Leise, sichere und energieeffiziente Reifen fördern

ShortId
25.4326
Id
20254326
Updated
04.12.2025 11:55
Language
de
Title
Leise, sichere und energieeffiziente Reifen fördern
AdditionalIndexing
48;52
1
PriorityCouncil1
Nationalrat
Texts
  • <p>Die Reifenwahl ist nicht nur wichtig für die Verkehrssicherheit, sondern auch für den Umwelt- und Gesundheitsschutz. Die Schweiz hat 2014 die Reifenetikette eingeführt. Diese ermöglicht es den Käuferinnen und Käufern, verschiedene Reifenmodelle anhand der Kriterien Rollwiderstand, Aussenfahrgeräusch, Nasshaftung und Wintertauglichkeit zu vergleichen. Es gibt Pneus, die sowohl sicher, leise als auch energiesparend sind. Diese sollen gefördert werden.</p><p>Die Wahl leiserer Reifen kann den Strassenlärm substanziell reduzieren, da das Rollgeräusch die Hauptquelle für Lärm im Strassenverkehr darstellt. Die aktuell auf dem Markt erhältlichen Pneus identischer Dimension weisen eine Streuung von bis zu 6 dB auf. Wären alle Fahrzeuge mit leisen Pneus ausgerüstet, würde die Lärmbelastung in etwa gleich stark sinken wie bei einer Halbierung des Verkehrs. Damit würden 650‘000 Personen in der Schweiz von übermässiger Strassenverkehrslärmbelastung befreit.</p><p>Die Wahl der Reifen hat auch Einfluss auf den Treibstoffverbrauch und die damit verbundenen CO₂-Emissionen – bei Elektrofahrzeugen auf den Stromverbrauch. Energieeffiziente Reifen mit niedrigem Rollwiderstand reduzieren den Energieverbrauch eines Fahrzeugs um rund 20 Prozent.</p><p>Ein wesentlicher Anteil des Mikroplastikeintrags in die Umwelt stammt aus Reifenabrieb. Eine vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass jährlich rund 13'540 Tonnen Reifenabrieb auf Schweizer Strassen anfallen. Die EU-7-Norm, die ab Ende 2026 verbindliche Grenzwerte für Reifenabrieb einführt, wird voraussichtlich auch von der Schweiz übernommen. Künftig könnte daher auch der Abrieb als Kriterium für Fördermassnahmen für umweltfreundliche Reifen einbezogen werden.</p><p>&nbsp;</p><p>Ziel ist es, den Kauf von Reifen zu fördern, die sowohl ökologische als auch sicherheitsrelevante Vorteile bieten – um sowohl die Umweltbelastung zu senken als auch die Verkehrssicherheit zu erhöhen.</p>
  • <span><p><span>Der Einsatz leiser Reifen ist eine Massnahme zur Reduktion des Strassenlärms an der Quelle. Damit sie in der Schweiz umgesetzt werden und Wirkung entfalten kann, müssten Fahrzeughalterinnen und -halter ihr Kaufverhalten langfristig anpassen. Verglichen mit anderen Massnahmen zur Bekämpfung von Strassenlärm an der Quelle lässt sich die Wirksamkeit kaum abschätzen. Zudem handelt es sich bei der gegenwärtig verwendeten Reifenetikette lediglich um eine Selbstdeklaration der Reifenhersteller. Ein System finanzieller Anreize darauf aufzubauen, wäre mit grosser Unsicherheit verbunden. Darüber hinaus würde dies eine konsequentere Überprüfung der Etikette erfordern, was sehr ressourcenintensiv wäre.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Auch die vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) veröffentlichte Studie «Kosten-/Nutzenbetrachtung von Massnahmen zur Förderung leiser Reifen» (</span><a href="http://www.bafu.admin.ch"><u><span>www.bafu.admin.ch</span></u></a><span> &gt; Publikationen, Medien &gt; Externe Studien &gt; Lärm &gt; Kosten-/Nutzenbetrachtung von Massnahmen zur Förderung leiser Reifen) zeigt auf, dass eine finanzielle Unterstützung für leise Reifen erhebliche Kosten für die öffentliche Hand zur Folge hätte, wenig effizient wäre und auf geringe Akzeptanz stossen würde. Ausserdem wäre die Umsetzung komplex und sehr aufwändig. Aus all diesen Gründen kommt eine Förderung dieser Massnahme zur Reduktion des Strassenlärms an der Quelle durch finanzielle Anreize nicht infrage.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>In Bezug auf den Reifenabrieb gibt es konkrete Fortschritte auf der Ebene der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE). Dort sind momentan Arbeiten mit Beteiligung der Schweiz im Gange, die darauf abzielen, dass zukünftig Reifen eine geringere Menge an Reifenabriebpartikeln in die Umwelt freisetzen. Im Juni 2024 wurde ein international anerkanntes Testverfahren zur Messung von Reifenabrieb bei Strassenfahrzeugen verabschiedet, das als Grundlage für künftige Grenzwerte dient.</span><span> </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Schliesslich ist festzuhalten, dass für die in der Motion angedachte Finanzierung aus dem Reinertrag der Nationalstrassenabgabe eine Änderung der Bundesverfassung erforderlich wäre, da diese Erträge vollständig zweckgebunden sind (vgl. Art. 86 Abs. 2 Bst. a Bundesverfassung, BV; SR</span><span>&nbsp;</span><span>101). Auch die Erträge der Mineralölsteuer sind teilweise zweckgebunden (vgl. insb. Art. 86 Abs. 2 Bst. c und e BV), so dass sich auch bei der Mineralölsteuer die Frage nach einer Änderung der Bundesverfassung stellen könnte.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
  • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die rechtlichen Grundlagen zu schaffen, um Reifen zu fördern, die sowohl in puncto Sicherheit als auch Umweltverträglichkeit – insb. hinsichtlich Lärm, Energieeffizienz und allenfalls Reifenabrieb – besonders gut abschneiden. Die Förderung könnte über den Reinertrag der Mineralölsteuer und der Nationalstrassenabgabe finanziert werden. Ziel ist es, die Umweltbelastung zu senken und die Sicherheit auf den Strassen zu erhöhen.</p>
  • Leise, sichere und energieeffiziente Reifen fördern
State
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
Related Affairs
Drafts
  • Index
    0
    Texts
    • <p>Die Reifenwahl ist nicht nur wichtig für die Verkehrssicherheit, sondern auch für den Umwelt- und Gesundheitsschutz. Die Schweiz hat 2014 die Reifenetikette eingeführt. Diese ermöglicht es den Käuferinnen und Käufern, verschiedene Reifenmodelle anhand der Kriterien Rollwiderstand, Aussenfahrgeräusch, Nasshaftung und Wintertauglichkeit zu vergleichen. Es gibt Pneus, die sowohl sicher, leise als auch energiesparend sind. Diese sollen gefördert werden.</p><p>Die Wahl leiserer Reifen kann den Strassenlärm substanziell reduzieren, da das Rollgeräusch die Hauptquelle für Lärm im Strassenverkehr darstellt. Die aktuell auf dem Markt erhältlichen Pneus identischer Dimension weisen eine Streuung von bis zu 6 dB auf. Wären alle Fahrzeuge mit leisen Pneus ausgerüstet, würde die Lärmbelastung in etwa gleich stark sinken wie bei einer Halbierung des Verkehrs. Damit würden 650‘000 Personen in der Schweiz von übermässiger Strassenverkehrslärmbelastung befreit.</p><p>Die Wahl der Reifen hat auch Einfluss auf den Treibstoffverbrauch und die damit verbundenen CO₂-Emissionen – bei Elektrofahrzeugen auf den Stromverbrauch. Energieeffiziente Reifen mit niedrigem Rollwiderstand reduzieren den Energieverbrauch eines Fahrzeugs um rund 20 Prozent.</p><p>Ein wesentlicher Anteil des Mikroplastikeintrags in die Umwelt stammt aus Reifenabrieb. Eine vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass jährlich rund 13'540 Tonnen Reifenabrieb auf Schweizer Strassen anfallen. Die EU-7-Norm, die ab Ende 2026 verbindliche Grenzwerte für Reifenabrieb einführt, wird voraussichtlich auch von der Schweiz übernommen. Künftig könnte daher auch der Abrieb als Kriterium für Fördermassnahmen für umweltfreundliche Reifen einbezogen werden.</p><p>&nbsp;</p><p>Ziel ist es, den Kauf von Reifen zu fördern, die sowohl ökologische als auch sicherheitsrelevante Vorteile bieten – um sowohl die Umweltbelastung zu senken als auch die Verkehrssicherheit zu erhöhen.</p>
    • <span><p><span>Der Einsatz leiser Reifen ist eine Massnahme zur Reduktion des Strassenlärms an der Quelle. Damit sie in der Schweiz umgesetzt werden und Wirkung entfalten kann, müssten Fahrzeughalterinnen und -halter ihr Kaufverhalten langfristig anpassen. Verglichen mit anderen Massnahmen zur Bekämpfung von Strassenlärm an der Quelle lässt sich die Wirksamkeit kaum abschätzen. Zudem handelt es sich bei der gegenwärtig verwendeten Reifenetikette lediglich um eine Selbstdeklaration der Reifenhersteller. Ein System finanzieller Anreize darauf aufzubauen, wäre mit grosser Unsicherheit verbunden. Darüber hinaus würde dies eine konsequentere Überprüfung der Etikette erfordern, was sehr ressourcenintensiv wäre.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Auch die vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) veröffentlichte Studie «Kosten-/Nutzenbetrachtung von Massnahmen zur Förderung leiser Reifen» (</span><a href="http://www.bafu.admin.ch"><u><span>www.bafu.admin.ch</span></u></a><span> &gt; Publikationen, Medien &gt; Externe Studien &gt; Lärm &gt; Kosten-/Nutzenbetrachtung von Massnahmen zur Förderung leiser Reifen) zeigt auf, dass eine finanzielle Unterstützung für leise Reifen erhebliche Kosten für die öffentliche Hand zur Folge hätte, wenig effizient wäre und auf geringe Akzeptanz stossen würde. Ausserdem wäre die Umsetzung komplex und sehr aufwändig. Aus all diesen Gründen kommt eine Förderung dieser Massnahme zur Reduktion des Strassenlärms an der Quelle durch finanzielle Anreize nicht infrage.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>In Bezug auf den Reifenabrieb gibt es konkrete Fortschritte auf der Ebene der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE). Dort sind momentan Arbeiten mit Beteiligung der Schweiz im Gange, die darauf abzielen, dass zukünftig Reifen eine geringere Menge an Reifenabriebpartikeln in die Umwelt freisetzen. Im Juni 2024 wurde ein international anerkanntes Testverfahren zur Messung von Reifenabrieb bei Strassenfahrzeugen verabschiedet, das als Grundlage für künftige Grenzwerte dient.</span><span> </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Schliesslich ist festzuhalten, dass für die in der Motion angedachte Finanzierung aus dem Reinertrag der Nationalstrassenabgabe eine Änderung der Bundesverfassung erforderlich wäre, da diese Erträge vollständig zweckgebunden sind (vgl. Art. 86 Abs. 2 Bst. a Bundesverfassung, BV; SR</span><span>&nbsp;</span><span>101). Auch die Erträge der Mineralölsteuer sind teilweise zweckgebunden (vgl. insb. Art. 86 Abs. 2 Bst. c und e BV), so dass sich auch bei der Mineralölsteuer die Frage nach einer Änderung der Bundesverfassung stellen könnte.</span></p></span><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.
    • <p>Der Bundesrat wird beauftragt, die rechtlichen Grundlagen zu schaffen, um Reifen zu fördern, die sowohl in puncto Sicherheit als auch Umweltverträglichkeit – insb. hinsichtlich Lärm, Energieeffizienz und allenfalls Reifenabrieb – besonders gut abschneiden. Die Förderung könnte über den Reinertrag der Mineralölsteuer und der Nationalstrassenabgabe finanziert werden. Ziel ist es, die Umweltbelastung zu senken und die Sicherheit auf den Strassen zu erhöhen.</p>
    • Leise, sichere und energieeffiziente Reifen fördern

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