Umweltauswirkungen der Digitalisierung. Worauf steuern wir zu?
- ShortId
-
25.4336
- Id
-
20254336
- Updated
-
20.11.2025 08:24
- Language
-
de
- Title
-
Umweltauswirkungen der Digitalisierung. Worauf steuern wir zu?
- AdditionalIndexing
-
34;52
- 1
-
- PriorityCouncil1
-
Nationalrat
- Texts
-
- <span><p><span>1.</span><span> </span><span>Die erwähnte Studie spricht insbesondere drei Empfehlungen aus: Ökodesign von Geräten, Reduzierung des Bedarfs an neuen Geräten und digitale Suffizienz. Sämtliche dieser Empfehlungen fanden Eingang in unterschiedliche verpflichtende wie auch freiwillige Massnahmen des Bundes. So legt die Energieeffizienzverordnung (EnEV; SR</span><span> </span><em><span>730.02</span></em><span>) Anforderungen an die Effizienz, die Kennzeichnung oder die rationelle Nutzung von Materialien für elektronische Geräte fest, während die Weisung</span><span> </span><span>P025 «Ökologische und soziale Vorgaben für die Beschaffung von IKT-Geräten» ökologische und soziale Kriterien definiert, die bei der Beschaffung von Informatikgeräten durch den Bund anzuwenden sind. Schliesslich bietet die Toolbox «Nachhaltige Beschaffung Schweiz» öffentlichen Akteuren konkrete Hilfestellungen für kreislauffähige Beschaffungsprozesse. Mit Publikationen wie «Ökobilanzen von Alltagshandlungen» oder spezifischen Empfehlungen für den Kauf und die effiziente Nutzung elektronischer Geräte des Programms EnergieSchweiz sensibilisiert der Bund auch die Bevölkerung für die Umweltauswirkungen der neuen Technologien.</span></p><p><span>2.</span><span> </span><span>Die Entwicklung der künstlichen Intelligenz (KI) sowie die fortschreitende Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft gehen mit einem nachweislichen Anstieg der Anzahl und der Leistung von Rechenzentren in der Schweiz einher. Der Bundesrat verfolgt die Entwicklung des Bereichs «Information, Kommunikation und Unterhaltungsmedien» anhand der jährlichen Ex-post-Analysen des Energieverbrauchs, die vom Bundesamt für Energie (BFE) veröffentlicht werden, sowie mithilfe spezifischer Studien über Rechenzentren. Des Weiteren wird er zur Beantwortung des Postulats</span><span> </span><span>24.4679 Fivaz einen Bericht vorlegen, in dem er aufzeigt, wie die Auswirkungen des Einsatzes von KI im Rahmen der Energiestrategie</span><span> </span><span>2050 analysiert und überwacht werden sollen. Infrastrukturen und Anlagen von Rechenzentren sind derzeit in den Bereichen Energie, Umwelt, Raumplanung und Bauwesen verschiedenen gesetzlichen Auflagen des Bundes, der Kantone und der Gemeinden unterstellt. Durch die Programme ProKilowatt für die Umsetzung technischer Massnahmen und EnergieSchweiz für Information, Beratung oder Ausbildung werden freiwillige Massnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz in der Branche unterstützt. Der Bundesrat beobachtet die Entwicklung in der Branche weiterhin und wird bei Bedarf Massnahmen ergreifen.</span></p><p><span>3.</span><span> </span><span>Der vom Bundesrat gewählte Ansatz zur Regulierung der KI orientiert sich an drei Zielen: Stärkung des Innovationsstandorts Schweiz, Wahrung des Grundrechtsschutzes inklusive der Wirtschaftsfreiheit sowie Stärkung des Vertrauens der Bevölkerung in KI. Damit diese Ziele erreicht werden können, soll die KI-Konvention des Europarats in das Schweizer Recht überführt werden. Zur Frage des Rechtsrahmens für die Nutzung digitaler Technologien und sozialer Netzwerke durch Jugendliche wird der Bundesrat in Erfüllung der Postulate</span><span> </span><span>24.4480 Vara und 24.4592 Graf einen Bericht ausarbeiten. Darin werden die Auswirkungen der Nutzung sozialer Netzwerke auf die physische und psychische Gesundheit junger Menschen untersucht und mögliche Massnahmen aufgezeigt.</span></p><p><span>4.</span><span> </span><span>Für die Information der Bevölkerung ist es zentral, dass Daten, die zur Berechnung des ökologischen Fussabdrucks von Produkten und Dienstleistungen der Informationstechnologie (IT) erhoben werden, verfügbar sind. Die Bundesverwaltung wird im Rahmen der Strategie Nachhaltige Entwicklung</span><span> </span><span>2024–2027 methodisch konsistente, qualitativ hochwertige, transparente und normenkonforme Datengrundlagen zur Berechnung der Ökobilanzen insbesondere des IT-Sektors bereitstellen, die mittels Peer-Review-Verfahren überprüft wurden und in Form von offenen digitalen Datensätzen zugänglich sind.</span></p><p><span>5.</span><span> </span><span>Die digitale Souveränität der Schweiz ist Gegenstand zahlreicher Arbeiten des Bundesrates. In der Antwort auf die Motion</span><span> </span><span>25.3506 Badran sind die wichtigsten Massnahmen aufgeführt, die die gesamte digitale Wertschöpfungskette abdecken.</span></p></span>
- <p>Eine neue Studie beleuchtet den ökologischen Fussabdruck der Digitalisierung in der Schweiz (<i>Environmental impacts of the ICT sector in Switzerland</i>). Sie zeigt, dass digitale Technologien enorm viel Energie und Ressourcen verbrauchen. Die Digitalisierung hat insbesondere Auswirkungen auf die Ressourcen (Mineralien, Metalle und fossile Brennstoffe), die Ökotoxizität sowie die Eutrophierung des Süsswassers, das Klima und die Feinstaubbelastung. Bereits heute verbrauchen digitale Technologien 12 Prozent des Stroms in der Schweiz (6,9 TWh), und dieser Anteil wird ansteigen. In Zukunft wird der Energieverbrauch von Rechenzentren und Cloud-Diensten massiv zunehmen; die durch die Digitalisierung verursachten CO2-Emissionen werden von 28 Prozent im Jahr 2025 auf 56 Prozent im Jahr 2035 ansteigen, insbesondere durch die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz.</p><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wie steht der Bundesrat zu den Empfehlungen der Studie <i>Environmental impacts of the ICT sector in Switzerland</i>, insbesondere zu jenen bezüglich der Behörden?</p><p>2. Wie gedenkt der Bundesrat die Entwicklung immer energieintensiverer digitaler Dienste, insbesondere der KI, zu regeln, um deren zunehmende Umweltauswirkungen zu begrenzen? Wie will er eine energieeffizientere Digitalisierung fördern? Hat (braucht) die Schweiz in diesem Bereich eine spezifische Strategie?</p><p>3. Plant der Bundesrat, die Nutzung von KI-Tools zu regeln; einschliesslich der über Mobiltelefone und soziale Medien leicht zugänglichen Anwendungen, insbesondere bei Jugendlichen? Ist er der Ansicht, dass die Nutzung von digitalen Technologien und sozialen Medien durch Jugendliche besser geregelt werden sollte?</p><p>4. Wie gedenkt der Bundesrat die Transparenz bezüglich des Energieverbrauchs und des ökologischen Fussabdrucks von digitalen Geräten und Infrastrukturen zu gewährleisten?</p><p>5. Welche Massnahmen plant er, um die Abhängigkeit der Schweiz von ausländischen Akteuren bei der Datenspeicherung und -bearbeitung sowie bei der Versorgung mit kritischen Rohstoffen für die digitale Transformation zu verringern?</p>
- Umweltauswirkungen der Digitalisierung. Worauf steuern wir zu?
- State
-
Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor
- Related Affairs
-
- Drafts
-
-
- Index
- 0
- Texts
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- <span><p><span>1.</span><span> </span><span>Die erwähnte Studie spricht insbesondere drei Empfehlungen aus: Ökodesign von Geräten, Reduzierung des Bedarfs an neuen Geräten und digitale Suffizienz. Sämtliche dieser Empfehlungen fanden Eingang in unterschiedliche verpflichtende wie auch freiwillige Massnahmen des Bundes. So legt die Energieeffizienzverordnung (EnEV; SR</span><span> </span><em><span>730.02</span></em><span>) Anforderungen an die Effizienz, die Kennzeichnung oder die rationelle Nutzung von Materialien für elektronische Geräte fest, während die Weisung</span><span> </span><span>P025 «Ökologische und soziale Vorgaben für die Beschaffung von IKT-Geräten» ökologische und soziale Kriterien definiert, die bei der Beschaffung von Informatikgeräten durch den Bund anzuwenden sind. Schliesslich bietet die Toolbox «Nachhaltige Beschaffung Schweiz» öffentlichen Akteuren konkrete Hilfestellungen für kreislauffähige Beschaffungsprozesse. Mit Publikationen wie «Ökobilanzen von Alltagshandlungen» oder spezifischen Empfehlungen für den Kauf und die effiziente Nutzung elektronischer Geräte des Programms EnergieSchweiz sensibilisiert der Bund auch die Bevölkerung für die Umweltauswirkungen der neuen Technologien.</span></p><p><span>2.</span><span> </span><span>Die Entwicklung der künstlichen Intelligenz (KI) sowie die fortschreitende Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft gehen mit einem nachweislichen Anstieg der Anzahl und der Leistung von Rechenzentren in der Schweiz einher. Der Bundesrat verfolgt die Entwicklung des Bereichs «Information, Kommunikation und Unterhaltungsmedien» anhand der jährlichen Ex-post-Analysen des Energieverbrauchs, die vom Bundesamt für Energie (BFE) veröffentlicht werden, sowie mithilfe spezifischer Studien über Rechenzentren. Des Weiteren wird er zur Beantwortung des Postulats</span><span> </span><span>24.4679 Fivaz einen Bericht vorlegen, in dem er aufzeigt, wie die Auswirkungen des Einsatzes von KI im Rahmen der Energiestrategie</span><span> </span><span>2050 analysiert und überwacht werden sollen. Infrastrukturen und Anlagen von Rechenzentren sind derzeit in den Bereichen Energie, Umwelt, Raumplanung und Bauwesen verschiedenen gesetzlichen Auflagen des Bundes, der Kantone und der Gemeinden unterstellt. Durch die Programme ProKilowatt für die Umsetzung technischer Massnahmen und EnergieSchweiz für Information, Beratung oder Ausbildung werden freiwillige Massnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz in der Branche unterstützt. Der Bundesrat beobachtet die Entwicklung in der Branche weiterhin und wird bei Bedarf Massnahmen ergreifen.</span></p><p><span>3.</span><span> </span><span>Der vom Bundesrat gewählte Ansatz zur Regulierung der KI orientiert sich an drei Zielen: Stärkung des Innovationsstandorts Schweiz, Wahrung des Grundrechtsschutzes inklusive der Wirtschaftsfreiheit sowie Stärkung des Vertrauens der Bevölkerung in KI. Damit diese Ziele erreicht werden können, soll die KI-Konvention des Europarats in das Schweizer Recht überführt werden. Zur Frage des Rechtsrahmens für die Nutzung digitaler Technologien und sozialer Netzwerke durch Jugendliche wird der Bundesrat in Erfüllung der Postulate</span><span> </span><span>24.4480 Vara und 24.4592 Graf einen Bericht ausarbeiten. Darin werden die Auswirkungen der Nutzung sozialer Netzwerke auf die physische und psychische Gesundheit junger Menschen untersucht und mögliche Massnahmen aufgezeigt.</span></p><p><span>4.</span><span> </span><span>Für die Information der Bevölkerung ist es zentral, dass Daten, die zur Berechnung des ökologischen Fussabdrucks von Produkten und Dienstleistungen der Informationstechnologie (IT) erhoben werden, verfügbar sind. Die Bundesverwaltung wird im Rahmen der Strategie Nachhaltige Entwicklung</span><span> </span><span>2024–2027 methodisch konsistente, qualitativ hochwertige, transparente und normenkonforme Datengrundlagen zur Berechnung der Ökobilanzen insbesondere des IT-Sektors bereitstellen, die mittels Peer-Review-Verfahren überprüft wurden und in Form von offenen digitalen Datensätzen zugänglich sind.</span></p><p><span>5.</span><span> </span><span>Die digitale Souveränität der Schweiz ist Gegenstand zahlreicher Arbeiten des Bundesrates. In der Antwort auf die Motion</span><span> </span><span>25.3506 Badran sind die wichtigsten Massnahmen aufgeführt, die die gesamte digitale Wertschöpfungskette abdecken.</span></p></span>
- <p>Eine neue Studie beleuchtet den ökologischen Fussabdruck der Digitalisierung in der Schweiz (<i>Environmental impacts of the ICT sector in Switzerland</i>). Sie zeigt, dass digitale Technologien enorm viel Energie und Ressourcen verbrauchen. Die Digitalisierung hat insbesondere Auswirkungen auf die Ressourcen (Mineralien, Metalle und fossile Brennstoffe), die Ökotoxizität sowie die Eutrophierung des Süsswassers, das Klima und die Feinstaubbelastung. Bereits heute verbrauchen digitale Technologien 12 Prozent des Stroms in der Schweiz (6,9 TWh), und dieser Anteil wird ansteigen. In Zukunft wird der Energieverbrauch von Rechenzentren und Cloud-Diensten massiv zunehmen; die durch die Digitalisierung verursachten CO2-Emissionen werden von 28 Prozent im Jahr 2025 auf 56 Prozent im Jahr 2035 ansteigen, insbesondere durch die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz.</p><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wie steht der Bundesrat zu den Empfehlungen der Studie <i>Environmental impacts of the ICT sector in Switzerland</i>, insbesondere zu jenen bezüglich der Behörden?</p><p>2. Wie gedenkt der Bundesrat die Entwicklung immer energieintensiverer digitaler Dienste, insbesondere der KI, zu regeln, um deren zunehmende Umweltauswirkungen zu begrenzen? Wie will er eine energieeffizientere Digitalisierung fördern? Hat (braucht) die Schweiz in diesem Bereich eine spezifische Strategie?</p><p>3. Plant der Bundesrat, die Nutzung von KI-Tools zu regeln; einschliesslich der über Mobiltelefone und soziale Medien leicht zugänglichen Anwendungen, insbesondere bei Jugendlichen? Ist er der Ansicht, dass die Nutzung von digitalen Technologien und sozialen Medien durch Jugendliche besser geregelt werden sollte?</p><p>4. Wie gedenkt der Bundesrat die Transparenz bezüglich des Energieverbrauchs und des ökologischen Fussabdrucks von digitalen Geräten und Infrastrukturen zu gewährleisten?</p><p>5. Welche Massnahmen plant er, um die Abhängigkeit der Schweiz von ausländischen Akteuren bei der Datenspeicherung und -bearbeitung sowie bei der Versorgung mit kritischen Rohstoffen für die digitale Transformation zu verringern?</p>
- Umweltauswirkungen der Digitalisierung. Worauf steuern wir zu?
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