahr 2025 stellt sich daher die Frage, was bisher erreicht wurde und wie es weitergeht!</p><p>Auf seiner Website schreibt das BAFU: «Pro Jahr werden in der Schweiz derzeit 17,6 km2 Boden versiegelt, was fast 7 Fussballfeldern pro Tag entspricht.» Zusammen mit fruchtbarem Boden schwindet aber nicht nur unsere Ernährungssicherheit. Ein versiegelter Boden kann auch andere, für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt zentralen Funktionen nicht mehr erfüllen.</p><p> </p><p>Der Bundesrat wird daher gebeten, folgende Fragen zu beantworten: </p><ol style="list-style-type:decimal;"><li>Welche zentralen Funktionen erfüllt der Boden für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt, insbesondere in Zeiten zunehmender Klimaerhitzung und warum ist die Bodenstrategie so wichtig?</li><li>Welche Ziele der Bodenstrategie konnten bereits erreicht werden, insbesondere betreffend der Versiegelung von Boden und was sind die Prognosen zur Erreichung des Netto-Null-Zieles bis 2050?</li><li>Welche Rollen und Aufgaben haben Bund, Kantone und Gemeinden um die Ziele der Bodenstrategie zu erreichen? Was macht der Bundesrat zur Unterstützung der Kantone und Gemeinden?</li><li>Plant der Bund einen Aktionsplan mit ambitionierten Massnahmen und überprüfbaren Zwischenzielen zu erstellen? Wenn ja, bis wann? Wenn nein, warum nicht? </li><li>Welche personellen und finanziellen Ressourcen werden für die Zielerreichung in den kommenden Jahren bereitgestellt? Reichen diese aus, um die gesteckten Ziele zu erreichen? Wenn nein, was bedeutet das und welche Ressourcen bräuchte es?</li><li>Was tut er, damit die Bodenkartierung so rasch als möglich als wichtiges Instrument zur Zielerreichung zur Verfügung steht und wann wird dies sein?</li></ol>
- Umsetzung der Bodenstrategie Schweiz. Stand der Dinge und geplantes Vorgehen
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