Schaffhausen braucht wieder einen verlässlichen Halbstundentakt nach Zürich
- ShortId
-
25.4315
- Id
-
20254315
- Updated
-
19.12.2025 12:31
- Language
-
de
- Title
-
Schaffhausen braucht wieder einen verlässlichen Halbstundentakt nach Zürich
- AdditionalIndexing
-
48;08
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <span><p><span>1. Seit Anfang Juli 2025 setzen die SBB und die Deutsche Bahn (DB) aufgrund der nicht zufriedenstellenden Betriebsqualität ein Dispozugkonzept um. Dabei wird in Singen ein Ersatzzug der DB bereitgestellt, der dann zum Einsatz kommt, wenn die regulären IC-Züge aus Deutschland verspätet in Singen eintreffen. Ziel dieser Massnahme ist es, die Pünktlichkeit auf dem Schweizer Abschnitt zwischen Schaffhausen und Zürich zu stabilisieren und die Auswirkungen von Verspätungen auf das nationale Bahnnetz der Schweiz zu minimieren. Dies entspricht auch der Lösung bei den meisten verspäteten Zügen, welche von Deutschland über Basel hinaus in die Schweiz verkehren. Es werden aber nur einzelne Verbindungen in Basel gebrochen – nicht systematisch alle.</span></p><p><span>Erste Auswertungen der Linie Stuttgart-Zürich zeigen, dass sich die Verspätungen kurzfristig leicht reduziert haben, die gewünschte Pünktlichkeit jedoch noch nicht erreicht werden kann. Das aktuelle Dispozug-Konzept wird bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025 weitergeführt. </span></p><p><span>Abschliessend ist zu sagen, dass die RE- und S-Bahn-Züge zwischen Schaffhausen und Zürich nach wie vor eine stabile und hohe Pünktlichkeit von 94% erreichen, womit sie im gesamtschweizerischen Durchschnitt liegen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Aktuell werden weitere Massnahmen umfassend geprüft – unter anderem auch ein (teilweiser) Bruch der Linie ab dem Schweizer Abschnitt. Die Lösungsfindung berücksichtigt sowohl die Bedürfnisse der internationalen, nationalen und regionalen Kundinnen und Kunden als auch die Verpflichtungen der SBB im internationalen Verkehr. Diese alternativen Massnahmen sollen per Fahrplanwechsel im Dezember 2025 in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn umgesetzt werden. </span></p><p><span>Für die Zeit ab 2027 sind weitere konzeptionelle Anpassungen in Prüfung, da die IC-Züge dann voraussichtlich nicht mehr bis Stuttgart Hauptbahnhof, sondern nur noch bis Stuttgart-Vaihingen verkehren werden.</span></p><p><span> </span></p><p><span>3. Der Bundesrat thematisiert den unbefriedigenden Zustand der Gäubahn regelmässig sowohl am Lenkungsausschuss Schweiz – Deutschland als auch in der Deutsch-Schweizerischen Eisenbahnkommission. </span></p><p><span> </span></p><p><span>4. Die operative Verantwortung für den Bahnbetrieb auf Schweizer Seite liegt bei der SBB. Falls es keine anderen Möglichkeiten gibt, um die Situation zu verbessern, wird sich der Bundesrat einem Bruch der Linie Zürich – Stuttgart nicht entgegenstellen. </span></p><p><span> </span></p><p><span>5. Seit Änderung des Rollmaterials auf der Linie Zürich – Stuttgart in diesem Jahr hat sich die Zuverlässigkeit des IC nochmals verschlechtert. Das Notfall- Rückfallkonzept mit einem Dispozug-Ersatzzug in Singen funktioniert bislang noch nicht zufriedenstellend. Es wird weiter nach alternativen Lösungen gesucht, um die unbefriedigende Situation zu entschärfen. </span></p><p><span>Die Betriebsqualität der IC-Verbindungen zwischen Stuttgart - Schaffhausen – Zürich hat sich kurzfristig zwar stabilisiert, bleibt jedoch weiterhin ungenügend. Die operative Umsetzung des Dispozug-Konzepts verläuft nicht immer wie gewünscht. Zwar konnte die Pünktlichkeit auf dem Abschnitt Schaffhausen–Zürich kurzfristig verbessert und die Zahl der Zugsausfälle reduziert werden, doch bestehen weiterhin erhebliche Herausforderungen. Ein Einsatz des Dispozuges benötigt Vorlaufzeit. Die Einsatzentscheidung zur Bereitstellung des Dispozuges muss deshalb bereits frühzeitig getroffen werden, während sich Verspätungen teilweise erst kurz vor Singen ereignen. In einigen Fällen kann der Dispozug deshalb nicht rechtzeitig eingesetzt werden</span><em><span>. </span></em></p><p><span>Die SBB und die DB überwachen die Situation laufend und arbeiten intensiv daran, die Abläufe zu verbessern und die Betriebsqualität nachhaltig zu stabilisieren.</span></p></span>
- <p>Als Antwort auf die Interpellation von Nationalratskollege Thomas Hurter führt der Bundesrat aus, dass die SBB mit ihrem Kooperationspartner Deutsche Bahn (DB) sowohl auf Fach- als auch auf Managementstufe in engem und regelmässigem Austausch stehe und die Situation laufend analysiere. Mit der DB sei ein gemeinsamer Massnahmenplan festgelegt worden. Die Situation hat sich seither noch zugespitzt. Schaffhausen hat zwar noch einen Halbstundentakt, faktisch ist aber der DB-Anschluss so unzuverlässig, dass er nicht mehr genutzt werden kann, wenn man darauf angewiesen ist, zur geplanten Zeit in Zürich zu sein. Schaffhausen hat deshalb faktisch nur noch einen Stundentakt, auf den man sich verlassen kann.</p><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><ul><li>Welche Massnahmen dieses Massnahmenplans wurden umgesetzt und mit welcher Wirkung?</li><li>Welche weiteren Massnahmen werden ergriffen und auf wann ist deren Umsetzung geplant?</li><li>Inwiefern wird sich der Bundesrat dafür einsetzen, dass auch Schaffhausen raschmöglichst wieder einen verlässlichen Halbstundentakt hat?</li><li>Wird der Bundesrat sich für einen Bruch der Linie in Singen einsetzen, falls sich die Situation nicht umgehend verbessert?</li><li>Per Juli 2025 stellen die SBB und die DB einen DB-Ersatzzug in Singen bereit, der einspringen sollte, wenn der Zug aus Deutschland verspätet eintrifft. Ist es richtig, dass das Konzept unbefriedigend funktioniert und sich die Situation dadurch nur sehr geringfügig verbessert? Falls ja, weshalb und wie wird darauf reagiert?</li></ul>
- Schaffhausen braucht wieder einen verlässlichen Halbstundentakt nach Zürich
- State
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Erledigt
- Related Affairs
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- Drafts
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-
- Index
- 0
- Texts
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- <span><p><span>1. Seit Anfang Juli 2025 setzen die SBB und die Deutsche Bahn (DB) aufgrund der nicht zufriedenstellenden Betriebsqualität ein Dispozugkonzept um. Dabei wird in Singen ein Ersatzzug der DB bereitgestellt, der dann zum Einsatz kommt, wenn die regulären IC-Züge aus Deutschland verspätet in Singen eintreffen. Ziel dieser Massnahme ist es, die Pünktlichkeit auf dem Schweizer Abschnitt zwischen Schaffhausen und Zürich zu stabilisieren und die Auswirkungen von Verspätungen auf das nationale Bahnnetz der Schweiz zu minimieren. Dies entspricht auch der Lösung bei den meisten verspäteten Zügen, welche von Deutschland über Basel hinaus in die Schweiz verkehren. Es werden aber nur einzelne Verbindungen in Basel gebrochen – nicht systematisch alle.</span></p><p><span>Erste Auswertungen der Linie Stuttgart-Zürich zeigen, dass sich die Verspätungen kurzfristig leicht reduziert haben, die gewünschte Pünktlichkeit jedoch noch nicht erreicht werden kann. Das aktuelle Dispozug-Konzept wird bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025 weitergeführt. </span></p><p><span>Abschliessend ist zu sagen, dass die RE- und S-Bahn-Züge zwischen Schaffhausen und Zürich nach wie vor eine stabile und hohe Pünktlichkeit von 94% erreichen, womit sie im gesamtschweizerischen Durchschnitt liegen.</span></p><p><span> </span></p><p><span>2. Aktuell werden weitere Massnahmen umfassend geprüft – unter anderem auch ein (teilweiser) Bruch der Linie ab dem Schweizer Abschnitt. Die Lösungsfindung berücksichtigt sowohl die Bedürfnisse der internationalen, nationalen und regionalen Kundinnen und Kunden als auch die Verpflichtungen der SBB im internationalen Verkehr. Diese alternativen Massnahmen sollen per Fahrplanwechsel im Dezember 2025 in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn umgesetzt werden. </span></p><p><span>Für die Zeit ab 2027 sind weitere konzeptionelle Anpassungen in Prüfung, da die IC-Züge dann voraussichtlich nicht mehr bis Stuttgart Hauptbahnhof, sondern nur noch bis Stuttgart-Vaihingen verkehren werden.</span></p><p><span> </span></p><p><span>3. Der Bundesrat thematisiert den unbefriedigenden Zustand der Gäubahn regelmässig sowohl am Lenkungsausschuss Schweiz – Deutschland als auch in der Deutsch-Schweizerischen Eisenbahnkommission. </span></p><p><span> </span></p><p><span>4. Die operative Verantwortung für den Bahnbetrieb auf Schweizer Seite liegt bei der SBB. Falls es keine anderen Möglichkeiten gibt, um die Situation zu verbessern, wird sich der Bundesrat einem Bruch der Linie Zürich – Stuttgart nicht entgegenstellen. </span></p><p><span> </span></p><p><span>5. Seit Änderung des Rollmaterials auf der Linie Zürich – Stuttgart in diesem Jahr hat sich die Zuverlässigkeit des IC nochmals verschlechtert. Das Notfall- Rückfallkonzept mit einem Dispozug-Ersatzzug in Singen funktioniert bislang noch nicht zufriedenstellend. Es wird weiter nach alternativen Lösungen gesucht, um die unbefriedigende Situation zu entschärfen. </span></p><p><span>Die Betriebsqualität der IC-Verbindungen zwischen Stuttgart - Schaffhausen – Zürich hat sich kurzfristig zwar stabilisiert, bleibt jedoch weiterhin ungenügend. Die operative Umsetzung des Dispozug-Konzepts verläuft nicht immer wie gewünscht. Zwar konnte die Pünktlichkeit auf dem Abschnitt Schaffhausen–Zürich kurzfristig verbessert und die Zahl der Zugsausfälle reduziert werden, doch bestehen weiterhin erhebliche Herausforderungen. Ein Einsatz des Dispozuges benötigt Vorlaufzeit. Die Einsatzentscheidung zur Bereitstellung des Dispozuges muss deshalb bereits frühzeitig getroffen werden, während sich Verspätungen teilweise erst kurz vor Singen ereignen. In einigen Fällen kann der Dispozug deshalb nicht rechtzeitig eingesetzt werden</span><em><span>. </span></em></p><p><span>Die SBB und die DB überwachen die Situation laufend und arbeiten intensiv daran, die Abläufe zu verbessern und die Betriebsqualität nachhaltig zu stabilisieren.</span></p></span>
- <p>Als Antwort auf die Interpellation von Nationalratskollege Thomas Hurter führt der Bundesrat aus, dass die SBB mit ihrem Kooperationspartner Deutsche Bahn (DB) sowohl auf Fach- als auch auf Managementstufe in engem und regelmässigem Austausch stehe und die Situation laufend analysiere. Mit der DB sei ein gemeinsamer Massnahmenplan festgelegt worden. Die Situation hat sich seither noch zugespitzt. Schaffhausen hat zwar noch einen Halbstundentakt, faktisch ist aber der DB-Anschluss so unzuverlässig, dass er nicht mehr genutzt werden kann, wenn man darauf angewiesen ist, zur geplanten Zeit in Zürich zu sein. Schaffhausen hat deshalb faktisch nur noch einen Stundentakt, auf den man sich verlassen kann.</p><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><ul><li>Welche Massnahmen dieses Massnahmenplans wurden umgesetzt und mit welcher Wirkung?</li><li>Welche weiteren Massnahmen werden ergriffen und auf wann ist deren Umsetzung geplant?</li><li>Inwiefern wird sich der Bundesrat dafür einsetzen, dass auch Schaffhausen raschmöglichst wieder einen verlässlichen Halbstundentakt hat?</li><li>Wird der Bundesrat sich für einen Bruch der Linie in Singen einsetzen, falls sich die Situation nicht umgehend verbessert?</li><li>Per Juli 2025 stellen die SBB und die DB einen DB-Ersatzzug in Singen bereit, der einspringen sollte, wenn der Zug aus Deutschland verspätet eintrifft. Ist es richtig, dass das Konzept unbefriedigend funktioniert und sich die Situation dadurch nur sehr geringfügig verbessert? Falls ja, weshalb und wie wird darauf reagiert?</li></ul>
- Schaffhausen braucht wieder einen verlässlichen Halbstundentakt nach Zürich
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